Der Stellenwert von Tamiflu®

Diskutiere Der Stellenwert von Tamiflu® im Vogelgrippe / Geflügelpest Forum im Bereich Allgemeine Foren; Grundsätzlich kann das Mittel nach erfolgter Infektion, oder vorbeugend gegeben werden. Handhabung und Dosierung sind dabei nicht gleich....

  1. #1 Gänseerpel, 24. November 2005
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    Grundsätzlich kann das Mittel nach erfolgter Infektion, oder vorbeugend gegeben werden. Handhabung und Dosierung sind dabei nicht gleich.

    Therapie der Influenza

    Die Standardbehandlung erfolgt bei Erwachsenen mit 2 x täglich 75 mg Oseltamivir (Tamiflu®) über fünf Tage.
    Das Mittel wirkt nur, wenn die Behandlung innerhalb von zwei Tagen nach erstmaligem Auftreten der Symptome begonnen wurde.
    Wirksamkeit:
    Therapiestudien haben ergeben, dass T. die Erkrankung um einen Tag verkürzt, (von durchschnittlich 5,2 auf 4,2 Tage). Dies gilt für sonst gesunde, bei älteren Patienten oder chronisch Kranken ergab sich keine signifikante Besserung

    Prohylaxe der Influenza

    Postexpositions-Prophylaxe: bei Jugendlichen ab 13 Jahren und Erwachsenen nach Kontakt mit einem klinisch diagnostizierten Influenzafall, wenn das Influenzavirus in der Bevölkerung auftritt.

    Wirksamkeit der Prophylaxe
    Postexponentiell muss Oseltamivir (Tamiflu®) über 16 Tage gegeben werden, um den Ausbruch der Grippe zu verhindern.
    Zur allgemeinen Prophylaxe während einer Influenzaepidemie in der Bevölkerung wird sechs Wochen lang 75 mg 1 x täglich gegeben. Hierdurch ist statistisch ein Grippefall pro 28 behandelten Personen zu vermieden


    Wann der Einsatz von Oseltamivir (Tamiflu®) zur Influenzaprophylaxe angemessen ist, hängt von den Umständen, (Bevölkerungszusammensetzung, unzureichende Wirkung der Impfung u.ä.) ab. Er sollte nur in Ausnahmefällen wie einer drohenden Pandemie erwogen werden.



    Therapiehinweise des Bundesausschusses zu Oseltamivir (z. B. Tamiflu®)
    http://www.kvno.de/mitglieder/arznmitl/richlini/oseltami.htm
     
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  3. #2 Vogelklappe, 24. November 2005
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  4. #3 Gänseerpel, 24. November 2005
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    Und das hier:
    http://www.vogelforen.de/showthread.php?t=98611 :zwinker:

    Einen Fall von Resistenz weltweit (vielleicht sinds ja auch ein paar mehr) finde ich aber nicht schlecht, wenn man die Verkaufszahlen ansieht.

    Ob es wirklich "Resistenz" war, oder ein anderer Effekt, möchte ich mal dahingestellt sein lassen.

    mfg
     
  5. #4 Vogelklappe, 24. November 2005
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    Davon ist anhand der genetischen Bestimmung und nachdem Tamiflu prophylaktisch gegeben wurde auszugehen. Das gleiche Problem gab es doch schon bei Malaria. Die Touristen nahmen die Prophylaxe, und die Einheimischen starben dann an den resistenten Plasmodien-Stämmen. Bis man daraus gelernt hat, und z. B. Thailand die einzig wirksame chinesische Pflanze vor einigen Jahren nicht als Vorbeugemittel 'rausrückte. Inzwischen kann man in einigen Regionen wieder Erythromycin nehmen, weil es so lange her ist, daß es eingesetzt wurde.
     
  6. #5 Gänseerpel, 24. November 2005
    Zuletzt bearbeitet: 24. November 2005
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    Da setzt ja eben meine Skepsis an.

    Wieso?
     
  7. #6 Vogelklappe, 24. November 2005
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  8. #7 Gänseerpel, 24. November 2005
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    aus dem von dir zitierten blatt:


    Halte ich auch für simplistisch. ("Gesundheit" ist nicht (immer) = gute spezif. Immunstatus) Meiner Meinung nach spielen Mutation und Reassortment übrigens eine wesentlich geringere Rolle als Recombination. In dem Falle ist aber Doppelinfektion Voraussetzung.
    Ich verstehe den Artikel nicht ganz, kenne aber den zugrundeliegenden film nicht. Die junge Frau hatte resistentes H5N1? Und wurde durch Tamiflu gesund? Da bleibt für mich ein Fragezeichen.

    Das erscheint mir doch etwas seltsam. Seit wann sind Frettchen empfindlich gegen H5N1? Der ganze Artikel im Ärzteblatt ist völlig inkoherent. tut mir leid, aber das sieht nach journ@listischer Schl@mper@rbeit aus. die Schlußfolgerugen , die gezogen werden, kann ich anhand des Artikels nicht nachvollziehen 8(

    Bezüglich der Mutation/Recombinationsfrage steht hier ne Menge: http://www.recombinomics.com/News/05110503/H5N1_Recombination_Serious.html

    Aber um mein statement von vorhin zu wiederholen: ein(ige) Fälle sind bei dem Medikamentenumsatz nicht so schlecht.

    mfg
     
  9. #8 Vogelklappe, 24. November 2005
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    In der Tat. Wer sagt denn, daß im Fall des Falles überhaupt der Mensch das einzige Virusreservoir ist ? Dass dieses Wirkprinzip bei Viren mit mutierten Oberflächen uneingeschränkt funktioniert ? Und wer sollte bei einer seuchenartigen Ausbreitung 'mal eben schnell die Verabreichung an alle Chinesen bezahlen ? Abgesehen von der Verfügbarkeit ?
    Der Teenager hatte wohl verschiedene Varianten von H5N1. Möglich, daß Tamiflu bei dem größeren Teil wirksam war, als es höher dosiert wurde. Denkbar aber auch, daß sie zu denen gehört, die mit der Infektion fertig werden.
    Wenn Tiger, warum dann nicht Frettchen ? Die Artgrenze ist übersprungen, so viel steht fest.
    Aber wie viel davon wird nur gehortet bzw. war bei Einnahme tatsächlich in Viruskontakt ? Noch habe wir ja kein Virus mit pandemischem Potential, und hier wird eine Resistenz bereits im Einzelfall bestätigt.
     
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  11. #9 Gänseerpel, 25. November 2005
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    Sehe ich auch so, v.a den zweitenTeil des Satzes :p

    Irgenwo steht, dass ich glaube 6 fach höhere IC 5o Dosen erforderlich sind. So hoch kann man in vivo kaum dosieren, es steht auch nirgends. Bei einer klinisch relevanten Resistenz muss i.a. der wirkstoff gewechselt werden, Dosiserhöhung ist eher unüblich (außer wenn die höhere Dosis Standard ist). Das gilt zumindest für AB. Allerdings: Die Resistenz wird auf eine Veränderung in der Cleavage region zurückgerführt. Das scheint mit einer Änderung der Neuraminidase zu tun zu haben. Wenn man von (einer Art von) kompetitiver Hemmung ausgeht, können höhere Dosen schon was bewirken.

    Diese Aussage reicht vielleicht ei JB Kerner oder am Stammtisch (Richtet sich nicht gegen Dich, aber so denkt wohl der Journ@list). Aber als Referezmethode mit Aussagekraft zur Resistenzcharakterisierung genügt das nicht. ***) Überhaupt klingt das ganze ziemlich qualitativ. Im FFI werden Zellkulturen infiziert, und dann wird ausgezählt. Das ist nachvollziehbar.

    Na ja, Du vergisst, dass die Hauptindikation H3 Grippe und Konsorten ist. Da wird ganz schön eingeworfen. Insgesamt aber glaube ich, setzen die Fachleute nicht sehr aufs Tamiflu. Das ist eher eine Verzweiflungsoption. Allerding dürfte das Potential nciht ganz ausgeschöpft sein. Außerdem gibts ja noch Zanamivir

    mfg


    ***) Lanka würde sagen, die Frettchen sind wegen des Stress' krank geworden:D :D :D :k 8o 8(
     
  12. Vogelklappe

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    Wieso, welche Arten bereits infiziert wurden, ist doch vom deutschen Referenzlabor bestätigt:
    "Auch andere Säugetiere können auf natürlichem Wege (Tiger, Großkatzen, Zibetkatzen, Schweine) oder experimentell (Mäuse, Frettchen, Katzen) infiziert werden..."
    http://www.g-f-v.org/inhalt_de.php?lmnop=1&modul=NEWS&aktion=DETAILS&id=68
    Das gilt immer, auch innerartlich. Es stirbt ja nicht jeder Infizierte an dem Virus, und nicht jede Vogelart ist gleich anfällig bzw. erkrankt überhaupt bei Infektion.
    Im össterreichischen Pandemieplan ist auch Amantadin vorgesehen. Vielleicht besser als "derzeit nichts verfügbar".
    Er kann ja sagen, was er will. Ob er daran glaubt, würde sich daran zeigen, wie er sich verhält, wenn er von einem tollwütigen Tier gebissen wurde.
     
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