Ticket nach Afrika

Diskutiere Ticket nach Afrika im Vogelschutz Forum im Bereich Allgemeine Foren; Hallo Papageienfreunde. In Österreich gibt es einen Verein namens ARGE Papageienschutz. Am 12 Februar dieses Jahres wurden in Düsseldorf 314...

  1. Utena

    Utena Guest

    Hallo Papageienfreunde.
    In Österreich gibt es einen Verein namens ARGE Papageienschutz.
    Am 12 Februar dieses Jahres wurden in Düsseldorf 314 Mohrenköpfe und 50 Timneh Graupapageien beschlagnahmt.
    Diese illegal gefangenen Tiere warten zur Zeit in einer betreuten Quarantänestation auf ihr Schicksal.
    Die Arge hat nun das Projekt "Aufwind" ins Leben gerufen um diesen Papageien ein Ticket nach Hause (Afrika) zu ermöglichen.
    Für dieses teure Projekt brauchen sie dringend Hilfe.
    Mit 5 Euro ermöglicht ihr einen der 364 Papageien zurück in ihre Heimat gebracht zu werden.
    Die Spenden werden 100% diesem Projekt zugute kommen.
    Nähere Infos gibt es auf ihrer Homepage
    http://www.papageienschutz.org
     
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  3. Inge

    Inge ...

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    Hallo Sandra, danke für den Hinweis, das find ich jetzt mal ne echt tolle Sache - die Tiere wieder zurückbringen. Sicher sind die Vögel sehr verstört (milde ausgedrückt), aber eine bessere Zielsetzung und Lösung gibt es wohl kaum. Kompliment an die Initiatoren und ein Aufruf an alle Menschen, bei Sinnvollem mitzuhelfen.
     
  4. Folko

    Folko Stammmitglied

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    ohne jetzt gleich der Ketzerei angeklagt zu werden, hat sich schonmal jemand gedanken gemacht, wo diese Tiere schon waren und mit welchen krankheitserregern sie bei den diversen händlern in kontakt kamen. und die sollen nun ausgewildert werden?

    mir kann keiner erzählen, dass man für 5 euro transport, papiere, veterinärcheck (alleine eine untersuchung auf psittacose, pbfd, salmonellen, etc. .... kostet leciht 50 € pro vogel), auswilderungsvolieren, etc. bezahlen kann.

    woher stammen die tiere genau? aus welchen populationen? kann die genetische herkunft garantiert werden? ich finde, das diese tiere hier in europa bleiben sollten, und bei verantwortungsbewussten haltern und züchtern untergebracht werden sollten.

    wenn ich mir überlege, was alles mit den mio $, die für den schwertwal keiko ausgegeben wurden, an sinnvollem arten- und tierschutz unterstützt hätte werden können, dann frage ich mich, ob das nicht eine alibi-aktion ist.

    auswilderung ist etwas komplizierter als die vögel ins (vermeintliche) ursprungslang zurückzubringen und auszusetzen.

    skeptische grüße,

    Folko
     
  5. Doris

    Doris Guest

    Hallo,

    Ich muss Folko zu 100% recht geben. Wem es interessiert, vor einiger Zeit gab es bei der APN bereits eine Diskussion zu diesem Thema: http://www.papageientreff.org/showthread.php?threadid=3935 Dort hat sich unter anderem ein Tierarzt vom Loro Parque gemeldet.

    Ich muss zugeben, als ich das erste Mal von dieser Meldung gehört habe, fand ich es total super und freute mich, dass wenigstens diesen Wildfängen geholfen wird. Nach einiger Überlegung kamen dann aber die Zweifel und mittlerweile bin ich strikt gegen die Auswilderung. Die Folgen davon sind nicht abzusehen. In Menschenobhut sind die Vögel mit ganz anderen Erregern konfrontiert als im Freiland, noch dazu ist das Immunsystem der Wildfänge geschwächt. Wer sagt uns, das man mit dieser Aktion nicht eine ganze Freilandpopulation gefährden kann? Es wäre nicht auszudenken was passiert, wenn durch diese Vögel z.B. PBFD, PDD oder Psittakose in eine Freilandpopulation gelangen würde. Außerdem ist es - wie Folko schon gesagt hat - sehr ungewiss, von wo genau die Tiere stammen. Gerade Artenschützer sollten darauf bedacht sein, dass keine Unterarten vermischt werden, was bei der Auswilderung der Vögel in einem beliebigen Gebiet leicht passieren kann.

    Also ich weiss nicht,... Ich denke, mit Naturschutz hat diese Aktion nur wenig zu tun. Es gibt einfach zuviele Risiken, die eventuell auch die jetzige Freilandpopulation betreffen bzw. nachhaltig gefährden können. Im Sinne des Tierschutzers wäre meiner Meinung nach, wenn die Vögel an verantwortungsbewusste Vogelhalter oder Vogelparks vermittelt würden. Ich bin aber kein Experte was Auswilderungsprojekte betrifft, nur finde ich diese Aktion wie gesagt zumindest fragwürdig. Bin auf alle Fälle gespannt, was dabei rauskommt bzw. ob sie wirklich durchgeführt wird oder nicht.
     
  6. Utena

    Utena Guest

    Hallo Folko und Doris!
    Habt ihr euch den Link angeschaut?
    Dort wird ganz genau beschrieben wie was warum.
    Im allgemeinen hab ihr ja recht mit dem was ihr schreibt,aber diese Aktion ist durchdacht und eigentlich schon am laufen .
    es ist ja nicht so das die Tier zurückgebracht werden und einfach bei der bestmöglichen Gelegenheit freigelassen werden.
    Das man mit 5 Euro einen Papagei nicht alles bezahlen kann um die anfallenden Kosten für Untersuchungen und Auffangstadionen ist klar,sollte ja nur unterstützend sein.
    Die Tiere waren bei keine Zwischenhändler und kamen mit keinen anderen Papageien in Deutschland in Kontakt,aber näheres stehet auf den Link den ich gegeben habe.
    Ich möchte auch hier nun keine Diskusion über das für und wieder machen,sondern habe den Link einfach nur deshalb gesetzt,für diejenigen die es für gut befinden und es unterstützen möchten.
     
  7. Folko

    Folko Stammmitglied

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    also im link steht doch:

    "...Sie sitzen in Volieren, verteilt auf mehrere Quarantäne Betreuungsstationen in deutschen Tierparks und Tierschutzvereinen ..."

    da haben sie kontakt mit anderen tieren. mit einheimischen vögeln (sofern es freivolieren sind), und wieviele stationen die einzelnen tiere in ihren ursprungsländern durchlaufen haben, weiss niemand.

    auch in afrika herrscht ein reger internationaler handel, da nicht alle länder exportgenehmigungen ausstellen. also werden die tiere einfach vom nachbarland exportiert...

    wie dem auch sei, ich kann nur hoffen, dass die aktion nicht zu einem seuchenausbruch bei den noch verbliebenen vogelpopulationen vor ort führt. von der genetischen identität mal ganz abgesehen.

    Gruss; Folko
     
  8. j-c-w

    j-c-w Foren-Guru

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    "Sie hat die rasche Rückführung der Tiere in ihre Heimat Afrika zum Ziel. Die Auswilderung in einem Nationalpark wäre die artgerechteste Lösung. "


    Ich kann mich Doris und Folko nur anschließen.....!

    Ob es artgerecht ist, die in irgendeinen Nationalpark auszuwildern......??? wo wohlmöglich noch eine andere Unterart dieser Vögel ist....wäre wohl fatal, denn dadurch können im Schlimmsten Fall Mischlinge entstehen und somit die ganz Population gefährden! Und was ist wie gesagt mit den Krankheiten??? Wer verantowrtet wenn durch die Aktion z.B PSittakose ausbricht??

    Ich sehe auch noch eine Sache...mit 350(!!!) Mohren greift man ganz erheblich in die Population dieses Gebietes ein, was auch fatale folgen haben kann, wie z.B Futtermangel oder keine Brutplätze mehr!!!
    Und wer sagt denn, dass die Tiere sich noch zurechtfinden nach mehreren Monaten Gefangenschaft und in einem neuen Gebiet ???

    WENN überhaupt, sollte man sie genau da auswildern, wo sie herkommen, aber das kann auch schwere auswirkungen haben.....!

    Mir tun die Vögel auch total leid und ich würde ihn auch nichts mehr wünschen, als wenn sie weider frei fliegen dürften...aber man muss die Risiken abwerten!
    Und in diesem Fall sind sie doch sehr hoch......!

    Sollten sie aber dort ausgewildert werden wo sie genau herkommen und auch alle ABSOLUT GESUND sind.......wäre das schon fantastisch, aber wer sagt, dass sie nicht in einer Woche wieder gefangen werden???
    Deshalb ist die Idee mit dem Nationalpark zwar sehr gut.....aber nicht vertretbar!!!
     
  9. Utena

    Utena Guest

    Hallo Doris!
    Danke für den Link,habe ihn mir gerade durchgelesen.
    Das sind natürliches alles Fragen die ich mir auch schon gestellt habe und ob es wohl die bessere Lösung ist,das die Tiere hier bleiben .
    Die Gefahr das sie die Bestände in Afrika mit eventuellen Krankeiten anstecken können ist natürlich immer Vorhanden,den auch noch so gute TA Versorung ist keine Garanti dafür.
    Aber sie einfach verkaufen oder gar zu töten finde ich auch keine erstrebenswerte Lösung.
     
  10. #9 Folko, 23. Mai 2002
    Zuletzt bearbeitet: 23. Mai 2002
    Folko

    Folko Stammmitglied

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    also zuerstmal: beschlagnahmte tiere werden in der EU nicht getötet.

    aber trotzdem finde ich lieber 300 mohrenkopfpapageien in "gefangenschaft" in deutschland, als eine krankheit (z.b. PBFD) in eine natürlichen population eingeschleppt. dazu empfehle ich den artikel über PBFD in der mai-ausgabe von "papageien" S. 166-169

    übrigends gefällt mir die Wortwahl "Knast", "Gefängnis" etc. überhaupt nicht.
     
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  12. Doris

    Doris Guest

    Hallo Utena,

    Ganz wohl ist mir bei der Sache, dass diese Papageien nun in Gefangenschaftshaltung verbleiben sollten, auch nicht. Aber ich kenne keine Alternative (die Auswilderung ist meiner Meinung nach wie gesagt nicht zu verantworten). Aber ich denke, dass Organisationen wie die ARGE Papageienschutz und andere Tierschutzvereine dazu in der Lage sein müssten, mehr als nur den Verkauf der Vögel zu erreichen. Also die Vermittlung auf gute Plätze, wo sie in großen Volieren, im Idealfall in Gruppen gehalten werden können. Das die Suche nach solchen Plätzen wie eine Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen ist, weiss ich. Aber wie gesagt - Alternativen sind rar, und ich würde wenn es nicht anders geht das kleinere Übel wählen, so blöd das jetzt auch klingen mag. :(
     
  13. Merline

    Merline Mitglied

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    Hallo,

    für mich die einzige langfristige "Alternative" ist der verstärkte Kampf gegen Wildfänge und der strikte Boykott selbiger.

    Anstatt werbewirksam solche Rückführungen zu organisieren, die sehr viel Geld kosten, könnte man das gesammelte Geld lieber Organisationen zukommen lassen, die gegen den Handel mit Wildfängen vorgehen.
    Aber ich denke, es kommt bei der Masse einfach besser an, wenn man konkrete Bilder von armen wildgefangenen Vögeln vor Augen hat, die dann glücklich wieder zurück in ihre Heimat gebracht werden, als wenn man nur weiß, aha, da gibt es eben eine Organisation, die sich gegen Wildfänge einsetzt.

    Ich habe einmal in Uganda ein ähnliches Projekt kennen gelernt, bei dem beschlagnahmte Schimpansen wieder zurück in die Freiheit entlassen werden sollten. Nach vielen Mißerfolgen war die einzige Lösung, diese Tiere auf einer kleinen Insel getrennt von anderen Individuen separat anzusiedeln.
    Für mich ein fragwürdiger Erfolg. Bei Papageien wäre so eine Möglichkeit ohnehin sinnlos, da sie wegfliegen würden und sich mit anderen Populationen mischen würden.

    Viele Grüße,

    Merline
     
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