Salomonenkakadu krank

Diskutiere Salomonenkakadu krank im Vogelkrankheiten Forum im Bereich Allgemeine Foren; hallo, ich bin neu hier und habe auch gleich ein Problem. Mein Salomonenkakadu Charly, sitzt seit drei Tagen fast nur noch auf seinem Schlafast...

  1. #1 Dani_722002, 24. Oktober 2004
    Dani_722002

    Dani_722002 Guest

    hallo, ich bin neu hier und habe auch gleich ein Problem.

    Mein Salomonenkakadu Charly, sitzt seit drei Tagen fast nur noch auf seinem Schlafast und spielt und schreit nur noch selten. Desweiteren habe ich Veränderungen am Kot festgestellt. Es sind unverdaute Körner darin enthalten.
    Dazu kommt, daß er, seit wir ihn vor vier Monaten beim Züchter gekauft haben, kein Obst zu sich nimmt, egal was ich ihm anbiete. Gebe deshalb schon Korvimin und Vitakombex, damit er wenigstens etwas an Vitaminen bekommt.
    Was das ganze wahrscheinlich noch begünstigt ist, daß vor drei Wochen unser Arababy Oscar bei uns eingezogen ist. Mein Züchter sagt, es sei Pilzbefall. Was kann ich jetzt tun?

    Liebe Grüße
    Daniela
     
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  3. Munia maja

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    Hallo Daniela,

    gehe schnellstmöglich zum vogelkundigen Tierarzt - unverdaute Körner können mehrere Gründe haben, da würde ich nicht erst noch einige Tage lang herumdoktern... Nimm am besten gleich eine frische Kotprobe mit.

    MfG,
    Steffi
     
  4. #3 Alfred Klein, 24. Oktober 2004
    Alfred Klein

    Alfred Klein Depp vom Dienst ;-)

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    Hallo Daniela

    Unverdautes Futter im Kot hat nichts mit einem angeblichen Pilzbefall zu tun.
    Das kann verschiedene Ursachen haben. So ist z.B. eine Drüsenmagenerweiterung eine der Ursachen. Diese Erweiterung kann durch eine Infektion entstanden sein.
    Das wäre allerdings schlecht da es sich um eine Virusinfektion handeln würde die nicht heilbar wäre. In einem solchen Fall müßte der Vogel die Infektion schon gehabt haben als Du ihn vom Züchter bekommen hast.
    Als weitere Ursache wäre eine Infektion mit Megabakterien möglich. Dabei handelt es sich tatsächlich um einen Pilz. Allerdings ist es ein besonderer Pilz der noch nicht lange als ein solcher erkannt wurde. Daher auch der irreführende Name.
    Da der Züchter von Pilzbefall spricht und falls ihm Megabakterien bekannt sind so weiß er daß er diese Megabakterien im Bestand hat. Da erscheint mir also was sehr faul.
    Nun zu Deiner Frage was Du tun kannst.
    Es bleibt nur zu einem vogelkundigen Tierarzt zu gehen und Charly untersuchen zu lassen. Dabei muß zur sicheren Diagnose wahrscheinlich das ganze Programm durchlaufen werden.
    Das heißt also röntgen, möglicherweise mit einem Kontrastmittel.
    Abstriche aus Kropf und Kloake mit anschließender Untersuchung im Labor mit Keimtest und eventueller Resistenzbestimmung. Kotuntersuchung mit dem Mikroskop auf eventuell sichtbare Parasiten bzw. Megabakterien.
    Die Laborbestimmung dauert in der Regel eine Woche, so lange brauchen die angesetzten Kulturen und deren Bestimmung.
    Du hast leider nicht angegeben wo Du wohnst so daß ich Dir keinen vogelkundigen Tierarzt nennen kann. Die normalen Tierärzte sind mit solchen komplizierten Erkrankungen überfordert.
    Hier mal ein Link zu unserer Tierarztdatenbank, Du kannst dann selber schauen wo da einer in Deiner Nähe ist: http://www.vogel-faq.de/index.php?sid=4849&aktion=artikel&rubrik=009&id=7&lang=de
    Ich empfehle dringend einen solchen vogelkundigen Tierarzt aufzusuchen, auch wenn es weiter weg ist. Ich fahre selber 60 KM zu meinem Tierarzt.
    Daß euer Arababy dazu gekommen ist hat nach meiner Ansicht nichts mit der Erkrankung von Charly zu tun. Es sei denn der Ara ist selber krank und hat Charly angesteckt. Aber ich denke das lassen wir momentan außen vor, wichtig ist im Moment Charly´s Behandlung.
    Selber machen kannst Du im Moment nichts. Irgendwelche Medikamente auf eigene Faust würde ich nicht geben, auch keine "Hausmittelchen" vom Züchter. Dem traue ich nach Deinem Text sowieso nicht da Charly offensichtlich kein Obst kennt und demzufolge beim Züchter nicht optimal ernährt wurde.
    Schau also daß Du morgen zum vogelkundigen Tierarzt kommst. Die Sache muß so schnell als möglich in Angriff genommen werden. Vögel verbergen instinktiv ihre Krankheiten und wenn Charly es sich schon anmerken läßt ist es fünf vor zwölf. Eile ist geboten.
    Viel Glück.
     
  5. #4 Dani_722002, 24. Oktober 2004
    Dani_722002

    Dani_722002 Guest

    Hallo Alfred,

    vielen Dank für Deine schnelle Antwort. Habe mich jetzt im Internet über beide Möglichkeiten der Erkrankung informiert. Wäre es die Drüsenmagenerweiterung, wäre das wohl Charlys Todesurteil!? Und was die Megabakterien betrifft, hab ich gelesen, dass sie von Vogel zu Vogel übertragen werden und dass man es zwar behandeln kann, jedoch meist nicht in den Griff bekommt!? Und dass die Medikamente hoch toxisch auf die Leber wirken. Also selbst wenn man es behandeln kann, müßte ich das Arababy auf Lebenszeit vom Charly fernhalten? Oh mann... . Und wenn er die Krankheit bereits vom Züchter mitgebracht hat, was kann ich in diesem Fall unternehmen? (Übrigens ist der Züchter des Kakadus ein anderer als der des Aras) Die Antwort mit den Pilzen erhielt ich vom Züchter des Aras, der sehr kompetent ist und seit mehr als dreissig Jahren Amazonen und Aras züchtet. Der Züchter vom Charly ist Uwe Beckedorf und kommt aus Hamburg. Ich selbst wohne in Meinersen, das liegt zwischen Gifhorn und Braunschweig. Vom Arazüchter wurde mir die tierärztliche Hochschule in Hannover empfohlen.

    Liebe Grüße
    Daniela
     
  6. Thomas B.

    Thomas B. Guest

    Liebe Daniela,
    Alfreds Aussagen zu Megabakteriose und PDD als möglichen Ursachen sind richtig, es stimmt aber nicht, daß eine Pilzbesiedlung als Ursache nicht in Betracht kommt. Candida und andere Hefen können sehr wohl auch zum Ausscheiden unverdauter Körner führen.
    Alles andere, was Alfred geschrieben hat, insbesondere die Notwendigkeit der genannten Untersuchungsmethoden durch einen vogelkundigen Tierarzt untersütze ich.
    Wenn der Vogel PDD oder Megabakteriose haben sollte, ist das nach dem heutigen Stand der Schulmedizin unheilbar. Für die Homöopathie gibt es allerdings keine unheilbaren Krankheiten, sondern nur unheilbar erkrankte Individuen. Auch Megabakteriose oder PDD ist kein absolutes Todesurteil. In der Literatur ist über Fälle von "Spontanremissionen" berichtet worden. Das heißt nichts anderes, als daß das Immunsystem unter günstigen Umständen auch mit dem Erreger fertig werden kann. Einen homöopathischen Heilungsversuch kann man also immer machen.
    Bitte bis zu einer Klärung den Kakadu und den Ara unbedingt völlig getrennt halten und peinlichste Hygienemaßnahmen (z.B.gründlich mit Seife Hände waschen und Handdesinfektion, möglicherweise noch über eine Desinfektionsfußmatte gehen) einhalten, wenn z.B. beim Füttern von einem Vogel zum anderen gewechselt wird. Gerade Jungvögel, deren Immunsystem noch nicht voll ausgebildet ist, sind besonders anfällig für Ansteckung, und PDD ist hoch infektiös.
    Über Megabakteriose hatte ich in folgendem Thread mal was geschrieben:
    http://www.vogelforen.de/showthread.php?t=67679&highlight=Megabakteriose
    Liebe Grüße,
    Thomas
     
  7. #6 Alfred Klein, 24. Oktober 2004
    Alfred Klein

    Alfred Klein Depp vom Dienst ;-)

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    Nicht unbedingt.
    Nur wenn diese infektiös ist. Habe selber einen Vogel mit Drüsenmagenerweiterung. Diese scheint nicht durch eine Infektion hervor gerufen worden zu sein. Der Vogel hat zwar mit Sicherheit eine eingeschränkte Lebenserwartung, das ist mir klar, jedoch haben wir die Sache so halbwegs im Griff und ich hoffe noch auf etliche Jahre mit ihm.
    Dem ist nicht so.
    Es ist von Vogelart zu Vogelart unterschiedlich. So ist es bei Wellis wirklich schon fast das Todesurteil wenn Megabakterien gefunden werden.
    Bei größeren Vögeln scheinen die Chancen besser zu stehen. So habe ich gehört daß das Antibiotikum Baytril hier in gewisser Weise wirksam sein soll. Auch meine Tierärztin hat im Gespräch gemeint daß durchaus gewisse Chancen bestehen diese Megabakterien zu behandeln und zu bekämpfen.
    Das ist natürlich eine erste Adresse. Die haben alle Möglichkeiten, eigenes Labor etc. Die kann wahrscheinlich keiner toppen.

    @Thomas
    Was schlußendlich bei schweren Erkrankungen zum selben Ergebnis führt - zum Tod.
    Also das halte ich für eine Spitzfindigkeit, eine Auslegungssache des Begriffes.
    Die angeführten "Spontanremissionen" gab es und gibt es auch weiter bei reiner schulmedizinischer Behandlung, das ist kein Argument für die Homöopathie.

    Ansonsten haben wir hier das Problem daß beide Vögel in einem Haus sind. Da ist es unmöglich eine derartige Hygiene walten zu lassen daß eine eventuelle Ansteckung bei PDD auszuschließen ist. Die Viren können auch über Gefiederstaub übertragen werden so daß auch das Händewaschen wohl kaum was bringen wird. Allerdings sollten bei der Käfigreinigung getrennte Reinigungsgeräte verwendet werden um Schmierinfektionen entgegen zu treten.
    Da der Ara ja schon seit Wochen in den Räumen ist denke ich kann man inzwischen irgendwelche übertriebenen Desinfektionsmaßnahmen auch sein lassen.
    Die Hefen hatte ich übrigens vergessen. Aber bei einer intensiven Untersuchung sollten diese auch gefunden werden. Hoffe ich zumindest.

    @Daniela
    Ich denke daß Du es nicht so negativ sehen solltest.
    Es gibt immer eine Hoffnung daß es nicht so schlimm ist. Es könnten ja auch die von Thomas angesprochenen Hefen sein, das wäre relativ leicht in den Griff zu bekommen.
    Auf jeden Fall gehe es mit Mut an und mit Elan. Du wirst sehen daß nach jedem Tief auch ein Hoch kommt.
    Ich wünsche Charly und Dir daß sich alles in Wohlgefallen auflöst. Bis dahin wird es sicherlich noch einige Stolpersteine geben. Aber das wird, Du wirst es sehen.
     
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  9. Thomas B.

    Thomas B. Guest

    Lieber Alfred,
    Nein, das ist keine Spitzfindigkeit. Es liegt eine grundsätzlich andere Auffassung von Krankheit und Gesundheit zugrunde. Die Homöopathie richtet den Focus nicht, wie die Schulmedizin, auf die Bezeichnung der Krankheit, die sog. klinische Diagnose und die Erreger und Gewebeveränderungen, sondern darauf, daß die Lebenskraft eines konkreten Individuums geschwächt ist (sonst wäre die Krankheit nämlich gar nicht ausgebrochen) und wieder gestärkt werden muß, damit der Körper sich selbst helfen kann. Die Diagnose "unheilbare Krankheit" gibt es in der Homöopathie daher nicht, weil grundsätzlich alle Krankheiten (selbst für Aids, schulmedizinisch angeblich nicht heilbare Krebsarten u.a. angeblich unheilbare Krankheiten sind homöopathische Heilungen dokumentiert) homöopathisch heilbar sind, solange erstens die Lebenskraft des Patienten noch nicht so am Boden liegt, daß sie nicht mehr in den früheren Stand zurückversetzt werden kann, z.B. bei sehr alten oder extrem geschwächten Patienten, und zweitens noch keine irreversiblen Substanzschädigungen aufgetreten sind. Insoweit ist die Unheilbarkeit immer individuenbezogen und nicht an die klinische Diagnose gekoppelt. Ich halte diese Unterscheidung für sehr wichtig. Die Spontanremissionen sind nur indirekt ein Beleg dafür. Natürlich können sie auch unter schulmedizinischer Behandlung auftreten oder auch ganz ohne jede Behandlung. Ihr Vorkommen beweist nur, daß das Immunsystem grundsätzlich mit allen Erkrankungen fertig werden kann, und daß es so gesehen überhaupt keine "unheilbaren Krankheiten" gibt. Ziel einer regulationsmedizinischen Therapie muß es also immer sein, die Lebenskraft wieder "einzurenken", anders ausgedrückt, die natürlichen Selbstheilungskräfte wieder voll zu mobilisieren, wodurch das Immunsystem in den Stand gesetzt wird, die Krankheit selbst zu besiegen. Irgendein homöopathischer Arzt (ich weiß leider im Moment nicht, wer) hat mal den schönen Satz geprägt: "Heilkunst ist die Kunst, den Patienten zu unterhalten, während er sich selbst heilt".
    Überspitzt ausgedrückt, natürlich, wie alle Bonmots, aber etwas Wahres ist daran.
    Liebe Grüße,
    Thomas
     
  10. #8 Dani_722002, 25. Oktober 2004
    Dani_722002

    Dani_722002 Guest

    Hallo Alfred, hallo Thomas,

    kann es nicht doch sein, daß Charly nur stressbedingte Verdauungsstörungen hat? Habe gestern die Aravoliere in eine entferntere Ecke gestellt (sie stand direkt neben der des Kakadus). Er hat über Nacht noch zwei-drei Mal Körner ausgeschieden, im Kot von heue morgen sind nur noch vereinzelt Körner zu sehen und er hat auch wieder eine relativ gesunde Farbe. Auch ist Charly heute weitaus agiler als in den letzten Tagen.
    Wenn die beiden vorher zusammen draussen waren, ist Charly immer geflüchtet vor dem Ara. Ausserdem hatte ich auch mit Einzug des Aras, das Futter gewechselt.
    Sollte ich es vielleicht noch ein- zwei Tage beobachten? Biete ihm auch derzeit Quellfutter an, damit er leichter verdauen kann.

    Liebe Grüße
    Daniela
     
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