Zähmung bei jeder Vogelart anders?

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  1. Ameundyuki

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    So ihr lieben ich wollte euch mal nach euren Erfahrungen fragen was das vertrauen zu euren Vögelchen betrifft.
    Erfahrungen habe ich bisher bei Wellis,Nymphis, Halsbandsittichen und dem Kongo Graupapageien.
    Dazu muss ich ehrlich sagen das natürlich immer auch nach dem Charakter des Vogels gegangen wurde bei mir.

    Keines meiner Tiere wurde mit dem Angstsystem erzogen. Ich sage jetzt bewusst Angstsystem weil ich bei vielen gelesen habe das sie ihre Papageien mit Staubwedeln erzogen haben. Ihr könnt euch das so vorstellen das wenn der Vogel was falsch gemacht hat er einmal quer durch das Zimmer gejagt wurde...

    Diese waren meistens auch Aggressiv, wen wundert das auch?
    Bei meiner Dame hab ich immer nein gesagt und einmal ihr Schnabel zwischen Zeigefinger und Daumen genommen und sanft von Links nach Rechts geführt. Einmal gemacht schon hat sie es gelassen Tapeten, Sofa und Decken an zu knabbern.

    Das ging natürlich nur bei meiner Grauen.

    Meine Wellis habe ich größtenteils einfach schon am Ersten Tag fliegen lassen und größtenteils ignoriert außer wenn sie irgendwo hinter geflogen sind, dann hab ich sie mit der Hand da weg geholt. Nach einer Woche ist mir der erste auf den Kopf geflogen und nach zwei Wochen kamen sie auf die Hand. Wobei mein zahmster anders zahm geworden ist, da er ein Notfall war habe ich ihn jeden Tag in die Hand genommen und geredet mit ihm und gekrault. Nein er wurde nie alleine gehalten! Ist trotzdem aber so zahm gewesen das er immer am Mund sitzen wollte und wenn man ihn nicht da dran ließ dann zwickte er einen ordentlich in den Finger.

    Bei den Nymphen fand ich es sogar am schwersten, man muss da wirklich am Ball bleiben sonst wird das nichts. Da wir immer Jungvögel hatten ging es auch relativ schnell. Immer am Käfig gesetzt und voll gequatscht und wenn ich denen nur was vor gelesen habe. Dann auch immer Hirse in der Hand angeboten und Futter und nach und nach kamen sie näher. Und dann ganz vorsichtig immer ans Köpfchen bis sich einige dann sogar Kraulen ließen und jetzt richtige schmuser sind:D

    Und unsere Halsis das war auch so ne Sache, so richtig zahm wurden die nie, was glaube ich aber auch daran lag das nicht soviel Zeit mit denen verbracht worden ist. Und kraulen bloß nicht das wollte keiner von denen, her kommen und füttern lassen alles kein Thema aber sobald der Finger zu nah da war flogen sie weg.

    Jetzt habe ich gehört von einigen Züchtern und Besitzern man solle die Jungtiere ständig in die Hand nehmen damit sie zahm werden...:?
    Hat das jemand von euch gemacht? Also ich hab momentan Agaporniden und da kann ich definitiv sagen toll finden die das ganz sicher nicht. Kraulen darf ich aber auch nur solange die Hand soweit offen ist das man selber ja auch wieder weg kann wenn man nicht mehr will...

    Über interessante Ideen und Erfahrungen freue ich mich natürlich sehr und auch wo ihr so das Gefühl habt persönlich das die Vögel eher zahm werden.
    Mich stört es nicht wenn meine Vögel nicht super zahm sind, ich liebe die unterschiedlichen Charaktere die hinter Ihnen stecken. Und in Not lässt sich ja fast jede Vogel anfassen.

    LG
    Ameundyuki
     

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  3. Tussicat

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    Also ich habe als Kind mit Wellis angefangen, hatte einen bei der Tombola der Vogelausstellung gewonnen. Da hatte ich noch keine Ahnung von den Tieren. Mein erster war recht schnell zahm und der Partner ebenso. Der erste war irgendwann leider auch nicht mehr richtg flugfähig und kam überall hin gekrabbelt.

    Später habe ich dann einen Fundvogel mit zugekauftem Partner übernommen. Der schüchterne Partner wurde erst richtig zahm, als ich ihn habe nach Herzenslust in den Finger beißen lassen. War wohl so eine Art Vertrauenssache, da ich ihn nicht geschimpft habe. Er war fortan am liebsten auf meiner Schulter, statt bei seinem Partner. Im Nachhinein vermute ich, dass es vielleicht doch zwei Hähnchen waren und kein Pärchen. Der Käfig war immer offen und für den Flugunfähigen (ja, es hat leider wieder einen damit getroffen), gab es eine Art Leiter.

    Seit 20 Jahren habe ich nun Beos, ist nur noch einer. Dieser kam als Jungvogel (Liebe auf den ersten Blick) und da ich ihn nicht auf dem Käfigboden nachts sitzen lassen wollte, er tat mir so leid dort, habe ich ihn auf mein Kopfkissen gesetzt. Er entschied sich aber gleich in meine Arme zu krabbeln und dort warm zu schlafen. Hab dann nach ein paar Tagen eine Lösung gefunden und ihm ein Schlafhaus im Schrank eingerichtet. So kam er dan nach seiner Morgentoilette zum Kuscheln. Der zweite Beo kam nach 1 Jahr zu zweit in Minikäfig auf Zoohandlungsfußboden zu mir, da der Zweitvogel verkauft war und er nun ganz schlimm einsam schrie. So dachte ich, dass man zwei Vögeln etwas gutes tut und nahm ihn mit. Er war ängstlich bis zur Starre, wenn man ihn in die Hand nahmen wollte. Da er total krustiges Gefieder hatte, musste ich ihn erst einmal baden. Er hat dann schmerzlich Fliegen gelernt. Baden hat er nie gelernt, da half kein Trick, kein Vormachen des Älteren, nichts. Ich habe ihn schon schnappen und duschen müssen. Harte Arbeit, sich das Vertrauen zu erarbeiten. Hab ihn manchmal einfach auf mein Gesicht gepackt, so wusste er, dass wir vertrauen wollen. Er hat mich nie ins Gesicht gebissen oder angegriffen. Die Hände dürfen alle meine Vögel beißen. Er wurde auch zahm und saß gern mal auf Menschen rum. Da sich beide Vögel nicht vertrugen habe ich den Kerl nach ca. 3 Jahren schweren Herzens nach Walsrode abgegeben, da er so einen Spaß an der Bewegung hatte, den ich mit Zweitkäfig nicht befriedigen konnte. Auch wollte er unbedingt mit Artgenossen zusammen sein, der vermutich aus Handaufzucht stammende leider nicht. Das war, als es ein Importverbot gab und plötzlich (Gott sei Dank!) alle Beos aus den Läden verschwanden.

    Zwischendurch hatte ich ein paar Finkenpärchen, die nicht zahm wurden. Mit dem Freiflug war das folglich nicht so einfach, aber wunderbare Vögel.

    Nun haben wir noch ein Bourkesittichpärchen, das so ziemlich machen kann was es will. Beide nicht sehr zahm, aber man darf sie mal am Brüstchen streicheln oder ihnen was zum Schnabel reichen. Um eine Zähmung bemühen wir uns nicht. Sie kommen gelegentlich Leckerli betteln. Beo und Bourkes vertragen sich gut, dürfen zusammen fliegen. Es gibt keine Eifersucht oder so etwas, Bourkihenne darf sich auch was von Beos Kartoffeln holen.

    Momentan sind die Vögel alle so in maximalem Abstand von 1 m um mich herum und schauen zu, dass ich auch alles richtig schreibe.

    Wenn mein Partner nach Hause kommt, dann drehen alle durch vor Freude, denn sie wissen, wer hier die meisten Leckerlis verteilt ;-)
     
  4. dustybird

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    G'day bird mates , das zähme brauche ich nicht , meine Lieblinge kommen zu mir.
     

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  5. Tussicat

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    Living in paradise ...
     
  6. dustybird

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    G'day @ Tussicat yes you're right, just beautiful.
    Aber ich möchte hier euch einmal etwas sagen. In meinen ersten Tagen der Vogelzucht , hatte ich eine große Freivoliere für meine Wellensittche ( Hansi Bubi ) Vögel . ich war am Wochenende unterwegs und bin dann 1 Tag später nach Hause und hatte dann auch meine Wellensittiche nicht gefüttert. Als ich dann in die Voliere kam , sind die Wellensittiche vor Hunger auf mich geflogen und haben das Wellensittich Futter mir aus der Hand gefressen. Dieses Spiel habe ich dann später auch bei anderen Vögeln durchgeführt, Siehe da auch diese Vögel sind dann gekommen und haben mir das Futter aus der Hand gefressen. Das soll aber kein Rat sein!!!!!!!!!!! aber ich habe jeden Vogel zahm bekommen.( gerd)
     

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  7. harpyja

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    Hallo Ameundyuki,

    der einzige Absatz in deinem Beitrag, in dem es um Zähmung geht, ist der mit den Nympfen - aus dem Rest lese ich nur heraus, wie man einen Vogel gegen seinen Willen anfasst, fehlprägt, mit Gewalt erzieht oder sogar misshandelt...

    Wenn Vögel nicht berührt werden wollen, dann ist das so, und wenn sie bestimmte Menschen nicht leiden können, sollte man sich damit abfinden. Das ist mein Fazit, das ich aus mehreren Jahren mit Sittichen, Papageien, Hühnerartigen, Greifvögeln und Falken mitgenommen habe. Bislang hatte ich fast immer das Glück, dass ich einfach "gemocht" wurde und mir die Vögel folgten und sich berühren ließen, ohne, dass ich sie auch nur gefüttert habe - ich war nur in ihrer Nähe, ahmte Laute nach oder sprach mit ihnen, und irgendwann gehörte ich halt dazu.

    Wenn man damit nicht weit kommt, kann man Vögel trainieren bzw. gewöhnen, dass sie Dinge wie das Anfassen und Händeln erdulden. Das geht am besten über Futter und mit viel Geduld, und häufig wird aus dem "Gefallen lassen" dann auch ein Mögen.

    Vögel darf man aber niemals direkt bestrafen.
     
  8. dustybird

    dustybird Foren-Guru

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    G'day Vögel aller Art möchten (nicht) in die Hände genommen werden.
     

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  9. Ameundyuki

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    Hallo Harpya,

    ich habe meine Tiere nie bestraft, ich hab es mit futter, spielen und anderen Dingen gemacht. Wie geschrieben habe ich meine Wellis erst ignoriert und nur mit der Hand genommen wenn sie zum beispiel hinter das Bett gefallen sind oder Schränke! Es sind letztlich alle Zahm geworden mehr oder weniger aber wie auch schon oben geschrieben stört mich das nicht!

    Der einzige Welli den ich immer in der Hand hatte war unser Notfall. Butschi hatte eine offene Kopfverletzung da er als Nestling von einer anderen Henne gehackt wurde und aus dem Nest fiel.

    Ich habe nie eines der Tiere gezwungen deswegen hinterfrage ich ja auch das was mir vom Züchter gesagt wurde von wegen die Jungtiere ständig in die Hand zu nehmen. Klar meine Agas muss ich noch zu füttern deswegen geht es nicht anders aber die anderen wurde nie zu was gezwungen weiß auch nicht wie du das raus gelesen hast :?

    Schließlich habe ich nur varianten genannt die ich aber persönlich nie benutzt habe!
    Meine Graue wurde nie bestraft in dem Sinne und das mit dem Schnabel hat sie auch nie negativ aufgefasst.
    SIe hatte sehr großes Vertrauen zu mir, sie ist zum Beispiel auf die Hand und ließ sich dann wie eine Fledermaus hängen.

    Und zu meinen Agas zum Beispiel, die hassen es wenn ich sie mit der Hand nehmen muss damit ich sie füttere aber sobald das Futter da ist, ist auch gut. Leider geht es nicht anders.
    Sitzen sie so im Käfig oder auf dem Käfig lassen sie sich mittlerweile auch kraulen und da merkt man ihnen auch an das sie das mögen, erstens wird mir der Kopf entgegen gehalten und das Gefieder wird erstmal aufgeblustert und das Köpfchen mit gedreht und anderseits halte ich sie nicht fest, sie können jederzeit weg fliegen.

    Mir ist wichtig das egal welches Tier es ist, niemals durch Angst erzogen wird denn es wird niemals das Vertrauen aufgebaut was man hat wenn das Tier von selber kommt.


    Zu Dustybird ich finde die Bilder wirklich sehr schön! Und die Idee mit dem Futter ist nicht schlecht aber ich könnte das nicht. Wobei ich das schon bei Hunden, Ratten und Co gelesen habe das es dort gemacht wird damit die Tiere kommen müssen und merken das keine Gefahr ausgeht. Aber lesen ist ja immer was anderes als machen ;)


    Tussicat
    das mit den Beos finde ich sehr toll!
    Ich hatte zwar nie einen Beo aber wir hatten mal eine Dohle aufgezogen da wir sie verletzt und fast verhungert gefunden haben. Die Tierärztin konnte sich nicht um sie kümmern deswegen haben wir sie dann genommen und sie war auch sehr anhänglich! Das schöne war das sie den ganzen Tag frei in unserer Siedlung rum flog und Abends von selber sich in unsere Voliere setzte. Sie musste das nicht aber sie tat es trotzdem immer.
     
  10. harpyja

    harpyja Foren-Guru

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    Ich habe auch nichts anderes behauptet, nur deinen Beitrag kommentiert.
    Das an-den-Schnabel-fassen, was du selbst gemacht hast, ist aber auch für viele Vögel unangenehm. Ich habe das bei meinen Mohrenkopfpapageien damals auch gemacht und daraufhin wurden die, wenn eh schon in Rage, erst so richtig giftig.
    Ich bin dann dazu übergegangen, den Vogel (falls schon auf der Hand) bei unerwünschtem Verhalten auf den Boden zu setzen, da ich das als "Erziehungs-Tipp" gelesen hatte. Nach dem zweiten mal wehrte er sich so heftig, dass das Absetzen schon gar nicht mehr ging.

    Wie gesagt, ich habe da meine Schlüsse gezogen und würde heute ausschließlich über positive Verstärkung arbeiten.

    Wildvögel sollte man schon mal gar nicht zähmen...
     
  11. Ameundyuki

    Ameundyuki Neues Mitglied

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    Liebe Harpye das mit dem Schnabel steht im Clicker Training Buch auch für Vögel drinne ;) also scheinbar hab ich da nichts falsch gemacht natürlich ist es bei jedem Vogel bestimmt auch nochmal anders.

    Was die Dohle betrifft toller Weise brauchte man diese gar nicht zähmen Dohlen sind schlaue Tiere und unsere durfte immer machen was sie wollte. Sie hätte auch niemals sich zähmen lassen.
    Bedenke bitte auch das man Wildvögeln helfen darf und auch soll. Besser man geht einmal mehr zum TA und kümmert sich um das Tier als es Elendich sterben zu lassen. Das Tier war auch nie in Gefangenschaft! Sie war draußen konnte frei in der Siedlung fliegen und ist freiwillig zu uns zurück auch jetzt wo sie sich Einen Schwarm angeschlossen hat sehen wir sie ab und an. Und woher wir wissen das es wahrscheinlich unsere ist? Weil sie immer noch hier auf die Terrasse kommt und nicht weg fliegt wenn man raus kommt. Herkommen wie früher tut sie nicht mehr so aber das stört ja auch keinen.
    LG Ame und Yuki
     
  12. harpyja

    harpyja Foren-Guru

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    Das auf-den-Boden-setzen habe ich auch in einem Magazin über Papageien gelesen, war trotzdem Käse. Ich habe hier Bücher von 1966, in denen steht, Papageien sollte man möglichst früh einzeln halten und möglichst von allen Außenreizen isolieren, damit sie schnell zu Sprechen anfangen. Steht auch in einem Buch, macht man aber alles andere als richtig.
     
  13. Stephanie

    Stephanie Foren-Guru

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    Also ich würde egal bei welcher Vogelart nur Belohnungen einsetzen und ggf. Reden und probeweise Entspannungsgesten imitieren ("mit dem Schnabel knisten" = Kopf schief und Zähne aufeinander reiben hat bei einem meiner Vögel tatsächlich zu schnellerem Vertrauen bzw. Beruhigen seinerseits geführt).
    Vögel durchs Zimmer jagen: In einem Buch aus den 70ern über Wellensittiche (Annette Wolter) stand, dass, wenn man einen Wellensittich jagt, in dem Fall war gemeint, um ihn von hohen Sitzülätzen zu scheuchen und in den Käfig zu bekommen, würde er "lernen, dass der Mensch sein schlimmster Feind ist, vor dem er sich verstecken muss". Und was lernt denn ein Vogel, den man jagt? Dass derjenige, der ihn jagt, gefährlich ist. Der Vogel flieht vor ihm. Also bleibt ihm Gedächtnis: Der Typ ist gefährlich, die Situation ist gefährlich. Evlt. bleiben solche Vögel eher freiwillig im Käfig.

    Fragen, die sich ergeben: Kann man alle Vogelarten mit der gleichen Methode zähmen oder sollte man die Methode der Art anpassen? Alle Heimvogelarten?
    Bringt es etwas, einem Tier mit Angst und Druck Vertrauen beizubringen?
    Wenn wir ein Tier zähmen, wollen wir erreichen, dass es uns vertraut und freiwillig zu uns kommt. Wie sollen wir das schaffen, wenn wir es von uns weg scheuchen?
    Weiß ein Tier "das macht sie jetzt, weil ich etwas falsch gemacht habe"? Kann es das überhaupt definieren?
    Wenn ein Papagei die Wand anknabbert, macht er subjektiv nichts falsch. Wie soll er wissen, dass wir sauer sind, weil wir die Tapete jetzt ersetzen müssen? Wie soll er wissen, dass die Tapete heile bleiben soll, die Äste aber extra zum Nagen gedacht sind? Woher soll der das eine als gute, erwünschte Verhaltensweise einordnen und das andere als Ärgern des Menschen? Wie stellen wir klar, dass er weiß "sie macht das, damit ich die Tapete nicht annage" und nicht "oh, jetzt ist sie wieder unberechenbar und ich muss mich verstecken" oder "merken: Das ist der Feind, der mich jagt"?

    Einfachster Ansatz, "jede" (Heim-?) Vogelart zu zähmen, wäre für mich folgendes:
    Immer mit den gleichen Worten ankündigen, was man tut.
    Immer gleiche Handlungen zur gleichen Tageszeit machen, so dass der Vogel sich darauf einstellen kann.
    Dem Vogel Freiraum geben, also nicht den Futternapf wechseln, wenn der ängstliche Vogel direkt daneben sitzt. Nie in die Nähe des Vogels greifen, wenn er an einem Ort sitzt, wo er nicht mehr ausweichen kann, z.B. in einer Käfigecke.
    Verhalten belohnen, z.B. wenn der Vogel entspannt ist vorsichtig Lieblignsfutter so hinlegen, dass er problemlos drankommt und sich beim Ablegen des Futters nicht ängstigt.
    Das sollte langfristig zu Vögeln führen, die entspannt im Umgang mit dem Menschen sind. Ausnahmen wird es immer geben. Bei denen würde ich persönlich dann Clickern/ positive Verstärkung ausprobieren, weil das zweimal bei mir sehr ängstliche Vögel "gezähmt" hat.
    Was ich nicht machen würde: Dafür Futter komplett entziehen oder wichtiges Futter entziehen. Also z.B. Vögeln nur Grundfutter anbieten, wenn sie sich "gut" verhalten und sie sonst hungern lassen (war mal früher eine empfohlene Methode).
    Vögel bewusst ängstigen (geht nach hinten los: Man will ja keine Vögel, die beim Anblick des Menschen vor Angst in der Käfigecke liegen).

    Es kann nicht schaden, sich hin und wieder mal in den Vogel hinein zu versetzen. Warum nagt er die Wand an? Warum macht er etwas, das ist nicht möchte? Führt er arteigene Verhaltensweisen aus, befriedigt er Bedürfnisse, die er "rechtmäßig" hat, z.B. nach Bewegung, Lautäußerung, Betätigung des Schnabels etc.?
    Was könnte man tun, damit er diese Bedürfnisse an einer Stelle in einer Weise befriedigt, die mir angenehm ist (z.B. bessere Nagegelegenheiten als die Tapete anbieten, höhere Sitzplätze als den, an dem er nicht sitzen soll usw.).

    Manches kann man mit Verhaltenstraining lösen, anderes mit der Umgestaltung der Umgebung - so dass der Vogel sinnvoll beschäftigt ist - vieles passiert schon seltener, wenn der Vogel Vogelgesellschaft und viel Freiflug hat, natürlich mit passenden Landeplätzen.
    Zahm werden = Vertrauen aufbauen. Vertrauen != Angst, Stress, Gewalt. Gewalt = Vogel wird zu etwas gezwungen, dass er von allein nicht tun würde, ohne dass er es freiwillig tut. (Man kann ihn auch trainieren, etwas zu lernen, dass er anfangs nicht machen will. Dann entscheidet er aber selbst, wann er was wagt. Das würde ich dann nicht als Gewalt ansehen. Wenn er bspw. Angst vor der Transportbox hat, ändert sich das nicht, wenn ich ihn da reinstopfe. Wenn ich in kleinen Schritten Blicke und Schritte zur Box belohne, später Sitzen und Bleiben in der Box, muss er sich auch überwinden, bringt das aber mit der Belohnung in Verbindung und musste nicht entgegen seiner Angst in der Box aushaarren. Beim nächste Mal hat er weniger Angst vor der Box; beim Reinstopfen steigert sich die Angst).
    Vögel bestrafen: Beim Clickern macht man das insofern, als dass man bei mehren Vögeln einen belohnt, den anderen nicht. Der Andere ist enttäuscht und überlegt, was er machen kann, um auch belohnt zu werden und imitiert dann oft den Ersten. Vögel bestrafen mit Angst oder Schmerz oder körperlicher Manipulation: Kann nach hinten losgehen, wollen wir nicht, wir wollen ja, dass der Vogel uns vertraut.
     
  14. Tussicat

    Tussicat Foren-Guru

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    Hallo Stephanie,
    ich denke, so kann man das nicht generalisieren.

    Meine Vögel haben auch keine Angst vor mir, wir saßen z.B. gestern alle gemeinsam auf dem Sofa zum Fernsehen. Auch die beiden Bourkes, die ganz schüchtern sind. Aber wenns zum Tierarzt geht, das muss die Henne wegen Hormonstörung 3-4 Mal im Jahr, dann muss ich sie zwangsläufig einfangen. Bisher hat sich danach nie eine Verhaltensänderung oder ein Vertrauensverlust ergeben.

    Vögel sind so unterschiedlich in ihrem Charakter, dass ich denke, dass es kein Patentrezept gibt, was man tun oder lassen sollte.

    Wenn das Vertrauen da ist, kann man durchaus mal an den Schnabel fassen, ohne dass das eine große Belastung ist. Beo bekommt mitunter sogar den Schnabel abgewischt, vor allem wenn Federteile daran hängen bleiben, die er selber nicht gleich los wird. Ist eben alles eine Frage der Kommunikation miteinander. Vor allem wenn der Vogel weiß, dass er sich dem auch entziehen könnte.

    Dann gibt es aber auch Vogelhalter, die nicht wirklich mit Ihren Tieren kommunizieren, egal ob Voliere oder Minikäfig in der Küche. Da wird es mit dem Vertrauensverhältnis dann schwierig, denke ich.

    Das nur dazu, weil sich auch die Haltungen und Beziehungen nicht vergleichen lassen.

    Meine Vögel teilen ganz klar mit, was sie mögen und was nicht. Respekt und Rücksichtnahme sollten hier Priorität haben und nicht schematisiertes Verhalten.
     
  15. Ameundyuki

    Ameundyuki Neues Mitglied

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    Hallo Harpye,
    ich finde es sehr interessant was du sagst aber ich bekomme dabei auch das Gefühl das du deine Vögelchen nicht beobachtest. Viele Arten begrüßen sich mit den Schnabel, ein schnelles Anstupsen und tüdeln.
    Was ich bei meiner Grauen gemacht habe war nichts anderes. Und nebenbei bemerkt die Schreiberin des Buches Die Vogelschule arbeitet mit Vögeln die einige Traumata haben! Und das Buch ist auch nicht aus den Neunzigern noch dazu. Natürlich kann es sein das nicht alle Vögel es aktzeptieren aber meine bisherigen Erfahrungen haben mir gezeigt das es über den Schnabel mit vorsichtigen streicheln, anstupsen schneller zum Vertrauen geführt hat.
    Meine Wellis ließen sich zum Beispiel teilweise erst kraulen wenn ich etwas über den Schnabel gegangen bin und dann wurde das Köpfchen mir angeboten.
    Schade das du so schlechte Erfahrungen damit machen musstest.
    Meine Tiere kamen immer Freiwillig zu mir und waren auch sehr wohl fähig mir zu zeigen was ich darf und was nicht.
    Entweder durch zetern oder weg gehen und dann lässt man auch sein Tier in ruhe.
    Jeder kam von selber wenn er gekrault werden wollte und keiner musste Ersatz bei mir suchen.
    Keines meiner Tiere wurde jemals alleine gehalten!
    Genauso muss ich dazu sagen das ich das mit den Schnabel bei meinen Agas mache und jetzt werde ich schon bis zum Körper geduldet. Natürlich kann ich nicht erwarten das sie innerhalb von einer Woche ein Vertrauen zu mir haben was andere erst nach Monaten haben aber mir reicht es das sie merken das keine Gefahr von meiner Hand ausgeht.


    Vögel sind fähig uns mitzuteilen was sie wollen und was nicht! Wenn man nur aufmerksam auf sie Acht gibt und sie zu nichts zwingt. Es ist aber auch sehr interessant zu sehen wie unterschiedlich Menschen in der Haltung und Verhalten zu ihren Tieren sind.

    Ich freue mich wirklich sehr solch interessante Ansichten bei euch zu erfahren.
    Trotzdem werde ich immer dabei bleiben das ein Tier welches Falsch behandelt wird immer weniger Vertrauen haben wird als wenn sie merken das Ihnen der gleiche Respekt entgegen gebracht wird.
    Daher werde ich jetzt mal sagen ganz schlicht, ist genug Vertrauen da, kommt das Tier von selber und sucht deine Nähe und das obwohl du ihn komplett Artgerecht hälst und er es nicht müsste.

    Lg Ame und Yuki

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  16. harpyja

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    Ich finde, das ist schon ein gutes Beispiel von Stephanie - aber klar, jeder Vogel ist ganz individuell. Daher habe ich mich auch so knapp gehalten, denn (um mal die Frage des Threads zu beantworten): Jeder Vogel ist anders zu "zähmen". Zu meinen Mohrenkopfpapageien habe ich ganz anders Zugang gefunden als zu einem Wellensittich, Truthuhn oder Wüstenbussard - aber auch die Mohrenköpfe unter sich sind da völlig unterschiedlich. Aber ich würde schon behaupten, dass manche Leute einfach besser mit Vögeln umgehen können als andere.

    Wir gehen gerade einfach von zwei ganz unterschiedlichen Dingen aus: Was hier noch eine Strafe ist...
    ... ist dann hier plötzlich soziale Interaktion:
    Ich habe hier doch nie in Frage gestellt, dass das Berühren des Schnabels nicht okay wäre, sondern, dass du den Vogel nicht bestrafen solltest, indem du ihn am Schnabel ziehst!
     
  17. Ameundyuki

    Ameundyuki Neues Mitglied

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    Normalerweise ist es auch eine Interaktion zwischen den Vögeln aber ich konnte so auch meinen Graupapagei zeigen was sie bitte lassen soll. Sie war auch nie Aggressiv im Gegenteil sie fand es lustig und spielte danach mit mir was vllt aber auch an dem sehr tollen Charakter meines Vogels lag.

    Momentan mach ich es bei meinen Agas anders. Zwar streiche ich vorsichtig mit dem Finger über den Schnabel und geh kurz leicht über das Gefieder am Kopf sofern ich darf aber mehr scheint es erfolg zu haben, einen Lautsprecher neben mich zu stellen und ein paar Agaporniden Geräusche abzuspielen. SIe kommen von Tag zu Tag näher zu mir und beobachten mich immer neugieriger. Nebenbei mach ich es noch das ich Abends mit der Hirsestange in den Käfig gehe und warte aber bisher sind sie noch zu scheu. Freue mich aber über jeden kleinen Vertrauensfortschritt.
    Und da die Vögel sowieso den ganzen Tag Freiflug genießen können bin ich gespannt wie es weiter mit Ihnen wird.

    Jedoch habe ich das Gefühl aber vielleicht ist es auch nur so ein Gefühl, das die Agas bisher mehr scheu sind bzw vorsichtig als andere Vogelarten.
     
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Zähmung bei jeder Vogelart anders?

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