Erfahrungen mit Geiern

Diskutiere Erfahrungen mit Geiern im Greifvögel und Eulen Forum im Bereich Wildvögel; Bei der Erstellung meines ersten Beitrags habe ich einige Zeit überlegt wie ich die Sache formulieren könnte, ohne dass das in dieser Richtung...

  1. #41 harpyja, 02.02.2021
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    Auf jeden Fall. Und wer nach Geiern fragt, hat auch andere Motive als beim Steinadler ;)

    Ich kanns mir bildlich vorstellen. Jaja, Geier, was soll man denn damit, ohne Jagd ist es doch langweilig. Jagende Falkner und die Falknerverbände sind da auch die falschen Ansprechpartner, ich stelle es mir eher wie Haltung anderer Großvögel wie z.B. Eulen vor. Deshalb sind die Vogelparks und Falknereien da vermutlich auch bessere Ansprechpartner. Und gerade als junger Mensch hat man es doppelt schwer - in manchen Kreisen wird man erst ab 50 vorbehaltlos ernstgenommen, habe ich den Eindruck.
     
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  2. #42 KikiBaWü, 02.02.2021
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    Das erinnert mich schwer an die Diskussionen die ich ausgelöst hatte, warum man Buntfalken als Liebhaber Tiere hält. Da fühlte ich mich teilweise auch absolut nicht ernst genommen.
    @asm da musst du einfach dran bleiben. Rumfragen, und nicht aufgeben. Ich nehme 50km einfache Strecke auf mich um in die Falknerei zu kommen. Wenn man das ernsthaft verfolgen will, nimmt es viel Zeit und (Sprit)Kosten in Anspruch.
     
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  3. asm

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    Als wärst du dabei gewesen. ;) Und das war noch eine der netten Aussagen.

    In dieser Richtung habe ich es mir auch vorgestellt. Die Techniken aus der Falknerei verwenden, auch wenn es streng genommen keine falknerische Haltung im ursprünglichen Sinne ist.

    Das habe ich bereits beim Jagdkurs gemerkt. 2 - 3 Mal in der Woche der Kurs; inkl. Vor- und Nachbereitung und dies ein halbes Jahr neben dem Studium. Und der Falknerkurs war in Baden-Württemberg. Alles anstrengend aber machbar.
     
  4. #44 Peregrinus, 02.02.2021
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    Wobei man die kritischen Stimmen zur Geierhaltung nicht als unqualifiziert abstempeln sollte. Die Kritik an der Geierhaltung hat ja durchaus ihre Ursachen: Falknerei ist eben definiert als die Jagd mit Greifvögeln und Falken. Und die Gesetzgebung stellt eben auch genau darauf ab. Insofern ist es eben dem Grunde nach nicht vorgesehen, dass Geier in privater Hand mit falknerischen Methoden gehalten werden. Dieses ist der Falknerei als solcher auch nicht unbedingt zuträglich, da hier - wo es keinen jagdlichen, also dem ursprünglichen und rechtlichen Sinn und Zweck entsprechenden Hintergrund gibt - der Vorwurf der Statussymbol-Haltung besonders schwer zu entkräften ist, selbst wenn das tatsächlich nicht das Ansinnen des Halters wäre.

    Die Hürden zur Haltung exotischer Tiere sind in Deutschland vergleichsweise hoch. Um den Ansprüchen an die Erhaltung bestimmter Traditionen (hier der Falknerei) gerecht zu werden, gibt es Ausnahmen. Als solche Ausnahme vom Grundsatz "keine Greifvogelhaltung in privater Hand" ist die Falknerei zu sehen. Und hier sehe ich persönlich (das kann jeder anders sehen) eine Legitimation vor allem bei denjenigen Arten, mit denen man faktisch auch beizt oder beizen kann. Nicht umsonst sind bei uns nur vier Arten über die falknerisch "Pauschalgenehmigung" abgedeckt. Bereits der Bussard darf nicht gehalten werden, weil falknerisch unbrauchbar. Und vielleicht wollen sich die Falknerverbände oder auch Einzelfalkner davor schützen, dass die Falknerei i. S. der Beizjagd durch "Möchte-haben-Falknerei" verwässert wird.

    Die Haltung von Geiern in entsprechenden pädagogischen Einrichtungen (Schau-Falknereien) kann hingegen durchaus ein legitimes Motiv sein.

    VG
    Pere ;)
     
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  5. #45 KikiBaWü, 02.02.2021
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    Dieses Thema nimmt wieder Ausmaße an :+klugsche
    Also ich kann beide Seiten sehr gut verstehen. Die eine Seite, die traditionellen Falkner die ihr immaterielles Kulturerbe der Menschheit so urtümlich wie möglich erhalten wollen UND die Menschen die Greifvögel, Falken what ever, als Liebhaber Tiere halten und sich einfach nur am Tier erfreuen. Ich finde es ist viel schwieriger Papageien artgerecht zu halten und zu beschäftigen oder Herdenschutzhunde oder Servale oder... Wenn sich der Halter bewusst ist welche Bedürfnisse sein Tier hat und diesen auch nachkommt, warum dann nicht? Und bei vielen, wie zum Beispiel den oben genannten Haustieren kann nicht jedes Bedürfnis zu 100% gedeckt werden, warum also müssen die Greifvögel und Falken zur Beizjagd eingesetzt werden und Volierenhaltung wird verteufelt?
     
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  6. asm

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    @Peregrinus Egal welcher Meinung man ist. Alle wollen das Beste für ihre Tiere. Vielleicht sollte man eher auf diese Gemeinsamkeit achten, anstatt die Unterschiede hervorzuheben. Und vielleicht ergeben sich Erkenntnisse, die auch für traditionelle Falkner hilfreich sind. ;)
    Es ist doch - auch aus Sicht des Tieres - viel besser, wenn ich versuche von bereits existierenden Wissen zu profitieren anstatt das Rad zum x-ten Mal neu zu erfinden. Die Frage, inwiefern das Halten von Greifvögeln und Eulen eine Legitimation braucht und was ein legitimer Grund ist, ist eine ethische Frage. Darüber könnte man Ewigkeiten diskutieren; eine eindeutige Antwort wird es aber sicher nicht geben. Also wenn du brauchbare Informationen / Ideen / etc. hast, dann würde ich mich sehr darüber freuen, wenn du dieses Wissen mit mir teilen würdest. Ansonsten führe solche Diskussionen bitte an anderer Stelle. Viel mit der Ursprungsfrage hat dies jedenfalls nicht mehr zu tun.
     
  7. #47 Peregrinus, 03.02.2021
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    Nun, asm, ich pflege mich an den Stellen zu äußern, an denen ich es für richtig halte. Du musst es ja nicht lesen. Die Gepflogenheiten hier im Forum mögen anders sein als in anderen Foren, aber es wird hier eben so gehandhabt, dass auch kritische Anmerkungen gemacht werden können und sollen. Insofern finde ich es schon bemerkenswert, dass Du mir das Wort verbieten willst.

    Vielleicht muss ich ein Stück weit ausholen: Grundsätzlich ist jede menschliche Tierhaltung eine Einschränkung dieses Tieres, so auch bei der Falknerei. Zweifellos gibt es hervorragend gehaltene und geflogene Vögel, gar keine Frage. Aber der Vogel ist eben eingeschränkt. Trotzdem ist die falknerische Haltung legitim, weil sie einen rechtfertigenden Zweck verfolgt, in dem Fall die Jagdausübung. In Schaufalknereien besteht die Rechtfertigung in erster Linie in der Umweltbildung und Padagogik. Es gibt noch weitere legitime Gründe, z. B. die Zucht. Allerdings wird man - mit Blick auf die Ethik i. V. mit dem Tierwohl - bei der privaten Geierhaltung schwerlich einen rechtfertigenden Grund finden können. Liebhaberei ist m. E. kein ausreichender Grund, einen Vogel erheblich einzuschränken. Die meisten Geier sind ausgesprochene Langstreckenflieger. Dieser Neigung können sie bei uns allerdings kaum nachkommen.

    Insofern sehe ich die Kritik an der privaten Haltung von Greifvögeln oder Falken, die nicht der unmittelbaren Jagdausübung, Pädagogik, Zucht oder Forschung dienen, als durchaus berechtigt an.

    VG
    Pere ;)
     
  8. #48 KikiBaWü, 03.02.2021
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    Da hat du natürlich absolut recht, auch zu bedenken bei der Geierhaltung wäre die Einzel oder, was je nach Art durchaus gerechter wäre, Paar oder Gruppenhaltung. Dann kommt man schnell an wahnsinns Ausmaße der Voliere. Es sind mit Sicherheit nicht die einfachsten Greifvögel für eine Volierenhaltung. Ich glaube aber das asm das verstanden hat was es dabei zu bedenken gibt und auch erstmal praktische Erfahrungen im Umgang mit Geiern sammeln will und jetzt nicht direkt einen kaufen will.
     
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  9. #49 harris94, 09.02.2021
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    Ich finde was Pere sagt ist aber grundsätzlich richtig und sollte auch bedacht werden. Letzendlich ist die Ausübung der Beizjagd die Legitimation für die falknerische Haltung (insbesondere Anbindehaltung!!). So sieht es auch der Gesetzgeber. Das seit Jahren auch Arten, die nicht zur Beizjagd geeignet sind, falknerisch gehalten werden, wurde in den letzten Jahren heiß diskutiert. Ich denke in den nächsten Jahren wird das alles noch weiter verschärft werden, sicher sogar. Mit diesem Thema sollte man sich schon auseinandersetzten.

    So eine Haltung ist für mich eine Exotenhaltung wie die von Affen, Raubkatzen oder anderen Tieren auch. Hier sollte man nicht werten was besser oder schlechter ist. Ich meine das überhaupt nicht negativ. Ich halte gerne Exoten, in erste Linie aber aus persönlichen Interessen.
     
  10. #50 Habicht1994, 28.02.2021
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    Ich denke, es hängt immer davon ab, wie man einen Vogel abträgt. Man kann den kleinsten und vermeintlich ungefährlichsten Vogel zu einer wahren Killermaschine machen und der größte, gefährlichste Vogel kann sicherlich zu einem freundlichen Zeitgenossen werden.

    Ich helfe einer Falknerin, die seit einer Weile einen jungen Gänsegeier hat. Dieser ist die ersten Tage per Hand aufgezogen worden, bis die "kritische Phase" vorbei war und hat dann das nächste halbe Jahr seines Lebens in einer Voliere mit anderen Geiern (Alttieren und Jungtieren) verbracht. Anschließend ist er bei meiner Freundin eingezogen. Das Training geht wirklich sehr langsam vonstatten. Zunächst wurde dem Gänsegeier eine Eingewöhnungsphase vergönnt, er wurde die ersten Tage in Ruhe gelassen (bis auf die Füttern, diese erfolgte immer über den Handschuh) und konnte sich so alles in Ruhe anschauen. Dann ging es mit zwei Mann in die Voliere, dem Vogel wurde beigebracht auf einem Block sitzen zu bleiben, bis beide Falkner in Position sind. Dann flog er von Block zu Block und erhielt entweder auf dem Block oder aber aus dem Handschuh sein Futter. Gleiches Spiel beim Verlassen der Voliere: Der Vogel musste wieder auf seinen Block (damit er nicht hinterherspringt, in Beine zwicken kann oder sonstiges). Als nächstes wurde dem Geier eine Lockschnur am Geschüh befestigt und er wurde aus der Voliere geführt. Hierzu wurde er zu Beginn mit Futter im Handschuh dazu animiert, durch die Volierentüre zu laufen. Später wurde Futter an verschiedene Stellen auf dem Boden geworfen, sodass er größere Sprünge machen musste. Den Tag verbrachte er dann außerhalb der Voliere an einem Block befestigt, um weitere Reize kennenzulernen.

    Das klappt mittlerweile ganz gut. Er knabbert ein bisschen am Handschuh, wenn man die Lockschnur am Geschüh befestigt, allerdings nur am Nachmittag und nicht am Morgen, denn da weiß er, dass es bald Futter gibt und wird etwas ungeduldig. Ansonsten kann man direkt neben ihm gehen und ihn ohne Probleme aus dem Handschuh füttern. Bisher scheint sie alles richtig mit dem Gänsegeier zu machen, das Tier ist nicht aggressiv und die Fortschritte sind deutlich erkennbar. Ich kann gerne in ein paar Monaten nochmal berichten, wie es weiter geklappt hat.

    Viele Grüße!
     
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  11. #51 KikiBaWü, 28.02.2021
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    Ich würde gerne mehr darüber lesen. :zustimm: Berichte!
    Interessant wird es vermutlich auch nochmal wenn der Gänsegeier geschlechtsreif wird. Jetzt wird er allein gehalten, habe ich das richtig verstanden?
     
  12. asm

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    Vielen Dank für diesen ausführlichen Bericht. :zustimm:

    Sehr gerne ! Ich bin über jeden Erfahrungsbericht dankbar.
     
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