Diabetes bei Vögeln

Diskutiere Diabetes bei Vögeln im Forum Vogelkrankheiten im Bereich Allgemeine Foren - Hallo, ich hätte sehr gerne Informationen über die Behandlung von zuckerkranken Vögeln. Hat jemand schon mal so einen Fall gehabt? Mich würde...
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Petra.S

Guest
Hallo,
ich hätte sehr gerne Informationen über die Behandlung von zuckerkranken Vögeln. Hat jemand schon mal so einen Fall gehabt? Mich würde interessieren, welches Insulin in welcher Menge gespritzt wird. Normalerweise steht die Insulindosis in einem bestimmten Verhältnis zur Kohlenhydrataufnahme. Wie wird das bei Vögeln realisiert? Außerdem möchte ich gern erfahren, wie hoch der Blutzuckerspiegel bei einem Vogel im "Normalzustand" ist. Wer kann mir darüber Auskunft geben? Ich würde mich - auch über den kleinsten Hinweis - sehr freuen.
Liebe Grüße, Petra
 
Hallo Leute,
zwar hat sich keiner auf meine Anfrage gemeldet, aber sicherlich interessiert sich doch der eine oder andere für dieses Thema. Deshalb berichte ich kurz, was ich inzwischen so zusammengetragen habe.
Der Blutzuckergehalt eines Vogels liegt im Bereich von 200 - 500 mg pro Deziliter. Zum Vergleich: Bei gesunden Menschen liegt der Wert zwischen 70 und 110 mg pro Deziliter. Es eignen sich für die Blutzuckerkontrolle also keine Harnteststreifen, da beim Menschen die Nierenschwelle (also die Harnzuckerausscheidung über die Nieren) bereits bei einem Wert von 160 - 180 mg/dl erreicht ist und der Streifen sich beim Vogel dann sowieso verfärben würde. Es bleibt, wenn der Vogel an Diabetes erkrankt ist, nur die Kontrolle des Blutes. Die Behandlung erfolgt mit einem Langzeitinsulin, und zwar wird meistens eine Anfangsdosis von 0,002 Einheiten pro 30 g Körpermasse angesetzt. Ungeklärt ist immer noch die Frage, wie man die Kohlenhydratzufuhr mit der Insulindosis in Einklang bringen kann, da der Vogel ja das frißt, was er nun mal frißt und sich nicht zum Fressen zwingen läßt, um eine Unterzuckerung zu vermeiden. Außerdem sind Unterzuckerungen, die durch ein Langzeitinsulin hervorgerufen werden, meist hartnäckiger als die durch ein Normalinsulin. Ich frage mich, ob ich dies einem meiner Vögel zumuten würde...ich glaube nicht.
Vielleicht hat doch jemand Erfahrungen damit???

Liebe Grüße, Petra
 
Hallo Petra,

sorry, hab die Frage erst jetzt gesehen. Was Du da mit dem "Vogel zumuten" ansprichst, ist auch in Fachkreisen ein umstrittenes Thema. Das muß im Endeffekt jeder für sich entscheiden, denn es bedeutet doch einigen Streß für Vogel und Halter. Ich habe glücklicherweise keine Erfahrungen damit, allerdings habe ich mal gelesen dass ein Vogel etwa ein Jahr oder sogar (?) mehr beschwerdefrei leben kann, wenn die Therapie erfolgreich verläuft.
Die Insulindosis muß für jeden Vogel individuell herausgefunden werden, deshalb fängt man bei dem von Dir genannten Wert an und steigert ihn entsprechend. Zur Kontrolle werden Blutuntersuchungen gemacht, die natürlich nicht jeden Tag vorgenommen werden können.

Übrigens muß man darauf achten, dass der Blutspiegel nicht allzu schnell sinkt. Offenbar kann dagegen mit Dextrose behandelt werden. Wenn man das übersieht, soll dies tödliche Folgen haben.

Die "Diät" für zuckerkranke Vögel sieht so aus, dass nur noch fettarmes Körnerfutter gegeben werden sollte. Auf süße Früchte sollte ebenfalls verzichtet werden.
Das ist leider alles was ich weiß.
Viele Grüße
Meike
 
Hallo
mit schwerwiegenden krankheiten sollte jeder verantwortungsvolle vogelhalter/züchter zum tierarzt gehn
gruß gisi
 
Liebe Gisi, liebe Meike,
vielen Dank für Eure Antworten. Als erstes möchte ich betonen (habe ich in meinem Posting vergessen), dass ich in meinem Bestand zum Glück keinen zuckerkranken Vogel habe. Mich interessiert dies aber sehr, deshalb dachte ich, dass hier vielleicht jemand seine Erfahrungen damit weitergeben kann. Bei Hund und Katze tritt dies bereits sehr oft auf und die Tierärzte wissen im allgemeinen, wie sie das behandeln müssen. Bei Vögeln ist das relativ selten - und es wird ja auch nicht immer entdeckt. Oft stirbt der Vogel, ohne dass diese Diagnose überhaupt gestellt worden ist.
Meike, es stimmt: gegen eine Unterzuckerung wirkt Dextrose (Traubenzucker). Und zwar von allen kohlenhydratreichen Lebensmitteln am schnellsten. Wird dies dem Körper dann nicht zugeführt, treten Erscheinungen wie Gleichgewichtsstörungen, Muskelschwäche, Orientierungslosigkeit bishin zur Ohnmacht - später mit Todesfolge - ein.
Liebe Grüße, Petra
 
Hi,

ich wollte zwar selbst mehr Informatinen über die Zuckererkrankung meines Vogels aber jetzt kann ich zu euren Informationen sogar noch etwas beitragen ;-)

Ich komme gerade vom Tierarzt und habe die Diagnose Diabetes. Ich habe sie seit einem halben Jahr (Nymphensittich) und niemlas einen normales Kot, zusätzlich zwei Infektionen. Der Verdacht war ab der zweiten (e-coli) Infektion schon bei Organbeschwerden. Ihr Zustand hat sich trotz Gewichtszunahme jedoch plötzlich verschlechtert, sie konnte gar nicht mehr fliegen etc.
Wie haben ihr heute Blut abgenommen und haben festgestellt, dass alle Werte normal waren und nur der Zucker erhöht ist, deshalb (mit alle den Symptomen wie Benommenheit, viel Trinken etc) ist die Diagnose Diabetes Typ 2.
Sie bekommt jetzt übers Trinken Glibenclamid sowie dreimal am Tag davon 0,05ml in den Schnabel (soweit möglich)
Dieses Mittel ist auch für Menschen und löst keine Unterzuckerung aus (vor der hatte ich als "Selbst-Diabetiker" am meisten Angst), allerdings ist der Stoffwechsel bei Vögel so, dass man die auch nicht einstellen kann (von Insulin hat sie nichts gesagt- und den WEg den wir einschlagen klingt für mich sehr gut).
Außerdem sind ab sofort nur noch Gemüse erlaubt und evtl versuchen wir sie auf zuckerärmere Pellets umzustellen.
Zusätzlich wird ab sofort ein Trinknapf auf dem Boden stehen, dass falls sie abstürzt und niemand da ist sie zum Trinken kann, was das Risiko ins Koma zu fallen enorm mildert.
Sie ist zwar noch eine Woche eingesperrt aber normalerweise haben sie gar keinen Käfig und da die Tierarztin meinte Verletztung aufgrund Abstürzen sei nur ein geringes sekundäres Problem und sie geschätze 1,5 Jahre noch leben kann (auf sowas gebe ich nichts wollte es aber vollständigkeitshalber erwähnen) möchte ich ihr diesen Luxus nicht verwähren.


Ich hoffe Ihr konntet jetzt ein wenig mehr erfahren

Liebe Grüße

Sabine
 
Scheint ein Novum zu sein. Habe schnell noch mal im Kaleta geblättert.Weder unter Diabetes noch unter "Zuckerkrankheit" etwas gefunden.
Ich glaube es läuft unter starke Stoffwechselstörungen.
Ist die Leber im Eimer gibt es einen Haufen Probleme.
Wenn man bedenkt, das Pellets auch bis zu 16% Proteine, 8% Fett und über 50% Kohlenhydrate haben, je nach Sorte, wird hier das Körnerfutter oft um Längen geschlagen.
Ivan
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
In diesem Themenbereich

vermehrte Wasseraufnahme
Polyurie

sollte auch das Fanconi Syndrom ins Auge gefasst werden.

Dabei sollte dann allerdings der Zuckergehalt im Normalbereich (Teststreifen und frischer Urin) sein.
 
Haben sie auch bei Coli......ohne Durchfall zu zeigen.
Auch bei vielen anderen Erkrankungen gibt es eine vermehrte Wasseraufnahme, selbst wenn die Vögel keine offensichtlichen Symptome zeigen.
Aber ich habe noch nie davon (Diabetes) gehört, auch nicht im Laufe der Jahrzehnte bei den hunderten Gesprächen mit Züchtern, die ihre Vögel untersuchen ließen.
Wahrscheinlich tritt das nur bei WENIGEN Vögeln auf.
Ich verabschiede mich mal.
Ivan
 
Richtig, Ursachen können deren viele sein.
Aber an De - Toni - Fanconi wird seltener gedacht, deshalb kann man es ja mal erwähnen.

Vielleicht nutzt es ja mal jemandem, davon gehört zu haben.
 
Unsere Nils hat auch Beschwerden mit Zucker. Die Blutuntersuchung hat 700mg/dl ergeben.

Blutwerte Referenzwerte3.jpg
 
Thema: Diabetes bei Vögeln

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