Allgemeine Informationen zu verschiedenen Aras

Diskutiere Allgemeine Informationen zu verschiedenen Aras im Aras Forum im Bereich Papageien; Hallo, liebes Forum! Ich habe einige Fragen, welche diese Arten von Papageien betreffen: • Gelbbrustara (Ara ararauna) • Blaulatzara, Blaukehlara...

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  1. #1 Nina Sika, 28.10.2018
    Nina Sika

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    Hallo, liebes Forum!

    Ich habe einige Fragen, welche diese Arten von Papageien betreffen:
    • Gelbbrustara (Ara ararauna)
    • Blaulatzara, Blaukehlara oder Caninde-Ara (Ara glaucogularis)
    • Grünflügelara, Dunkelroter Ara (Ara chloroptera)
    • Hellroter Ara, Arakanga (Ara macao)
    • Kleiner Soldatenara (Ara militaris)
    • Großer Soldatenara (Ara ambiguus)

    Auf welchem Anhang des Washingtoner Artenschutzübereinkommens stehen die jeweiligen Arten und was genau bedeutet der jeweilige Anhang für den privaten Halter in Deutschland?
    Kann mir jemand eine Seite nennen, auf der man dies einsehen kann oder mir es mit hundertprozentiger Sicherheit sagen?

    Welcher dieser Arten ist häufig oder selten in Deutschland zu bekommen und wieviel kosten sie entsprechend ihrer Seltenheit?
    Wie häufig sind die jeweiligen Arten, wie stark gefährdet sind sie?

    Wie heißen die verschiedenen Hybriden der Arten untereinander bzw. wo kann ich dies nachlesen?

    Ist es sehr verwerflich ein artungleiches Paar zu halten, wenn man für Papageien in menschlicher Obhut häufigere Arten hält und keine Zuchtabsichten hat?
    Oder sind die Arten wirklich so unterschiedlich, dass sie nicht richtig miteinander kommunizieren können, als wenn man einen Kakadu mit einem Edelpapagei verpaaren wollen würde?
    Ist es überhaupt erlaubt, falls die Aras zu brüten beginnen, die Eier zu entfernen und zu vernichten, wie es zum Beispiel bei den besonders brutlustigen Nymphensittichen der Fall ist?

    Ich hoffe auf hilfreiche Antworten. Und keine Sorge, wenn ich irgendwann Aras halten möchte, dann erst in sehr ferner Zukunft, nach intensiver Recherche und nachdem ich Erfahrungen mit anspruchsloseren Arten gesammelt habe.

    Ich selbst bin erst 17 Jahre alt, interessiere mich aber seit ca. 2 Jahren für verschiedenste Vögel und informiere mich seitdem. Also habe ich noch lange keine Arahaltung im Sinn.

    MfG, Nina Sika
     
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  3. #2 Sammyspapa, 28.10.2018
    Sammyspapa

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    Also ich leg mal los:

    Gelbbrustara (Ara ararauna): häufig gezüchtet, häufig im Handel, Preise zwischen 800-1200€ je nach Autzucht und Alter. Stehen nicht auf der roten Liste also meines Wissens nach keine A Anhang1 Vögel dementsprechend nicht sehr bedroht.

    • Blaulatzara, Blaukehlara oder Caninde-Ara (Ara glaucogularis) nicht sehr häufig im Handel zu finden, Preise meines Wissens nach bei 1500-2000€ pro Stk. Zum Schutzstatus kann ich nichts sagen.

    • Grünflügelara, Dunkelroter Ara (Ara chloroptera) mittlerweile ziemlich häufig gezüchtet und dementsprechend viel im Handel. Preise 1500€ NB und 1800€ HZ Jungtiere. Meines Wissens nach kein A Anhang 1 Vogel dementsprechend nicht besonders bedroht.

    • Hellroter Ara, Arakanga (Ara macao) mittlerweile recht wenig im Handel, Preis zwischen 1800-2300€, A Anhang1 Vogel Citespflichtig, sehr bedroht und werden in Costa Rica z.b wieder aus Zuchtprogrammen angesiedelt

    • Kleiner Soldatenara (Ara militaris) vereinzelt im Handel zu finden, Preis 1200-1800€, zum Schutzstatus kann ich nichts sagen

    • Großer Soldatenara (Ara ambiguus) vereinzelt im Handel zu finden, Preis 2000-2500€, A Anhang1 Vogel Citespflichtig, stark bedroht

    Guck mal auf dieser Seite, da sind eigentlich alle möglichen Hybriden aufgelistet mit Namen. Teils sogar Kreuzungen aus drei oder vier Arten.
    Hybrid Macaws

    Gemischtpaarhaltung finde ich bei Aras noch am ehesten vertretbar. Viele Paare finden sich, obwohl sie genug artgleiche Auswahl hätten. Sie kommen ja auch alle mehr oder minder im gleichen Lebensraum vor und sind genetisch nicht weit auseinander. Also nicht zu vergleichen mit Kakadu und Edelpapagei.

    Meines Wissens nach ist es nicht untersagt die Eier zu vernichten (macht halt nur niemand) allerdings ist der Handel damit bei A Anhang 1 Vögeln untersagt. Also wer sie z.b ausbläst, anmalt und verschenkt macht sich strafbar damit.

    Hoffe ich konnte schonmal bisschen Lichts ins Dunkel bringen.
     
  4. Quak

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    Hallo,

    zuverlässige Informationen über den Schutzstatus der einzelnen Arten kannst du hier recherchieren: www.wisia.de
    Das ist eine amtliche Seite vom Bundesamt für Naturschutz. Garantien geben die aber auch nicht, im Zweifelsfall also am besten direkt in die dort angegebenen Gesetzestexte und ihre Anhänge schauen.

    In Deutschland ist der EU-Anhang (A oder B) entscheidend, bei Anhang B reicht ein geschlossener Ring (oder eventuell auch ein Transponder) und eine Züchterbescheinigung (plus Herkunftsnachweise der Zwischenbesitzer, wenn man das Tier nicht direkt beim Züchter erwirbt), bei Anhang A ist zusätzliche eine amtliche EU-Bescheinigung (entspricht in etwa der früheren CITES-Bescheinigung) notwendig.

    Viele Grüße
     
  5. #4 harpyja, 28.10.2018
    harpyja

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    Moin,
    Sammyspapa war schneller, aber ich will es nicht alles umsonst getippt haben ;)

    Ich hatte jetzt keine Lust, das einzeln herauszusuchen - einiges steht z.B. auf der Seite vom Zoll, direkt beim Bundesamt für Naturschutz (BfN) gibts die Infos auch. Für alle (Anhang A und B) ist ein Herkunftsnachweis und eine eindeutige Kennzeichnung (Ring/Chip) erforderlich, Anhang A muss auch noch offiziell angemeldet werden.
    Zu Preis und Seltenheit: Einen Überblick gibt da z.B. Ebay Kleinanzeigen, einfach mal eingeben und schauen, für wie viel die Vögel anggeben werden. Grobe Einschätzung von mir:

    • Gelbbrustara (Ara ararauna) - günstigster der genannten Aras (ca. 1000 Euro pro Tier) und recht häufig, Anhang B
    • Blaulatzara, Blaukehlara oder Caninde-Ara (Ara glaucogularis) - Vom Aussterben bedroht, selten gehalten, privat quasi gar nicht, Anhang A
    • Grünflügelara, Dunkelroter Ara (Ara chloroptera) - ähnlich wie Gelbbrust, häufiger, Anhang B
    • Hellroter Ara, Arakanga (Ara macao) - auch noch recht verbreitet, Anhang A
    • Die Soldatenaras - werden privat fast gar nicht gehalten, beide Anhang A.

    Die Hybriden kannst du einfach googlen - Shamrock und wie sie alle heißen.

    Das muss jeder selbst wissen. Hybride bei den Aras sind wirklich schick, aber es sind ja nicht zum Spaß verschiedene Arten - Gelbbrust und Hellroter sind ja nicht das gleiche Tier, nur "anders lackiert", sondern eigenständige Arten. Sie kommen aber sehr gut miteinander aus, alle Aras sind an sich sehr friedfertig.

    Klar, wer soll dir das denn verbieten?
     
  6. #5 Sammyspapa, 28.10.2018
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    Stimmt schon siehe meinen Avatar, aber stellenweise bringen die Hybride unschöne Probleme mit sich.

    Blaulätze werde übrigens immer mal wieder bei Tierflohmarkt angeboten. Ist im Moment auch wieder ein Paar drin.
     
  7. Quak

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    Hallo,

    nicht nur Anhang A-Arten, sondern auch Anhang B-Arten unterliegen der Meldepflicht. Es sei denn, sie sind in der Anlage 5 der Bundesartenschutzverordnung gelistet, aber da steht kein Ara drin.

    Viele Grüße
     
  8. #7 Nina Sika, 28.10.2018
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    Danke für die vielen Antworten! Das hat wirklich Licht ins Dunkle gebracht.

    Naja, bei den Hybriden muss das jeder selber wissen. Ich persönlich finde sie nicht wirklich schön und bei sehr bedrohten Arten finde ich es ja auch fragwürdig, sie nicht artgleich zu verpaaren und brüten zu lassen. Aber da die meisten Zuchtaras sowieso nicht für die Wiederauswilderung gedacht sind und nur Heimtiere sein sollen, ist es prinzipiell sowieso egal.
    Ein zweischneidiges Schwert.

    Persönlich würde ich keine Hybriden in die Welt setzen, allerdings wäre ein artungleiches Paar in der Voliere ganz hübsch anzuschauen.

    Nochmals danke!
     
  9. #8 Sammyspapa, 28.10.2018
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    Ich persönlich habe nichts gegen Hybriden, die sich freiwillig finden, verpaaren und ziehen. Meine beiden kommen von einem extrem zuverlässigen Zuchtpaar und sind reine Naturbruten. Allerdings sind sie auch gute Beispiele, dass Hybriden sehr wohl auch Probleme mit sich bringen können, die garnicht so wünschenswert sind.
    Was ich höchst verwerflich finde ist der Trend in America gezielt, kommerzielle Hybriden zu ziehen um möglichst ausgefallene, neue Farben hervorzubringen, damit auch jeder ja was besonderes auf der Stange sitzen hat. Aber da petzt man dem Ochsen leider ins Horn. Man kann nur froh sein, dass es hier noch nicht so weit ist.
     
  10. #9 Nina Sika, 28.10.2018
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    Also die Vogelhaltung in Amerika allgemein finde ich extremst schrecklich. Einzelhaltung ist Gang und Gebe, genauso wie das Stutzen der Flügel, kleine Käfige mit Spiegeln, die Benutzung von Fluggeschirren und wenn dann ein Paar gehalten wird, dann eines mit komplett verschiedenen Arten (Siehe mein Kakadu+Edelpapagei-Beispiel).

    Es gibt dort genug gerupfte Vögel in Auffangstationen und die ganzen Videos auf YouTube zeigen vorwiegend verhaltensgestörte und fehlgeprägte Vögel und das wird auch noch als lustig angesehen.
    Die meisten amerikanischen Besitzer sind dann auch noch der Auffassung, dass es ihren Vögeln total toll geht und sie absolut alles richtig machen. Wenn der Vogel sich rupft, dann wird das nicht als Störung empfunden, sondern lediglich als Langeweile abgetan. Schrecklich sowas.
    Diese Vögel tun mir unendlich Leid, aber was kann man schon dagegen tun... Nichts.

    Man kann zwar nicht alle Amerikaner in einen Topf werfen, aber Fakt ist, dass das eben die Mehrheit ist.
     
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  12. #10 harpyja, 30.10.2018
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    Darf ich fragen, welche Probleme du meinst? Gesundheitliche? Ich hätte gedacht, das wäre bei denen unproblematisch. Falken kann man ja auch untereinander kreuzen wie wild, aber da sind mir keine gesundheitlichen Probleme bekannt.
     
  13. #11 Sammyspapa, 30.10.2018
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    Ja gesundheitlicher Natur. Meine beiden Mädels sind auchnoch Geschwister, aber haben sogar schon gebrütet, also harmonieren eigentlich gut.
    Sie sind beide Kreuzungen aus Hellrotem Ara und großem Soldatenara. Der Hahn war Hellrot und die Henne ein Hühne von Soldat. Meine beiden Mädels fallen von der Statur eher in die kleinere, schmächtigere Kategorie des Hellroten Papas, haben aber allem Anschein nach die Legeappart-Dimensionen der Mutter mitgekriegt. Interessanterweise fielen von dem Zuchtpaar immer mal wieder große soldatenähnliche und zierlichere Exemplare, die nach dem Vater kamen.
    Kurzum, dieser verhältnismäßig zu große Legetrakt in einem zu kleinen Vogel führte zu wiederholten Legenöten, auch teils unbemerkten, welche dann zu Schichteiern führten, als sie beim Legeversuch die Eier im Legedarm zerdrückt haben. Insgesamt mussten wir beide jeweils drei mal Notoperieren lassen, da mit jeder OP und den damit verbundenen Narben das Problem schlimmer wurde. Die letzte OP war eine Legedarmentfernung bei beiden, um endlich Ruhe zu kriegen und da der Darm so kaputt und narbig war, das jede weitere Eiablage unmöglich geworden wäre.
    4 oder 5 Eier wurden auf normalem Wege gelegt, welche aber im direkten Vergleich zu den Eiern eines gleichgroßen Gelbbrustaras ungefähr ein Drittel größer sind. Sie haben fast Hühnereiformat Gr M. Nach den OPs sagten uns die Ärtze eben, dass der Legetrackt überdimensional groß sei und die Eier ebenfalls für einen Vogel dieser Statur.
    Seit den OPs haben wir zwar Ruhe, aber so ganz optimal ist das Ergebnis nicht, da sie hormonell bedingt teils sehr wunderlich werden und zwanghaft Kehrbleche, Besenstile oder rundes Obst bebrüten.
    Eigenartigerweise entwickelt sich in der Brutphase immernoch ein Legebauch, der aber weich ist. Da kaum Erfahrungswerte zu dieser OP existieren, kann man nur mutmaßen woran es liegt. Die Vermutung des Operateurs ist, dass der Legedarmstumpf von den Ovarien wieder versucht Anschluss zu finden und in einem Knäul durch den Bauchraum meandert. Im Brutzyklus schwillt dieser an und verursachte den weichen Legebauch. Eine weiter OP wäre aber ohnehin nicht möglich, das teils die Organe bei der letzten OP schon bindegewebig verklebt waren und alles einen großen Klumpen gebildet hat. Es war die letzte Chance der beiden und bis jetzt sind sie fit und munter, nur etwas merkwürdig stellenweise.
     
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