Vorläufiger Obduktionsbefund - Pilze

Diskutiere Vorläufiger Obduktionsbefund - Pilze im Vogelkrankheiten Forum im Bereich Allgemeine Foren; Hallo an alle hier im Forum ! Ich habe mir vor 2 1/2 Wochen einen Rotkopfsittich geholt (Pyrhurra-Art). Diese hat sich prima bei mir eingelebt...

  1. Kathrin72

    Kathrin72 Foren-Guru

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    Hallo an alle hier im Forum !

    Ich habe mir vor 2 1/2 Wochen einen Rotkopfsittich geholt (Pyrhurra-Art). Diese hat sich prima bei mir eingelebt und sie war auch mopsfidel und munter. Letzten Sonntag hat sie aber nur den ganzen Tag geschlafen und fast nichts gefuttert, so dass wir ihn am Abend noch zwangsgefüttert haben. Gegen Abend hat sie das Köpfchen schief gelegt, als ob sie zur Decke schauen wollte. Das Füßchen auf dieser Seite hat sie zusammengekrallt. Ich bin dann noch mit ihr zum Nottierarzt, der ihr Vitamin B verabreicht hat. Am Montag morgen ist sie mit starken Krämpfen in meiner Hand eingeschlafen.

    So schwer es mir fiel, habe ich sie zur Obduktion freigegeben, wobei vorläufiger Befund feststeht: Pilze in allen Organen und vergrößerte Milz sowie Lungenveränderung (kann aber auch daher kommen, dass sie morgens Erbrochenes in die Luftröhre bekommen hat, denn beim Einschlafen lief ihr der am Vorabend verabreichte Kaytee-Brei aus dem Schnabel). Keine Chlamydien oder Parasiten. Die genaue Pilzbestimmung läuft noch, ebenso die Suche nach verschiedenen Viren.

    Kann jemand von Euch sagen, was Lora für eine Krankheit hatte? Mich macht es besonders traurig, dass sie mir innerhalb von nicht mal 24 Stunden verstorben ist, ohne vorher irgendwelche Anzeichen zu haben. Ich habe mal gehört, dass Pilze Giftstoffe produzieren. Könnten diese meine Lora vergiftet haben, was sich dann auch mit den neurologischen Ausfällen (Füßchen eingekrallt, Kopf schiefgelegt) decken würde. Wo kommen diese verdammten Pilze her und könnte sie sich diese innerhalb von 2 1/2 Wochen bei mir geholt haben, womit ich meine, dass vielleicht Lora schon vorher krank war, als ich sie geholt habe (laut Besitzer war sie ca. 3 1/2 Monate). Besteht bei Pilzen eine Ansteckungsgefahr für meine anderen Piepmätze?

    Ich würde mich sehr über ein paar Antworten von Euch freuen.

    Traurige Grüße
    Kathrin !
     
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  3. Merlino

    Merlino Flügelmutter

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    Hallo Kathrin,

    es tut mir sehr leid, was mit Deiner Lora passiert ist :trost:
    Ich bin leider kein Fachmann, aber ich habe selber vier pilzkranke Nymphen zuhause wovon einer durch den Pilz auch massive Organveränderungen hat (vergrösserte Leber, vergrösserte Nieren, geschwollener Darm, verschattete Luftsäcke), es sind auch keine Viren mit beteiligt. Wenn durch die Pilzgifte z.B. die Nieren angegriffen werden, kann es zu Lähmungen in den Füßchen kommen (vielleicht kam daher das zusammengekrallte Füßchen?).
    Pilze kommen überall vor, im Futter, in der Raumluft, im Trinkwasser usw. Ansteckend sind sie nicht, aber man sollte die Pilzquelle auf alle Fälle ausfindig machen und abstellen (falls Lora den Pilz nicht schon mitgebracht hat).
    Ganz wichtig ist ausserdem, das Immunsystem zu stärken, ich habe bei meinen mit Propolis da schon kleine Erfolge erzielen können.
     
  4. Kathrin72

    Kathrin72 Foren-Guru

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    Hallo Kerstin !

    Danke für Deine Antwort.

    Regelmäßig Kuren mit Echinacea / Propolis sowie mit Leber- und Nierenmittel mache ich auch bei meinem alten Schwarm. Aber die kleine Lora war ja erst 2 1/2 Wochen bei mir. Und da ich die anderen kurmäßig erst durch hatte, mußte sie leider warten, bis die anderen wieder "auf Kur" gehen. Ich denke mir fast, dass sie dann die Pilze schon in sich hatte und sozusagen mitgebracht hat, denn sonst wären ja meine anderen Sittiche auch schon alle längst krank.

    Was mich an der Sache so erschreckt, dass sie bis vor 1 Tag munter und mopsfidel war und innerhalb von 24 Stunden ist sie mir verstorben, ohne dass ich auch nur eine Chance zum Helfen hatte.

    Was haben denn Deine Nymphis für Pilze? Ich kenne ja nur die Aspergillose-Pilze, aber die dürften doch nur in den Luftsäcken u.s.w. sein und nicht die Leber, Milz, Niere.... betreffen, oder?

    Woher haben denn Deine Nymphis die Pilze bzw. wie bist Du denn den Pilzen auf die Spur gekommen?

    Liebe Grüße
    Kathrin !
     
  5. #4 Alfred Klein, 18. Oktober 2005
    Alfred Klein

    Alfred Klein Depp vom Dienst ;-)

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    Nein, das ist anders.
    Bei einer sogenannten invasiven Aspergillose sind alle inneren Organe betroffen.
    Da Vögel kein Zwerchfell und damit keine Abtrennung von Lungen und den anderen Organen haben kann eine Aspergillose sich über den ganzen Körper ausbreiten.

    Ansonsten hatte Lora wenn der Befall derart extrem war die Aspergillose schon als Du sie bekommen hast. So was wächst nicht in zwei Wochen.
     
  6. Merlino

    Merlino Flügelmutter

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    Hallo Kathrin,

    ich habe zwei Nymphen aus dem Tierheim (Charles & Eddie), die haben Mucor und Aspergillose (beides Schimmelpilze soweit ich weiss) mitgebracht, betrifft bei beiden Vögeln die Lungen, die Luftsäcke und den Kropf. Ob innere Organe befallen sind, weiss ich leider nicht, ist aber sehr warscheinlich. Laut Vogelklinik ist ihnen das Röntgen nicht zuzumuten, da beide stark abgemagert und immernoch schwach und gestresst sind.

    Dann habe ich noch zwei Nymphen (Nic & Cookie). Nic hat auch Mucor (betrifft die Lunge und die Luftsäcke), auch schon mitgebracht.

    Und dann noch unser Baby Cookie (ca. sechs Monate alt), sie hat Candida (einen Hefepilz), betrifft bei ihr Magen/Darm und wie gesagt, Leber und Nieren und die Luftsäcke. Woher sie ihren Pilz hat, weiss ich leider nicht, sie ist erst seit drei Monaten bei uns. Die Tierärztin meinte, bei der Stärke des Befalls könnte sie ihn auch schon im Nest bekommen haben, eine Pilzquelle konnte ich zuhause noch nicht ausfindig machen :nene:

    Ich habe auf Pilze untersuchen lassen, weil alle drei erwachsene Vögel recht kurzatmig sind und Nic sich zusätzlich noch sehr oft aufplustert und schüttelt. Die Pilze wurden über Abstriche und das Röntgen nachgewiesen. Bei Cookie war es so, dass sie plötzlich keinen weissen Harnanteil mehr hatte, sie setzt bis auf wenige Ausnahmen nur noch riesige klare Pfützen ab mit ganz wenig Kotanteil. Bei ihr wurde der Pilz über eine Kotprobe und auch ein Röntgenbild nachgewiesen. Aber am Verhalten war bei ihr überhaupt nix festzustellen. Auch sie ist quitschfidel, frisst gut und klettert überall rum.
     
  7. #6 charly18blue, 18. Oktober 2005
    charly18blue

    charly18blue Moderatorin
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    Hallo Kathrin,

    es tut mir sehr leid was mit Deiner Lora passiert ist :trost: . Es muß schrecklich gewesen sein, so hilflos zusehen zu müssen.
    Eben habe ich gerade mal meine schlauen Bücher gewälzt. Es gibt eine akute Form der Aspergillose und diese verläuft sehr schnell. Die Vögel verlieren dann ihre Stimme, haben Atemnot und fressen kaum oder gar nicht mehr und sterben innerhalb weniger Tage. Manchmal gehen dem plötzlichen Tod keine Symptome voraus. Die Pilze können in so ziemlich allen Organen vorkommen und sondern ein Stoffwechselprodukt (Aflotoxine) ab, dass Leber und Nieren schädigt.
    - das denke ich auch.

    Liebe Grüße Susanne
     
  8. Kathrin72

    Kathrin72 Foren-Guru

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    Hallo Alfred, Kerstin und Susanne !

    Vielen Dank für Eure Antworten.

    Also, an Lora war wirklich nichts auffälliges - weder Kurzatmigkeit noch Stimmlosigkeit. Das einzigste was mir aufgefallen ist, dass sie immer mal die Flügel aufgefächert hat, aber das aber keiner weiteren Beachtung geschenkt, weil sie ja sonst munter, aktiv, stimmgewaltig (Südamerikaner) und absolut top war. Nur im Nachhinein fiel mir das eigentlich ein, das das vielleicht ein Krankheitsanzeichen hätte sein können.

    Am Sonntag morgen habe ich dann nur bemerkt, dass sie den ganzen Tag geschlafen hat (früh hat sie nur ein Stückchen Apfel gefuttert, sonst gar nichts mehr) und "gesprochen" (also papageiisch) hat sie auch nicht. Rotlicht wollte sie nicht, da ist sie immer ausgewichen.

    Ich werde mal jetzt den endgültigen Obduktionsbefund abwarten und Euch dann nochmals genau die Pilzart mitteilen. Vielleicht kommen wir dann der Sache auf der Spur.

    Liebe Grüße und bis dann
    Kathrin !
     
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  10. Kathrin72

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    Hallo !

    Ich wollte mich ja nochmals melden, wenn der Befund von Lora vorliegt. Einen ersten Zwischenbefund habe ich schon - der Befund auf mögliche Viren steht aber noch aus. Hier ist er:

    Entzündung der Lunge
    Schwellung der Milz
    Geringgradiger Pilzbefall des Herzens (Rhizomucor-Spezies)
    Geringgradiger Pilzbefall der Niere (Rhizomucor-Spezies)
    Starker Pilzbefall der Lunge (Rhizomucor-Spezies)

    keine Bakterien in den Parenchymen
    keine Salmonellen
    keine Chlamydien - also keine Psittakose
    keine Endoparasiten

    Diagnose: Lungenmykose

    Ich nehme mal an, dass Lora mir an einer Pilzvergiftung gestorben ist. Kann sich solch ein ausgeprägter Befund innerhalb von 2 Wochen entwickeln. Gibt es solch symptomlose Pilzerkrankungen? Weiß jemand, was das für ein Pilz ist? Aspergillose scheint sie dann ja wohl nicht gehabt zu haben, denn das ist ein anderer Pilz, oder?

    Mich macht es immer noch fassungslos, das Lora überhaupt keine Symptome gezeigt hat, weder Schnabelatmung, noch Atemgeräusche, Müdigkeit, Apathie oder sonstiges. Sie war munter und fit und innerhalb von 24 Stunden ist sie mir durch Anzeigen von Müdigkeit sowie gegen Abend durch Krallen des einen Füßchens und Kopfschiefhaltung am nächsten Morgen verstorben. Ich begreif es nicht, warum ich nichts gemerkt habe und ich ihr somit nicht helfen konnte !

    Traurige Grüße
    Kathrin !
     
  11. #9 Gänseerpel, 29. Oktober 2005
    Gänseerpel

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    Rhizomucor (wichtigste Arten: Rhizomucor pusillus, Rhizomucor miehei, Rhizomucor variabilis.) kommt ubiquitär im Erdboden, außerdem in verdorbenen Früchten und Gemüse vor (Kompostbesiedlung). Er ist thermophil, d.h. er gedeiht am besten bei hohen Temperaturen bis über 50°C.

    Der Pilz wird u.a. auch bei der biotechnischen Herstellung von Fermenten (Proteasen) eingesetzt.

    [​IMG]

    Befallen werden v.a. die Blutgefässe mit nachfolgender Schädigung/Absterben der betroffenen Organe und die Nervenrandzonen.

    Betroffen können so gut wie alle Organe sein, der Pilz befällt jedoch bevorzugt Nasennebenhöhlen, Gehirn (Rhinozerebrale Form), Lunge (Pulmonale Form), Magendarmtrakt (Gastrointestinale Form), oder die Hautoberfläche (Cutane Form). Kombination mit Chlamydiose ist beschrieben

    mfg

    Möglich ist auch die Bildung einer Allergie.

    Die Diagnose wird in erster Linie durch mikroskopischen Erregernachweis gestellt. Eine posters/ICAAC_2004_Zygo_Poster-Final.pdf"]DNA Sequenzanalyse [/URL]zur molekularen Erregertypisierung mittels PCR steht zur Verfügung

    Menschen erkranken i.a. nur bei entsprechenden Vorerkrankungen (Diabetes, Leukämie, Lymphdom, Immunschwäche, Steroidtherapie, Niereninsuffizienz, Azidose), bei Tieren ist die Erkrankung jedoch verbreitet.

    Therapie: Amphotericin B, neuerdings sog. Liposomales Amphotericin, das bez. der Nebenwirkungen v.a. hinsichtlich der Nierentoxizität günstiger sein soll
     
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Vorläufiger Obduktionsbefund - Pilze

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