News: Newcastle-Krankheit im Kreis Pinneberg

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  1. #1 Vogelfreund, 22. Oktober 2004
    Zuletzt bearbeitet: 22. Oktober 2004
    Vogelfreund

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    Pinneberg (aho) - Die Kreisverwaltung Pinneberg gibt einen
    Verdachtsfall der Newcastle-Krankheit auf einem Hühnerhof im Kreis
    Pinneberg bekannt. Nachdem die Krankheit durch einen Tierarzt amtlich
    festgestellt wurde, hat der Fachdienst Veterinär- und
    Lebensmittelaufsicht umgehend die notwendigen Maßnahmen eingeleitet.
    Eine Gefährdung für die Bevölkerung besteht nicht. Diese Tierkrankheit
    ist für den Menschen ungefährlich.

    In einem Hühnerbestand mit etwa 120 Tieren sind mehrere Tiere
    gestorben. Ein Tierarzt hat vorsorglich ein verendetes Huhn an das
    Landeslabor in Neumünster geschickt, um die genaue Todesursache
    feststellen zu lassen. Die Ergebnisse der durchgeführten
    Laboruntersuchungen bestätigten den Verdacht des Tierarztes auf
    Newcastle-Krankheit. Der Fachdienst Veterinär- und
    Lebensmittelaufsicht des Kreises Pinneberg wurde daraufhin sofort
    informiert. Eine amtstierärztliche Untersuchung am 16.10.2004 hat den
    Verdachtsfall amtlich bestätigt. Die endgültige Diagnose erfolgt nun
    durch das Referenzlabor für Newcastle-Krankheit beim
    Friedrich-Löffler-Institut auf der Insel Riems. Dorthin sind die
    Proben zwischenzeitlich weitergeleitet worden. Mit einem endgültigen
    Ergebnis wird in etwa zwei Wochen gerechnet. Aufgrund der Umstände des
    Falls und um eine Gefährdung umliegender Geflügelbestände so weit wie
    möglich auszuschließen, wurde der betroffene Hühnerbestand in
    Abstimmung mit dem Ministerium für Soziales, Gesundheit und
    Verbraucherschutz am 19.10.2004 tierschutzgerecht getötet. Die
    Tierkörper sind über die Tierkörperbeseitigungsanstalt unschädlich
    beseitigt worden. Die Desinfektionsmaßnahmen der Stallungen haben
    begonnen.

    Die Newcastle-Krankheit ist eine bei Hühnern und Puten hochgradig
    ansteckende Viruserkrankung, die aber auch Perlhühner, Rebhühner,
    Tauben und Wachteln betreffen kann. Sie tritt gelegentlich auch bei
    Wassergeflügel, z.B. Enten und Gänsen, auf. Die Krankheit muss beim
    Fachdienst Veterinär- und Lebensmittelaufsicht gemeldet werden. Die
    betroffenen Tiere zeigen Symptome wie Fieber, Hinfälligkeit,
    Appetitlosigkeit und Durchfall sowie Atembeschwerden. Es gibt aber
    auch einen chronisch-milden Verlauf, der sich bei Legehennen nur durch
    den Rückgang der Eierlegeleistung bemerkbar macht.

    Aus diesem aktuellen Anlass macht die Kreisverwaltung Pinneberg auf
    die geltenden Rechtsvorschriften aufmerksam. Jeder Besitzer eines
    Hühner- oder eines Truthühnerbestandes muss seine Tiere durch einen
    Tierarzt regelmäßig gegen die Newcastle-Krankheit impfen lassen. Die
    Größe des Bestandes spielt dabei keine Rolle. Die Impfung erfolgt in
    der Regel über das Trinkwasser. Um den Impfschutz langfristig
    sicherzustellen, sind regelmäßige Wiederholungsimpfungen beim Tierarzt
    erforderlich. Die Impfung ist so zu wiederholen, dass im gesamten
    Bestand stets ein ausreichender Schutz der Tiere vorhanden ist. Über
    die Impfungen sind Nachweise zu führen. Auch Besitzer von kleineren
    Geflügelbeständen wird empfohlen, die Hühner regelmäßig zu impfen.
    Sobald eine Krankheit in einem Hühnerbestand auftritt, sind erhebliche
    Sperr- und Schutzmaßnahmen erforderlich, die auch zu überregionalen
    Einschränkungen führen. Ein ausreichender Impfschutz der
    Gesamtgeflügelpopulation ist daher ein sinnvoller Schutz für alle Höfe
    vor wirtschaftlichen Schäden durch diese Krankheit.

    Daneben empfiehlt der Fachdienst Veterinär- und Lebensmittelaufsicht
    die üblichen Schutzmaßnahmen für Tierhalter in Zeiten erhöhter
    Seuchengefahr. Hierzu gehören beispielsweise Absonderung erkrankter
    Tiere, Vermeidung der Teilnahme mit Geflügel an Märkten oder Schauen
    u.ä., nach Möglichkeit keine Zukäufe von Geflügel, regelmäßige
    Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen sowie Verhinderung des Zutritts
    betriebsfremder Personen zu Geflügelstallungen.

    Die Haltung von Hühnern bzw. Trutzhühnern ist nach der
    Viehverkehrsverordnung anzeigepflichtig. Danach muss jeder, der
    Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen, Einhufer, Hühner oder Trutzhühner
    halten will, die Tierhaltung spätestens bei Beginn der Tätigkeit und
    bei Änderungen beim Kreis Pinneberg melden.


    Ergänzungen zur Pressemitteilung vom 20.10.2004 21.10.2004

    Der Kreis Pinneberg hat am gestrigen Tage mitgeteilt, dass auf einem Hühnerhof im Kreis Pinneberg der Verdacht der Newcastle-Krankeit aufgetreten ist. Die Amtstierärzte des Kreises haben diesen Verdacht vorläufig bestätigt. Der Hühnerbestand wurde vorsorglich getötet.

    Die Kreisverwaltung Pinneberg stellt nochmals klar, dass es sich bei diesem Verdachtsfall nicht um die durch Influenzaviren verursachte klassische Geflügelpest handelt, die im Frühjahr 2003 in den Niederlanden erhebliche Schäden verursacht hat. Beide Krankheiten sind getrennt voneinander zu betrachten. Die Newcastle-Krankheit des Geflügels wird dagegen durch einen Virus hervorgerufenen, den Paramyxovirus. Diese Tierkrankheit ist für den Menschen ungefährlich.

    Derzeit erfolgt eine Untersuchung von Proben im Referenzlabor für Newcastle-Krankheit beim Friedrich-Löffler-Institut auf der Insel Riems. Eine endgültige Bestätigung über den Krankheitsfall liegt laut Informationen des Kreises in etwa 14 Tagen vor.
     
    Thomas B. gefällt das.
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  3. #2 Vogelfreund, 23. Oktober 2004
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    Newcastle-Krankheit: Hühner waren nicht geimpft

    Newcastle-Krankheit: Hühner waren nicht geimpft (22.10.2004)

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    Kreis Pinneberg (aho) - Am gestrigen Tage hatte der Landkreis
    Pinneberg mitgeteilt, dass auf einem Hühnerhof im Kreis Pinneberg der
    Verdacht der Newcastle-Krankeit aufgetreten sei. Der Hühnerbestand mit
    120 Tieren wurde vorsorglich getötet. Die Ursache für den Ausbruch der
    Erkrankung scheint jetzt klar zu sein: Die Rentnerin, die die Hühner
    privat hielt, hatte die Tiere nicht gegen die Newcastle-Krankeit
    impfen lassen, so Andreas Köhler, Sprecher des Landrates gegenüber der
    Presse.

    Die Newcastle-Krankheit ist eine anzeigepflichtige Krankheit. Bereits
    der Verdacht auf diese Geflügelkrankheit muss von Tierhaltern und
    Tierärzten dem zuständigen Amtstierarzt gemeldet werden.

    Neben den üblichen Maßnahmen, die ein Tierhalter in Zeiten erhöhter
    Seuchengefahr zu beachten hat (wie etwa Absonderung erkrankter Tiere,
    keine Marktbeschickungen, keine Zukäufe, Reinigungs- und
    Desinfektionsmaßnahmen, keine fremden Personen in den Stall lassen)
    muß dringlichst auf die Impfpflicht der Geflügelhalter hingewiesen
    werden. Danach hat jeder Besitzer eines Hühner- oder
    Truthühnerbestandes seine Tiere durch einen Tierarzt regelmäßig gegen
    Newcastle-Krankheit impfen zu lassen.

    Die Krankheit wird durch ein Paramyxovirus verursacht und ist
    außerordentlich ansteckend für Hühner und Truthühner, aber auch für
    Fasane, Rebhühner und Wachteln, in seltenen Fällen auch für
    Wassergeflügel und Wildgeflügel. Die Ansteckung mit dem Virus erfolgt
    über die Atmungsluft und über Kontakte, etwa im Stall, auf
    Geflügelmärkten oder Transporten sowie über Nahrungsaufnahme.

    Neben plötzlichen Todesfällen zeigen erkrankte Tiere Fieber bis 43
    Grad Celsius, Mattigkeit, Schläfrigkeit, Appetitlosigkeit, Durst,
    gesträubtes Gefieder, Durchblutungsstörungen mit häufig dunkler
    Verfärbung des Kammes, Atemnot, Niesen, Röcheln,
    Schleimhautabsonderungen und grünlich-wässrigen Durchfall. Innerhalb
    von fünf Tagen nach Ausbruch der Krankheit sterben viele Tiere.

    Hochansteckende Viruskrankheiten, wie die Newcastle-Krankheit sind
    ohne Impfung des Geflügels nicht wirksam zu bekämpfen. Nur der
    ausreichende Impfschutz aller Einzelbestände, auch kleiner Bestände,
    bietet einen wirksamen Schutz für die Gesamtpopulation der Hühner und
    Truthühner in Deutschland und verhindert eine Einschleppung der
    gefährlichen Geflügelseuche nach Deutschland.
     
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