Ganzjahresfütterung einstellen wegen Lärm

Diskutiere Ganzjahresfütterung einstellen wegen Lärm im Artenschutz Forum im Bereich Allgemeine Foren; Sehr geehrte Vogelfreunde, ich muss meine Ganzjahresfütterung auf massiven Druck von Vermieter und Nachbarn einstellen. Ich füttere seit 7...

  1. sinaih

    sinaih Neues Mitglied

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    Sehr geehrte Vogelfreunde,

    ich muss meine Ganzjahresfütterung auf massiven Druck von Vermieter und Nachbarn einstellen. Ich füttere seit 7 Jahren, dazu gehören auch 2 Spatzentrupps von insgesamt ca. 100 Vögeln. Seit dem letzten Jahr sind auch viele Stare (ca. 60) auf meinem Balkon, die natürlich auch Lärm verursachen. Das hat das Fass zum überlaufen gebracht. Die Fütterung sei nicht mehr sozialadäquat. Ich konnte lediglich aushandeln, bis Ende der Brutzeit weiter füttern zu dürfen.
    Jetzt meine Frage (und ich hoffe, Sie können mir helfen): wie schleiche ich eine Fütterung so aus, dass keine Tiere Schaden nehmen und sich evtl. neue Standorte suchen? Dr. Berthold hat in einer Doku gesagt, der Spatz würde ggf. verhungern. Eine große Wildblumenwiese habe ich auf dem hinteren Teil des Grundstücks angelegt, aber das dauert noch. Gehölze und Sträucher darf ich leider nicht einpflanzen. Der Vermieter gestaltet den Rest der Anlage mit Rasen, Stein und Mähroboter. Alle Büsche und Pflanzen, die wir hatten, wurden in diesem Jahr entfernt. Doppelte Katastrophe für die Vögel. Von den Nachbarn mit eigenem Haus und Garten hat leider keiner Interesse, die Fütterung zu übernehmen (ich würde auch das Futter weiter zahlen).

    Ich bedanke mich für die Antworten!
     
  2. Quak

    Quak Foren-Guru

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    Hallo,

    also 160 Vögel, den ganzen Tag und vielleicht sommers auch schon ab morgens um 4:00Uhr, finde ich jetzt auch etwas heftig, zumal beides ja nicht gerade leise Arten sind. Auch die anfallenden Kotmengen sind wohl nicht zu verachten. Ich finde auch, man sollte zufüttern, also die Tiere in unserer kargen Industrie- und Agrarlandschaft unterstützen, aber man sollte sie nicht zu 100% von einer Fütterung abhängig machen, das hat ja sonst mit einem Wildvogel nichts mehr zu tun.

    Lösungsvorschlag: Ich frage mich, ob man das zeitlich nicht so takten könnte, dass eine Kompromisslösung für alle Beteiligten daraus wird. Also zum Beispiel für die Spatzen 2x am Tag soviel rauslegen, wie innerhalb von jeweils einer Stunde gefressen wird. Wenn man das um 10:00Uhr und um 15:00Uhr macht, sollte das für die Nachbarn erträglich sein. Und für die Stare genau so, nur zu anderen Zeiten. Damit sich das ganze etwas entzerrt.

    Gut wäre bestimmt auch, mehr auf Diversität zu achten. Also auch andere Vogelarten zu untertstützen, anstatt nur zwei und die dafür massiv. Je ein Pärchen Rotkehlchen, Meisen und Rotschwänze im Garten stört keinen und die sorgen zur Brutzeit schon selber dafür, dass es zu keiner artgleichen Massenansammlung kommt.

    Viele Grüße
     
  3. #3 sinaih, 01.06.2020
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 01.06.2020
    sinaih

    sinaih Neues Mitglied

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    Danke für die schnelle Antwort!
    Zu unterschiedlichen Zeiten zu füttern ist eine super Idee. Leider arbeite ich. Ich könnte morgen nur so viel auffüllen, wie innerhalb
    von 2 Stunden gefressen wird (für alle). In der Mittagspause dann noch einmal für 1 Stunde Vorrat, dann nochmal abends.
    Aber ist es ok, mitten in der Brutzeit das Futter für Stunden abzuhängen? Einige Vögel nehmen ja extra einen längeren Weg auf sich.
    Gut, es ist natürlich besser, als gar nicht zu füttern.
    Darauf wird der Nachbar aber jetzt bestehen. Er hat schon mit Maßnahmen gegen die Vögel gedroht (ohne Zeugen).
    Ich möchte hier bald fortziehen. Die Nachbarschaft ist nichts für mich. Ich hoffe, sie erhalten die Bienenweide.
    Das größte Problem ist jetzt das Ausschleichen der Fütterung. Ich vermute, ich sollte ab Mitte August immer weniger füttern.
    Vielleicht hat ja jemand Erfahrung damit.

    Hier sind auch als Dauergast: Rotkelchen, Blaumeise und Kohlmeise, Türkentauben (1 Paar) und Buntpecht.
     
  4. Quak

    Quak Foren-Guru

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    Hallo,

    gibt doch Futterautomaten für Teichfische, bestimmt kann man die auch für Vogelfütterung umrüsten. Die lassen sich auf bestimmte Zeiten einstellen, d.h. der gibt das Futter zu den Zeiten frei, wann man das möchte, egal ob man daheim ist oder nicht. Am besten dann füttern, wenn der Nachbar bei der Arbeit oder sonstwie aus dem Haus ist. Oder halt zu Zeiten, wo ein gewisser Lärm geduldet werden muss.

    Welche Beziehung besteht zwischen der Fütterung und der Brutzeit? Ist das Futter, das die an ihr Jungen verfüttern können? Das müssten ja dann Insekten sein. Anderenfalls dürfte der Wegfall nicht so gravierend sein, wenn man es schrittweise macht.

    Komplett verbieten kann einem die Vogelfütterung auf eigenem oder angemieteten Grund wahrscheinlich weder ein Vermieter noch ein Nachbar, wenn das ganze im Rahmen bleibt. Von daher würde ich mich eh nur auf die Position zurückziehen, die Fütterung zu reduzieren. Sollte halt zu keiner Lärmbelästigung und zu keinen Schäden durch übermäßigen Vogelkot kommen.

    Viele Grüße
     
  5. #5 sinaih, 01.06.2020
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 01.06.2020
    sinaih

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    Und natürlich kann ich die Nachbarn auch verstehen. Es ist explosionsartig mit der Brutzeit außer Kontrolle geraten.

    Der Futterautomat wäre ja eine geniale Lösung. Danke, das google ich gleich. Die Altvögel fressen bei mir und sind dann weiter auf Insektensuche.
    Bei den Staren fressen auch die Jungvögel von den Insektenknödeln. Ebenso die kleinen Blaumeisen.

    Sonnenblumenkerne oder Erdnüsse habe ich natürlich nicht ausgehängt. Nur feines Saatgut.
     
  6. Quak

    Quak Foren-Guru

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  7. sinaih

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    Hallo, danke für das Nachschauen. Ich habe auch welche für Hunde bzw. Katzen gefunden. Das Fass ist leider zu groß. Ich habe nur einen knapp 2 m2 Balkon. Und wenn der Nachbar das sieht, dreht er durch. Einen Automaten kann man per Zeitschaltuhr auf 4 x täglich programmieren. Die Befüllmenge hält sich in Grenzen.
    Über den Winter sollte das kein Problem sein. Aber wenn der Starenschwarm nächstes Jahr anrückt, geht der Ärger von vorne los.
    Eigentlich sollten alle Nachbarn ein bisschen füttern. Dann wäre alles entspannter. Und Futterpflanzen plus Insektenblumen in den Garten setzten.
    Viele Grüße
     
  8. #8 GroßstadtNatur, 27.06.2020
    GroßstadtNatur

    GroßstadtNatur Neues Mitglied

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    Für mich persönlich ist es ja völlig unverständlich, wie man bei zwitschernden und tschilpenden Vögeln überhaupt von "Lärm" sprechen kann.

    Heutzutage muss man nahezu überall durch Menschen verursachten Lärm aushalten:

    Verkehrslärm, Baulärm, Partylärm, streitende oder über Stunden lautstark telefonierende Mitmenschen...
    Und dazu noch diese ganzen technikaffinen Hobbygärtner und Heimwerker mit ihren Laubbläsern, Rasenmähern, Kreissägen und elektrischen Heckenscheren.

    Aber "Vogellärm" ist das Problem?
     
    owl, finchNoa@Barbie, kdb und einer weiteren Person gefällt das.
  9. Eric

    Eric Foren-Guru

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    Solange in der Umgebung andere Futterquellen zur Verfügung stehen, ist ein Einstellen einer Fütterung kein Problem. Es ist doch auch in der Natur das Normalste der Welt, dass eine Nahrungsquelle, nachdem sie leergefressen wurde, für die nächste Zeit versiegt und man sich anderweitig umsehen muss.
    Früchte, Sämereien, Insekten etc stehen ja nicht das ganze Jahr immer unbeschränkt zur Verfügung.
    Solange mein Kirschbaum Früchte trägt, wird er reichlich genutzt,. Wenns vorbei ist, suchen sich die Wildvögel wieder was Anderes.
     
  10. #10 Coelophysis, 06.07.2020
    Coelophysis

    Coelophysis Mitglied

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    Ein ganz ähnliches Problem habe ich auch, daher möchte ich es kurz hier erläutern.

    Ich werde voraussichtlich im Winter umziehen. Auf meinem Balkon biete ich auch verschiedenes Futter an, es kommen aber bedeutend weniger Vögel als im Fall von @sinaih. Lärm ist auch nicht das Problem, aber die Fütterung soll wegen des Umzugs für die Vögel so schonend wie möglich erfolgen. Wir haben hier Haussperlinge (ca. 6), Kohlmeise (3), Blaumeise (2), Bluthänfling (2), Stieglitz (4), Grünfink (2), Elster (2), Eichelhäher (1), Türkentaube (2), Amsel (2) und im Winter waren auch Hausrotschwänze da (2). In Klammern steht immer die höchste Individuenzahl der Art, die ich gleichzeitig an der Futterstelle gesehen habe. Hier ist also alles unter Kontrolle.

    In Peter Bertholds letztem Buch zur Vogelfütterung wird zwar einerseits gesagt, dass es sich beim Vogelfüttern stets um eine Zufütterung handelt, andererseits aber auch dararuf hingewiesen, dass sich Vögel auf Futterstellen einrichten und das Futter dort durchgehen angeboten werden sollte. Um nun zu vermeiden, dass die Vögel von heute auf morgen kein Futter an ihrer gewohnten Stelle mehr finden, wollte ich nun meinen Fall in das Thema mit einbringen.

    Futter so zur Verfügung zu stellen, dass es auf einmal gefressen wird, ist schwierig, da die Vögel über den ganzen Tag verteilt kommen und nicht in großen Gruppen. Es handelt sich ja um verschiedene Arten. Daher kann ich das nicht wirklich portionieren und die Portionen verringern. Hat von jemand von euch sowas schon gemacht
     
  11. #11 Karin G., 06.07.2020
    Karin G.

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    Wenn das Futter bereits aufgefressen wurde, suchen sie woanders.
    Ich biete auch morgens und abends das restliche "Geierfutter" an, sofort sind alle da, die haben Argusaugen und hocken irgendwo im Gebüsch. Ist nichts mehr vorhanden, sind sie wieder weg.
    Ganz normal.
     
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