Was "handaufgezogene" Venezuelas so verpassen !!

Diskutiere Was "handaufgezogene" Venezuelas so verpassen !! im Amazonen Forum im Bereich Papageien; Hallo, da ich aus vielerlei (hier in den Foren schon mehrfach von anderen Usern dargelegten) Gründen die sog. "Handaufzucht" ablehne...

  1. VolkerM

    VolkerM Guest

    Hallo,

    da ich aus vielerlei (hier in den Foren schon mehrfach von anderen Usern dargelegten) Gründen die sog. "Handaufzucht" ablehne (Ausgenommen: Absolute Notfälle), möchte ich aus eigener Erfahrung noch einen kleinen Aspekt beisteuern, der (aus meiner Sicht) ebenfalls gegen "Handaufzuchten" spricht. Meine diesbezüglichen Erfahrungen resultieren aus den Beobachtungen "meiner" beiden Venezuela-Amazonen, die zur Zeit 3 Nestlinge "betreuen". Die beiden Venezuelas werden in einem großräumigen Vogelzimmer (vgl. Forum "Umfragen"/"Wer hat ein Vogelzimmer?") gehalten und konnten/können weitestgehend ungestört ihren "Paarungs- und Brutgeschäften" nachgehen. Es erfolgte lediglich eine einmalige Kontrolle der Nisthöhle, um "Legenot" mit Sicherheit ausschließen zu können. Die notwendigen Pflegearbeiten erledige ich erst nach Einbruch der Dunkelheit, da (zumindest "meine") Venezuelas sich bei Dunkelheit in der Regel absolut ruhig verhalten und sich offensichtlich durch die Arbeiten (sofern leise ausgeführt) nicht gestört fühlen. Hängt vielleicht damit zusammen, dass sie als tagaktive Tiere nachts keine Aufmerksamkeit auf sich (und die Nestlinge) lenken wollen, um Gefährdungen zu vermeiden. Erich hat hierzu schon mal was ausgeführt.

    Schön zu beobachten (zu belauschen) ist bei meinen "nächtlichen" Pflegearbeiten folgendes Verhalten:
    Wenn ich (unbeabsichtigt) Geräusche verursache (was schon mal vorkommt), reagieren die Nestlinge, die mittlerweile schon hören können, mit "Quäken". Das wiederum veranlasst die in der Nisthöhle sitzende Henne dazu, offensichtlich beruhigende Laute von sich zu geben. Und zwar klingt das genau so: "Gäg.GägGäg" (ziemlich dunkle Tonlage und nicht allzu laut). Immer ist es eine Dreier-Tonfolge. Und das wirkt sofort. Die Nestlinge stellen das "Quäken" ein.

    Diese Beruhigungslaute der Henne kriegt eine "Handaufzucht" ja nie mit. Ich weiß nicht, ob diese Beruhigungslaute angeboren sind, oder sich erst einprägen müssen, also die Nestlinge als erwachsene Vögel dieses Verhalten auch "drauf haben", ohne es je von den Elterntieren gehört und (im Zusammenhang) erlebt zu haben.


    Liebe Grüße
    Volker
     
  2. Anzeige

    Schau dir mal diese Ratgeber an. Dort wirst du bestimmt fündig!
    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  3. Mona

    Mona Foren-Guru

    Dabei seit:
    9. Januar 2000
    Beiträge:
    1.331
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    Im Norden an der Elbe
    Hallo Volker,

    mich würde mal interessieren, wie alt die Küken jetzt sind.
    Die meisten Züchter nehmen die Küken mit ca. 3 Wochen zur Handaufzucht heraus, es sei denn, sie brüten die Eier in der Maschine aus und ziehen ab Tag 1. groß 8o

    Es gibt aber auch Züchter, die nehmen die Küken erst mit 6 Wochen raus, damit die möglichst viel von den Eltern mitbekommen (ist kein Plädoyer FÜR Handaufzuchten, finde es nur vernünftiger, wenn es passiert, das es dann spät passiert).
     
  4. Wasp

    Wasp Stammmitglied

    Dabei seit:
    24. Juni 2001
    Beiträge:
    416
    Zustimmungen:
    0
    Hallo,

    ich kann Mona nur beipflichten. Es ist ganz klar besser, wenn die Küken zumindest einige Wochen von den Eltern aufgezogen werden. So lernen sie in der ersten Prägephase was es ist, ein Papagei zu sein.

    Ich finde das Verhältnis macht es aus. Und ich möchte hier nicht für Handaufzuchten sprechen!

    Mein Paule (Grauer) ist von der siebten Woche an per Hand aufgezogen worden während Ette wahrscheinlich (die Züchterin behauptet heute immer noch etwas anderes) schon als Ei weggenommen wurde. Naja die Folgen sind ja bekannt.

    Ich habe mal von einem Züchter gelesen, der micht sehr beeindruckt hat. Er handhabt es ähnlich wie du. Er lässt die Eltern die Aufzucht ganz alleine übernehmen und beschäftigt sich in der Zeit viel mit den Tieren. Das ist gut möglich, denn die Tiere haben absolutes Vertrauen zu ihm. Die Küken lernen den Menschen so als Freund kennen, nicht als Familie. Sie haben keine angst vor ihm und sind dennoch "echte" Papageien.

    Ist klar, dass das Zuchtpaar im Jahr viel weniger Küken produziert als es viele Züchter wünschen.


    Alles liebe,

    Bee
     
  5. VolkerM

    VolkerM Guest

    "Meine" Kükens

    Hallo Ihr BEIDEN,

    Das älteste Küken ist am 18.07. geschlüpft. Plärrt schon ganz schön laut. Meine Meinung ist: Die Küken sollten (wenn irgend möglich) in jeder Entwicklungsphase bei den Elterntieren verbleiben. Nochmal: Ich lehne "Handaufzuchten" (Ausnahme: Notfall) generell ab. Man/frau kann zwar sagen, es gibt so richtig radikale Handaufzuchten und es gibt etwas rücksichtsvollere Handaufzuchten. Ja -das vielzitierte "kleinere Übel". Ich jedenfalls
    wünsche mir viele vitale und in ihrer (Eigen)Art sozialisierte "Naturbruten".
    Wenn ich selber im "Besitz" einer "Handaufzucht" wäre, würde ich diese natürlich genauso liebevoll behandeln, wie alle anderen auch. Nur: Die Schwierigkeiten sind (jedenfalls meistens) ab einer bestimmten Entwicklungsstufe (Alter) vorprogrammiert.
    Erst wenn die Nachfrage nach Handaufzuchten endlich mal stagnieren würde, hört dieser wirkliche Unfug auf. Es ist letztendlich eine kommerzielle Geschichte.

    Liebe Grüße
    Volker
     
  6. Rüdiger

    Rüdiger Guest

    Moin Bee!

    Ja, wenn das möglich ist ist es das Ideal. schließlich muß man davon ausgehen, das ein Großteil der Vögel wieder in großer Nähe zu Menschen leben wird, wahrscheinlich sogar in Wohnungshaltung.
    Bei meinen in Wohnungshaltung gezüchteten Agas bin ich auch so verfahren: die Jungen kannten schon im Kasten (im Ei?) die menschliche Stimme, bereits beim ersten vorsichtigen Blick aus dem Kasten haben sie uns gesehen.
    Auch wenn ich Nistkastenkontrollen dennoch auf ein Minimun reduzierte hatte ich schon den Eindruck, das sie sehr gut an den Menschen gewöhnt waren - zwar nicht zahm, aber auch nicht scheu.
    Leider geht es bene nur bei Arten bzw. Vogelindividuen, die wöhrend der Brut nicht empfindlich auf die menschliche Gegenwart reagieren und leider scheinen viele Amazonen dazu nicht zu gehören.
     
Thema:

Was "handaufgezogene" Venezuelas so verpassen !!