Vogel des Jahres 2020

Diskutiere Vogel des Jahres 2020 im Artenschutz Forum im Bereich Allgemeine Foren; Die Frage ist hier aber, ob die - zumindest suggerierte - hohe Fuchspopulation ursächlich für das Verschwinden des Brachvogels war oder doch eher...

  1. #61 Coelophysis, 28.10.2020
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    Ja, das sehe ich auch so. Wäre es anders, würden sich die Fuchsbestände ja infolge der verschwindenden Wiesenbrüter nach unten korrigieren. Das scheint nicht der Fall zu sein. Die Wechselwirkungen innerhalb des Systems sind also schon insofern komplexer, als dass die Bestandsentwicklungen des einen Art nicht (nur) auf die der anderen zurückzuführen sind.

    Du hast natürlich Recht, wenn du sagst, dass wir die geeigneten Habitate vieler Wiesenbrüter selbst geschaffen haben. Das du aber aucßer Acht lässt ist, dass wir diese nicht aufgeben, um die alten Urwaldbestände wiederherzustellen, die damals gewichen sind. Vielmehr entstehen ökologisch oft unbrauchbare Flächen. Die Frage ist, wollen wir aus den alten Waldsystemen erst Offenlandsysteme und dann biologische Wüsten machen, oder wollen wir, wenn wir die alten Waldsysteme schon durch Offenlandsysteme ersetzt haben, diese soweit es geht ökologisch intakt erhalten.

    Dabei ist natürlich zu definieren, was hier "intakt" und "Offenlandsystem" bedeutet. Das ist regional und von Fall zu Fall sehr unterschiedlich. Außerdem möchte ich den vorausgegangenen Absatz durchaus als Frage verstanden wissen und nicht zwingend als Apell dafür, absolut alles für die Wiesenbrüter zu tun. Darüber kann man dirskutieren. Aber es ist eben nicht automatisch als Fehler zu sehen, meiner Meinung nach.
     
  2. #62 Hoppelpoppel006, 29.10.2020
    Hoppelpoppel006

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    Hallo,
    ich gebe Euch beiden Recht bei dieser Diskussion. Es liegt zum einem an der Bewirtschaftung der ländlichen Flächen (gab darüber schon viele interessante Berichte im TV) und auch an den Prädatoren, ob eingewandert, freigelassen usw. Als wir 1997 nach Mecklenburg auf Land zogen, gab es noch viele Feldhasen, Fasane, Störche usw. Fasane und Feldhasen habe ich bei uns schon lange nicht mehr gesehen. Was noch reichlich vorhanden ist sind Wildschweine, Füchse und verschiedene Sorten an Mäusen und Ratten. Natürlich die kleinen Vögel wie Spatzen, Kohlmeise, Eichelhäher, Krähen, Bachstelzen. Zur Zeit ist bei uns der Vogelzug in Gang, d. h. größere Schwärme von Kranichen und Wildgänsen fliegen über unser Haus. Sorry wenn ich meinen Senf dazu gebe. Mir fällt da Neuseeland ein. Als die ersten Fremden dort ankamen und das Land besiedelten, nahmen sie ihre Viehzeug, Katzen und andere Tiere mit. Leider wurden auch andere Tiere mit den Schiffen eingeschleppt Ratten usw. Das sorgte dort für den Tierbestand, der bis dato solche Tiere (vor allem die bodenbrütenden Vögel) nicht kannte und ihnen zum Opfer fielen. Neuseeland ist jetzt sehr bemüht, diesen Fehler zu beseitigen und den heimischen Tierbestand zu retten. Sicher, so etwas läßt sich nicht überall auf der Welt durchführen, aber man sollte sich Gedanken machen, wie man die gemachten Fehler ändern oder sogar beseitigen kann.

    Schönen Gruß
     
  3. #63 Peregrinus, 29.10.2020
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    Ich stimme Dir voll und ganz zu! Was ich aber mit Fehler meine, ist der Denkfehler, sich an einem Zustand zu orientieren, der ein menschgemachtes Maximum darstellt, welches unter besonderen Konstellationen zustande kam. Diese kann und will man nicht mehr hinbekommen. Natürlich muss man sehen, was sich noch sinnvoll machen lässt, aber das anzustrebende Ziel ist ein anderes als das Allzeit-Hoch der jeweiligen Art.

    Zum Thema Fuchs möchte ich noch anmerken, dass hier - in "meinem" Jagdgebiet - seit Jahren keine Füchse mehr gejagt wurden. Man sah vor wenigen Jahren trotzdem nur ganz selten mal einen. Heuer sieht man wieder recht viele. Man sieht aber auch regelmäßig Hasen, wobei die in Zeiten kaum sichtbarer Füchse auch nicht häufiger waren, eher im Gegenteil. Oder anders: Ich kann zumindest hier keinen Zusammenhang zwischen Fuchsbejagung und Hasenbesatz erkennen, eher korrelieren sie sogar, d. h. viele Füchse gehen mit vielen Hasen einher. Aber das sind nur subjektive Einschätzungen in einem etwa zehnjährigen Beobachtungszeitraum. Das kann eine Fehleinschätzung sein, das kann Zufall sein.

    VG
    Pere ;)
     
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