Pflegesittich

Diskutiere Pflegesittich im Vogelbestimmung Forum im Bereich Allgemeine Foren; Hallo, ich bekomme ab und zu einen schon recht betagten und etwas schrulligen Vogel in Pflege, bei dem es sich um einen "Schönglanzsittich"...

  1. Anke

    Anke Guest

    Hallo,

    ich bekomme ab und zu einen schon recht betagten und etwas schrulligen Vogel in Pflege, bei dem es sich um einen "Schönglanzsittich" handeln soll.
    Gibt es so eine Vogelart überhaupt? Und wenn nicht, was ist es dann? Was man auf dem Bild nicht erkennt, sind die bläulichen Schwung- und Rückenfedern und die laute, krächzende Stimme. Er ist etwas größer als ein Nymphensittich aber kleiner als eine Amazone.

    [​IMG]

    (Hoffentlich hat das Bildeinfügen jetzt geklappt.)

    vielen Dank für Eure Hilfe,

    Anke
     
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  3. #2 Thomas Karl, 20. Februar 2000
    Thomas Karl

    Thomas Karl Guest

    Hallo Anke,

    einen Schönglanzsittich gibt es nicht.
    Es gibt einen Schönsittich und einen Glanzsittich.
    Erst dachte ich es handelt sich bei Deinem Vogel um einen Elfenbeinsittich (Aratinga canicularis)aber der Vogel auf dem Bild hat einen Schwarzen Schnabel, darum würde ich sagen es ist ein Goldstirnsittich (Aratiga aurea)

    MfG

    Thomas
     
  4. Rüdiger

    Rüdiger Guest

    Moin!

    Thomas, in Deine Richtung gehe ich auch:
    Zunächst dachte ich eine Pyrrhura-Art (Braunohrsittich?), aber das haut nicht hin.
    Dann eine Aratinga-Art: über den Elfenbeinsittich bin ich auch gestolpert, aber wie Du auch sagst, paßt das mit dem Schnabel nicht.
    Bleibt auch mir nur der Goldstirnsittich, obwohl der Augenring gelb befiedert sein soll und das erkenne ich auf diesem Bild nicht.
    Anke, schau mal auf http://www.arndt-verlag.com/conures.html
    unter Aratinga aurea, dort ist ein Bild und eine englischsprachige Beschreibung.

    ------------------
    Tschüss Rüdiger
     
  5. Anke

    Anke Guest

    Vielen Dank,

    ich glaube, nach der Beschreibung und dem Bild auf dem link, das Rüdiger genannt hat, handelt es sich wohl um einen Großen Goldstirnsittich. Weiß jemand vielleicht etwas zu dieser Art?

    Grüße,

    Anke
     
  6. #5 Thomas Karl, 20. Februar 2000
    Thomas Karl

    Thomas Karl Guest

    Hallo Leute,

    Der Große Goldstirnsittich (Aratinga a. major) wird in der Literatur unter Beschreibung genau wie aurea angegeben.
    Außerdem merkt Thomas Arndt an, daß diese Unterart umstritten ist,da ein Nord-Süd-Gefälle hinsichtlich der Größe vorliegt, was die Abtrennung fraglich erscheinen läßt.

    MfG

    Thomas

    P.S. aurea wird mit 26cm und a. Major mit 30cm angegeben. Der Nymphensittich dagegen mit 32cm.
     
  7. Anke

    Anke Guest

    Hallo Thomas,

    diesen Größenangaben nach wäre "Mecki" also zu groß für die Art? Ich weiß nicht, ich hatte nur meinen Nymphensittich als Referenz, der wirkte daneben einfach kleiner, aber vielleicht auch im Grunde nur zierlicher. Nymphen haben ja sehr lange Schwanzfedern, deshalb gelten sie laut Beschreibung als größer.

    Gruß,
    Anke
     
  8. Rüdiger

    Rüdiger Guest

    Hallo,
    auf die Größenangaben, die ja in aller Regel nur Längenangaben sind, würde ich nicht allzuviel geben: so sind Wellis und Rosenköpfchen zwar etwa gleichlang, aber ein Rosenköpfchen ist viel massiver gebaut als ein Normalwelli und wirkt daher auch größer. Ein schlanker, kleinerer Nymph kann also durchaus neben einem großen, massiver gebauter Goldstirnsittich kleiner wirken.

    Goldstirnsittiche (engl. Golden-crowned Conure) gehören zur Gattung der Keilschwanzsittiche (Aratinga) aus dem Tribus der Keilschwanzsittiche (Araini).
    Sie leben in Brasilien südlich des Amazonas,
    Ost-Bolivien, Nord-Paraguay und NW-Argentinien. Da sie sich vorwiegend im offenen Gelände aufhalten, weitet sich ihr Lebensraum infolge der Rodungen aus und die Art gilt als nicht gefärdet.
    Sie leben paarweise oder in Schwärmen bis zu 30 Tieren und ernähren sich neben pflanzlicher Nahrung auch von Insekten.
    Nahrungssuche auf dem Boden und auf Bäumen.
    Ihre Nester haben sie in Baumhöhlen.

    In Deutschland gehören Goldstirnsittiche zu den verbreitesten Aratingaarten und werden in Gefangenschaft über zwanzig Jahre alt.
    Im Vergleich zu anderen Aratingaarten haben sie geringes Nagebedürfnis und eine recht angenehme Stimme.
    Außerhalb der Bruzeit sind sie verträglich mit anderen Arten.
    Sie können in Wohnzimmerhaltung zahm werden und lernen Pfiffe und Geräusche nachzuahmen
    und haben auch eine Sprachbegabung.
    Großes Badebedürfnis.
    Futter: Großsittichmischung oder Kleinpapageienmischung, Kolbenhirse, frischer oder gekochter Mais, Obst, Gemüse, Grünfutter, frische Zweige zum Benagen.
    Mit einer Größe von 28-30cm braucht ein Goldstirnsittich bzw. ein Pärchen, da sie genau wie alle anderen Papa-Arten nur paarweise gehalten werden sollten, einen Käfig von mnimal 2m Länge, 1m breite und 1m Länge (Gutachten über die Mindestanforderungen) sowie täglichen Freiflug.

    P.S. Wieso ist er denn schrullig?

    ------------------
    Tschüss Rüdiger

    [Diese Nachricht wurde von Rüdiger am 20. Februar 2000 editiert.]
     
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  10. Anke

    Anke Guest

    Hallo,

    danke für die interessanten Infos.
    Als "recht angenehm" würde ich seine Stimme allerdings nie und nimmer bezeichnen!
    Der Vogel ist wie gesagt schon recht alt, fast 30 Jahre, und hat im Laufe seines Lebens gelernt, daß er mit seinem ohrenbetäubenden Geschrei seine Pfleger dazu bekommt, ihm was Leckeres zu geben ;-)
    Das sind so grauenhafte Töne, daß man wirklich nur noch aufspringt und rennt, um ihm eine Weintraube, oder einen Pinienkern, oder was auch immer zu geben, damit er still ist.
    Er reagiert gegenüber jeglicher Veränderung mit absoluter Ablehnung und Angst. Alles muß immer genau am selben Platz sein, usw. Selbst fremde Menschen (Besuch) werden durch sein Geschrei vergrault. Aus seinem Käfig kommt er nie heraus, obwohl er immer offen ist.
    Deswegen finde ich den Kerl ziemlich "schrullig", aber nichtsdestotrotz ist er mir ziemlich ans Herz gewachsen.

    Inzwischen ist sein erster Besitzer gestorben und er lebt nun bei der nächsten Generation. Wie ist das eigentlich bei Graupapageien, die werden doch auch steinalt. Sollte man sich deshalb wenn, dann nur wenn man selber noch jung ist, so ein Tier anschaffen? Man muß doch im Hinterkopf den Gedanken haben, was wird, wenn der Vogel mich überlebt? So wie in diesem Fall.

    Anke
     
  11. Rüdiger

    Rüdiger Guest

    >Als "recht angenehm" würde ich seine Stimme >allerdings nie und nimmer bezeichnen!
    Naja, alles ist relativ und wer weiß, wie die Stimmen der anderen Aratinga-Arten sind? [​IMG]

    >Er reagiert gegenüber jeglicher Veränderung >mit absoluter Ablehnung und Angst....
    Deutliche Indizien für eine falsche Haltung!
    [​IMG]

    > Wie ist das eigentlich bei Graupapageien, > die werden doch auch steinalt. Sollte man > sich deshalb wenn, dann nur wenn man
    > selber noch jung ist, so ein Tier
    > anschaffen? Man muß doch im Hinterkopf den > Gedanken haben, was wird, wenn der Vogel
    > mich überlebt? So wie in diesem Fall.
    Ich hoffe mal sehr, daß meine Grauen Charlie und Alf, die beide knapp 3 Jahre alt sind, mich, der ich Mitte Dreißig bin, noch überleben! Klar muß man das irgendwo im Hinterkopf haben und wenn irgendmöglich dafür Sorge tragen, daß die beiden auch nach meinem Tode ein gutes Heim bekommen!
    Im Augenblick weiß ich auch keinen, dem ich sie "vererben" könnte:-(. Wenn meine Freundin mich überlebt, nähme sie die Grauen natürlich.
    Auf der einen Seite wäre es sicher günstiger, sich möglichst schon in jungen Jahren Graue anzuschaffen.
    Auf der anderen Seite geht man mit Grauen und anderen Großpapageien eine lebenslange Verpflichtung und Verantwortung ein und das sollte man erst, wenn man selbst schon eine gewisse Stabilität der Lebensumstände erreicht hat.
    Aber mit dies ist für mich auch ein Grund, Vögel nur paarweise zu halten: derzeit bspw, habe ich ziemlich viel Zeit für meine Geier und man könnte der Ansicht sein, das bspw. mein Grauer Alf keinen Artgenossen benötigt, weil ich mich mit ihm genug beschäftige. Aber wer weiß, vielleicht habe ich in einem, zwei oder zehn jahren nicht mehr soviel Zeit für Alf und was dann? Also ist auch deshalb es besser, gleich von Anfang an ein Pärchen zu haben, damit sie niemals so auf Menschen angewiesen sind.



    ------------------
    Tschüss Rüdiger
     
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