Beobachtungen im Übergang

Diskutiere Beobachtungen im Übergang im Edelsittiche Forum im Bereich Sittiche; Ein von mir beobachtetes Volierenpaar hat schon erwachsene Junge. Die diesjährig außerordentlich milde Witterung hat es wohl möglich gemacht....

  1. #1 HansWilhelm, 29.04.2007
    HansWilhelm

    HansWilhelm Mitglied

    Dabei seit:
    23.10.2002
    Beiträge:
    140
    Zustimmungen:
    3
    Ein von mir beobachtetes Volierenpaar hat schon erwachsene Junge. Die diesjährig außerordentlich milde Witterung hat es wohl möglich gemacht.

    Ich gebe einige Beobachtungen wieder in der Hoffnung, dass sich darunter auch einiges Brauchbare für eine Beschreibung der freilebenden Sittiche herauslesen lässt.

    Die Jungen verlassen in großen zeitlichen Abständen die Bruthöhle. Sie werden von den Eltern aktiv herausgelockt. Es können mehrere Tage vergehen, bis ein Geschwister dem nächsten in die Freiheit folgt. Die Höhlen werden sogleich nach dem Verlassen von den Jungen vollständig ignoriert. Von den Eltern natürlich nicht, denn diese füttern ja weiterhin die in der Höhle verbliebenen Jungen.

    Die in Freiheit befindlichen Jungen sind noch deutlich kleiner als die Eltern. Die äußeren Merkmale sind bereits hinreichend beschrieben. Es überrascht der völlig unfertige und völlig lebensuntüchtige Zustand der flüggen Jungtiere. Man möchte sie analog zu den Eulen oder gewissen Greifvögeln „Ästlinge“ nennen, da sie wie diese halbfertig in der Nähe des Nestes ihre Entwicklung vollenden. Sie können zunächst weder längere Strecken fliegen noch zielgerichtet klettern und strategisch im Geäst operieren (wie komme ich über welchen Umweg wohin?) Sie bilden daher Gegenstand intensivster Sorge der Altvögel. Vom Verlassen der Bruthöhle an ist ein deutlicher Tagesrhytmus feststellbar. Tagsüber werden sie an Futterplätze gelotst aber gleichzeitig noch gefüttert. Am späten Nachmittag werden sie zu Schlafplätzen gelockt. Das Locken sieht so aus, dass einer oder beide Altvögel ständig zwischen dem Zielpunkt, den das Junge anstreben soll und seinem aktuellen Aufenthaltsort hin und herfliegen und dabei ihre Tschiep-Lockrufe in mäßiger Lautstärke und in 2-3-Sekundenabständen wiederholen. Dabei zerlegen sie einen längeren Weg in kürzere Einzelschritte und bestärken das Jungtier durch Aufnahme von zärtlichem Kraulen. Dieser Vorgang zieht sich oft über zwei Stunden hin, da das Junge nur langsam vorankommt und sich gelegentlich auch in verzwickte Situationen hinei manövriert. Aus gefahrvollen Situationen (Bodenlandung) wird das Jungtier sofort aus nächster Nähe intensiv fortgelockt. Einer von beiden Elternteilen sichert die Umgebung.

    Die Laute des Jungvogels sind gereihte Rufreihen von meistens 5 und mehr Silben. Sie klingen weicher als die des Alttieres, leiser, sind klanglich mehr auf „ü“ und ähneln in ihrer heiseren Art etwas den Rufreihen des Grünspechts.

    Das Weibchen zeigt gegenüber dem Männchen zwar keine Zärtlichkeit, wohl aber gegenüber dem Jungtier, welches es intensiv und langanhaltend krault. Dass Männchen ist zärtlich zu allen, zu Jungtieren und zum Weibchen.

    Dreh- und Angelpunkt der Initiativen außerhalb der Bruthöhle ist trotzdem das Männchen, welches praktisch pausenlos im Einsatz ist und sich nicht wie das Weibchen längere Ruhepausen gönnt. Es kontrolliert ständig den Aufenthaltsort und den Befindlichkeit seiner Jungen, ist primär an den Lockflügen beteiligt. Es füttert alle Jungen direkt, füttert aber auch das Weibchen, welches die Nahrung oft unmittelbar darauf weiter an die Jungen verfüttert. Das Männchen füttert die Jungen auch in der Höhle, aber nur vom Eingang aus, in den es nur bis zum Bauch eindringt. Nur das Weibchen klettert ganz hinein.

    Jungvögel und Eltern schlafen nicht direkt zusammen. Das Jungtier wird am späten Nachmittag an einen sicheren Ort gelockt. Die Eltern schlafen paarweise in der Nähe.

    ….und ich werde zu einem Sonntagsspaziergang weggelockt

    Tschiiieeep!
     
  2. Detlev

    Detlev -

    Dabei seit:
    29.04.2002
    Beiträge:
    1.388
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    Mainz
    Moin, Moin,
    ich merke es mir.

    Gruesse,
    Detlev
     
Thema:

Beobachtungen im Übergang

Die Seite wird geladen...

Beobachtungen im Übergang - Ähnliche Themen

  1. Beobachtungen März 2021

    Beobachtungen März 2021: Gestern in Hamburg Blubberblasen machen [ATTACH] fertig [ATTACH] Schwänzchen in die Höh [ATTACH] Lecker Zeug [ATTACH] [ATTACH] :0-
  2. Beobachtungen mit der Fotofalle

    Beobachtungen mit der Fotofalle: Kurz die Vorgeschichte: Bei dem Versuch Tonaufnahmen von einem Kuckuck zu machen, entdeckte ich in einer ehemaligen Kiesgrube im Wald aber in...
  3. Meine Beobachtungen 2021

    Meine Beobachtungen 2021: [ATTACH]Ein Schwan [ATTACH]Gänse am See. [ATTACH]Eine Ringeltaube. [ATTACH]Kormorane im Park. [ATTACH] Graureicher im Park....
  4. Beobachtungen Februar 2021

    Beobachtungen Februar 2021: Morgengast Diesen Vogel kannte ich bisher nicht in unserer Wohnanlage. Sah aus als wenn er durch eine Rabenkrähe verfolgt wurde, jedenfalls flogen...
  5. Beobachtungen Januar 2021

    Beobachtungen Januar 2021: Beobachtungen Januar 2021 Happy Birdwatching alle zusammen. Drei Wasserrallen auf einmal beobachtet, am gleichen Bachlauf. Das Jahr kann nur...