Revierverhalten bei Rosellas

Diskutiere Revierverhalten bei Rosellas im Plattschweifsittiche Forum im Bereich Sittiche; Hallo, mein prächtiger Rosella Charly hat nun ein Weibchen. Sie ist noch ganz jung, niedlich und unwahrscheinlich neugierig. Aber Charly, der bis...

  1. #1 Petra.S, 16.07.2000
    Petra.S

    Petra.S Guest

    Hallo,
    mein prächtiger Rosella Charly hat nun ein Weibchen. Sie ist noch ganz jung, niedlich und unwahrscheinlich neugierig. Aber Charly, der bis zum Kauf des Weibchens der größte Feigling aller Zeiten war, ist plötzlich der Meinung, sein Revier gegen die Rosellafrau verteidigen zu müssen. Wir haben ihn fast ein Jahr, und er hat bis jetzt noch nie Revieransprüche gestellt, im Gegenteil. Von dem kleinsten Welli hat er sich vertreiben lassen. Ich halte die beiden in Einzelkäfigen und lasse sie zusammen fliegen, falls er ganz wütend wird, kann sie ihm dann besser entkommen. Nun meine Frage: Verteidigen geschlechtsreife Rosellafrauen auch ihr Revier, oder ist das Männersache?
     
  2. #2 Rüdiger, 16.07.2000
    Rüdiger

    Rüdiger Guest

    Moin Petra!

    Bei Rosellas wie anderen Plattschweifsittichen sind die Männchen das dominante Geschlecht (im Gegensatz zu Wellis). Die Revierverteidigung gegen Artgenossen und Feinde ist bei den Plattschweifsittichen m.W. in der Hauptsache Männersache: sie müssen, während das Weibchen brütet, Weibchen und Gelege vor Artgenossen und Feinden verteidigen.
    So weit ich weiß, kommt im Freileben das Weibchen nur in äußersten Notfällen zur Unterstützung des Männchens aus dem Kasten.
    Insofern nist davon auszugehen, das das weibchen ein weitaus geringeres Revierverhalten zeigen wird, welches aber bei Plattschweifsittichen weitaus ausgeprägter ist als bspw. bei Wellis.
    und sie sind vergleichsweise aggressiv.
    Das momentan das Männchen auf das Weibchen losgeht, liegt sicherlich daran, das er sie noch nicht als Partnerin akzeptiert hat, sondern eben als einen Eindringling ansieht.
    Aber leider ist es bei vielen Plattscheifsitticharten und so auch bei Rosellas manchmal so, das das Männchen auch bei erfolgreicher Verpaarung noch das Weibchen verfolgt oder angreift. Grundsätzlich ist die Partnersuche bei Rosellas nicht einfach, in manchen Fällen mußte das Weibchen auch wieder vom Männchen getrennt werden, da es dem Männchen nicht genug Widerstand leisten konnte.Meine persönliche Theorie ist, das dies daran liegt, das die im Freileben zur Revierverteidigung und zum Schutz des Weibchens und des Geleges notwendige Aggressivität in Menschenhand kein geeignetes Ventil findet (es fehlen die Feinde und Rivalen) und es deshalb bei manchen Männchen zu Angriffen gegenüber ihrem Weibchen kommt.
    Ein dominantes, aggressives Männchen bedarf auch eines dominanten Weibchens, das sich zu wehren versteht. Da zueinander passende Vögel zu finden, kann schwierig werden, auch weiß man seinen Einzelvogel ja zunächst nicht einzuschätzen, sondern erst nach erfolgtem Verpaarungsversuch.
    Das sich Charly von Wellis vertreiben ließ, erstaunt mich. Sein Verhalten dem Weibchen gegenüber halte ich hingegen für weitgehend normal.
    Nun sind die beiden ja auch erst kurz zusammen, insofern kann man noch keine Prognose wagen, wie es sich weiter entwickelt, ich drücke Dir aber die Daumen, das sich die beiden vertragen werden.
    Hilfreich wäre es sicherlich, die Verpaarung an einen beiden Vögeln unbekannten Ort (ein anderes Zimmer?) zu verlegen, um die vorhandenen Revieransprüche des Hahn aufzuheben.
    Ansonsten halte ich die Vorgehensweise mit zwei Käfigen in diesem Fall für völlig richtig.
    Viel Glück! Halte uns auf den laufenden wie es mit Charly und ? weitergeht!

    ------------------
    Tschüss Rüdiger
     
  3. #3 Petra.S, 18.07.2000
    Petra.S

    Petra.S Guest

    Hallo Rüdiger,
    vielen Dank für Deine Antwort. Wir haben hier heute morgen schon "gefeiert", unser Charly und seine Cherry vertragen sich nämlich! Er hat jetzt ihre Anwesenheit akzeptiert und backt wieder kleine Brötchen. Nun sitzen sie gemeinsam auf dem Sofa und krümeln mit Mohrrüben herum.Und genauso wie er es bei den Wellensittichen immer getan hat, entfernt er vorsichtig bei ihr die am Schnabel klebenden Futterreste. Er ist sogar in ihren Käfig geklettert und hat dort gefressen! Trotzdem lassen wir es langsam angehen, der schwierigste Teil wird dann die Eingewöhnung in die Gemeinschaftsvoliere. Dort hat Charly bisher zusammen mit 7 Wellis friedlich gelebt. Hoffentlich kann ich dann eine positive Fortsetzung meines Berichtes "ein Prachtrosella in der Wohnung" schreiben. Cherry heißt übrigens so, weil sie ein roter Rosella ist, wirklich kirschrot.
    Hoffnungsvolle Grüße!
     
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Revierverhalten bei Rosellas

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