Haltung Weißkopfpapageien

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  1. #1 Bernd B., 10.10.2016
    Bernd B.

    Bernd B. Neues Mitglied

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    Hallo ins Forum,

    ich halte seit kurzem zwei junge Weißkopfpapageien. Zwar habe ich aus früheren Zeiten einige Sittich- und Papageienerfahrung, doch dies liegt schon lange zurück, und ich bin auch komplett unerfahren gegenüber dieser Art. Daher habe ich einige Fragen an eventuell erfahrenere Forumsmitglieder:

    1) Es gibt bei meinem Futterlieferanten ein spezielles Kleinpapageienfutter sowie ein Diätfutter. Das Kleinpapageienfutter enthält alle Saat-/Getreidesorten, die auch im Diätfutter vorhanden sind, darüber hinaus noch weitere, ist aber einiges teurer. Kann ich meine Tiere unter Zugabe von Obst mit dem Diätfutter (Zutaten: Dari, Milo, Buchweizen, Hanf, Hafer, Gerste gestutzt, Weizen, Paddyreis und Kardi) vollwertig ernähren? Muss ich – was vielfach behauptet wird – bei Pionus-Arten überhaupt auf fettreiche Saaten wie Sonnenblumenkerne verzichten?

    2) Gibt es irgendwelches Obst oder Gemüse (Kohl, rohe Kartoffeln?), das Papageien nicht vertragen oder kann ich alles, was auch wir Menschen an Rohkost verzehren, auch an die Tiere verfüttern? Geht auch aufgetaute Tiefkühlkost wie Erbsen oder Beeren?

    3) Wie schaut´s aus mit Kalkzusatz – ein Kalkstein, oder gibt´s was, was man unters Körnerfutter mengen sollte?

    4) Die Voliere hat zwei Schubladen mit den Grundmaßen 80x80 cm. Sand macht eine ganz schöne Sauerei in dem Zimmer, in dem die Tiere untergebracht sind. Kann ich stattdessen Pappe nehmen oder gar Zeitung? Oder würden die Tiere Schaden nehmen, wenn sie daran knabbern würden?

    5) Kann ich – außer Ästen von Nadelbäumen und mit Grünspan bedeckten – grundsätzlich alle Äste von Bäumen und Sträuchern aus der Natur den Tieren zum Knabbern und als Sitzstangen anbieten?

    6) Eines der Tierchen zeigt etwas merkwürdige Verhaltensweisen: Im „Ruhezustand“ hängt der Kopf sehr weit nach hinten und der Kropf wölbt sich weit vor. Sollte ich da mal einen Tierarzt den Kropf untersuchen lassen? Des Weiteren schläft er trotz reichlichem Stangenangebot bis auf Weiteres immer nur auf dem Metallrand eines Futternapfes. Kann dies auf Dauer den Krallen schaden… und was sollte ich dann dagegen tun?

    Ich weiß – viele, viele Fragen, und wahrscheinlich kommen noch weitere dazu. Für alle hilfreichen Antworten und weitere Haltungsvorschläge wäre ich auf jeden Fall sehr dankbar.

    Bernd B.
     
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  3. #2 Karin G., 10.10.2016
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    hallo Bernd

    herzlich willkommen bei den Vogelforen :zustimm:

    nur rasch ganz kurz:
    du isst doch sicher keine rohe Kartoffeln?
    Tiefkühlerbsen sind ok, mögen unsere Edlen auch sehr
     
  4. #3 Tanygnathus, 10.10.2016
    Zuletzt bearbeitet: 10.10.2016
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    Hallo Bernd,

    Bei den Pionus Arten ist es leider so, dass sie sehr anfällig für Aspergillose sind.
    Darum wird auch oft eine Fütterung mit Pellets empfohlen.
    Du kannst natürlich es auch mit einer qualitativ hochwertigen Körnermischung versuchen wo eben keine SB enthalten sind.
    Darüber regelmäßig eine Messerspitze Korvimin ZVT steuen.
    Obst kannst du im Prinzip alles geben, achte drauf dass es geschält wird und sei vorsichtig bei Zitrusfrüchten die sind oft stark behandelt.
    Gemüse verfüttere ich Stangensellerie, Karotten, Mais,Erbsen roh, Brokkoli, Kohlrabi, Kartoffel, Bohnen koche ich vorher.
    Advocado ist giftig für Vögel.
    Zu Frage 3, nimm Korvimin ZVT wie oben schon erwähnt.
    Zu Frage 4 Zeitungspapier ist kein Problem das nehme ich auch.
    Zu Frage 5 Du kannst alle Obstbaumarten nehmen sofern sie nicht gespritzt wurden, ich nehme auch oft Haselnussäste.
    Zu Frage 6 : Das isr schwer abzuschätzen, ich empfehle dir ihn von einem Facharzt für Vögel untersuchen zu lassen, findest du hier in dieser Liste nach Plz sortiert.
    und bitte gehe wirklich zu solch einem Tierarzt, selbst wenn der Weg etwas weiter sein sollte.
    Ein Kleintierarzt hat nicht die Ausbildung was Vögel angeht und oft auch nicht die richtigen Instrumente zur Untersuchung.
    Auf dem Napf sitzen ist so nichts schlimmes er wird ja auch woanders sitzen.

    Ich hoffe ich habe dir mal grob das meiste beantworten können, ansonsten frag bitte einfach nochmal nach.
     
  5. Meckie

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    Hallo Bernd,

    Zu 2 & 5 gibt es hier auch eine ganz gute Website, die auflistet, was man geben darf und was nicht.
     
  6. #5 Bernd B., 11.10.2016
    Bernd B.

    Bernd B. Neues Mitglied

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    Hallo Tanygnathus,

    vielen Dank für die schnelle und umfangreiche Antwort. Das mit der "Kopffehlhaltung" werde ich erst noch mal beobachten. Vielleicht liegt es auch daran, dass der Vogel den ganzen Tag durchs Schrägenfenster etwas sieht, was er bislang aus seiner Innenvoliere nicht gekannt hat?

    Leider vetragen sich meine beiden Zöglinge (noch) nicht so, sprich, der Ältere (1 Jahr) verjagt den Jüngeren (4 Monate) häufiger mit großem Geschrei von Sitzplatz und Futternapf (obwohl alles - Körner, Obst und Wasser - doppelt vorhanden ist). Es ist ´halt ein Verjagen, kein wirkliches Gebeiße. Der Züchter meinte, das werde sich schon geben, in einer Zoohandlung hingegen riet man mir, ich solle die Vögel auf jeden Fall trennen. Da ich bislang aber keine Verletzungsgefahr sehe, würde ich gern darauf verzichten, denn durch ein Teilen der Voliere hätten die Vögel doch überhaupt keine Chance der friedlichen Annäherung, oder sehe ich das falsch?
     
  7. #6 Tanygnathus, 11.10.2016
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    Hallo Bernd,

    Hast du ein Paar oder sind das gleichgeschlechtliche Vögel?
    Ich würde mehrere Futternäpfe verteilen an verschiedenen Stellen so dass einer nicht alles für sich in Beschlag nehmen kann.
    Also auch mal gegenüber, entgegengesetzt.
    Wichtig ist auch die Käfiggröße, um so größer der Käfig ist, um so besser können sie einander auch mal aus dem Weg gehen.
    Es darf halt für den Jungvogel nicht zu stressig werden, ansonsten musst du sie wirklich trennen und nur im Freiflug zusammen lassen bis es besser wird.
     
  8. Ingo

    Ingo Herpetophiler Geierfreund

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    Hi Bernd,

    ich habe ein paar Antworten in den Text eingefügt.



    1) Es gibt bei meinem Futterlieferanten ein spezielles Kleinpapageienfutter sowie ein Diätfutter. Das Kleinpapageienfutter enthält alle Saat-/Getreidesorten, die auch im Diätfutter vorhanden sind, darüber hinaus noch weitere, ist aber einiges teurer. Kann ich meine Tiere unter Zugabe von Obst mit dem Diätfutter (Zutaten: Dari, Milo, Buchweizen, Hanf, Hafer, Gerste gestutzt, Weizen, Paddyreis und Kardi) vollwertig ernähren? Muss ich – was vielfach behauptet wird – bei Pionus-Arten überhaupt auf fettreiche Saaten wie Sonnenblumenkerne verzichten?

    In meinen Augen ist das Diätfutter zusammen mit (viel) Obs tund Grünzeug absolut OK. Pionus Arten neigen zur Verfettung, deshalb finde ich es gut, auf fettarme Sämereien zu achten


    2) Gibt es irgendwelches Obst oder Gemüse (Kohl, rohe Kartoffeln?), das Papageien nicht vertragen oder kann ich alles, was auch wir Menschen an Rohkost verzehren, auch an die Tiere verfüttern? Geht auch aufgetaute Tiefkühlkost wie Erbsen oder Beeren?

    KEINE Avocado, nur wenig rohe Kartoffeln wenn überhaupt. Keine rohen Bohnen. Momentan gibt es draussen die verschiedensten Beeren, das solltest du nutzen. Guit sind: Vogelbeeren, Mehlbeeren, Berberitzenbeeren, Feuerdorn, Sanddorn, Hagebutten etc pp.

    3) Wie schaut´s aus mit Kalkzusatz – ein Kalkstein, oder gibt´s was, was man unters Körnerfutter mengen sollte?

    Ich empfehle Herpetal Mineral plus D3. Aber es spricht auch nichts gegen einen guten Multimix a la Korvimin. Auf jeden Fall zusätzlich einen kalkigen stein anbieten und afdäquat(!) mit einem Sonnenspot mit hohem UVB Anteil bestrahlen.

    4) Die Voliere hat zwei Schubladen mit den Grundmaßen 80x80 cm. Sand macht eine ganz schöne Sauerei in dem Zimmer, in dem die Tiere untergebracht sind. Kann ich stattdessen Pappe nehmen oder gar Zeitung? Oder würden die Tiere Schaden nehmen, wenn sie daran knabbern würden?

    Ich nehme seit langem nur noch Malerauslegepapier von der 20m Rolle (ca 6€) . Das ist sehr festes Papier, kann einiges ab. Ich lege mehrere Schichten und entferne alle ein bis zwei Tage eine davon. So bleibt es die Woche zwischen zwei großen Putzaktionen immer sauber und der Zeitaufwand ist trotzdem minimal. Grit gibts halt im Extranapf.

    5) Kann ich – außer Ästen von Nadelbäumen und mit Grünspan bedeckten – grundsätzlich alle Äste von Bäumen und Sträuchern aus der Natur den Tieren zum Knabbern und als Sitzstangen anbieten?

    Nein, nur solche von für Vögel ungiftigen Pflanzen. gefährlich wäre zB Eibe, aber selbst Birke ist nicht ganz unbedenklich. Sehr gut sind Obsthölzer, Buche, Eiche


    6) Eines der Tierchen zeigt etwas merkwürdige Verhaltensweisen: Im „Ruhezustand“ hängt der Kopf sehr weit nach hinten und der Kropf wölbt sich weit vor. Sollte ich da mal einen Tierarzt den Kropf untersuchen lassen? Des Weiteren schläft er trotz reichlichem Stangenangebot bis auf Weiteres immer nur auf dem Metallrand eines Futternapfes. Kann dies auf Dauer den Krallen schaden… und was sollte ich dann dagegen tun?

    Schwer zu sagen. Zur Sicherheit würde ich einen vogelerfahrenen (!!!) Tierarzt konsultieren. Aber zeig das ruhig hier auch mal im Bild.
     
  9. papugi

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    hallo,
    bist du sicher es sind hahn und henne?
    der altersunterschied ist im moment nicht gut...du hast ein baby und einen teenager...
    ist der altere der hahn?
    du musst dem jungeren ruhe gonnen konnen ansonsten ist er im dauerstress was auch anfallig fur krankheit macht.

    Diese art vertagt den stress nicht sehr gut...

    da die pionus sehr anfallig fur aspergillose sind brauchen sie nahrung die sehr reich in betacarotene ist......also viel grun und orangefarbene gemuse und nicht immer die sussen fruchte...

    auch mussen sie fliegen konnen was sie in 80 cm wohl nicht schaffen...

    viel spass
    Celine
     
  10. #9 Bernd B., 23.10.2016
    Bernd B.

    Bernd B. Neues Mitglied

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    Hallo noch mal,

    nach 2 Wochen mit Bert & Muck sind noch ein paar weitere Fragen bzgl. der Ernährung aufgekommen...

    ...1.: Die Akzeptanz von Obst und Gemüse ist bei meinen beiden Zöglingen ein wenig... eingeschränkt! Beim Obst wird eigentlich nur Apfel gern genommen, beim Gemüse sind´s immerhin Paprika und Tomate. Soll ich andere Sorten beharrlich weiter ausprobieren, soll ich die oben genannten einfach mal weglassen - damit quasi andere Sorten "aufzwingen", - soll ich´s mit dem Obst-/Gemüse-Mix anders handhaben als bislang (Sie kriegen 2x täglich einen Mix aus verschiedenen Sorten in einem Top), sprich, mehrere Näpfe anbieten?

    ...2.: Eine Extra-Schale mit Grit bleibt unangerührt, der Mineralienstein wird lediglich als Schlafplatz "missbraucht" (in sehr eigenwilliger Körperhaltung). Soll ich nicht besser doch eine Löffelspitze Grit auch - wie das Mineralienpulver - unter das Körnerfutter oder vlt. auch Obst mischen? Oder ist es überflüssig, wenn sie´s nicht anrühren?

    Das war´s erst mal für heute,
    Bernd B.



    @ papugi: Das Geschlecht habe ich bislang nicht bestimmen lassen. Den älteren habe ich gewissermaßen "gerettet" aus einer Zoohandlung, wo er unter unsäglichen Bedingungen lebte, bei dem Anderen war ich froh, überhaupt einen Artgenossen gefunden zu haben (bin dafür 1000 km gefahren) - es ist nicht gerade eine häufig anzutreffende Art. Inzwischen gibt´s aber ´schon deutlich weniger Zank, wenngleich auch keinerlei Annäherung bisher zu sehen ist. Freiflug bekommen sie meiner Meinung nach ausreichen, dem Älteren scheint das Fliegen aber egal zu sein - Hauptsache, er ist unter Menschen...
     
  11. #10 Tanygnathus, 26.10.2016
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    Hallo Bernd,

    Du kannst es auch mal mit einem Obstspieß versuchen, vielleicht gehen sie da spielerisch eher dran.
    Wenn du einen Ast hast wo vielleicht etwas verzweigt ist, kannst du auch mal eine ganze Karotte aufspießen.
    Normal gehen sie dran und wenn sie sie nur zernagen, aber dabei nehmen sie auch was auf.
    Du kannst auch einen Paprika waschen, aushöhlen und innen mit diversem Obst und Gemüse wieder füllen und auch aufspießen oder aufhängen.
    Da kannst du kreativ sein.
    Um so öfter sie es im Schnabel haben und spielerisch probieren um so eher gehen sie dran.
    Selber essen oder so tun als ob und ganz übertrieben hmmm lecker sagen hilft auch sehr oft.:D

    Den Mineralienstein haben sie ja zur Verfügung und wenn sie Bedarf haben, werden sie dran gehen.
    Wenn du Herpetal oder Korvimin gibst, sind sie gut versorgt.
     
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  13. #11 Bernd B., 27.10.2016
    Bernd B.

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    Hallo Tanygnathus,

    den "Obstspießtrick" werde ich mal versuchen; Korvimin habe ich geordert und streu´s täglich unters Futter.

    Eine Frage noch zum Keimfutter: Ich habe es - wie das spezielle Pionus-Futter - bei Hungenberg (ist quasi bei mir um die Ecke) bestellt, hab etwas Wasser in einer Schale hinzugegeben... aber nach 24 Std. ist nix passiert - keine Keime, keine Veränderung, nur ein etwas muffiger Geruch.

    Was mache ich falsch? Oder: Was wäre eine Alternative zum Keimfutter?

    VG, Bernd
     
  14. Meckie

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    Nach 24h einweichen keimt das Futter noch nicht. Da hast du erstmal Quellfutter. Eigentlich reichen bei vielen Körner im Schnitt 8 - 12 h. Wenn es muffig riecht, solltest du es nicht verfüttern.
    Um aus dem Quellfutter Keimfutter zu machen, musst du es in ein Sieb geben, das du 1-3 Tage stehen lässt, bis die Keimlinge etwa 1 cm lang sind. Zwischendurch solltest du mehrmals täglich die Körner durchspülen, damit sich kein Schimmel oder so bildet. Wenn du das Quellfutter auch schon in einem Sieb quellen lässt, das in Wasser getaucht ist, kannst du das auch schonmal mehrmals durchspülen.
    Wenn das Futter eine schlechte Qualität hat, keimt das manchmal gar nicht gut.
     
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