Vorstellung

Diskutiere Vorstellung im sonstige Vogelarten Forum im Bereich Wildvögel; So, nun habe ich also "mein" lange ersehntes Wildvogelforum bekommen. Für diejenigen, die mich noch nicht kennen, stelle ich mich mal kurz vor:...

  1. #1 Anke Poggel, 15.01.2000
    Anke Poggel

    Anke Poggel Guest

    So, nun habe ich also "mein" lange ersehntes Wildvogelforum bekommen. Für diejenigen, die mich noch nicht kennen, stelle ich mich mal kurz vor: ich betreue hauptsächlich verletzte und kranke Wildvögel, und zwar so ziemlich alles, außer Greifvögeln. Im Sommer ziehe ich außerdem noch etliche Findelkinder auf und wildere sie anschließend aus. Momentan befindet sich nur ein Grünspecht in meiner Obhut, der einen gebrochenen Flügel hatte. Er ist nun aber wieder topfit, hackt fleißig Löcher in die Wände und kommt morgen früh in die heißersehnte Freiheit zurück.

    Die Wildvögel gelangen hauptsächlich durchs Tierheim an mich, außerdem von Tierärzten und natürlich von Bekannten. Durch die Verbindung zum Tierheim versuche ich daneben auch noch, abgegebene Ziervögel zu vermitteln. Solche Kandidaten, die offenbar keiner mehr haben will und natürlich auch behinderte Vögel bleiben bei mir.

    Mich würde nun sehr interessieren, ob es unter Euch noch mehr Vogelfreunde gibt, die auch ein Herz für eine halbverhungerte Taube oder einen jungen Spatz, oder was auch immer haben?
    Gerade zu Wildvögeln findet man leider nur sehr wenig brauchbare Informationen und es wäre schön, wenn es auf diesem Weg regen Erfahrungsaustausch geben wird!!

    viele liebe Grüße,

    Eure Anke
     
  2. Micha

    Micha Guest

    Hallo Anke!!

    Ich hab vergangenen Sommer von Nachbarn eine
    verletzte junge Elster (noch nicht flügge) bekommen und großgezogen.

    Wahrscheinlich war es Glückssache, daß sie durchgekommen ist, denn als ich sie bekam,
    lag sie nur noch mit geschlossenen Augen rum und sperrte nicht. Leider hatten die Nachbarn
    keine Ahnung was so eine Elster denn frißt und hatten es erstmal selber 2 Tage versucht
    sie zu füttern (MIT TAUBENFUTTER!), was natürlich ohne Erfolg blieb und der Vogel immer schwächer wurde. Erst im allerletzten
    Moment brachten sie ihn dann zu mir und mit
    2 durchwachten Nächten und sanfter Zwangsernährung kam "Maggie" bald zu Kräften
    und war ab dem Zeitpunkt IMMER hungrig und
    lebhaft.

    Als sie die ersten Flugversuche machte, hab ich sie tagsüber in den Garten in meine
    Papageienvoliere gesetzt und so hat sie bald
    auch angefangen selbständig Käfer und Wespen (?) zu fangen und zu fressen.

    Das einzige Problem, was ich bei der ganzen
    Sache hatte, war, daß ich keine Ahnung habe,
    wie man einem jungen Vogel vermitteln soll,
    was Feinde sind. Kurz bevor ich die Elster in die Freiheit entließ konnte ich zwar schon beobachten, daß sie sofort vom Boden aufflog
    und sich schimpfend auf den höchsten Ast in
    der Voliere setzte, wenn eine unserer Katzen
    in die Nähe kam, aber ich war mir trotzdem
    nicht sicher, daß ich sie gefahrlos in der
    Nähe freilassen könne und so hab ich sie
    weitab von Häusern oder Höfen, wo Katzen/Hunde leben könnten freigelassen.

    Ich weiß leider nicht, was aus ihr geworden ist, ich hoffe, sie hat sich gut zurechtgefunden in der Freiheit.

    Vielleicht hat ja jemand Erfahrung mit der Auswilderung von aufgepäppelten Vögeln
    und kann mir (für evtl. weitere Fälle) Tips
    geben.

    Viele Grüße

    Micha
     
  3. #3 Rüdiger, 15.01.2000
    Rüdiger

    Rüdiger Guest

    Moin Anke, moin Micha!

    Ich habe auch verschiedentlich Wildvögel(in der Hauptsache Amseln, aber auch Zaunkönige und Meisen) aufgezogen. Viele waren bereits flügge und wurden leider aus Unwissenheit zu mir gebracht (da meine Papageien in der ganzen Straße zu hören sind, wenn die Fenster aufstehen, glaubte man wohl, ich müsse auch davon haben [​IMG]), weil man sie verlassen glaubte. Nur in manchen Fällen war eine "Rückführung" zu den Elterntieren möglich.
    Das Problem mit der Auswilderung habe ich auch: ich versuche den Kontakt zu dem Vogel immer auf ein Minimum einzuschränken, aber das alleine reicht wohl nicht.
    Wie ist Deine Vorgehensweise, Anke?
    Im Zusammenhang mit den Feinden interessiert
    mich z.B., inwieweit die Kenntnis von Feinden und die Reaktion auf sie angeboren bzw. bereits im Nestlingsalter vermittelt wird (bei Nestflüchtern wie bspw. Hühnern ist es ja ein gelerntes Verhalten).
    ------------------
    Tschüss Rüdiger

    [Diese Nachricht wurde von Rüdiger am 15. Januar 2000 editiert.]
     
  4. Anke

    Anke Guest

    Hallo Micha und Rüdiger,

    Das Thema Auswildern ist in der Tat ziemlich heikel. Rabenvögel, zu denen auch die Elster gehört, neigen leicht dazu, sehr zahm zu werden. Was man bei ihnen unbedingt vermeiden sollte, ist, sie durchs Fenster fliegen zu lassen. Und zwar deshalb, weil sie sonst später in alle Fenster hineinfliegen werden, also auch in solche von uneingeweihten Leuten, die oft natürlich überhaupt kein Verständnis für so etwas haben. Letzten Sommer habe ich auch drei Elstern großgezogen. Sobald sie selbständig fressen konnten, kamen sie in eine Voliere, bis sie nach meinem Ermessen groß genug waren für die Feiheit. Zwei von ihnen kamen dann zu einer Bekannten, die sie von ihrer Gartenvoliere aus auswilderte. Die dritte im Bunde setzte ich zusammen mit einer weiteren Jungelster, die eine andere Frau aufgezogen hatte, in die Voliere, damit sie sich aneinander gewöhnten. Leider war die andere Elster sehr auf den Menschen geprägt, wogegen "meine" Elster vor allen anderen Menschen außer mir Scheu zeigte. Jeden Tag brachte ich ihnen entweder Zweige von Ebereschen, Holunder, oder was auch immer und machte ihnen klar, daß man das fressen kann. Dann hängte ich die Zweige in die Voliere, damit sie sich damit beschäftigen konnten. Außerdem bekamen sie lebende Insekten, wie Heimchen, vorgesetzt, sie sie sehr interessiert fingen und fraßen. Mehlwürmer versteckte ich in ausgehöhlten Ästen, usw. Als sie dann das alles kapiert hatten, kamen sie für eine weitere Woche in eine Freivoliere von einer Bekannten, von wo sie dann ebenfalls ausgewildert wurden. Die beiden blieben den ganzen Sommer zusammen, "meine" immer etwas auf Distanz, die andere jedoch flog allen ungeniert auf den Kopf und richtete allerhand Unfug an. Am Tag erschienen sie zwei-, dreimal zum Fressen und Spielen und oft schliefen sie auch noch in der Voliere. Anfang Oktober verschwand dann "meine" Elster immer öfter für ein paar Tage, bis sie dann gar nicht mehr kam. Um sie mache ich mir keine Sorgen. Aber als die zahme Elster von heute auf morgen nicht mehr erschien, blieb und bleibt das Gefühl, daß sie kein so gutes Ende gefunden hat :-(

    Bei Amseln funktioniert das Auswildern im Prinzip ähnlich. Ich versuche immer, möglichst mehrere Amseln und Drosseln zusammen in die Auswildervoliere zu setzen. Dann werden sie schnell sehr scheu. Nach etwa 10 Tagen öffne ich dann eine Klappe an der Voliere, auf die ich die Futternäpfe stelle. Nach und nach fliegen sie dann hinaus, kommen aber noch ein paar Tage bis Wochen lang zum Fressen und Trinken, bis sie selbst zurecht kommen.
    Wie und ob diese Kandidaten Feinde erkennen weiß ich definitiv nicht. Was man tun kann, ist, während der Aufzucht keine Katzen oder Hunde in ihre Nähe zu lassen, damit sie diese nicht als harmlos einstufen. Und eben als Auswilderort eine möglichst katzenfreie Zone zu wählen. In dieser Hinsicht sind vom Menschen aufgezogene Vögel eindeutig im Nachteil, denn ich nehme an, daß Feindbilder von den Elterntieren vermittelt werden.

    Owei, das ist jetzt fast schon ein Roman geworden...

    viele Grüße,

    Anke
     
  5. Mirjam

    Mirjam Guest

    Hallo!

    Wir haben auch einmal eine Elster aufgenommen, und großgezogen. Es war eigentlich schon von Anfang an klar, daß wir sie behalten, da sie von anderen Elstern und Raben gejagt worden war.
    Wir haben ihr damals auch keinerlei Überlebungschancen gegeben. Nun ist sie in ihrem 16 (!!) Lebensjahr....
    Meiner Mutter gegenüber ist sie sehr zahm und das Schönste ist, daß sie sehr gut sprechen kann (klar - Spottvogel)
    Teilweise wußten wir echt nicht, ob das die Elster oder einer von uns war (unser damaliger Hund im übrigen auch nicht... [​IMG]).

    Wir füttern die Elster immer mit Beofutter, was sich prima bewährt hat, neben Obst - aber man sollte wirklich versuchen, ob man sie wieder freilassen kann, denn solche "Dreckspatzen" habe ich noch nie wieder getroffen...

    Bei Spatzen, Kernbeißern, Tauben und Mauerseglern ist es dagegen (lt. meiner Erfahrung) leichter die Vögel "fremd" zu halten, so daß man sie wirklich auch wieder aussetzen kann.

    Ciao Mirjam
     
Thema:

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