Angebot und Nachfrage - Vogelmarkt kaputt gezüchtet ???

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  1. rebell

    rebell Guest

    Hallo Vogelfreunde,

    liest man sich durch manche Foren oder geht man offenen Ohres über die Vogelbörsen erfährt man immer wieder, dass die Züchter unzufrieden sind, mit den Preisen für ihre Nachzuchten, oder das mangelnde Kaufinteresse der Besucher.

    Bei manchen Vogelarten verfällt der Preis innerhalb 1 – 2 Jahren, bei manchen wird er „künstlich“ hoch gehalten, bevor er irgendwann dann doch abstürzt.

    Sätze wie „die Vogelzucht lohnt“ sich nicht mehr, oder es „lohnt“ sich nicht mehr die eine oder andere Art zu züchten sind an der Tagesordnung .

    Hier sollte man sich erst einmal die Frage stellen: Muss sich die Vogelzucht „lohnen“ ? Züchten wir aus Spaß am Hobby oder um unsere Geldbörsen zu füllen ? Habe ich da was falsch verstanden wenn ich meine Nachzuchten günstiger abgebe wie der Anbieter am Nachbartisch ? Mache ich da die Preise kaputt ? Wessen Preise ? Ist es nicht mir überlassen für welchen Betrag ich meine Vögel verkaufe ? Muss ich mich immer der Preisentwicklung anpassen ? Wer gibt dies vor ?

    Schauen wir mal den Tatsachen ins Auge.

    Fakt eins::

    viele Vogelarten werden im Vergleich zu früher ( 15 – 20 oder mehr Jahre) aufgrund ihrer inzwischen „leichten“ Züchtbarkeit zu Massen nachgezogen. Waren früher auf einer Börse z.B. nur zwei oder drei Käfige mit Gouldamadinen oder Sperlingspapageien u.a. angeboten ist es heute die 10-fache Anzahl.

    Gab es früher die wf und vielleicht eine oder zwei Mutationen einer Art sind es heute die vier oder fünffache Anzahl an verschiedenen Mutanten, dazu die Unmengen von Spalter. Wer soll die alle kaufen ?

    Fakt zwei:

    Die Zahl der Menschen die sich Haustiere (und somit auch Vögel) zulegen nimmt ab. Im digitalen Zeitalter von PC, Internet, und und und..... sind „lebende“ Hobby’s“ nicht mehr zeitgemäß und deshalb nicht sehr gefragt.- Folge die Zahl der Abnehmer sinkt.

    Ergebnis: zwei gegenläufige Entwicklungen die zur Folge haben, dass der Vogelmarkt „überschwemmt“ wird mit Nachzuchten, die einfach nicht mehr abzusetzen sind.

    Ursachen ? Wie schon bereits erwähnt, viele Arten ziehen inzwischen leichter und mehr JV groß als vor Jahren, somit erhöht sich schon mal das Angebot.
    Zweitens Schau- und Mutationszuchten. Fragen wir mal Zebrafinken – Kanarien, Wellensittich- Neophemen- oder Agapornidenzüchter (u.a. auch). Wieviel Vögel muss ich selbst mit einem „guten“ Zuchtpaare ziehen damit ein Landes- Gruppen oder Bundessieger oder sonst ein Champion dabei ist...... Wie ich hörte immer recht viel. Und wenn dieser Champion dann noch einer bestimmten Mutation, einem bestimmten Farbschlag angehören soll kommen noch einige „Restprodukte“ (um sie nicht „Abfallvögel“ zu nennen) mehr zusammen. Die Spalter und Fehlfarben. Alles für den Markt, alles soll verkauft werden.

    Dass dies auf Dauer nicht funktionieren kann dürfte wohl allen klar sein, aber....... ich habe ja für ein Zuchtpaar so und soviel Euro bezahlt, die müssen wieder reinkommen und wenn möglich noch das Futtergeld für das ganze Jahr und neue Zuchtboxen müssen auch noch rausspringen. ( ok. mag sein etwas übertrieben aber keinesfalls unrealistisches Denken wenn man so manche Sprüche hört)

    Und dann ärgert man sich wenn es beim Verkauf nicht so läuft wie vorgestellt. Aber die Boxen und Voliere müssen leer werden, für das nächste Jahr, die nächste Runde des Versuches Champion’s und Bundessieger zu züchten.

    Da kommt schon mal die Frage auf was geschieht mit all den Vögel die nicht verkauft werden konnten, die jetzt zu Hause eine Menge Futtergeld kosten und den Platz für den möglichen „Supersieger“ wegnehmen. Vielleicht sollte man lieber nicht darüber nachdenken was so geschieht mit diesen „Restprodukten“ ............

    Nun man kann kaum erwarten, dass der Großteil der Züchterschar in diesem Punkt umdenkt.... leider......

    Meine Konsequenz. Ich lasse ich meine Vögel nur einmal (oder vielleicht zweimal) statt dreimal im Jahr brüten, und wenn es sein muss eine Art mal überhaupt nicht in einem Jahr und verkaufe meine Vögel nach „meinen“ Preisen nicht nach dem was gerade so der Trend ist. Meist gelingt dies recht gut.

    Ach ja noch zu erwähnen, da ich keine Champions züchten will, fallen bei mir auch nicht so viele „Neben- oder Restprodukte“ an.



    gruß
    rebell (Roland)
     
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  3. GuidoQ.

    GuidoQ. Agaflüsterer

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    Hi Roland
    Warum züchtet man denn überhaupt ? Da biste bei mir gerade richtig. Ich kann ja nur von Krummschnäbeln sprechen, aber die Vogelstationen sind voll von Abgabetieren. Sollte man die nicht erstma unterbringen, statt weiter zu züchten ? wie gesagt, ist meine Meinung.
     
  4. Richard

    Richard Guest

    Hallo Roland!

    Meiner Meinung nach hast du die Leute vergessen, die die angebotenen Wildfänge kaufen. Auch diese Leute sind ein Stückweit an der Misere schuld! Durch die Wildfänge wird kaum ein Züchter noch seine Vögel zu akkuraten und gerechtfertigten Preisen los. Wer kauft denn noch teure Nachzuchten, wenn in Massen Wildfänge preiswert angeboten werden? Das sind doch die Allerwenigsten! Nennenswerte Beispiele aus der Vergangenheit wären der Tüpfelastrild sowie Grau- und Wellenastrilde. Dort sind die Preise massiv eingebrochen. Wellenastrilde wurden zuletzt für 7,50 Euro pro Stück angeboten.
     
  5. #4 IvanTheTerrible, 16. Januar 2011
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 16. Januar 2011
    IvanTheTerrible

    IvanTheTerrible Guest

    Das sind aber nur drei Arten die aus Spanien und Portugal kommen, Richard.
    Der Napoleonweber gehört auch dazu.
    Alle anderen früheren "Importvögel" haben heute den bis zu 10fach höheren Preis als vor 6 Jahren.
    Daran kann es also nicht liegen!!
    Als Beispiel mal Mozambik- und Weißbürzelgirlitz, der früher zwischen 5 und 10 .-Euro gehandelt wurde, oder Senegalamaranten die 2004 früher für wenig Geld zu haben waren, dito sicher weitere 30 Arten der früher importierten Vögel!!
    Oder mal den Veilchenastrild, der zu DM-Zeiten für 60.- DM (Paar) zu haben war und heute 240.- Euro kostet. Also locker das 8fache!

    Ivan
     
  6. Paul

    Paul Banned

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    Genau Ivan du Hast Recht seit dem Importverbot sind die Preise der Meisten Vögel ums 10 fache wenns langt gestiegen. Hallo Guido welche ABgabestationen meinst du ? Wenn du das Tierheim meinst da findest du aber nur allerweltsarten und sonst nicht viel. MFG P.
     
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  8. #6 Quailfriend, 16. Januar 2011
    Quailfriend

    Quailfriend Wachtelzüchter

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    Ein Problem ist auch, dass viele Massenzuchten pro Jahr Millionen von Vögeln "züchten", einfach möglichst viel. Und diese werden dann in den Zoohandlungen verkauft. Man sollte viel besser die "Restprodukte" der Zuchten in die Zoohandlungen vergeben (wenn Zoohandlungen überhaupt Sinn machen, bzw. weiter bestehen bleiben). Dieses Problem mit den Massenzuchten kommt eben noch dazu, da hat der Hobby- und Profizüchter keine Chance mehr.
    mfg
    QF
     
  9. Kade1301

    Kade1301 Mitglied

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    Kann's auch was damit zu tun haben, dass ich noch bei keiner anderen Tierart eine so militante Beführwortung von gegengeschlechtlicher Paarhaltung gefunden habe wie bei Ziervögeln? Die MÜSSEN paarweise gehalten werden, es MÜSSEN ein Männchen und ein Weibchen sein - und wie einfach es ist, dann Nachwuchs zu vermeiden, darüber kann man sich streiten - ich habe hier schon gegenteilige Meinungen gelesen.

    Niemand findet was dabei, Hennen ohne Hahn zu halten, oder Schafe ohne Bock, oder zwei weibliche Mäuse zusammen, Hengste sind meistens sowieso kastriert und Katzen und Kater hoffentlich auch. Nach dem, was ich in diversen Vogelforen bis jetzt gelesen habe, müsste man sich bei ähnlichem Vorgehen als Tierquäler beschimpfen lassen. In den Mindestanforderungen für Papageienhaltung steht ja auch noch, dass nach Möglichkeit Nachwuchs erzeugt werden soll (wenn Abnehmer gesichert sind - aber der Nachsatz wird vermutlich überlesen oder man denkt sich, die Abnehmer werden sich schon finden). Und dann ist der Nachwuchs halt da und muss irgendwo hin - schlachten lohnt sich bei den meisten Arten ja wirklich nicht...

    Ciao, Klara
     
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