Bericht über die freilebenden Amazonenarten auf Jamaika

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  1. Kolibri

    Kolibri Foren-Guru

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    Überarbeitete und verkürzte Version eines Berichtes über die freilebenden Amazonenarten auf Jamaika

    Jamaika

    Jamaika ist die drittgrößte Insel der Großen Antillen. Aus dem Buch " Birds of Jamaika" entnehme ich folgende Daten. Die Insel liegt 150 Kilometer südlich von
    Kuba und 180 Kilometer westlich von der Insel Hispaniola mit den beiden Staaten Haiti und Dominikanische Republik. Das amerikanische Festland ( Florida) ist 650 Kilometer von der Nordspitze, Honduras 650km von der Ostspitze entfernt. Die Fläche von Jamaika ist 10'982 km2

    Wie alle tropischen Karibikinseln, besitzt Jamaika eine vielfältige Vegetation, mit einer Fülle von Pflanzen und Tieren. K.-L. Schuchmann teilte Jamaika bei seiner Untersuchungen an den Trochilus-Kolibris im Jahre 1975, sogar in 3 primären Vegetationstypen ein.

    Es sind mehr als 3000 Pflanzenarten die auf der Insel wachsen, darunter über 200 Orchideenarten und Fleischfressende Pflanzen. Es gibt hunderte Arten von Farnen, unterschiedliche Arten von Palmen, Bambus, Mangroven und Hibiskus. Es gibt zahlreiche Hartholzarten wie Ebenholz, Blauholz, Mahagoni. Auf der Insel gedeihen auch Piment (Jamaikapfeffer), Ingwer, Kaffeebäume, Kakaobäume und viele andere Obstbäume wie zum Beispiel Ananas-, Bananen und Akeebäume. Akee ist die Nationalfrucht Jamaikas. Der Rum ist das Nationalgetränk und er schmeckt lecker.


    Vogelwelt
    Jamaika hat gegenwärtig die reichste Papageien - und Vogelwelt der Antillen. Tatsächlich leben auf der Insel mehr endemischen Vogelarten (28 Arten) als auf jeder anderen karibischen Insel, einschließlich der benachbarten Inseln Kuba und Hispaniola. Die West Indies oder Antillen hatte einmal die höchste Konzentration endemischer Aras, Papageien und Sittiche auf der Welt. Aber auch das grösste Artensterben, alle sieben Arten Aras 5 von 8 Sittichen (Aratinga ) und 2 von 12 Papageien (Amazona ) sind ausgestorben. Die in der Region überlebenden Arten gehören zu den am stärksten gefährdeten und vom Aussterben bedrohte aller Papageien.

    Ausgestorben
    Dominica-Ara (Ara atwoodi) - Dominica,
    St.-Croix-Ara (Ara autocthones) - Saint Croix
    Blaugelber Ara (Ara erythrura) ,
    Rotkopf-Ara (Ara erythrocephala) - Jamaika
    Gelbstirn-Ara (Ara gossei) - Jamaika,
    Guadeloupe-Ara (Ara guadeloupensis) - Guadeloupe
    Martinique-Ara (Ara martinica) - Martinique
    Martinique-Amazone (Amazona martinicana)
    Veilchen-Amazone (Amazona violacea)




    1981 als junger, Abenteuerlustiger, Biologie-Student bekam ich die einmalige Chance, die Population der Jamaika-Amazone (Amazona collaria) und der Rotspiegelamazone (Amazona agilis) zu untersuchen und deren Bestand neu einzuschätzen. Zugleich wollte ich dann das gesammelte Material für meine Abschlussarbeiten verwenden. Der Einsatz sollte 4 Monate dauern. Ein weiterer Höhepunkt war auch, die gesamte Fauna und Flora auf Jamaika etwas näher kennen zulernen. Dass ich die Jahre später noch ein paar mal dieses wunderschöne Flecken besuchen durfte, konnte ich zu diesem Zeitpunkt natürlich nicht erahnen.
    Hinter diesem Auftrag steckte eine Behörde, die eine neue Einschätzung, dieser heute leider recht seltenen Arten, brauchte. Ein Jahr später, verhängte das Bundesamt eine komplette Importsperre auf diese beiden Amazonenarten.
    Die ganze Koordination wurde über die University of the West Indies, Mona, Jamaika, abgewickelt.
    Im April 1981, bei leichtem Schneetreiben in der Schweiz, ging es auf den 13 stündigen Flug, via Gander/Kanada nach Montego Bay, Jamaika.
    Zuerst war eine Woche Ferien in Negril Beach geplant, danach musste ich nach Mona. Mona ist eine Vorortsgemeinde von Kingston, der Hauptstadt Jamaikas.
    Ein buntes Trüppchen Leute aus verschiedenen Länder bildete das Team. Darunter Lepidopterologen, Botaniker, Zoologen und Verhaltensbiologen. Der Ablauf war schnell einmal klar wie es die nächsten Monate ablaufen würde. 14 Tage Arbeit im Feld, dann ein langes Wochenende wo wir zu den Gasteltern gehen konnten und auch Gelegenheit hatten, die Insel näher kennen lernen konnten Sehenswürdigkeiten hat es ja genügend, wie z.b das Bob-Marley- Museum in Kingston, die Wasserlandschaft der Pedro Bank die Hafenstadt Falmouth, den Dunns River Falls oder der Columbus Park in der Discovery Bay, der Hope Botanical Gardens in Kingston und der Shaw Park Botanical Gardens in Ochos Rios



    Die ersten Eindrücke vom ersten Tag waren gewaltig.

    Schon am ersten Tag nach der Ankunft auf Jamaika, in den ersten Minuten am morgen als ich auf die Terrasse des Bungalows trat, schwirrte mir ein Kolibri um die Ohren. Es ging so schnell. Ich konnte nicht sehen, hatte er einen roten oder einen schwarzen Schnabel. Natürlich war es ein Trochilus polytmus, also der Nationalvogel von Jamaika, der rotschnablige Jamaikakolibri. Nur er kommt auf der ganzen Insel vor. Trochilus scitulus, der schwarzschnablige Jamaikakolibri kommt nur in Ostjamaika vor. Aus dem angrenzenden Waldstück hörte ich klar und deutlich das laute kreischen einer Keilschwanzsittiche-Gruppe. Waren es 5 oder 10, oder sogar mehr? Auf Jamaika lebt nur der grün gefärbte Jamaika Sittich (Aratinga nana), gesehen habe ich sie nicht, nur gehört. Aber wie.
    Dann etwas weiter vorne, richtung Strand marschierend, an einer Hecke mit Hibiskus vorbei, sah ich den Mango Kolibri. Auch bekannt unter dem Namen Jamaika Mango (Anthracothorax Mango). Sein
    kupfrigfarbige Kopf glänzte in den Morgensonne. Ich verweilte einen Moment und beobachtete ihn, wie er Blüte für Blüte anflog und den Nektar im Schwirrflug trank. Ein herrliches Bild, so etwas in freier Natur sehen zu dürfen.
    Am Abend am Strand vorne, durfte ich die Braune Pelikane (Pelecanus occidentalis) beim Stosstauchen erleben. Diese halten fliegend nach Beutetieren Ausschau und stürzen sich dann senkrecht aus 5-10m höhe ins Meer auf die von ihnen ausgewählte Beute.

    Leider oder auch, endlich, ging die Ferienwoche vorbei und ich flog mit einem Kleinflugzeug von Negril nach Kingston und von dort mit dem Auto in die Vorortgemeinde Mona. Mona liegt am Fusse der Blue Mountain. Und genau diese Berge, die Blue Mountain genauer die Region John Crow Mountains, also die östlichsten Hängen der Blue Mountain, werden in nächster Zeit meine Heimat sein (es ist ein robustes, fast unzugänglichen Hinterland auf Jamaika) bevor es dann nach rund 3 Monate in die feuchten Bergwäldern vom Cockpit Country ging.
    Das Cockpit Country liegt Zentral von Jamaika. Dort hofften wir in den Berghängen vom Mount Diablo auf erfolg und man könnte beide Amazonen zu sehen bekommen.
    Generell können wir sagen, dass die Amazonen, egal welche der beiden Arten Territorial paarweise auftreten, zur Futtersuche am morgen und in den Abendstunden gruppieren Sie sich aber zu Schwärme von bis zu 70 Tieren. Es wurden auch schon Schwärme gesehen die weitaus mehr als 70 Tieren hatten und diese Schwärme bestanden aus beiden Amazonen Arten. ( Ruck 1981)
    Die Rotspiegelamazone ist bedeutend mehr anzutreffen als die Jamaikaamazone.



    Die Blue Mountain

    Diese 50 km lange und ca. 20km breiten, steilen, aber stets schneefreie Bergen liegen im Osten der Insel. Die Kette wird flankiert im Osten durch das untere John Crow und im Westen durch die Port Royal Mountains. Der höchste Punkt ist der Blue Mountain Peak (2,407 m). Die Blue Mountains sind viel feuchter und kühler als der Rest von Jamaika. In dieser Region findet man ca. 60 Orchideenarten und gegen 500 verschiedene Blühende Pflanzenarten. Weiter findet man hohe Baumfarne, Eukalyptus, Rhododendren, Azaleen und andere pflanzliche Sehenswürdigkeiten. Nur in dieser Region sieht man den Trochilus scitulus, der schwarzschnablige Jamaikakolibri. Hingegen sollten auch beide Amazonenarten vertreten sein, Amazona agilis aber nur in einer ganz kleiner Population. Die Blue Mountain ist schon eher die Heimat der Jamaika Amazone Amazona collaria und mit etwas mehr Glück sollte man noch den Jamaika Euphonia und den Jamaika Tody finden. Viele Besucher halten die Blue Mountains für das schönste und Interessanteste, was Jamaika zu bieten hat. Ihren Namen haben die Blue Mountains von den blauen Dunstschleiern, die sich frühmorgens um die Gipfel ziehen. Einige gute, aber sehr kurvige Straßen führen in die Berge hinauf. In schnellem Wechsel erlebt man unterschiedliche Klima- und Vegetationszonen. Berühmt ist dieses Gebirge auch durch den Kaffee, der in dessen halbhoch gelegenen, feucht-tropischen Gebieten besonders gut gedeiht





    Das Cockpit Country

    Die feuchten, steilen Cockpit Country Wälder gehören zu den ganz großen, unzugänglichen, Waldformationen mit relativ spärlichem Unterwuchs wo auch saisonalen Überschwemmungen auftreten können. Der grösste teil des Bodens ist Hanglagig, es wachsen sehr viele Lianen, wilde Reben und Epiphyten. Der Temperaturbereich liegt zwischen 20° C und 30 ° C. Das Cockpit Country ist kaum erforscht, weil das eindringen fast unmöglich ist. Zu der Liste den bekannten endemischen Pflanzen gehören 6 Arten von Orchideen Lepanthes und 4 Arten von Bromelien. Die höchste Niederschlagsmenge liegt bei 380cm. Die Baumkronen liegen gegen 20m hoch. Es ist die Hochburg der Rotspiegelamazone Amazona agilis. Auch heute noch. Im Cockpit Country genauer in einem einzigen Tal, die Einheimischen nennen es "Siehe mich nicht mehr Tal" sollten auch beide Amazonenarten vertreten sein. Und dieses Tal wollten wir erkunden.

    Rotspiegelamazone:
    auch Black-billed Amazone ( schwarzschnabel) genannt
    Amazona agilis

    http://farm1.static.flickr.com/178/407876971_22bb7f972e.jpg



    Die Grundfärbung des Gefieders dieser 25 Zentimeter groß werdenden Amazonenart ist grün. Diese Art weist eine meist nur auf wenige Federn begrenzte rote Stirnbefiederung auf. Die Handdecken sind rot, bei den Weibchen teilweise auch grün. Die Rotspiegelamazone gehört damit zu den wenigen Arten innerhalb der Gattung der Amazonenpapageien, die einen Geschlechtsdimorphismus (Unterschied im Erscheinungsbild von männlichen und weiblichen Individuen der gleichen Art) aufweist. Die Rotspiegelamazone kommt ausschließlich in den feuchten Bergwäldern Jamaikas in Höhenlagen zwischen 500 und 800 Metern vor. Sie leben meistens Paarweise, seltener in kleine Gruppen, die dann der Regel mindestens fünf Individuen umfassen. Vermutlich sind dass so genante Jungessellengruppen. Sichtbar sind auch Schwärme von 60 Tieren und mehr.
    Die Brutzeit der Rotspiegelamazone beginnt ab Januar. Die Weibchen suchen natürliche Höhlen in Bäumen die nicht unter 4m ab Boden sind. Das Gelege umfasst zwei bis drei, in selteneren Fällen vier Eier. Die Eier werden etwa 26 Tage bebrütet. Die Jungvögel werden von beiden Elternvögel gefüttert. Nach etwa acht Wochen sind die Jungvögel flügge und nach weiteren vier Wochen selbstständig.
    Der grösste Feind der Jungvögel ist die sehr stark gefährdete Jamaican Boa Epicrates subflavus und der Chicken Hawk Rotschwanzbussard (Buteo jamaicensis)






    Jamaikaamazone:
    auch Yellow-billed Amazone (gelbschnabel) genannt
    Amazona collaria

    http://papuga.biz.ua/-img/amazon70.jpg

    Die Grundfärbung des Gefieders dieser 28 Zentimeter groß werdenden Amazonenart ist grün, die Unterschwanzdecke ist blau bis Mattblau, die Füsse sind rosa-fleischfarben.
    Kopf / Hals: Die Stirn und Augenpartie sind weißlich. Der Vorderkopf blau. Zügel, Wangen und Ohrenregion Schwarzblau mit etwas weiss durchschimmernd. Die Kehle, untere Wangen und einige Federn auf der Brust sind rosa-rot, wobei jede Feder bläulich-grün umrandet wird. Schnabel ist gelb, die Iris braun. Oberseite grün mit grünlich-gelben Spitzen. Unterschwanzdecken sind gelblich-grün.. Die Basis der äußeren Schwanzfedern ist rot.
    In vielen Büchern wird geschrieben, dass diese Amazonenart zur Fettleibigkeit neigt, weil sie sich von Hause aus zu wenig bewegen. Dies stimmt aber nur bedingt. In freier Natur sieht man keine collaria die fett ist, anscheinend aber in Gefangenschaft, wenn diese in viel zu kleinen Käfige/Volieren gehalten werden, ist diese Amazone anscheinend prädestiniert dazu. Beim Jamaikanischen Züchter lebten diese Art paarweise, in einer recht anspruchsvollen Grossvoliere. Ich schätze das waren rund 15m lange Volieren. Bei uns in Südamerika hatten alle Amazonen, egal ob die kleinen Weisstirn oder die grossen Soldatenamazonen 10m lange Volieren zur Verfügung. Paarweise, wohlverstanden. Die Gemeinschaftsvolieren waren etliches grösser. Und wir hatten auch keine Fetten collarias
    Geschlechtsbestimmung: Monomorph (gestaltsmäßig gleiches Aussehen)


    Haltung in Gefangenschaft (Europa)

    Beide Arten, werden ausserhalb der Insel Jamaika, recht selten in Gefangenschaft gehalten. Bei privaten Halter ist eher die farblich anspruchsvollere Jamaikaamazone zu sehen, die nur "grüne" Rotspiegelamazone sieht man höchstens in Zoologischen Gärten, kaum aber bei privaten Halter. Anlässlich meines Aufenthaltes in Jamaika sah ich beide Arten in Gefangenschaft. Ein Züchter auf Jamaika hatte mehrer paare von den beiden Arten und Züchtete diese sehr erfolgreich nach.
    Ebenso hielten wir in Südamerika beide Arten und auch uns gelang die Zucht regelmässig.



    Bedrohungen

    Durch Wanderfeldbau, Abholzung und Bauxitabbau wurde und wird immer noch, der Lebensraum ziemlich reduziert.
    Man vermutet dass es mit importierten und ausgebrochenen Amazonen zu Hybridisierung kommen könnte. Insofern es sehr viele Weisstiermamazonen in Jamaika gibt, die den Haltern ausgebüchst sind. Warum verwundert dass mich nicht wenn ich diese Vogelhausungen anschaue?
    Weiter wird auch Hybridisierung von Amazona agilis x Amazona collaria befürchtet

    Die Wilderei ist sehr gering und eingefangen werden höchstens nur noch Tiere für den einheimischen Markt oder für Zuchten weltweit. Ansonsten gibt es ein Exportverbot beider Amazonenarten, wie übrigens auch für die Kolibris.
    Da die Amazonen ausschliesslich in kleinen Regionen vorkommen und dort auch sesshaft sind, macht es sie viel anfälliger als z. b eine Blaustirnamazone die über mehrer 100km wandern kann. So können sie sich bei herannahender Gefahren nicht gross entfernen, sondern sind praktisch von der Natur her schon eingekesselt. Man bedenke die grossen schweren Tropenstürme die jedes Jahr über die Karibik hinweg fegt und grosse Verluste in der Tierwelt bringt.
    Seit 2000 sind beide Amazonen im Anhang II des CITES
    Feldarbeiten über beide Amazonenarten sind heute (2010) leider selten geworden und wenn, dann dauern diese höchstens einen Monat. Also nicht einmal eine Zuchtperiode lang. Solche Arbeiten sind kein Zuckerschlecken, man geht teilweise schon an die Grenze der Leistungsfähigkeit, kostet Geld, Geduld gute Gesundheit und hat mit Abenteuer nichts mehr zu tun. Man lebt bescheiden, übernachtet in Zelten geht früh am Abend ins Bett und steht noch früher am morgen auf.




    Zukunft:

    Die Gefahr wurde frühzeitig erkannt und es gibt sehr engagierte Personen die schon lange handeln.



    Ernährung / Verhalten

    Bei der Nahrungssuche halten sich die beiden Amazonenarten meistens hoch oben im Kronendach des Waldes auf und verzehren dort Früchte, Blüten, Nüsse und Samen aller Art. man kann sie ganz selten am Boden beobachten. Mitunter besucht sie aber auch Früchteplantagen in Waldnähe und tun sich dort an Bananen, Papayas, Mangos und weiteren Früchten gütlich. Was natürlich den Bauern nicht so besonders gefällt. Da fällt dann schon der eine oder andere Schuss aus der Flinte, und die Amazonen fliegen erschreckt davon. Wenn sie im Geäst eines Baums Nahrung zu sich nimmt, sind sie schwer zu entdecken, denn zum einen wirkt ihr grünes Gefieder als Tarnkleid.

    Rotspiegelamazone:
    Zum anderen klettert sie stets sehr langsam und unauffällig umher, äussert höchstens ein weiches, leises Brummen und verharrt sofort regungs- und lautlos, wenn sich ein Mensch nähert.
    Vor allem die grüne Rotspiegelamazone ist recht schwer in der Natur zu beobachten.


    Das Verhalten der Jamaikaamazone weicht ein wenig von der ruhigen Rotspiegelamazone ab.
    Diese sind verhältnismäßig recht laut. Ihre lauten Rufe lässt er nicht nur morgens und abends hören, sondern auch immer dann, wenn sie aufgeschreckt wird oder etwas sein Missfallen erregt. Das kann natürlich sehr nachteilig sein, denn durch den Lärm verraten sie ihren Standort.




    Bestand gemäss Jamaica Parrot Project (JPP)


    Rotspiegelamazone:
    1981 ca. 25'000
    2009 ca. 18' 000


    Jamaikaamazone:
    1981 ca. 21'000
    2009 ca. 15'000



    Seit 1985 werden im Cockpit Country und auch in den Blue Mountain alle bekannten Brutplätze der beiden Amazonenarten überwacht. Von 1985 bis 1995 durch Jamaica's Birdlife, die sich dann 1995 anlässlich der Gründung von JPP in diese eingliederte. Ab 1995 bis jetzt die JPP








    Jamaican Parrot Project (JPP)

    Ihr Ziel, die Erhaltung der Rotspiegelamazone und der Jamaikaamazone sowie deren Lebensraums. In den Blue Mountains und den John Crow Mountains wurde je ein Nationalpark eingerichtet. Das neuste Projekt der JPP, das Cockpit Country, das Hauptrückzugsgebiet der beiden Amazonen, sollte auch zum Nationalpark werden. Gelingt es, dieses Gebiet zu retten, so erhalten die beiden Amazonenarten und alle anderen Vogelarten, eine gute Überlebenschance. Gemäss neuster Information ist man auf dem besten Weg dazu, da die Regierung Jamaikas einem Aluminium-Konzern, welcher im Cockpit Country Bauxit abbauen wollte, die Lizenz entzogen hat.







    Generelles

    Als Besucher von Jamaika wir man kaum je eine der Amazonen zu Gesicht bekommen. Frei lebend, wohlverstanden. In den Lobbys von Hotels werden jedoch vereinzelte Amazonen in grösseren Käfigen gehalten. Vereinzelt sieht man auch Einheimische mit Amazonen auf dem Arm, um sich dann für teures Geld, fotografieren zu lassen. Auch örtliche Führungen, gehen meistens nicht an solch Exponierte stellen, wo man die grünen sehen könnte. Es empfiehlt sich hier, Vorort bei Jamaika Tours eine Birdwatching zu buchen.
    Bringt man etwas Geduld mit in den Urlaub und ist man zudem noch ein Frühaufsteher, dann sind die Kolibris Ihr morgendlicher Weggefährte. Mit etwas Glück fliegt einem manchmal auch ein Jamaica Tody (Todus todus) um die Ohren. Der Rasta Bird, wie ihn die Einheimischen nennen, ernähren sich überwiegend von Insekten. Hat man einmal ein Wanderameisen Volk erspäht, dann ist sicher ein Paar Todus todus in der nähe. Sie lieben es, die Insekten zu fangen, die von den Ameisen aufgeschreckt werden.
    Leider recht selten zu sehen wird man die Scharlachtangare (Piranga olivacea) Dieser überwintert unter anderem auf Jamaika dort aber nur in den Regenwälder von Ocho Rios und Yallahs Hill.
    Immer wieder zu hören, eher selten zu sehen, das Gekreische der Aratinga nana
     
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  3. Amazon2

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    Sehr Interessant dein Bericht
     
  4. #3 maggyogau, 9. Juli 2010
    maggyogau

    maggyogau Foren-Guru

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    ...:D:D ich fotografier Euch auch alle für teures Geld mit meinen Amazonen ... :D:D

    sehr interessanter Bericht - dankeschön
     
Thema: Bericht über die freilebenden Amazonenarten auf Jamaika
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