Baumläufer - GBL oder WBL?

Diskutiere Baumläufer - GBL oder WBL? im Vogelbestimmung Forum im Bereich Allgemeine Foren; Hallo, laut Internet unterscheidet sich Garten- und Waldbaumläufer wohl durch den Überaugenstreif und Länge und Form des Schnabels. Beim...

  1. #1 streuobstgucker, 4. März 2013
    streuobstgucker

    streuobstgucker Mitglied

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    Hallo,
    laut Internet unterscheidet sich Garten- und Waldbaumläufer wohl durch den Überaugenstreif und Länge und Form des Schnabels. Beim Waldbaumläufer soll der Schnabel kürzer sein und weniger gebogen. Anbei eine Collage verschiedener Vögel:
    A Waldbaumläufer? B (2 Fotos, gleicher Vogel) WBL?
    C Gartenbaumläufer? D GBL?
    E GBL ? F WBL?

    Wie immer, herzlichen Dank und Gruß, Günther Den Anhang Garten od Waldbaumläufer Vogelforen.jpg betrachten
     
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  3. #2 Peregrinus, 4. März 2013
    Peregrinus

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    E lässt sich so nicht bestimmen. Alle anderen sind m. E. Gartenbaumläufer.

    VG
    Pere ;)
     
  4. #3 Merops Apiaster, 5. März 2013
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    Also, Schnabel und Überaugenstreif sind nicht die richtigen Mittel der Wahl ;-)

    Am ehesten kommst Du auf die Bestimmung mittels der Flügelzeichnung (das beige Feld in den Schwungfedern)...hast Du den Svensson zur Hand?
    Dort ist es wunderbar beschrieben ;-)


    VG, Merops
     
  5. red kite

    red kite Neues Mitglied

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    Bestimmungsproblematik Baumläufer

    Hallo -

    nicht selten ist eine Bestimmung dieser quirligen Kerle auch mit einem Svensson in der Hand und einem Premium-Fernglas in der anderen einfach nicht möglich. Daher hier eine Hinweise, jedoch tlw. sehr ausführlich:

    … mal zur Bestimmung von WBL und GBL: das ist oft nicht einfach und feldornithologisch recht oft gar nicht möglich, da die eigentlich sich fast immer in Bewegung befindlichen kleinen Kerle auch noch nur sporadisch mal auf der Vorderseite des Baumes hinauf klettern (fliegen immer an untere Bereiche des nächsten Baumes um dort wieder hinauf zu klettern). Daher gibt es auch z.B. in Datenbanken wie 'ornitho.de' die Möglichkeiten 'Baumläufer, unbestimmt' auszuwählen.
    Es geht im zeitigen Frühjahr recht gut mit den Stimmen; da verhalten sie sich wie viele Zwillingsarten: optisch zum Verwechseln ähnlich, aber akustisch (zumindest beim Reviergesang) bisweilen gut unterscheidbar. Die deutschen Artnamen täuschen (nicht nur bei WBL/GBL) meist: das Habitat kann auch beim WBL der Garten sein und vice versa.

    Eine (sehr) ausführliche Betrachtung der Bestimmungsproblematik liefert u.a. ein Artikel der Fachzeitschrift Limicola zur optischen Bestimmung unter Zuhilfenahme der Grossgefiedermerkmale :

    www.limicola.de/downloads.html

    Das ist dann der Artikel von Daubenicht, einer der ganz wenigen online verfügbaren Publikationen.

    Auch andere Merkmale (Verhalten, Stimme) sind da geeigneter, als die berühmte 'längere Hinterzehe' :

    aus: Bergmann/Helb - Die Stimmen der Vögel Europas

    u.a. :

    WBL:eher zu Artgenossen gesellig als der GBL, WBL nur zur Brutzeit territorial (man sieht schon manchmal mehrere BL am selben Stamm) , bevorzugt geschlossene Waldgebiete mit glattstämmigen Nadelhölzern (s.a. Couzens)

    GBL: nimmt auch künstl. Nistkästen an (z.B. Baumläuferhöhle m. seitl. Eingängen von Schwegler), Laubwald, Park, große Gärten. Bevorzugt raue Borke.

    Stimme:

    WBL: der bekannte dünne 'Blaumeisengesang', aber: Mischsänger sehr sehr selten (sagt der Altmeister der Vogelstimmen). Strophenfolge (3s, länger als bei GBL) gewöhnlich in größerem Abstand
    Rufe: wiederholter, scharfes 'srrii' oder 'psiit' , oft zu Serien gereiht.
    Flugruf: leises, gereihtes 'ti' oder 'tit'. Das bekannte, klare GBL-tüt fehlt ganz, außer Mischsänger s.o.
    Revierstreitigkeiten: Drohtriller 'brüd-brüd-brüd-brüd …'

    GBL: bekannte individuell konstante Strophe, Gesang kürzer und lauter als beim WBL. Gesang fast das ganze Jahr hörbar. Die seltenen Mischsänger (beide Gesangsstrophen) sind wohl ausschliesslich WBL, denen in ihrer Entwicklung das arteigene Vorbild gefehlt hat. Strophenfolge deutlich dichter als beim WBL.
    Rufe: territoriale Erregung ' einzelne oder gereihte laute 'tüt' (die bekannten Rufe).
    Revierstreitigkeiten: Drohtriller 'zitititit'. Manchmal dichte Folge von versch. Ruftypen 'srii pit srii pit tüi tüi tüi srii pit …'

    Das sind so in etwa die 'charakterisierenden' Lautäußerungsunterschiede lt. Bergmann/Helb. Dialekte, Unterarten (Zypern, GR, Spanien) mal außen vor, weil leider keine Ahnung (also ich ;-). Sonagramme erstelle ich auf Wunsch mit RavenLite (auch time-lapse) per eMail.

    Der Kosmosband 'Vogelbestimmung f. Fortgeschrittene' bietet stimmlich auch nicht mehr, die Feldkennzeichen sind (wie auch bei anderen Büchern ) dem Daubenicht (limicola-pdf) entnommen.

    Bei den Treecreepers aus dem 'Birds by behaviour' (D. Couzens) steht zu den 'Shorttoes' (also GBL):
    … much the more vocal of the two species.Call/song louder/more frequent than Treecreeper (WBL). Sings almost all year round. Treecreeper (WBL) mainly Feb-May.
    …Treecreeper is more vigorous bird. Forages at more energetic rate, moving from tree to tree more quickly than Short-toed (GBL)
    …Treecreeper far more aggressive to its rivals than Short-toed (GBL). Regularly fights/chases neighbours, behaviour rarely seen by Short-toed.
    …Short-toed more inclined to spiral around tree trunks than Treecreeper (WBL). Shorter toe, less able to cope with smooth bark; e.g. beech trunk, so more readily takes to side branches (also z.B. bei Birken, sagt auch der Bergmann …)

    Heute abend schau ich auch nochmal ins 'Kompendium' rein, und such' ggf. relevante Unterschiede raus (z.B. dringt der GBL eher mal in Städte vor usw.).

    piep-piep
    red kite
     
  6. #5 Peregrinus, 12. März 2013
    Peregrinus

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    Hier möchte ich zumindest für Baden-Württemberg relativieren. Natürlich gibt es Habitatüberschneidungen, aber mir ist bisher noch kein Waldbaumläufer im Hausgarten und noch kein Gartenbaumläufer im geschlossenen Wald untergekommen. Höchstens im Waldrandbereich hin zu Streuobstwiesen und Ortschaften mögen sie zusammen vorkommen. Insofern finde ich die Namensgebung durchaus passend.

    Was sind "glattstämmige" Nadelhözer????

    VG
    Pere ;)
     
  7. #6 Deinonychus, 12. März 2013
    Deinonychus

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    @Pere: Fichten z.B.
     
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  9. #7 Peregrinus, 12. März 2013
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    Interessant ... Genau an Fichten ist der WBL oft zu sehen, aber eben nur gelegentlich an "glattstämmigen" als vielmehr an "rauhborkigen". Die "Glattstämmigkeit" ist eine Frage der Art, der Herkunft, des Alters, des Standorts.

    VG
    Pere ;)
     
  10. #8 streuobstgucker, 18. März 2013
    streuobstgucker

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    Herzlichen Dank für die sehr ausführlichen Erläuterungen zur Unterscheidung GBL und WBL. Doch was Rufe und Gesang angeht, bin ich derzeit allermeist noch völlig überfordert. Ich habe bisher erst einmal einen Baumläufer gesehen und rufen gehört, den Rufen nach war es der GBL.

    Zum Hinweis von Peregrinus "... Natürlich gibt es Habitatüberschneidungen, aber mir ist bisher noch kein Waldbaumläufer im Hausgarten und noch kein Gartenbaumläufer im geschlossenen Wald untergekommen. Höchstens im Waldrandbereich hin zu Streuobstwiesen und Ortschaften mögen sie zusammen vorkommen...".
    => Eine Reihe meiner Beobachtungen sind im Waldrandbereich hin zu Streuobstwiesen und Ortschaften, d.h. in waldrandnahen Hausgarten, am Waldrand oder waldrandnahen Streuobst.

    Nochmals Dank und Gruß, Günther
     
Thema: Baumläufer - GBL oder WBL?
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