Leidensweg eines Graupapageien

Diskutiere Leidensweg eines Graupapageien im Vogelkrankheiten Forum im Bereich Allgemeine Foren; Liebe Vogelfreunde, der Leidensweg unseres Grauen (Mozart) und sein Tod nehme ich zum Anlaß, Euch allen mitzuteilen, wie es dazu gekommen ist....

  1. Katl

    Katl Guest

    Liebe Vogelfreunde,

    der Leidensweg unseres Grauen (Mozart) und sein Tod nehme ich zum Anlaß, Euch allen mitzuteilen, wie es dazu gekommen ist.

    Außerdem hoffe ich, daß sich niemand von Euch mit dieser Krankheit auseinandersetzen muß. Also paßt auf Eure Geier auf!

    Mozart kam zu uns im Alter von 8 Monaten. Er war eine Handaufzucht mit einem Geschwisterchen und wurde mit ca. 14 Wochen an ein Mädchen mit 21 Jahren abgegeben. Dieser Vogel war ihr erster Papagei und ihre Vorbereitung auf den Besitz eines solchen Vogel war ziemlich dürftig. Mit 8 Monaten mußte sie den Vogel abgeben, da ihr Freund eine Federallergie entwickelte..nun kam der Vogel also zu uns.

    Bereits nach einer Woche bei uns, fiel uns auf, daß der Vogel ungewöhnlich viel Flüssigkeit (anfangs ca. 150 ml) aufnahm und fast ausschließlich Obst fraß. Daraufhin konsultierten wir einen Tierarzt, der eine Blut- und eine Kotprobe nahm. Die Analyse ergab keien außergewöhnliche Werte, worauf er uns wieder entließ-ohne Diagnose oder auch nur dem Versuch, weitere Untersuchungen durchzuführen.
    2 Wochen später übergaben wir den Vogel den Ärzten des Loroparkes. Auch hier wurde wieder Blut und Kot untersucht..ohne Ergebnis. Eine Endoskopie mit Entnahme von Gewebeproben der Niere und Leber blieben auch ohne Befund. Daraufhin bekamen wir den Vogel zurück mit dem Hinweis, den Vogel über 1 Woche mit Tyrode-Lösung zu behandeln. Die Verabreichung der Tyrode-Lösung war eine einzige Katastrophe. Der Vogel blieb gleich vor dem Wassernapf sitzen, soff die Lösung in sich hinein, erbrach sie wieder in den Napf und soff diese wieder. Wir entzogen ihm die Tyrode-Lösung und gaben ihm anstatt dessen einen Nierentee. Rücksprachen mit dem TA vom Loropark ergaben nichts.. nur den Satz: Wir müßten uns halt damit abfinden, daß der Vogel ein Trinker ist!!!

    Bis zu diesem Zeitpunkt zeigte der Vogel im Wesentlichen noch keine Verhaltensauffäligkeiten. Er schlief auf einem Bein, hatte ein sehr gutes Gefieder, war aufgeweckt, wenn er aus dem Käfig kam.

    Dies änderte sich jedoch im November letzten Jahres. Zuerst fiel uns auf, daß der Vogel mit der Kralle zitterte, wenn er sein Futter hielt. Daraufhin besuchten wir wieder den ersten TA. Erneut Blut- und Kotprobe. Hier zeigten sich Werte, die kein klares Krankheitsbild ergaben.. die Cholesterinwerte waren extrem hoch, es wurden keine Parasiten im Blut festgestellt, der Harnsäurewert war fast Null. Es erfolgte die Gabe homöopathischer Mittel, die auf die Nieren wirken sollten. Nach 3 Wochen erneute Analyse des Blutes. Der Cholesterinwert hatte sich gesenkt, alle anderen Werte waren annähernd gleich..aber noch immer keine eindeutige Diagnose.

    Nachdem sich der Gesamtzustand meines kleinen Sonnenscheins so verschlechterte, daß er nur noch ruhig auf seiner Stange saß, brachten wir ihn erneut in den Loropark. Er blieb dort in der Klinik, wurde geröngt (o.B.) und mit Infusionen, Aufbaufutter gepäppelt, um eine Videoendoskopie durchführen zu können. Die hat er nicht mehr über sich ergehen lassen müssen, denn er starb in der Klinik des Loroparkes nach 8 Tagen.

    Zwischenzeitlich haben wir die Ergebnisse der Tierpathologie München, welche uns Frau Prof. Dr.Dr. Gerlach freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat, erhalten.

    Der Vogel starb an Nierenzirrhose(= Endzustand einer chronischen Entzündung. Außerdem litt er an einer offenen Tuberkulose. Ob die Nierenerkrankung mit der Tuberkulose zusammenhängt, kann nicht gesagt werden. Aber wahrscheinlich haben beide Krankheitserscheinungen nichts miteinander zu tun.

    Fakt ist, daß eine Krankheit allein zum Tode des Vogels geführt hätte. Angst macht mir jedoch, daß es gegen Tuberkulose keine Mittel gibt, so daß unsere anderen Vögel auch hochgradig gefährdet sind. In der Literatur wird sogar eine Euthanasie des Bestandes empfohlen (rein vorsorglich!!!).

    Das Studium der Literatur aufgrund des Untersuchungsprotokolls ergab außerdem, daß bei Tuberkulose alle Krankheitsanzeichen die unser Mozart hatte, auftreten. Warum hat keiner diese Herren Ärzte nur einen Gedanken daran verschwendet und einmal in diese Richtung gedacht? Wieso haben sie nie eine chronische Nierenentzündung diagnostiziert?

    Auch wenn es weh tut, aber ich hätte dem Kleinen viele Leiden ersparen können!

    Also paßt auf Eure Geier auf und seid kritisch. Laßt Euch meine Geschichte eine Warnung sein.

    Liebe Grüße
    Katl
     
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  3. gisi

    gisi Foren-Guru

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    672
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    0
    hallo katl
    ich hoffe das die anderen sich nicht angesteckt haben.
    ich weiß wie groß deine sorgen um mozart waren und du selber gesucht und gefragt hast um ihm zu helfen.
    es tut mir leid das ihm das lange leiden nicht erspart geblieben ist.ich bin auch überzeugt das die ärzte im loropark viel nach seinem äusseren gegangen sind und nicht gründlich genug gesucht haben, dann hätte man ihn wenigstens erlösen könnenn
    liebe grüße gisi
     
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