Eine Frage beschäftigt mich !!

Diskutiere Eine Frage beschäftigt mich !! im Agaporniden Allgemein Forum im Bereich Agaporniden; Hallo zusammen :-) ich hab jetzt mal eine Frage die mich einfach beschäftit aber ich bisher noch nirgends ne Antwort gefunden habe. Vielleicht...

  1. #1 Naschkatzl, 8. April 2005
    Naschkatzl

    Naschkatzl Foren-Guru

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    Hallo zusammen :-)

    ich hab jetzt mal eine Frage die mich einfach beschäftit aber ich bisher noch nirgends ne Antwort gefunden habe. Vielleicht bin ich auch zu blond um die Antwort zu finden :D

    Das Geschlecht...... ist das bei den Aga`s so wie bei den Krododilen...... je höher die Temparatur im Nest ist, dann werden es Mädchen und wenn sie niedrig ist, dann Jungs ??
    Oder war das die Luftfeuchtigkeit ??
    Oder ist das Geschlecht schon mit der Befruchtung festgelegt ??

    Würde mich freuen wenn mir jemand das mal beantworten könnte.

    Grüssle
    Corinna
     
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  3. Butz

    Butz Guest

    Hallo.....

    Soviel ich weiß, hängt das mit der Temperatur und mit der Luftfeuchtigkeit zusammen, einige erfahrene Züchter bestimmen sogar die Geschlechter mit der Raumtemperatur, habe ich mir sagen lassen.

    bin mal auf weitere Antworten gespannt...

    freundlicher Gruß

    Butz
     
  4. ma-war

    ma-war Guest

    Hallo,

    hui, hab ich noch nie was von gehört, dass man so Einfluss auf das Geschlecht der Jungtiere nehmen kann !
    Wie soll das mit der Temperatur den hinhauen ? Schließlich dürfte
    die Bruttemperatur unter dem Muttervogel nicht wesentlich varieren ?

    M.E. ist es wohl nur Wahrscheinlichkeitsrechnung. Halt ob die Mutter
    das Y oder X Chromson ins Ei "hineinpackt".

    Hab aber auch schon gehört das es ( ... jetzt beim Meschen ) Jungen
    gibt, wenn der Mann die Stiefel im Bett anläßt !!

    Gruß
    Martin
     
  5. wolfguwe

    wolfguwe Foren-Guru

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    hi,

    das thema ist alt, mal ist es das licht, mal die temperatur, mal die feuchtigkeit und wie richtig gesagt, beim menschen der stiefeltragende erzeuger. einfluss auf das geschlecht der nachkommen nehmen ist ganz schlicht und ergreifend nicht möglich. ein vogel ist kein krokodil!!!!
    wenn ein züchter einfluss nehmen könnte, würde jeder dies versuchen, denn mal brauche ich mehr hennen, mal mehr hähne, somit auf bestellung das richtige geschlecht, super!!!!
    vielleich sollten wir den vorschlag mal an den loro parque weitergeben, damit bei z.b. bei dem spix-ara nur noch hennen schlüpfen (aber vielleicht kennen die das ja, denn das 2.küken ist ja auch eine henne). im nu haben wir dann alles zuchthennen, bzw. legehennen, und dem erhalt steht nichts mehr im wege.
    t'schuldigung für das abgleiten, ernst ist aber gemeint: nein, wir können keinen einfluss ausüben.

    gruß
    uwe :p
     
  6. Aga

    Aga Foren-Guru

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    Hallo @ all!

    Das Geschlecht bei Agas wird nur durch die Henne festgelegt bzw. X oder Y Chromoson. Bei Agaporniden schlüpfen mehr Hennen als Hähne je Gelege, das Verhältnis ist ca. 2:1 .

    Die Luftfeuchtigkeit und Themperatur im Nistkasten wird bei Agas ausschließlich für den Schlupf der Jungen benötigt. Um so höher die Luftfeuchtigkeit, desto leichter können die Jungen schlüpfen bzw. trocknen im Ei nicht aus und die Hennen rupfen die Jungen nicht.

    Deshalb sollte immer genügend Badewasser und frische Zweige vorhanden sein.
     
  7. ma-war

    ma-war Guest

    Hallo Corinna,

    kein Ahnung wie gut du bei Bio aufgepasst hast, daher hole ich mal aus :

    Das Geschlecht eines Lebewesens wird durch die Chromsone bestimmt.
    Bei uns Menschen haben Frauen auschließlich "XX" Paare - Männer haben
    jedoch ein "XY" Paar ( somit ist das Geschlecht festgelegt ).
    Letzlich ist es gar nicht so toll ein "XY" Paar zu haben. da auf dem "Y" Kontrollinstanzen fehlen können, die genetische Defekte beheben ( sofern der Defekt rezessiv vererbt wird ). So können bei uns Menschen z.B. aufgrund dieser Tatsache nur Männer eine Rot/Grün- Sehschwäche haben ( blöd vor der Ampel ! ).

    Bei Vögeln hat die Natur ( oder Gott ? ) die geschlechtbestimmenden Chromosone an die Hennen gegeben. Die Hennen haben ein "XY"-Chromson
    ( die Buchstabenbezeichung ist bei Vögel eigentlich etwas anders - weiß ich aber leider nicht auswendig ), die Hähne ein "XX":
    Der Hahn kann an seine Kinder also nur "X" oder "X" weitergeben, er kann das Geschlecht nicht bestimmen - da er nur das Geschlechtschromson für Hahn weitergibt.
    Die Henne bestimmt aber, da sie ENTWEDER ein "X" oder "Y" Chromson als Geschlechtschroson weitergibt, somit das Geschlecht des Jungtieres.
    Somt ergibt sich bei den Jungen wieder "XX" oder "XY" - theoretisch 50:50.
    ( ... bei Menschen "bestimmt" der Mann - daher der Joke mit den Stiefeln ).

    Richtig interessant wird es, wenn Mutationsfarben auf dem Geschlechtschromson liegen und rezessiv sind - z.B. Lutino ( gelb )
    beim Rosenköpfchen. Wenn der Hahn z.B. ein Lutino ist und somit zweimal
    das Gen auf den Geschlechtschromson hat, und die Henne wildfarben ist ( grün ) - sind alle jungen Hähne grün und alle Hennen gelb.
    Der Hahn vererbt "X-gelb" oder "X-gelb", die Henne "X-grün" oder "Y-FARBLOS"
    Alle weiblichen Küken haben also " X-gelb UND Y-Farblos " - das rezessive " X-gelb " setzt sich durch, Ergebnis - gelbe Hennen.
    Alle männlichen Küken haben " X-gelb UND X- grün " wobei X-grün dominant ist ( sozusagen die Kontrollinstanz, die das gelb verhindert ). Alle jungen Hähne sind demzufolge optisch grün, da das Gelb ja rezessiv und somit nicht sichtbar ist. ( Da sie nur das Gen tragen, es aber nicht sichtbar ist sagt an auch "Wildfarben - spalt lutino " zu den jungen Hähnen ).

    Bei einem Zuchtpaar aus Lutino-Hahn und wildfarbener Henne weiß man also schon ohne DNA-Analyse oder ähnliches aufgrund der Farbe der Jungen das Geschlecht - eine tolle Sache für einen Züchter, da er geschlechtsbestimmte Tiere abgeben kann.

    Gruß
    Martin
     
  8. #7 Naschkatzl, 8. April 2005
    Naschkatzl

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    oh man das sind ja super Berichte. Danke für die ausführlichen Antworten und vorallem das ihr mich nicht dumm sterben lasst. :D :D

    Aber wieder was gelernt.

    Grüssle
    Corinna
     
  9. Andra

    Andra Foren-Guru

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    Da schliesse ich mich an, das ist richtig spannend!
    Danke Martin, so macht VF Spass!
    Gruss Andra
     
  10. #9 claudia k., 8. April 2005
    claudia k.

    claudia k. Moderatorin
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    interessant!

    das bedeutet ja, das so ein grüner hahn, mit dem (unsichtbaren) gelben gen in sich, theoretisch mit einer lutinohenne, wieder einen reinen lutino-nachwuchs haben kann, oder? oder setzt sich das grün immer durch?

    gruß,
    claudia
     
  11. #10 ohneworte, 9. April 2005
    ohneworte

    ohneworte Stammmitglied

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    Hallo Claudia,

    wenn ich neulich beim Züchter richtig aufgepasst habe hast Du mit Deiner Aussage vollkommen recht. Der züchtet zwar Pfirsichköpfchen, aber von der Vererbungslehre müsste das so stimmen, und wieder ein Teil Lutinos dabei rauskommen.

    Gruss
    Jens
     
  12. ma-war

    ma-war Guest

    Hallo Claudia,

    ein grüner Hahn, der das Lutino Gen in sich trägt
    ( Fachausdruck : 1.0 wildfarbe / lutino ). gibt entweder
    das grüne ( X-Grün ) oder das gelbe ( X-Gelb ) Gen
    an seine Nachkommen weiter.
    Die Gelbe Henne gibt entweder das gelbe Gen ( X-Gelb )
    oder das farblose Gen ( Y-Farblos ) weiter.

    Was passiert ist :

    X-Grün ( vom Hahn ) * Y-Farblos ( von Henne ) = 25 % der Jungtiere sind Hennen und GRÜN
    X-Grün ( vom Hahn ) * X-gelb ( von Henne ) = 25 % der Jungtiere sind Hähne und GRÜN ( ... aber spalt in Lutino, grün ist dominat über Lutino )
    X-Gelb ( vom Hahn ) * Y-farblos ( von Henne ) = 25 % der Jungtiere sind Henne und GELB
    X-Gelb ( vom Hahn ) * X-gelb ( von Henne ) = 25 % der Jungtiere sind Hähne und GELB.

    Die Jungtiere sind also zu 50 % gelb und zu 50 % grün - anhand der Farbe
    läßt sich das Geschlecht nicht bestimmen.

    Die Rechnung ist eigentlich ganz einfach, nur die X und Y der Eltern mit Farbe versehen und die möglichen Ergebnisse der Mischungen aufmalen. :zustimm:

    Lustig ist die Kombi aus einen Hahn ( 1.0 wildfarbe / lutino ) mit einer Henne ( 0.1 wildfarbe ). Beide Tiere sind optisch ( = phänotypisch ) grün, die Chance auf gelben Nachwuchs steht aber immerhin bei 25 % ( Der Hahn gibt das gelbe Gen = X-Gelb, die Henne das farblose Y-Gen - Ergebnis : X-Gelb Y-Farblos = GELBE Henne !! ). :dance:

    Viele Grüße
    Martin
     
  13. #12 Naschkatzl, 9. April 2005
    Naschkatzl

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    Hallo Martin,

    gibt es darüber auch Lektüre ???

    Grüssle
    Corinna
     
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  15. Aga

    Aga Foren-Guru

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    Hallo Corinna,

    männliche Vögel haben zwei identische Geschlechtschromosome ( ZZ ), weibliche Vögel besitzen dagegen ein Z- und ein W-Chromoson ( ZW ).

    Im Gegensatz zu Säugern beeinflußt demzufolge das weibliche Tier das Geschlecht der Nachkommen.

    Dies ist ein kleiner Abschnitt aus dem Buch "Kompendium der Ziervogelkrankheiten" von Univ.-Prof. Dr. Erhard F. Kaleta.

    Dieses Buch für Studium und Praxis ist im Schlütersche GmbH & Co.KG Verlag erschienen; ISBN 3-87706-535-X; Preis ca. 50,- €.

    Ein gutes Buch über die Vererbungslehre ist das Buch " Agaporniden" von Jürgen Brockmann; erschienen im Ulmer Verlag; ISBN 3-8001-7257-7; Preis ?.

    Das Buch dürfte man nur noch bei EBAY finden, da es die 3. verbesserte Auflage von1993 ist.

    Ansonsten gibt es keine sehr gute Bücher über Agaporniden, die dieses Thema behandeln.
     
  16. ma-war

    ma-war Guest

    Hallo,

    neben den von Walter erwähnten Buch von Brockmann ( frühere Auflagen unter dem Autorenteam : Brockmann / Lantermann ) gibt es noch " Die Agapornis Arten und ihre Mutationen " von Gottlieb Gaiser und Bodo Ochs,
    auch dort wird die Genetik der Mutationen weitestgehend beschrieben.
    Das Buch ist aus 1995 und noch vereinzelt im Handel erhältlich ( Online-Buchhändler versuchen ).

    Gruß
    Martin
     
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