Äste vom Eichenbaum?

Diskutiere Äste vom Eichenbaum? im Forum Vogelkrankheiten im Bereich Allgemeine Foren - Bitte um schnelle Hilfe!!! Was soll ich jetzt tun? Haben vor 2 Stunden von einer Eiche einen ca. 60 cm langen Ast mit Blättern in die Voliere...
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Masterfloh

Guest
Bitte um schnelle Hilfe!!!

Was soll ich jetzt tun? Haben vor 2 Stunden von einer Eiche einen ca. 60 cm langen Ast mit Blättern in die Voliere gelegt. Wurde natürlich sofort von ein paar Wellis und Nymphis beknabbert. Gerade schau ich im Internet nach welche Pflanzen giftig und welche ungiftig sind stellte ich mit Schrecken fest daß Eiche doch zu den giften Pfanzen gehört!!! Da hab ich mich gewaltig geirrt Was soll ich jetzt machen? Sofort zum Tierarzt? Oder ist das ganze nicht so extrem schlimm?

MfG
 
Hallo Masterfloh,

Wenn,das ein Eichenast ist,solltest Du umgehend einen Tierarzt aufsuchen.
Hier mal ein Auszug !(Kopiert)

Quercus robur


Familie
Fagaceae, Buchengewächse

Verbreitung
Verbreiteter Waldbaum.

Beschreibung
Über 50 m hoher Baum mit graubrauner, rissiger Borke und knorrigen Ästen.
Blütezeit: April-Mai
Blätter: bis 14 cm lang und bis 8 cm breit, derb, buchtig-gelappt, mit kurzem Stiel
Blüten: männliche Kätzchen lockerblütig, hängend; weibliche bis 5blütig, kurz gestielt
Früchte: Eicheln in einem langgestielten Becher
Stamm: knorrige Äste, Borke graubraun, rissig.

Verwechslungsgefahr
Andere Quercus-Arten - enthalten ebenfalls Tannin.

Giftige Pflanzenteile
Früchte (unreife > reife), Blätter, Rinde, Knospen; Eichenholzstaub fällt unter die "Eindeutig als krebserzeugend ausgewiesenen Stoffe".
Also auf jeden Fall einen Tierarzt aufsuchen !!!
 
Anruf in Tierklinik

Hab gleich heute in der Tierklinik angerufen. Solange die Sittiche nicht stundenlang nur an dem Ast knabbern ist es nicht so schlimm. War gut daß sie nur eine halbe Stunde an ihm geringfügig herum knabberten. Kann sein daß sie jetzt höchstens für kurze Zeit Durchfall haben. Na da wird sich aber unser neuer Wohnzimmerschrank freuen :D
 
alles halb so schlimm

ich verwende seit über 10 Jahren u.a. Eiche als Sitzstange bzw. zur Beschäftigung. Weder bei Agaporniden, noch bei Brotogeris oder Aratinga hatte ich Probleme. Auch meine Arassaris bearbeiten die Rinde, fressen Knospen oder Laub und nehmen keinen Schaden. Im Gegenteil, ich weiche die Pellets regelmässig in Eichenrindentee ein, damit die Eisenverfügbarkeit im Futter vermindert wird.

Die krebserregende Wirkung von Eichenstaub liegt hauptsächlich in der physikalischen Struktur der Staubfasern (ähnlich wie bei Asbest). Nicht in den Inhaltstoffen. Und die Vögel nagen die Rinde ja nicht so fein, dass sie staubt...

Nicht alles was für Menschen ungeniessbar ist, schadet auch Vögeln.

Auch bei anderen Holzarten, die für Menschen "giftig" sind (z.B. Roßkastanie, Holunder) habe ich noch keine Probleme gehabt.

Ich denke, man solte öfters in dei Natur schauen, sterben einheimische Vögel, wenn sie auf Eichen sitzen? oder Spechte, wenn sie in eine Eiche eine Höhle zimmern? Eichen sind mit über 600 Arten weltweit verbreitet, ohne dass jemand schaden nehmen würde.

in diesem Sinne... Folko
 
Gefährlichkeitsgrad
Stark giftig ++
Hauptwirkstoffe
Catechin-Gerbstoffe (Tannine). In der Rinde bis 20%, in den Blättern und unreifen Früchten bis 15%. Tannin kann im Verdauungstrakt in Gallussäure und dieses in Pyrogallol umgewandelt werden.
Wirkungsmechanismen
Nach der Aufnahme binden Tannine an Nahrungsproteine, Verdauungsenzyme sowie an Proteine der Darmschleimhaut und beeinträchtigen damit die Resorption bzw. Verdauung der Nährstoffe. Ausserdem komplexieren sie Eisen und verhindern dessen Aufnahme aus dem Darm, was zu Eisenmangel führen kann. Tannine scheinen aber - im Gegensatz zu ihren Derivaten - nicht resorbiert zu werden. Pyrogallol wirkt hämolysierend, ausserdem werden Niere und Leber geschädigt.
Letale Dosis
Kalb (i.p.): 120 mg/kg Tannin
LD50 Kaninchen (p.o.): 3,4 g/kg Tannin; 2,8 g/kg Gallussäure; 0,7 g/kg Pyrogallol
Klinische Symptome
Rinder sind am häufigsten betroffen: Symptome nach 2-14 Tagen, Apathie, Anorexie, Obstipation, Tympanie, Polydipsie/Polyurie, später blutiger stinkender Durchfall, kleiner Puls, Körperschwäche, Taumeln, Oedeme, evt. Nierenversagen mit tödlichem Ausgang.
Pferd: Apathie, Anorexie, Kolik, Obstipation, dann Durchfall, Ikterus, Hämaturie, Oedeme, Dyspnoe und Körperschwäche, Nierenversagen. Gefährdung auch für Schafe, weniger für Schweine, Ziegen und Vögel.

Laut dieser Auskunft ist es also weniger giftig für Vögel!!!!!
Nicht gleich in Panik verfallen , aber Vorsicht ist immer gut.
 
Tannine

gerade den eisenkomplexierenden Effekt der Tannine nutze ich ja um bei meinen tukanen eine übermässige eisenspeicherung in der leber und milz, die letztendlich zum vorzeitigen Tod führt und NICHT behandelt werden kann, zu verhindern.

alles in maßen, das ist klar, aber man muss einfach die mengenrelation sehen. wenn ein wellensitich an einem eichenast knabbert, dann nimmt er vielleicht rindenpartikel im milligrammbereich auf. und wenn man den tanningehalt hochrechnet...

und solange ein vogel keine anzeichen von unwohlsein zeigt, besteht denke ich auch keine gefahr.

Gruss, Folko
 
Thema: Äste vom Eichenbaum?

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