Halsbandsittich ausrotten?

Diskutiere Halsbandsittich ausrotten? im Artenschutz Forum im Bereich Allgemeine Foren; 8o Dann sind nach Punkt 6 des 10. Paragrafen die Hälfte aller ehemals heimischen Tiere und Pflanzen jetzt gebietsfremd. Deren Ausbreitung ist zu...

  1. alfriedro

    alfriedro Wildfang

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    8o Dann sind nach Punkt 6 des 10. Paragrafen die Hälfte aller ehemals heimischen Tiere und Pflanzen jetzt gebietsfremd. Deren Ausbreitung ist zu verhindern!
     
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  3. #62 Erich Willems, 30. Dezember 2011
    Erich Willems

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    Ja, ja Alfriedo,
    das lese ich auch so.

    Aber ist das nicht schön?
    So wissen wir wenigstens was wir am Wochende moralisch auf der sicheren gesetzlichen Seite tun können:
    Wir treten einem "dem Naturschutz"-Verein bei, und dürfen moralisch gesetzlich beruhigt jede mögliche Neuansiedlung dieser vor 100 Jahren ausgestorbenen Tiere verhindern und nebenher natürlich noch ein wenig Unkraut jäten: Topinambur, Riesenknöterich, Neuansiedlungstier:Peng, Neuansiedlungstier:Peng und auf unserer Stirn strahlt der naturschützerische (Heiligen-)Schein. Wir sind so richtig Bio und gut.

    Aber du bemerkst bestimmt auch den eingebauten Widerspruch mit 5. "der in geschichtlicher Zeit hatte".

    Damit bietet dieses Gesetzt wirklich alles was man von so einem Gesetz braucht und erwartet:
    - Beschäftigungs- und Einkommensmöglichkeiten von Anwälten
    - Für jede amtlich gerade beabsichtigte Aktion die notwendige Rechtfertigung: Ist es hilfreich eine ausgestorbene Art als einheimisch zu behandeln, verwende man 5. Ist es wünschenswerter sie als gebietsfremd zu handhaben, verwende man 6.

    Wir sehen, mit der Kenntnis der gesetzestextlichen Definition ist alles geklärt, was es zu sagen gäbe.
     
  4. #63 Erich Willems, 30. Dezember 2011
    Erich Willems

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    Wollte ja mal die Flusskrebsbeispielfrage recherchieren:
    Bisher auf die Schnelle folgendes gefunden:

    1890 wurden 100 Tiere des Kamberkrebses (aus Nordamerika stammend) Berneuchen in der Oder ausgestzt.
    Bis 1955 hatte er sich dann bis zum Rhein ausgebreitet. Jetzt gibt's ihn in ganz Mitteleuropa.
    Maximale Ausbreitungsgeschwindigkeit 50Km / Jahr.
    Lt. Troschel&Dehus 1993 ist nicht eindeutig geklärt, ob der Kamberkrebs die Krebspest nach Europa gebracht (Meine Scenrio-Version 2) oder die Krebspest schon da war also das Grasieren der Krebspest nur Zeitgleich mit der Freisetzung des Kamberkrebses ablief (Meine Scenarion-Version 1).
    Fakt ist allerdings, dass der Kamberkrebs immun gegen diese Pest war und ist.
    Wenn es nur vom Scenariotyp 1 (nur Zeitgleiches Ereignis) war, würde das bedeuten, dass der Kamberkrebs nicht die Flusskrebse ursächlich dezimiert hat, sondern deren Bestände wegen des Pilzes zusammenbrachen und der Kamberkrebs in die freigewordenen Lebensräume auffüllend eindrang, da er von dem Pilz nicht beeinträchtigt wird.
    Zusätzlich wird festgestellt: Eine direkte Verdrängung einheimischer Arten (wie Flusskrebs) durch den Kamberkrebs konnte bisher schlicht nicht beobachtet, bestätigt werden! In den meiusten Fällen war der Edelkrebs bereits vorher in dem Gewässer ausgestorben bevor der Kamberkrebs es für sich entdeckte.

    Diese Fakten ändern natürlich nichts daran, dass das Einbringen des Kamberkrebses in die tatsächlich bedrohten Bestände des Flusskrebses bei nicht immunen Beständen den Pilz verbreiten kann und deswegen unverantwortlich ist.

    Sollte aber Scanrio 1 (nur zeitgleich) zutreffen, hat der Kamberkrebs schlicht nicht den Zusammenbruch der Flusskrebspopulationen verursacht, sondern der Ausbruch einer Krankheit unabhängig vom Kamberkrebs. Ohne Kamberkrebs hätten dann die Flusskrebse das gleiche Schicksal ereilt, auch wenn dieses Scanrio natürlich für ideologisch fremdelnd getriebene Naturschützer dann bestimmt nicht propagierenswert wäre.

    Zu ökologischen wirklich feststellbaren Schäden durch den Kamberkrebs konnte ich finden:
    "Bisher sind keine ökologischen Schäden bekannt, die durch den Kamberkrebs an sich entstehen." (als fremde Tierart)
    Weiterhin zu den Kosten: Es "können keine Kosten ermittelt werden, die aktuell durch den Kamberkrebs verursacht werden"

    So damit habe ich, willi, deine "was weißt du zu berichten" Frage zu allen drei genannten vorerst abgehandelt.
     
  5. #64 eric, 30. Dezember 2011
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 30. Dezember 2011
    eric

    eric Guest

    Auf die letzten ziemlich wirren Texte, will ich nicht all zu sehr eingehen.( Wirr in Bezug auf angebliche eingeschleppte wilde Tiger in Europa etc. Nur soviel:

    Sofern es sich bei den Rhein Flamingos nicht um Phoenicopterus roseus, also den auch wild in Europa vorkommenden Rosaflamingo handelt, bin ich tatsächlich dafür, sie nicht dort zu belassen.
    Immerhin haben wir diese eine europäische Art, die sich infolge klimatischer und anderer Veränderungen immer häufiger auch in nördlichere Gefilde verfliegt. Eine Durchmischung dieser Wildvögel mit verwilderten Chileflamingos, Kubaflamingos und anderen, ist nicht unbedingt wünschenswert.

    Ja ich bin der Ansicht, dass unsere Spechten eine grössere Toleranz betreffend Schäden erwarten dürfen , als durch Fahrlässigkeit eingeschleppte Sittiche.

    Es dürfen und sollen durchaus Neu- oder Wiederansiedlungen von verschiedensten Arten stattfinden.
    Aber sicher nicht, indem man irgendwelche abgehauene, tropische Arten einfach irgendwo verwildern lässt. Das ist meines Erachtens, unverantwortlicher Blödsinn.
     
  6. #65 Erich Willems, 30. Dezember 2011
    Erich Willems

    Erich Willems Mitglied

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    Nun Eric -Halbnamensvetter -
    "Wirr in Bezug auf angebliche eingeschleppte wilde Tiger in Europ" ich traue dir zu zu erkennen, dass ich natürlich nicht Aussagen wollte Tiger seien hier eingeschleppt, ich sprach ja von Indern :). Sie stehen da um die Relationen be den unterschiedlichen Vorgehensvorderungen des "Naturschutzes" im Auge zu behalten.
    Da ich den "gehören hier nicht her" Teil nur aus versehen mit kopiert habe wird deiner Erkenntnisfähigkeit nicht entgangen sein, oder etwa doch?
    Ich gehe also davon aus, dass dir das nur gelegen kommt um es zu instrumentalisieren, damit du die Texte als Wirr bezeichnen kannst und sachlich nicht drauf eingehen musst.
    Versteh' ich, ist einfach bequemer.

    Tja und statt auf die Sache einzugehen und Sachargumente für den Ausrottungsnaturschutz im fraglichen Falle zu geben bringst du wieder die Unterstellung "indem man irgendwelche abgehauene, tropische Arten einfach irgendwo verwildern lässt." als sei dieses irgendwo in der Diskussion propagiert worden. Du wurdest ja von jemand anderem schon mal freundlich darauf hingewiesen, dass dieses nirgends Ausgesagt wurde.

    Ansonsten tust du nur wozu natürlich jeder ein recht hat zu sagen: "So gefällt's mir eben besser".
    Ist ja OK, aber dann nicht so tun als gäbe es irgendwelche rationalen Naturschutz-"Zwänge".
    Meine Sicht ist halte anders bzgl. des Ausrottungsnaturschutzes und des Zustandskonservierungsnaturschutzes.
    Die rationalen Argumente dazu habe ich angedeutet, denke ich.
     
  7. Tiffani

    Tiffani Vögel ohne Lobby

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    Wo die Polizei nicht tot über'm Zaun hängen möchte
    Hab mal etwas recherchiert...

    Zitat:
    Die meisten Neozoen, die in Deutschland leben, kommen aus Asien (27%) und Nordamerika (25%).
    Für etablierte Neozoen (Agriozoen), stellt Nordamerika mit 35% Anteil die meisten dieser Arten. Es
    folgen Asien mit 25% und Europa mit 16%.
    Nur 16% aller Neozoen aus Afrika konnten sich bisher etablieren.
    Von 626 Neozoen konnten Angaben über die Art der Einbringung gefunden werden:
    Wirbeltiere
    durch aktive Aussetzung 198 Arten (32%)
    durch Verwilderung 152 Arten (24%)
    mit Tierimporten 64 Arten (10%)
    mit Warenimporten 119 Arten (19%)
    mit Transportmittel 93 Arten (15%)
    [HR][/HR]
    Vögel sind beliebte Heim- und Zootiere. Sehr viele Arten werden in Deutschland gehalten. Auf
    Grund ihrer Flugfähigkeit entkommen relativ mehr Tiere als aus anderen Gruppen

    Nach wie vor sind Menschen, welche die einheimische Fauna durch Neozoen bereichern wollen, nicht selten. Dies führt zu lokalen Ansiedlungen mit den verschiedensten Vogelarten.
    Von den elf etablierten Arten sind sechs jagdbar. Davon wurden drei Arten durch Jäger eingebürgert.
    Auch öffentliche Verwaltungen beteiligen sich an Ansiedlung gebietsfremder Arten in
    Stadtgebieten

    "Man verspricht sich von dem Vorhandensein exotischer Vögel positive Effekte für das Wohlbefinden".
    Dies bestätigen viele Menschen. In soweit haben die Neozoen (ebenso wie einheimische Arten) vor
    allem in urbanen Gebieten eine psychologische und medizinische Funktion!
    Aix galericulata Mandarinente Angesiedelt zur Belustigung
    Alopochen aegyptiacus Nilgans Angesiedelt zur Belustigung
    Anser cygnoides Schwanengans Angesiedelt zur Belustigung
    Anser indicus Streifengans Angesiedelt zur Belustigung
    Branta canadensis Kanadagans Angesiedelt zur Belustigung
    Cygnus atratus Trauerschwan Angesiedelt zur Belustigung
    Meleagris gallopavo Wildtruthuhn Eingebürgert zu Jagdzwecken
    Phasianus colchicus Jagdfasan Eingebürgert zu Jagdzwecken
    Syrmaticus reevesi Königsfasan Eingebürgert zu Jagdzwecken
    Columba livia Felsentaube Verwildert
    Psittacula krameri Haldbandsittich Ausgesetzt zur Belustigung



    • Einige Neozoen, die sich in naher Zukunft etablieren könnten *Stand 2000: :D*
    • Kuhreiher Bubulcus ibis
    • Chileflamingo Phoenicopterus chilensis
    • Brautente Aix sponsa
    • Moschusente Cairina moschata
    • Rostgans Tadorna ferruginea
    • Gelbscheitelamazone Amazona ochrocephala
    • Mönchssittich Myiopsitta monachus
    • Großer Alexandersittich Psittacula eupatria
    • Haubenmaina Acridotheres cristatellus
    • Zebrafink Taeniopygia guttata

    Dass auch entkommene Einzeltiere einen schwerwiegenden Einfluss auf heimische Populationen
    haben können, zeigen die Beispiele der Schwarzkopfruderente (Oxyura leucocephala) in Spanien oder
    der entflogenen Hybridfalken, die Wanderfalken vom Nistplatz vertreiben können.

    Zitat Ende...
    *Auszug aus der Bestandsaufnahme und Bewertung von Neozoen in Deutschland*

    :+klugsche
    Mit einer Zunahme von Gefangenschaftsflüchtlingen muss durch das bestehende Kupierverbot für Ziergeflügel in Haltungen gerechnet werden.
     
  8. Raven

    Raven De omnibus dubitandum

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    Es würde sich absolut nicht lohnen, auf deine "Sache" einzugehen, denn du bist derjenige (nicht der einzige, aber der "Haupttäter"), der eine sachliche Diskussion über den Halsbandsittich unmöglich macht und das Thema benutzt, um seine ganz eigene Vorstellung von Neozoen und den Umgang mit ihnen in epischer Breite darzulegen.


    Von rationalen Argumenten sehe ich wenig, aber was neue Wortschöpfungen angeht, bist du kreativ. So ist das meistens bei Leuten, die da meinen, ihre Sicht sei ethisch überlegen und daher die einzig richtige. Für sie reicht noch nicht einmal der anerkannte Dudenwortschatz aus.

    Weißt du was? Du solltest deine Gedanken auf einer eigenen Webseite zusammentragen und Al mit ins Boot nehmen - aber das geht ja nicht, da fehlt ja das Publikum!
     
  9. eric

    eric Guest

    Es geht mir nur sehr bedingt darum einen Zustand zu konservieren.
    Veränderungen sind natürlich.

    Nicht in mein Bild von natürlicher Veränderung passt jedoch: Halsbandsittiche hier fahrlässig anzusiedeln und sie dann unter dem Deckmantel des Naturschutzes unbedingt bewahren zu wollen.
    Nichts anderes ist passiert. Halsbandsittiche sind nicht auf irgendwelche natürliche Wege eingewandert. Es sind eben abgehauene exotische Vögel, die man verwildern liess.
    Dies wird hier nun offenbar aber allgemein als für gut und toll befunden.

    Ich persönlich finde nach wie vor das ( auch unabsichtliche) Freisetzen von Exoten mit folgender unkontrollierter Populationsbildung, grundsätzlich höchst fraglich. Egal ob "Schäden" entstehen oder nicht.

    Dass ich nicht auf alles in jedem Text hier eingehen will, liegt auch daran, dass sie mir teils zu lang sind und für meinen Geschmack doch manchmal etwas sehr seltsam in den Ueberlegungen.
    Das dürfen sie auch von mir aus sein, aber es darf dann nicht verlangt werden, dass ich mich damit abmühe.

    Ob und in wie weit ich mich mit einer Sache auseinandersetzen will, bestimme ich eigentlich selber und lasse mir das nicht aufzwingen.
     
  10. Le Perruche

    Le Perruche Foren-Guru

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    Eric,

    das Problem sind nicht seit 40 Jahren in regionaler Begrenzung überschaubare Populationen bildende Halsbandsittiche. Sicher kein Problem, die jeweiligen Populationen so zu minimieren, dass ein Restbestand über den Habicht entsorgt wird. Ob nun mögliche gelegentliche Zerstörung von Dämmmaterial aus den Tieren schon Schädlinge machen, sei mal dahingestellt. Gibt es Zahlen dazu, ob das wirklich in nennenswertem Rahmen vorkommt? Weiß ich nicht.

    Wir haben aber Einwanderer die bewußt aus wirtschaftlichen Gründen eingeführt werden.
    Ein Beispiel mit dem Asiatischen Marienkäfer habe ich bereits genannt. Zu dumm, dass der sich als äußerst invasiv herausgestellt hat. Voraussichtlich wird er unseren heimischen Siebenpunkt mal verdrängen. Er ist gefeiter gegen Krankheitserreger. Dumm aber auch, dass er, da die Weinbauern als mögliche Opfer der Halsbandsittiche genannt wurden, u.a. besonderen Appetit auf Trauben hat. Besonders schade, dass auch von negativen Auswirkungen durch den Befraß auf die Weinqualität berichtet wird.

    Ein weiteres Damoklesschwert schwebt mit den Zuchthummeln in den Gewächshäusern bereits über uns. Auch hier wird mit einer invasiven Ausbreitung mit einschneidenden Folgen für die einheimischen Arten gerechnet, sollte wirklich einmal eine nennenswerte Anzahl ins Freiland ausbrechen.

    Eine Problematik von Neozoen, wie der vorliegende Zeitungsartikel darstellt, am Beispiel der Halsbandsittiche festzumachen, erscheint mir unter diesen Aspekten mehr als gewagt.
     
  11. alfriedro

    alfriedro Wildfang

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    Eines muss ich bei der ganzen Diskussion ja doch anmerken: Die Menschen lieben ja offenbar die Gewohnheit. Da, wo sie sind, möchten sie sich ihr gewohntes Umfeld schaffen. Das führt mitunter dazu, dass es in Tasmanien z.B. Brombeeren und Amseln gibt (wild, versteht sich). Andere endemische Arten sind dort kaum mehr auszumachen. Man Nimmt dort vor allem Tauben, Spatzen, Stare, Stieglitz und Grünfink wahr. Der Europäische Mensch hat dazu auch auf alles seinen Kulturstempel aufgedrückt. So findet man in Tasmanien 22.000 km weit weg von hier vor allem Europäisches. Alles, was abweicht, wird angepasst.

    Durch die Gartenbaukunst wird in aller Welt kunterbunt zusammengetragen, was eben gefällt, egal ob heimisch oder nicht. So auch in Europa. Nicht nur aus Schönheit oder Gewohnheit sondern aus Lust an der Exotik wie auch aus wirtschaftlichen Erwägungen wird da ausgesetzt. Überall in der Welt. So gibt es eben auch Kühe, Schafe, Pferde, Kamele in Australien, wo sie niemals von alleine hingekommen wären, wild. So leben auch in Europa, wo jetzt eben auch Nandus rumlaufen oder Halsbandsittiche rumdüsen, die fremden Arten. Wie auch immer sie frei gekommen sind, ist mal Nebensache. Bunte Vielfalt mag ihren Charm haben, aber: Lange Rede kurzer Sinn: Über kurz oder lang ist alles eine Einheitssoße.

    In Anbetracht dessen, dass jede Landschaft ihren ganz ureigenen Reiz hat, den ein Mensch mit künstlerischer Sensibilität wahrnehmen kann, wird auf diese Weise der Verschleppung und Verteilung von Lebewesen in für sie fremde Gegenden dieser spezielle Reiz verwischt. Das finde ich schade, mal ganz von der ökologischen Problematik abgesehen. Das wurde mir in Tasmanien erst richtig bewusst. Bei der Überprüfung bei Reisen in andere Länder fand ich das Bestätigt und war ein wenig enttäuscht, manchmal, wenn ich das Besondere der dortigen Natur versuchte zu erspüren.

    Das bezieht sich jetzt speziell auf die Siedlungsbereiche. In der freien Landschaft haben wir es mit ganz anderen Problemen zu tun. Da wird Landschaft zu einem Produktionsstandort nach industriellen Maßstäben degradiert, was noch viel schlimmer ist, als das Vermischen von Fauna und Flora.

    Zurück zum Halsbandsittich. Gewiss ist er hier ein recht auffälliger Fremdling. Mit dessen Ausrottung in Europa wäre aber erst eines von zigtausenden Problemen beseitigt, die die Menschheit bisweilen geschaffen hat. Dabei ist es sogar noch eines der Unbedeutendsten. Man sollte bei all dieser Ideologie, was hier hin gehört oder nicht, erst einmal anfangen zu verstehen, was Natur eigentlich ist. Im Moment ist sie für die meisten "Naturfachleute" ein von der Sonne angetriebener Zufallsgenerator mit eingebautem Wettbewerb, wer beim Kampf ums nackte Überleben übrig bleibt. Mit dieser Vorstellung von der Welt wird nur alles schlimmer.

    Grüße, Al
     
  12. eric

    eric Guest

    Natürlich spielt dieser Sittich im ganzen Gefüge kaum eine Rolle. Natürlich ist er nur ein kleines Problem und es gibt selbstverständlich noch viele andere.

    Das heisst jetzt aber nicht , dass es desshalb eine gute Sache ist!
    Nur weil es in Tasmanien scheinbar Amseln gibt, muss es desshalb hier doch nicht unbedingt Sittiche geben.
     
  13. alfriedro

    alfriedro Wildfang

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    Sie sind aber da, so wie die Amseln in Tasmanien. Wenn man jetzt anfängt aufzuräumen, dann konsequenter weise mit allem und überall. Sonst ist das ganze nur hohler Aktionismus und dann noch an falscher Stelle. Diese Sittiche machen wenig Probleme. Da gibt es Wichtigere. Damit will ich das Thema Sittich in Deutschland nicht schön reden. Obwohl mir die Tierchen ja gefallen, zugegebenermaßen. Ich sehe keinen Grund, gerade auf diese Tiere zu zielen, außer dass sie schräg qietschen und ein paar Äpfel anknabbern.
     
  14. eric

    eric Guest

    Na ja, auf diese Weise, kann man auch jegliche Massnahme zum Scheitern verurteilen.

    Mit dem Spruch: Entweder alle Probleme zugleich und überall angehen, oder alles ist nur blinder Aktionismus, ist garantiert dass nirgends irgend etwas passiert oder in Angriff genommen werden kann.

    Auch eine Möglichkeit nichts tun zu müssen.

    Wesshalb nicht dort erstmal eine Bremse anziehen wo man es noch kann?
     
  15. alfriedro

    alfriedro Wildfang

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    Sind doch auch nur Tiere wie Du und ich. :D

    :+schimpf Nee, also bei aller Liebe zum Naturschutz muss ich sagen: die stören kaum und bei allem Kunterbunt hierzulande und anderswo gibt es wirklich Wichtigeres, als auf so ein paar Piepmätze aus Fernost zu ballern, nur weil sie aus Fernost sind. Ihre Gegenwart ist kein Schaden, außer dass sie Exoten sind. Ihr Vorkommen beschränkt sich auf Parkanlagen mit exotischen Pflanzen und Winterfütterung im Weinbauklima. :zwinker: Da sind die streunenden Katzen allein schon ein größeres Problem. Wehe Du erschießt nur eine von Ihnen!

    Ich verstehe auch Deine Argumentation nicht wirklich. Mit Polemik gehst Du an die Ausrottung eines fremden Vogels und dann schränkst Du das wieder ein und willst nur deren weitere Ausbreitung verhindern, was Du ohnehin nicht schaffst. Alle Versuche, sie zu dezimieren hat sie nur in andere Regionen verschlagen. Du stürzt Dich auf eine vermeintlich anfängliche Invasion, die bereits in Westeuropa - und das wirklich an Siedlungen gebunden - fest etabliert ist. Du unterstellst mir und anderen, wir wollten unter allen Umständen die Ansiedelung von Neozoen verteidigen. Dem ist gar nicht so. Aber angesichts dieses Falls kann man wirklich auf dem Teppich bleiben. Ich beobachte das ja auch schon seit mehreren Jahrzehnten und tausche mich mit Fachleuten darüber aus.

    Und angesichts dessen, dass es in Deutschland mehr exotische als heimische Arten gibt, lässt mir angesichts einer Papageienart nur Achselzucken zu. Na und, was soll die Polemik. Rottest Du sie aus, gibt es immer noch reichlich andere. Wem nützt das letztendlich, wenn sie alle weg sind?

    Nehmen wir mal als Beispiel zur Abwechslung die Schmuckschildkröten, die sich angeblich so fruchtbar fortpflanzen. Warum fängt man die nicht ein und setzt an ihrer Stelle nicht die heimische Sumpfschildkröte wieder ein? Das wäre doch mal eine sinnvolle Maßnahme.
     
  16. raptor49

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    Solange keine Nilkrokos, Mississippi-Alis, Mambas, Kobras, kleine Kinder fressende Wölfe, Leoparden oder Tiger in D Menschenleben gefährden, sehe ich KEINEN einzigen Grund hier lebende Tiere abzuschlachten.

    Leute die sowas fordern, haben für mich einen Vollschaden im Hirn. Inkl der Idioten die seit Jahrzehnten Gewässer überfischen und dann das lustige morden der Kormorane fordern.0l
     
  17. eric

    eric Guest

    Na dann fang die mal ein.
    Also ich hab schon welche gefangen und hierzulande werden die Schildkröten zuweilen sogar von der Wildhut erlegt.
    Das Aussetzen von europ Sumpfschildkröten wiederum ist dann nochmals eine andere Sache. Da muss dann alles passen, sonst hat es wenig Sinn.

    Und wie um alles in der Welt kommst du auf so eine seltsame Aussage wie : es gäbe in D mehr exotische als heimische Arten?

    Deine Ansicht ist also: Alles egal, ein müdes Achselzucken und fertig?


    Uebrigens, ich stürze mich auf gar nichts, finde nur: solche Exotenpopulationen sollten schon grundsätzlich vermieden werden.
     
  18. eric

    eric Guest


    Da es nicht sinnvoll ist auf einer solchen Basis eine Diskussion führen zu wollen, steige ich hier aus.
    Allzu einseitige Denkweisen bereiten mir ein unbehagen. Das muss ich mir nicht antun.
    Zudem muss ich noch die toten Hühner für morgen herrichten. Meine Tierchen wollen ja auch was zu fressen haben.

    Ps: Die Hühner wurden abgeschlachtet, obwohl sie nie einen Menschen gefährdet haben.
    Bin ich nicht ein übler Kerl?
     
  19. #78 Erich Willems, 30. Dezember 2011
    Erich Willems

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  21. #79 Erich Willems, 30. Dezember 2011
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    Hm.. find' leider keine Möglichkeit des Editierens,
    sonst hätt' ich den Link einfach ergänzt:

    http://www.naturschutzstation-malchow.de/downloads/gb81.pdf
    Seite 5: "Meist ist nicht die Veränderung selbst der Schaden, sondern die Lebensangst der Naturfreunde, die sich wünschen, dass alles immer so bleibt, wie sie es aus ihrer Jugend kennen"
    Bzgl. des HS sehe ich das so.

    Schön ist natürlich, dass ich alle meine sogenannten "unsachlichen" Argumente dort in anderer Sprache wiederfinde :).
     
  22. #80 Erich Willems, 31. Dezember 2011
    Erich Willems

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    Da hab' ich noch nen link:

    http://www.epochtimes.de/43113_tierische-einwanderer-fuehlen-sich-in-deutschland-wohl.html
    Wieder von dem Neozoen-Experten Dr. Kienzelbach ..
    ich darf mal, da langes Reden und evtl. Lesen ja nicht gewünscht ist, kurz zitieren:
    "sei zu unterscheiden zwischen wirtschaftlichen, ökologischen und psychosozialen Schäden. Wirtschaftliche Schäden seien messbar, wie bei der Reblaus. Und wie im Fall von Reblaus und Kartoffelkäfer könne sich die Landwirtschaft darauf einstellen. Psychosoziale Schäden nennt der Biologe die Aufregung, wenn von neu einwandernden Arten berichtet wird."
    und
    "Die oft beschworenen ökologischen Schäden gibt es gar nicht» (Europäischen Kontinent) "Nur in sensiblen Ökosystemen, wie beispielsweise auf Inseln, können Neozoen wirklich bedrohlich werden"

    und weiter:
    "Deshalb hält Kinzelbach Versuche, fremde Arten aus Deutschland fern zu halten nicht für sinnvoll. «Ohnehin sind solche Versuche hoffnungslos», sagt der Biologe. Viel wichtiger sei es, fachmännisch zu beobachten, welche Tiere und Pflanzen sich hier tatsächlich ansiedeln. Aktiv werden solle man dann, wenn eine Spezies wirklich Probleme bereite."
    Halsbandsittiche tun das definitiv nicht :).

    Im Gegenteil,
    wenn ich die von Herrn Kienzelbach verwendete Sprachkonstruktion verwenden darf - meine sind ja verdächtig ;) - der "Psychosoziale Schäden" in der Form des "Psychosozialen Nutzens" sind's doch hübsche Tierchen :).
    Übrigens, wenn ich schonmal bei Frankfurt war und dort durch die Parkanlage ging mit Fernglas immer nach oben stellte sich heraus, dass den meisten Spaziergängern dort die HS gar nicht auffielen. Also dort zumindest trat nichtmal der psychosoziale Schaden bei den Parkgängern nennenswert auf :).
     
Thema: Halsbandsittich ausrotten?
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