Lebertätigkeit und Organuhr

Diskutiere Lebertätigkeit und Organuhr im Vogelkrankheiten Forum im Bereich Allgemeine Foren; Muß Euch mal was fragen, was mir - noch sehr vage - so im Kopf herumgeht – hoffe, das Thema ist nicht bereits abgedroschen. Immer wieder lese...

  1. #1 Blindfisch, 29. Januar 2005
    Blindfisch

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    Muß Euch mal was fragen, was mir - noch sehr vage - so im Kopf herumgeht – hoffe, das Thema ist nicht bereits abgedroschen.

    Immer wieder lese ich von Lebererkrankungen bei Wellensittichen – und lese auch, daß Lebererkrankungen sehr häufig bei den Wellies vorkommen. - Vielleicht auch bei anderen Ziervögeln oder bei Vögeln insgesamt?

    Dann ist mir (das betrifft jetzt den Menschen) aus dem Zusammenhang Leber – Depressionen / Schlafstörungen mal der Begriff „Organuhr“ begegnet.
    „Organuhr“ – hoffe ich gebe das richtig wieder: Die verschiedenen Organe sind zu unterschiedlichen Zeiten aktiv – aber immer wieder zu denselben Zeiten. Es gibt also eine feste Reihenfolge.

    Nun stelle ich mir vor, daß ein geschwächtes Organ in der Zeit, wo es besonders stark arbeitet, auch besonders gefährdet ist. – Und dann besondere Rücksichtnahme benötigt.

    Ihr merkt, meine Überlegungen sind äußerst vage.
    Es geht mir darum, ein wenig der großen Häufigkeit der Lebererkrankungen der Wellies auf die Spur zu kommen. - Habt Ihr Ideen dazu?
     
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  3. scotty

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    mich würde es interessieren woher dieser krankheit kommt.Ich lese zur zeit ziemlich oft und viel über Vogel krankheiten, insbesondere über Wellis, da mein Charlie nicht gesund wird.
    Immer wieder tauch *leberschaden* auf, woher kommts das so kleine wesen so schreckliche krankheiten bekommen?
     
  4. #3 Thomas B., 30. Januar 2005
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 30. Januar 2005
    Thomas B.

    Thomas B. Guest

    Organuhr, TCM und Lebererkrankungen

    Hallo Blindfisch,
    so einfach ist das nicht. In der Tat werden in der TCM (traditionellen chinesischen Medizin) bestimmte Meridian- und Organsysteme bzw. Funktionskreise bestimmten Zeiten zugeordnet. Diese Zuordnung läßt sich graphisch in Form einer sog. "Organuhr" darstellen. Die Leber (Yin-Organ) hat die Zeit ihrer größten Aktivität zwischen 1 und 3 Uhr, die geringste zwischen 13 und 15 Uhr. Man kann daraus alleine unmittelobar aber noch keine therapeutischen Schlüsse ziehen, wenn man nicht weiß, ob der Funktionskreis Leber an Überenergie (Stau, Fülle) oder an Unterenergie (Leere, Schwäche) leidet. Das kann man im Rahmen einer sog. ganzheitlichen Systemdiagnose testen.
    Diese zeitlichen Zusammenhänge können aber umgekehrt auch als diagnostisches Mittel in der TCM eingesetzt werden: Im Falle eines Fülle-Zustandes verstärken, verschlechtern sich die Beschwerden in der Maximalzeit. Andererseits, im Falle eines Leere-Zustandes, verstärken sich die Beschwerden in der Minimalzeit. Umgekehrt bessern sich Leere-Beschwerden in der Maximalzeit und Fülle-Beschwerden in der Minimalzeit. Das müssen keine Leberbeschwerden sein! Es können ganz andere Beschwerden sein, die aber eine Schwäche oder einen Stau im entsprechenden Meridian- und Organsystem widerspiegeln. Die Vorstellungen in der TCM von den Meridiansystemen und Organfunktionskreisen decken sich nicht 100%ig mit den Erkenntnissen über Organfunktionen in der westlichen Medizin, sie gehen darüber hinaus, weil über die Meridiane ganz unterschiedliche Teile des Körpers miteinander verbunden sind (was man sich auch in der Akupunktur, Akupressur und Reflexzonenmassage zunutze macht), während die westliche Medizin die Organe rein analytisch und isoliert betrachtet und so niemals auf einen Zusammenhang von Leber und Kopf käme. So kann aber z.B. auch Migräne oder ein Wutanfall durch einen Stau im Funktionskreis Leber ausgelöst werden, Ängste oder Impotenz durch eine Schwäche im Funktionskreis Niere.
    Bei Stau muß man in der Maximalzeit schonen und in der Minimalzeit stimulieren und bei Leere muß man in der Maximalzeit stimulieren und in der Minimalzeit schonen.
    Das alles im einzelnen zu erklären, würde den Rahmen eines solchen Forums sprengen.

    Aber mal ganz unabhängig von der Organuhr, auch zu der Frage, die Du und Scotty allgemein gestellt haben:
    Die meisten Ziervögel, insbesondere Papageien, sterben vorzeitig an Leber- oder Nierenorganschäden. Das ist meistens auf falsche Ernährung zurückzuführen, bei Wellensittichen, wenn es Leberkrebs ist, auch auf durch Überzüchtung bedingte Gendefekte. Leberschäden, die meist mit Fettleber beginnen, ohne daß der ganze Vogel schon einen verfetteten Eindruck machen muß, gehen (außer auf Medikamente) meistens auf zu reichhaltige und zu fettreiche Ernährung zurück. Wellensittiche und Amazonen sind dafür besonders anfällig.
    Vorbeugung: Fettreiche Saaten und überhaupt Kalorienreiches reduzieren, dafür viel Obst und Grünzeug füttern. Viel Freiflug. Aufenthaltsmöglichkeit in Außenvolieren auch bei kühlem Wetter. Mariendistel samen dem Futter zusetzen, bei Wellis leicht geschrotet. Und von Zeit zu Zeit (2 x jährlich für 4-6 Wochen) eine homöopathische Leberschutzkur: Carduus Marianus D 4 oder D6 und Flor di piedra D 4 oder D 6 im täglichen Wechsel geben, je 5 Stück ins Trinkwasser oder mit Obst.
    @ Blindfisch: Du hast versucht, mir eine PN zu schicken. Das geht nicht, da Postfach voll. Kontakt bitte ausschließlich per Email.
    Liebe Grüße,
    Thomas
     
  5. netbiene

    netbiene Guest

    Hallo,

    ich habe letztes Jahr auch zwei Wellis verloren, einen mit Leberversagen (er wurde 1 1/2 Jahre alt), einen mit Nierenversagen (er wurde 1 Jahr alt) :traurig:
    Bei beiden waren die Krankheiten bereits angeboren, eindeutig genetischer Defekt.
    Ich denke, wenn die Wellis schon ganz jung an solchen Krankheiten sterben, sind eher Genschäden (evtl. durch Überzüchtung?) die Ursache, bei älteren
    kann durchaus falsche Ernährung, falsche Haltung die Ursache sein.
     
  6. #5 planetzork, 30. Januar 2005
    planetzork

    planetzork Vögifrauchen

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    mein kleiner Welli Neo (ca 8 Wochen) ist momentan beim TA , der meint, er hätte einen schweren Leberschaden. :(
    Meiner Vermutung nach hatte der Kleine dieses Problem schon seit ich ihn gekauft habe (mit ca 6 Wochen)

    Kann diese Krankheit also tatsächlich von einer schlechten Haltung kommen? Denn sein Züchter kam mir nicht gerade sehr kompetent vor. 0l

    Hat jemand hier Erfahrung mit dieser Krankheit bei so jungen Wellis, denn die TÄ meinte, er hätte zu wenig Substanz und die Heilungschancen wären daher sehr gering.
     
  7. #6 Blindfisch, 2. Februar 2005
    Blindfisch

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    Hi Thomas, :zustimm:

    hab Dank, daß Du Dich dem Thema angenommen hast und das mit der Organuhr so gut erklärt hast!
    :prima: :blume: :prima: :blume: :prima:

    Da das mit der Organuhr nun doch sehr komplex ist - :~ – könnte man als Laie mit Hilfe des Wissens über die Aktivitätszeiträume der Organe und durch genaue Beobachtung denn wenigstens so eine Art Früherkennung von Leberproblemen schaffen, um dann rechtzeitig fachmännischen Rat einzuholen? Oder, was meinst Du, würde man sich dann eher zuviel Gedanken machen, sich verrückt machen?

    Organuhr und Leberprobleme – da frage ich mich manchmal: Sollte zu bestimmten Uhrzeiten etwa nicht mehr gefüttert werden? Sollte ich z.B. unser Betthupferl-Ritual (besser: Schlafstangenhupferl-Ritual :) ) nach – sagen wir: nach 21 Uhr sein lassen? Also nicht mehr zu spät abends füttern?
    Ich meine, es heißt doch immer: Für uns Menschen ist es nicht so gut, wenn wir spät abends noch essen.

    Und: Sind die Zeiten (das Modell als Ganzes wird es sicherlich sein) der Organtätigkeit bzw. der Organruhe für den Menschen auf die Wellensittiche und auf andere Vögel überhaupt übertragbar?

    Ernährung und Leberprobleme – außerdem überlege ich, wie das denn damals mit dem Stopfen (hieß das so) der Gänse war – Gänseleberpastete etc. <igitt>
    Die Leber vergrößerte sich – aufgrund der größeren Nahrungsmenge? – oder war es aufgrund des zu schnellen Fressen-Müssens?
    Wenn meine Kleinen so heftig reinhauen – da denke ich auch manches Mal, ob das denn so richtig ist.
     
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