Tauben, für viele nur Ratten der Lüfte...trauriges Erlebnis

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Happy Animals

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Hallo,

ich bin noch etwas aufgewühlt......

Unfassbares ist mir und meiner Mama heute passiert. Vielleicht ist das Problem ja bekannt, aber für mich war es "neu".

Ich gehe heute Nachmittag mit meiner Mutter in der Nachbarstadt spazieren in der Fussgängerzone (nicht groß, aber immerhin eine Fußgänerzone). Vor uns knallt aus der Höhe eine Taube vor die Füsse. Blut spritz. Ich sehe einen ziemlich kaputten Flügel. Sie flattert, dreht sich kümmerlich. Meine Mama spontan mit den Hunden an der Taube "geparkt"" und in die naheliegende Apotheke gegange, die mir sofort Einmalhandschuhe, ein paar Tücher und Karton aushändigten.

Während ich auf dem Rückweg bin sehe ich schon meine Mutter diskutieren. Da laufen die Leute doch echt über die mit dem Tod kämpfende Taube und lachen! Ich fass das nicht!

Ich habe die Taube eingepackt und bin zu meiner Tierärztin.

Und dann kommts: ANGESCHOSSEN! Mitten in der Fußgängerzone!

Auf die Idee bin ich gar nicht gekommen, ich fragte mich natürlich die ganze Zeit, wie so ein Tier vom Himmel fallen kann.....

Wir haben sie dann erlöst.........Der Flügel war durch und aus der Lunge kam Blut....Meine Tierärztin war wie immer wunderbar und hat sich auch für diese unbekannte Taube viel Zeit genommen.

Machs gut klein Taube. Ich schäme mich für solche Menschen!

Ich habe Anzeige gegen Unbekannt gestellt; die Polizei kannste das Problem aber auch bereits .... wie auch meine TÄ.... ich bin fassunglos!

Das sind doch Lebewesen!

Bin ich naiv..........

Immerhin hat diese Taube nich lange leiden müssen......

LG Silke, die mal wieder ein Stück ihrer heilen Welt verloren hat

P.S. bin im Tierschutz tätig und habe schon viel erlebt... aber das ist mal was neues.... unfassbar
 
Liebe Silke,

ich bin auch im Tierschutz aktiv und kann Deine Gefühle und Gedanken gut nachvollziehen!!

Es ist schlimm, wie Menschen mit Tieren umgehen! Habe da auch schon viel erleben müssen.

Danke, dass Du Dich der Taube angenommen hast!! So musste sie nicht elendig da in der Fußgängerzone sterben!

Farewell, arme Taube! Nicht alle Menschen sind so!

Ich drück Dich mal, Silke!

Lieben Gruß
 
Ich habe Anzeige gegen Unbekannt gestellt;
Das war schon 'mal sehr gut. Am besten ergänzt Du diese Anzeige mit den entsprechenden Paragraphen (Verstoß gegen das WaffG wegen Schußwaffengebrauch in der Stadt, gegen das JagdG im befriedeten Bezirk und nicht auf Wild, gegen das § 1 TierSchG, da vorsätzlich nicht tödlich angeschossen, etc.) und machst unbedingt die Kosten der Tierärztin geltend, die Du als Zeugin benennst, auch wenn Du nichts bezahlt hast und sie bei Einschläferung nicht hoch sind, aber sie führen dazu, daß das Verfahren nicht komplett eingestellt wird, sondern nur "ruht", bis sich neue Erkenntnisse ergeben. Wirksam ist außerdem, über die Zeitung eine Belohnung für die Benennung des Schützen in Aussicht zu stellen, denn damit erzeugst Du "öffentliches Interesse", und der Besitzer der Waffe, der diese meistens nicht legal hat, wird vorsichtiger.
 
War auch betroffen, als ich den Text gelesen habe. Und ich selbst trage auch ein Problem mit mir herum: Aus sicherer Quelle habe ich erfahren, dass namhafte Schädlingsbekämpfungsfirmen Stadttauben wie Schädlinge behandeln. Die Tiere nisten auf Baustellen, z.B. in Kränen, und da diese teuer sind werden die Nester entfernt und die Jungtiere (wenn sie "Glück" haben) vorm Entsorgen noch getötet. Das ist gängige Praxis, auch bei Reinigungsfirmen, z.B. in Bahnhöfen und öffentlichen Gebäuden.

Ist das zulässig? Tauben stehen doch garnicht auf der Schädlingsliste? Bin ich jetzt naiv, weil um jedes einzelne Tier kämpfe und Verletzte einfange und die Füße von den Fäden freischneide? Anscheinend wird die Sache auch in Städten mit Stadttaubenprojekten so gehandhabt, also sprich im gesamten süddeutschen Raum.

Und - was kann man tun?

Grüße Picasso
 
Ist das zulässig?
Nein. Wir haben das so gelöst, daß wir diesen Firmen die Küken abnehmen. Für die Kosten muß eigentlich der Auftraggeber aufkommen, denn als Auftragsarbeit ist das natürlich nicht gemeinnützig. Mit einigen kämpfen wir da noch. Die meisten Taubenabwehrfirmen sagen, sie würden warten, bis die Jungtauben ausgeflogen sind. Das ist aber bei einem dauerhaften Brutplatz unrealistisch. In der Regel gehen wir das dann so an, daß wir die Nester schneller entdecken als die Firmen. Was uns bereits bekannt ist, kann nicht einfach "verschwinden". Mittlerweile melden sich recht viele Leute mit ihren Beobachtungen, die regelmäßig z.B. an bestimmten Bahnhöfen umsteigen. Jeder, der mir je eine Taube brachte, wird möglichst dazu verdonnert.
 
Danke Vogelklappe, für die schnelle Antwort. Dachte ich mir's doch, dass dies gegen das Tierschutzgesetz verstößt.

Ich habe meine Handynummer mit Name dort abgegeben und darum gebeten, beim Ausräumen von Nestern mich zu informieren. Aber was mache ich mit soviel Taubenküken? Es gibt halt auch solche und solche Tierheime... nicht überall sind die Tierfreunde so gut organisiert wie in der Hauptstadt.

Ich werde auf jeden Fall an der Sache dranbleiben, vielleicht kann ich Helfer gewinnen und mich ggf. mit dem Tierheim in Verbindung setzen.

Herzliche Grüße Picasso
 
tja so ist es .

aber es gibt auch zu viel von diesen stadttauben.
 
... wie in Süd- und Osteuropa Hunde und Katzen, so ist es bei uns mit den Stadttauben. Aber die lästigen Tiere einfach entsorgen ist so unwürdig wie die Ereignisse in der Ukraine anlässlich der WM. Ich orientiere mich an den Projekten, die Vogelklappe aufgelistet hat. Nur so wird man langfristig den Tieren gerecht und damit auch der Bevölkerung in den Städten.
 
Ich stelle mir gerade vor, wenn der Schuss danebengegangen wäre und ein kleines Kind getroffen hätte...
 
... wenn der Schuss danebengegangen wäre...
... hätte er jeden ins Auge treffen können. Diabolos sind ja nie tödlich, können auch durchschlagen, und die wenigestens haben den blassesten Schimmer, wie sich ein Querschläger verhalten kann.
...nicht überall sind die Tierfreunde so gut organisiert wie in der Hauptstadt.
Täusch' Dich nicht, Picasso, hier ist so gut wie nichts "gut" organisiert. Berlin "kann" S-Bahn-Weichenprobleme auch ohne Schnee, und Flughafen schon gar nicht - äh - Tierschutz ? Jau, fünfstellige Summen für ein fragwürdiges Bärengehege hat ein Bezirk, aber 0 für einen Taubenschlag, und die "Taubenfreunde" sind zerstritten, mißtrauisch bis ins Mark, teilweise unfähig zur Kooperation - verlasse Dich am besten nirgends auf gar nichts, auch nicht auf ein Tierheim, wenn Du die Leute nicht genau kennst, sondern organisiere selbst; nur dann finden Dich ein paar, mit denen man etwas anfangen kann. Für die Aufzucht kleiner Küken brauchst Du die halbe Anzahl Ammenpaare. Es ist überhaupt kein Problem, die zusammen zu bekommen; für deren sinnstiftende Unterbringung könnten sich in der Tat ein Tierheim erbarmen. Sonst frag' doch in einem Kloster, z.B. bei Cistercienserinnen; deren Anlagen haben alle den gleichen Bauplan und damit alte, von außen nicht sichtbare Stallungen. Oder bei Seniorenheimen; die sind auch nicht alle abgeneigt. Wir haben z.B. eine weitere Zusage für einen Taubenschlag im Dachboden eines Kirchengebäudes, auf das ich nur kam, weil zwei afrikanische Novizen wegen einer verletzten Taube vor ihrer Tür anriefen.
 
Danke für die guten Tipps, ich hab ein altes Fabrikgebäude im Auge, aber Kirchen und ähnliches wäre auch klasse. Wie kriegt ihr die Helfer zusammen? Ich hab nämlich auch die Erfahrung gemacht, dass Tierschützer teilweise garnicht gut mit Menschen können und jede Hilfe als Einmischung vehement ablehnen. Ist echt ein Phänomen. So ein Taubenprojekt kriegt man nicht als Einzelperson hin, aber manche glauben das tatsächlich!!
 
Hallo,

ich muss ja nicht erwähnen, dass ich bisher keine weiteren Infos bekommen habe? Ich hatte vorgestern mal nachgefragt bei der Polizei, war eh gerade in der Nähe. Die Anzeige läuft. Aber die wird mit Sicherheit eingestellt.

LG Silke
 
So ein Taubenprojekt kriegt man nicht als Einzelperson hin, aber manche glauben das tatsächlich!!
Aber auch nicht unbedingt mit "Taubenschützern", die nur füttern und ansonsten (deshalb ?) unter Verfolgungswahn leiden, und mit Taubenhassern ebenfalls nicht, aber durchaus mit Leuten, die dem Satz folgen können, den ich von Idler geklaut habe: "Man muß Tauben nicht mögen, um ihnen zu helfen.". Da verschlug es einem bis dahin sehr bockig eloquenten Bauleiter, der ein Abbruchhaus vor dem Abriß nach Küken in Taubennestern absuchen (lassen) sollte, kurzzeitig die Sprache. Dann lief er höchstpersönlich zu den ganzen Stellen, die ich ihm nannte, beschrieb sie korrekt und fragte dreimal nach, was jemand wie ich denn mit Tauben macht. Zum Schluß nannte er mir noch die Firma, die das neue Haus baut, damit ich dort nachfragen kann, ob die einen Taubenschlag unterstützen würden, wobei deren Glaspalast leider ungeeignet ist.
Die Anzeige läuft. Aber die wird mit Sicherheit eingestellt.
Laß' Dir die Vorgangs-Nr. geben und frag' direkt beim Staatsanwalt nach. Er kann das Verfahren auch nur ruhen lassen, wenn niemand ermittelt werden konnte, ohne daß es eingestellt wird. Am besten geht das wie gesagt, wenn Kosten an den Verursacher geltend gemacht wurden, auch wenn sie gering waren.
 
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