Bourkesittiche und Baytril

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Gabriela

Guest
Das Baytril ist mir bekannt und ich bekomme es in 2,5 % Lösung. Also für kleinste Tiere. Ich würde es meinem Bekannten zur Verfügung stellen, da man aber sicherlich die Vögel nicht jeden Tag fangen und behandeln kann, höchstens vielleicht die ganz schlimmen Fälle, wäre es dann möglich mit über das Trinkwasser zu behandeln und in was für einer Dosis, bei der Berechnung bin ich doch ein bißchen überfordert.Ich muß noch dazu sagen, das ich nicht weiß wie die Vögel momentan im Krankheitsbild sind, ob alle davon betroffen sind oder nur Einige. Ich probiere den Züchter dann heute abend wenn er wieder zu erreichen ist von einer Behandlung zu überzeugen, sofern die Tiere noch leben ):. Was ich hoffe Gabriela
 
Liebe Gabriela,

Baytril kannst Du gut über's Trinkwasser verabreichen und es schadet auch den gesunden Vögeln nicht, solange es nicht überdosiert, oder zu lange verabreicht wird.

Es kommt darauf an, wie groß das Volumen des Trinkgefäßes ist und wieviel ein Vogel pro Tag etwa trinkt. Letzteres kann ich nur schätzen, ich tippe einfach mal auf 10 ml Wasser / Tag. In diesen 10 ml sollten 0,1 ml Baytril enthalten sein, also ein hundertstel.

Du kannst also beispielsweise bei einem 250 ml Trinkgefäß 2,5 ml Baytril rechnen.

Viel Glück,

Anke

Wenn Du kein Panacur haben solltest, maile mir mal Deine Adresse, ich kann Dir ein Fläschen schicken, wenn Du möchtest.
Besser wäre in jedem Fall, einen Veterinär hinzuzuziehen. Diese Behandlung ist wirklich nur als NOTMASSNAHME gedacht.


[Diese Nachricht wurde von Anke am 13. April 2000 editiert.]
 
Hallo zusammen !

Etwas zur Anwendung von Baytril bei Hühnerküken lt.Bayer.

2,5% Lösung: 2ml (!!) pro Liter Trinkwasser
10% Lösung: 0,5ml pro Liter Trinkwasser

Sicherlich ist die geringere Wasseraufnahme bei Sittichen zu berücksichtigen.

Gruß
Oli

[Diese Nachricht wurde von Oli am 13. April 2000 editiert.]
 
Hallo,

ich habe mich nun noch mal schlau gemacht, in Sachen Baytril bei Psittakose.
Was ich zur Verabreichung über das Trinkwasser geschrieben hatte, gilt für normale bakterielle Infektionen, nicht aber für Psittakose.

Es wird folgendes empfohlen:

Eine Behandlung mit Enrofloxacin (Baytril) über geschälte Hirse bzw. Sonnenblumenkerne ist aufgrund der nicht mehr hergestellten Fertig-Medizinalfuttermittel auf CTC-Basis das Mittel zur Wahl, zumal Baytril über bakterizide Eigenschaften verfügt. Cave: Zur Sanierung eines infizierten Bestandes bedarf die Behandlung mit Baytril aber der Zustimmung der zuständigen Veterinärbehörde! Eine alleinige Behandlung über das Trinkwasser hat sich bei Psittaziden als nicht ausreichend erwiesen! Die Behandlungsdauer beträgt für alle Vogelarten 21 Tage in einer Dosierung von 500 ppm ( das ist ein halbes Gramm 100% Baytril pro kg) Enrofloxacin in geschälten Körnern bzw. Weichfutter. Um eine gleichmäßige Verteilung des Wirkstoffes zu erreichen, werden 1-1,5 Teelöffel Honig mit etwas heißem Wasser verflüssigt und abgekühlt. Dann erst wird die entsprechende Menge Baytril (Orallösung oder pulverisierte Tabletten) bis zur vollständigen Lösung eingerührt und danach die erforderliche Tagesration geschälter Körner zugemischt. Mit einer elektrischen Küchenmaschine wird das Futtergemisch vorsichtig auf schwächster Stufe einige Minuten lang durchgerührt. Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, diese Mischung am Vorabend für den darauffolgenden Tag vorzubereiten, da die feuchte Arznei-Honig-Lösung über Nacht besser in die aufquellenden Körner eindringt. Vor dem Verfüttern wird die präparierte Futtermischung noch einmal gut durchgerührt. Die amtliche Kotprobenentnahme erfolgt in gewohnter Weise am 5. und 10. Tag nach Behandlungsende.

hope that helps.

Anke

[Diese Nachricht wurde von Anke am 13. April 2000 editiert.]
 
Liebe Claudia,

ich gebe Dir völlig recht.
Nur ist es in Gabrielas Fall laut ihrer Schilderung so, daß wohl kein Tierarzt eingeschaltet wird und sie schnell etwas tun möchte, um den Vögeln zu helfen.
Ich bin natürlich auch dafür, die Behandlung lieber einem Tierarzt zu überlassen.
Und bis der Besitzer dazu gezwungen wird, das zu tun, wenn überhaupt, kann es leider schon zu spät sein.

Grüße,

Anke
 
Hallo zusammen !

Kann mich nur der Meinung von Claudia anschließen !

Dennoch sollte auch an dieser Stelle darauf hingewiesen werden, daß bestimmte Krankheiten - auch speziell bei Nestlingen - eine sofortige Behandlung bedürfen. So ist der betreffende Patient meist tot bevor ein entsprechendes Ergebnis mit entsprechender Behandlungstherapie zur Verfügung steht.
Auch wurde - ohne nun alle Tierärzte über einen Kamm zu scheren - oftmals in diesem Forum und auch bei Gesprächen mit Vogelzüchtern - darauf hingewiesen, daß eine ausreichende Kenntnis über Vögel nicht immer anzutreffen ist. Nur so ist es auch zu erklären, daß selbst bei auf Vögel spezialisierten Tierärzten Medikamentendosierungen verschrieben werden, welche sich nicht mit der Beschreibung des Herstellers decken. Man könnte hier nun genügend Beispiele nennen, ebenso wie ein und dieselbe Kotprobe bei verschiedenen Instituten auf wundersamer Weise ebenso verschiedene Ergebnisse hervorbringt.

Meine Angabe der vorgeschriebenen Dosierung von Baytril lt.Bayer zielte daher nur darauf ab, eine Überdosierung zu vermeiden.
Zumal ich mich auch noch an Berichte in der AZN erinnere, wo doch tatsächlich (von einem angeblichen Experten !!!) der Rat verteilt wurde, Baytril 10%ig per Tropfen bei Kleinvögeln direkt in den Schnabel zu geben.

Die Problematik der Resistenzbildung ist durchaus bekannt. Doch liegt hier die Gefahr nicht durch den Hobbyvogelhalter, sondern durch eine weiterhin (wenn auch zunehmend eingeschränkte) zugelassene Verwendung von Antibiotika zur Prophylaxe oder als Leistungssteigerer in der Nutztierhaltung. Wobei hier wir Menschen sehr satrk von einer auftretenden Resistenzbildung betroffen sind. Es wundert daher nicht, daß in EU-Ländern mit einem generellen Verbot in dieser Beziehung, eine derartige Resistenzbildung über Nutztiere zum Menschen nicht so akut ist.

Gruß
Oli


[Diese Nachricht wurde von Oli am 14. April 2000 editiert.]
 
Thema: Bourkesittiche und Baytril
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