Verölte Seevögel

Diskutiere Verölte Seevögel im Artenschutz Forum im Bereich Allgemeine Foren; Wenn ich das lese kann man wirklich nur hoffen, dass die Menschen alsbald moeglich aussterben. Keine Menschen, keine vergifteten Tiere und...

  1. Bennamucki

    Bennamucki Guest

    Wenn ich das lese kann man wirklich nur hoffen, dass die Menschen alsbald moeglich aussterben.

    Keine Menschen, keine vergifteten Tiere und Umwelt.:+klugsche
     
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  3. #82 mäusemädchen, 21. Februar 2008
    mäusemädchen

    mäusemädchen -

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    Erfolge und/oder Mißerfolge der Reinigung mit Ölen kontaminierter Seevögel hinsichtlich mittel- und/oder längerfristiger Überlebensraten dürften a) von der betroffenen Art, b) vom Grad der Kontamination, c) von der gewählten Reinigungsmethode, Reinigungsintensität und Nachsorge, d) von der Jahreszeit und damit der Anschlußmöglichkeit wieder "entlassener" Exemplare an Artkolonnen und e) einigen weiteren Faktoren mehr abhängen. In der Literatur finden sich unterschiedliche Angaben zu Erfolgen und/oder Mißerfolgen in obigem Kontext. Verläßliche Evaluierungsmethoden (bzw. Verbesserungen bisheriger Evaluierungsmethoden) sind Gegenstand der Forschung.

    Wichtig (und sei es "nur" im Sinne des Gewinns weiterer und/oder neuer Erkenntnisse, die auf diese oder jene Weise künftigen "Ölopfern" evtl. zu Gute kommen) ist auf jeden Fall (auch), daß die aller Ehren werten Bemühungen von Menschen vor Ort (wie hier z. B. von "tellingstedt" geschildert) nicht durch diskreditierende Beiträge (nicht zu verwechseln mit wohlmeinend kritischen Beiträgen) konterkariert werden und erbetene Unterstützung torpediert und als "unnütz" dargestellt wird. Die vor Ort tätigen Helfer/innen werden weit besser in der Lage sein, einzuschätzen, was zu tun (oder zu lassen) ist, als wir "Forenschreiberlinge" das könnten. Wie vielschichtig die Problematik sich darstellt, erschließt sich recht schnell, wenn man unter den Suchbegriffen "seabirds" / "oil" / "mortality" die Suchmaschine "google" befragt. Deutlich wird auch, wie wenig nicht auf die Thematik spezialisierte User/innen in der Lage sind, einzelne Vorort-Maßnahmen sachkompetent be- und/oder verurteilen zu können.

    Der "Lebenssaft" der Industrie wird weiterhin (und in zunehmenden Mengen) über die Weltmeere transportiert. Es wird weiterhin zu beabsichtigten und/oder unbeabsichtigten "Verklappungen" von Ölen (mit den hinlänglich bekannten Folgen) kommen. Es wird weiterhin (ob wir das wollen oder nicht) so sein, daß die Verursacher sich nur dann "freiwillig" an der "Beseitigung ökologischer Schäden" beteiligen, wenn die Verantwortlichkeit juristisch zweifelsfrei nachzuweisen ist (Stichwort: Vermeidung von Imageschäden) oder sie sich nach (meist komplizierten und langwierigen) Verfahren an der "Beseitigung ökologischer Folgeschäden" (in Form von Geldleistungen) beteiligen müssen (was allerdings wenig mit notwendiger Soforthilfe zu tun hat). Eine internationalisierte Festschreibung und/oder Gewährleistung unmittelbarer und zeitnaher Hilfeleistungen vor Ort (durch die – oder den - Verursacher) liegt weder kurz- noch mittelfristig im Rahmen der Erwartung. Seit Tankerflotten die Weltmeere kreuzen und sich zudem internationale Konzerne nach wie vor der Transportdienstleistungen von unter "Billigflaggen" operierenden Tankern bedienen, ist dies unschöne Realität, an der sich bestenfalls auf lange Sicht etwas ändern könnte.

    Es werden weiterhin Menschen benötigt, die bereit sind, schwerstkontaminierte Tiere von ihren Leiden zu erlösen und dort wo (noch) Hilfe möglich scheint, diese zu leisten. Diesen Menschen sollte Achtung und Respekt entgegengebracht werden. Jedenfalls von mir: DANKE für das Engagement!

    @tellingstedt
    Du solltest Dich nicht verpflichtet fühlen, von Euch durchgeführte Hilfeleistungen gegen überzogene und in der Art unangemessene (Foren)Kritik verteidigen zu müssen. Ich bin mir recht sicher, daß viele mitlesende User/innen sich zwar nicht direkt (in Form von Postings) an der Diskussion beteiligen, Euren Einsatz jedoch durchaus zu würdigen wissen. Ich würde mich über Berichte zum Fortgang der Aktionen und evtl. zu vermeldende Erfolge freuen.

    Gruß
    MMchen
     
  4. eric

    eric Guest

    Auch von mir ein Danke an alle die, die auf welche Weise auch immer, etwas tun.

    Und nur um kein Missverständniss aufkommen zu lassen, ich bin keineswegs für unausgebildete "Killerkommandos" Wenns getan werden muss, dann richtig.

    Ich hoffe auf möglichst viele Wiederfunde, aber erst in vielen Jahren.
     
  5. Detlev

    Detlev -

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    Moin, Moin,
    Ich bin dagegen, dass man versucht Vögel zu retten die nicht zu retten sind. Ich bin dafür diese Vögel - jedenfalls die wenigen die man findet - schnell zu töten. Und ich bin dafür das dieses durch kompetente Fachkräfte geschieht und die dabei anfallenden Kosten dem Verursacher aufgebürdet werden bzw. von den Behörden zwischenfinanziert werden.

    Kostendruck ist eines der wenigen Dinge auf die Behörden reagieren. Der jetzige Zustand ist doch mehr als bequem: Die Vögel werden ohne wesentlichen Aufwand für die zuständigen Behörden versorgt. Dafür ist es egal ob die Vögel sofort getötet oder erst mühevoll gereinigt, ausgewildert werden und dann ‚verschwinden’. Der Tierschutz schweigt - weil ist ja eingebunden, bzw. wird von sich aus tätig.

    Doch stellen wir uns das noch mal vor. Staatliche Killerkommandos (meinetwegen eine hinreichend große Anzahl ausgebildeter Nationalparkranger) begeben sich vor Ort und sammeln und töten die Tiere, z.B. in dem sie wie mir ein Tierarzt schrieb eine Axt benutzen. Tötung mittels CO2 oder CO in Tonnen scheitert wohl daran, dass diese Tonnen schlecht über Sand zu rollen sind. Injektionen im Gelände sind wohl auch wenig praktikabel. Ich wette der organisierte und unorganisierte Tierschutz würde eine Riesenaktion dagegen machen und er würde dieses auch dann machen wenn zu 1000% sicher ist, dass kein Vogel Reinigung und Freilassung überlebt. (Was ja mittels den üblichen Propagandabehauptungen "veraltete Studien", "verblendet", Medien nich glauben, nur der Tierschutz spricht die Wahrheit jetzt schon läuft.)

    Und? Fehler bei der Tötung sind ein Argument die Methode zu verbessern, nicht Tötungen ganz abzulehnen. Und sicher muss richtiges Töten gelernt werden. Wenn ich mir hier ansehe wie ich für eine Position angekackt werde die bei großen Naturschutzorganisationen Konsens ist, ist völlig logisch warum das „niemand zugibt“ – obwohl es richtig ist so zu handeln.

    Für mich wäre es eine konsequente Forderung, die Behörden aufzufordern für eine gut ausgebildete schnelle Eingreiftruppe zu sorgen. Das kostet, klar. Aber nur was, was kostet ist auch was wert. Und erzeugt Kostendruck und damit Handlungsbedarf.

    Du hast in Beitrag 10 etwas von amtlicher Beringung geschrieben, nicht aber davon, dass eure Vögel beringt werden. „Amtliche Beringung“ meint vermutlich einen Ring einer der deutschen Beringungsstellen. Wenn dem so ist, habt ihr Rückmeldung über Wiederablesungen und Totfunde der Ringe, diese bekommt man nämlich als Beringer und auch als jemand der einen Ring abgelesen hat. Also wie sieht es mit den Rückmeldungen jetzt aus?

    Gruesse,
    Detlev

    PS: eric: "Was den Stress angeht, müsste aber dann auch sofort auf jegliche Beringerei von Wildvögeln verzichtet werden! Fangen, Vermessen, Pneumatisieren etc. Das überlebt auch mancher nicht. ( Hab auch schon in grossen Beringungsstationen mitgearbeitet)." Ich hab auch schon beim Beringen geholfen und werde das wieder tun.
     
  6. #85 Paloma negra, 22. Februar 2008
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    Ich kann auf den wirklich super engagierten Detlev nur mit ein paar Zitaten antworten:

    Die Energie, die viele an kleinlichen Ärger verschwenden,
    würde anders verwendet, ausreichen, um Weltreiche aufzubauen.
    (Bertrand Russell, 1872-1970, Britischer Philosoph)

    ------------------------------------------

    Die Römische Regel: Derjenige, der sagt: "Es geht nicht", soll den
    nicht stören, der's gerade tut. (Quelle unbekannt)

    -------------------------------------

    "Es gibt Leute, die nur aus dem Grund in jeder Suppe ein Haar finden,
    weil sie davor sitzen und so lange den Kopf schütteln, bis eines hineinfällt"
    (Friedrich Hebel)

    --------------------------------

    Zu hegen und zu pflegen sei bereit!
    Das Töten überlass dem Lauf der Zeit!"
    (Franz Pocci)
     
  7. U.We.

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    Nein es scheitert daran, das es sich bei den aufgefundenen Arten meist um Arten handelt, deren Nahrungsaufnahme mittels Tauchen geschieht, welche also in der Lage sind über längere Zeit ohne Atmen auszukommen. Für solcherlei Tiere ist diese Tötungsmethode nicht zugelassen.
     
  8. #87 mäusemädchen, 22. Februar 2008
    mäusemädchen

    mäusemädchen -

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    Dafür zu sein, schwerstgeschädigte und augenscheinlich hinfällige Exemplare zu euthanasieren, dürfte für halbwegs vernunftbegabte Menschen (mit der Einschränkung, die Beurteilung erfahrenem "Personal" zu überlassen und nicht per sei eine "Unrettbarkeit" zu unterstellen) eine Selbstverständlichkeit darstellen.

    Die "Mengenabschätzung" (Zitat: "...die wenigen die man findet...") werden Helfer/innen vor Ort anzunehmender Weise als zynisch ansehen. "Die wenigen die man (an den Stränden) findet" sind bei zahlreichen Ölunfällen (nachlesbar) so viele, daß Helfer/innen vor Ort sich stark ge- und oft überfordert fühlen. Natürlich ist die Anzahl an Stränden aufgefundener Ölopfer im Verhältnis zur tatsächlich anzunehmenden Opferzahl mit Sicherheit eher gering. Aber darum geht/ging es im konkreten Zusammenhang nicht.

    Die Forderung nach einem "schnellen Töten" erkennbar irreversibel betroffener Exemplare ist (wie bereits erwähnt) eine Selbstverständlichkeit.

    Fachkompetente Tötung mittels Axt, weil "saubere" und ethisch vertretbare Alternativen nicht verfügbar (bzw. lt. "Detlev" "wenig praktikabel") sind? Polemik an: Sind axtschwingende Tierärzte "tötungskompetenter" als axtschwingende Wattwanderer? Polemik aus. Es erschließt sich nicht, warum das Setzen einer Injektion bei einem schwerstgeschädigten Vogel im Gelände (mit Ausnahme des Kostenfaktors) sich wesentlich vom Setzen einer Injektion in einem umschlossenen Raum unterscheiden sollte.

    Siehe oben. Und: Ich kann keinem Beitrag entnehmen, daß die Tötung irreversibel geschädigter Exemplare abgelehnt wird. Im Gegenteil:

    Wie auch immer geartetes "Eingreifen" (und durch wen auch immer) verursacht personellen, logistischen und materiellen Aufwand (und somit "Kosten"). U. a. deshalb hat "tellingstedt" wohl hier um entsprechende Unterstützung gebeten. Die Forderung nach einer (zum Beispiel Landesbehörden von Küstenanrainern zugeordneten) "gut ausgebildeten schnellen Eingreiftruppe" ist (sofern es sich nicht ausschließlich um eine pauschal zu Tötungszwecken "ausgebildete" und bereitgestellte "Institution" handelt) durchaus diskussionswürdig.

    Für den betroffenen Vogel ist es völlig belanglos, ob er mit oder ohne Aufwand für Behörden versorgt oder getötet wird. Soforthilfe (egal in welcher Weise) zu unterlassen, weil die Verantwortlichkeiten eigentlich woanders liegen und daran die Hoffnung zu knüpfen, daß künftig notwendige Maßnahmen von den "Verantwortlichen" übernommen werden, ist reichlich naiv, widerspricht der Lebenswirklichkeit und wird (wenn wir schon über "Verantwortung" reden) der "Verantwortung" gegenüber der Mitkreatur Tier nicht gerecht. Entsprechende Forderungen sind durchaus gerechtfertigt, jedoch auf die hier propagierte Weise weder durchsetz- noch vertretbar.

    Dazu noch (stellvertretend) zwei Links zur vorgeblich überzeugten und konsensualen Untätigkeit etwas bekannterer Artenschutzorganisationen hinsichtlich der Beteiligung an Rettungsaktionen für verölte Seevögel:

    "Greenpeace volunteers are involved in rescue and clean up operations on the beaches of Galicia."

    "Finland needs a transportable bird cleaning unit, a proper oil spill response plan for wildlife, and further resources to deal with wildlife casualties,” Luukkonen added."

    "In May 2006, WWF-Finland will offer a training course on washing and caring for oil-stained birds. Some 3,500 volunteers have registered as oil combat troops, with over 300 trained."


    Ansonsten: Die Fäkalsprache (Zitat/Stichwort: "angek....") liegt mir nicht. Aber ausnahmsweise und um die nachlesbaren Tatsachen nicht ins Gegenteil zu verdrehen: "Angek...." dürften sich weit eher der User "tellingstedt" und die Helfer/innen vor Ort fühlen.

    Abschließend ein Zitat von Pabst Johannes XXIII (über dessen Sinngehalt ein Nachdenken lohnt und dessen Einordnung in diesem Thread den Leser/innen überlassen sei): "Johannes, nimm dich nicht so wichtig."

    Gruß
    MMchen
     
  9. Detlev

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    Moin, Moin,

    Warum nur dachte ich mir so was? Vermutlich weil bei dir immer die Wertung vor den Fakten kommt. Du "kritisierst" von der Wertung her und dann werden die Fakten bewertet. Nun worauf bezieht sich meine Aussage? Schlicht auf einer Schätzung über die Fundrate:

    "-In der Deutschen Bucht werden allein durch chronische Ölverschmutzung, d.h. ohne größere Unfälle oder Katastrophen insgesamt schätzungsweise 20.000 Vögel pro Jahr Opfer der Ölpest (HARTWIG et al. 1990). Davon gelangen ca. 2.500 Vögel tot oder lebendig an die Küsten Schleswig-Holsteins (AVERBECK et al. 1993). Jedes Jahr nehmen die Vogelrettungsstationen an der Westküste Schleswig-Holsteins etwa 1.000 bis 1.300 Vögel auf, 400 bis 600 davon sind Seevögel, von denen wiederum zwischen 75 und 300 verölt sind (GRUNSKY-SCHÖNBERG & HÜPPOP 1997).
    - Beim Ölunfall der Pallas in Schleswig-Holstein im November 1998 verölten sich insgesamt schätzungsweise 26.000 Vögel, die meisten waren Eider- und Trauerenten. Etwa 13.200 verölte Vögel wurden an der Küste eingesammelt, von denen etwa 1.100 zur Behandlung in Pflegestationen gebracht wurden. Etwa 10.000 verölte Limikolen wurden lebend beobachtet, die nicht in Menschenhand gelangten (WWF 1998, FLEET et al. 1999).
    - Untersuchungen nach dem Ölunfall der Sea Empress 1996 in Südwales haben ergeben, daß von den verölten Trottellummen Uria aalge nur ca. 5% die walisische Küste erreichten. 487 der ca. 1.600 gefundenen Trottellummen lebten noch (COUNTRYSIDE COUNCIL FOR WALES 1998).
    - Beim Ölunfall der Exxon Valdez 1989 in Alaska starben ca. 350.000 - 390.000 Seevögel, 1.604 Vögel wurden behandelt (WOOD & HEAPHY 1991, BURGER 1993, SHARP 1996, IBRRS 1998)."

    "Diese Übersicht zeigt, daß viele verölte Vögel gar nicht die Küste erreichen oder bereits gestorben sind, wenn sie an Land gespült werden. Hierbei spielen die Entfernung des Verölungsortes zur Küste sowie Strömungs-, Wind- und Wetterverhältnisse eine wesentliche Rolle. Bei Ölunfällen in relativer Küstennähe kann die Fundrate auch sehr viel höher sein, wie bei der Pallas im Wattenmeer oder der Apollo Sea in Südafrika 1994 (UNDERHILL et al. 1999)." Quelle dazu in Beitrag #5

    Das angekackt ist semantisch richtig. Es meint für dumm verkaufen, moralisch abwerten und Propaganda betreiben. Nichts anderes läuft hier seit spätestens seit Beitrag 12. Dahinter steckt ein starker emotionaler Antrieb: "So sehr die Bemühungen der Tierfreunde zu respektieren sind, diesen bedauernswerten Kreaturen zu helfen, so deutlich muss aber auch gesagt werden, dass diese Aktionen mehr der Bewältigung der persönlichen Emotionen der Tierfreunde oder dem Image der Betreiber einer Seevogelstation als den verölten Tieren helfen." http://www.wattenrat.de/aktuell/aktuell256.htm
    Und weil ich diese Einschätzung von M. Knake teile, ist mir durchaus klar warum es gar nicht anders sein kann: Ein massiver emotionaler Antrieb kollidiert mit den Fakten. Und dann darf nicht sein, was nicht sein darf.

    "In der Diskussion um Für und Wider von Rehabilitationsmaßnahmen werden neben Tierschutzgründen oftmals ethische Aspekte und insbesondere der Wunsch, selbst ”etwas zu tun”, in den Vordergrund gestellt." Quelle dazu in Beitrag #5

    Um noch mal auf die biologische Messlatte hinzuweisen:
    "Der Anteil der bei Ölverschmutzungen verölten Vögel, die lebend in eine Station gelangen, ist oftmals bereits äußerst gering. Der häufig entstehende Eindruck, daß die erfolgreiche Reinigung und Behandlung verölter Vögel, die überhaupt in Menschenhand gelangen, mit Rehabilitation (Wiedereingliederung) gleichzusetzen ist, entspricht zur Zeit im Regelfall nicht der Realität. Unter Rettungs- und Rehabilitationsversuchen verstehen wir alle Maßnahmen wie Reinigung und Behandlung, die an einem verölten Vogel bis zu seiner Freilassung vorgenommen werden. Die Rehabilitation eines Vogels beinhaltet nach unserem Verständnis jedoch die dauerhafte Wiedereingliederung des Tieres in die freilebende, reproduzierende Brutpopulation." Quelle dazu in Beitrag #5

    Die Angabe von Freilassungsraten sagt also nichts aus. Andere brauchbare Angaben habe ich von Ölvogelreinigern hier (und auf ihren nicht funktionierenden Webseiten) trotz mehrfachen nachfragen nicht bekommen. Dafür gibt es eigentlich nur wenige Gründe, denn nach ihren Angaben werden die Vögel ja beringt, Rücklauf müsste mit Sicherheit also da sein.
    Vielleicht liegt ihnen aber einfach die "Erbsenzählerei" nicht und sie berauben sich deshalb der Möglichkeit der Erfolgskontrolle. Aber was man nicht kontrolliert, das kann man auch nicht als Fakt verkaufen.

    Gruesse,
    Detlev

    @U.We. Danke! Da hab ich auf dem Schlauch gestanden.
     
  10. #89 mäusemädchen, 23. Februar 2008
    mäusemädchen

    mäusemädchen -

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    Und? Worin liegt der Widerspruch. Wer in meinem "inkriminierten" Posting eine andere Aussage, als diejenige, daß nur eine Minderheit ölgeschädigter Vögel die Küsten überhaupt erreicht, zu erkennen vermag, ist entweder nicht in der Lage, Sätze zusammenhängend zu lesen, oder möchte bewußt Widersprüchlichkeiten konstruieren, die schlicht nicht vorhanden sind.

    Die nachweislich zutreffende Kernaussage war:

    Mehr nicht - weniger nicht.

    Zu übrigen (relevanten) Inhalten meines Postings wird wohlweislich geschwiegen bzw. der Versuch unternommen, (nicht nur meine) gegenteiligen Ansichten zur Thematik in den Bereich spinnert emotionaler "Tierfreunde" zu verschieben. Fehlt nur noch die schon mehrfach genutzte Denunziationsformel: "Tierfreunde = Sektierer = "Universelles Leben". Aber: Was nicht ist kann ja noch werden.

    Gruß
    MMchen
     
  11. #90 Seerosengurke, 25. Februar 2008
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    So! Detlev, ich finde, Du solltest langsam mal aufhören mit Deinen verzweifelten Versuchen, die Leute vom Helfen abzuhalten. [​IMG]
    Du hast bisher noch keinen einzigen von uns überzeugt. Im Gegenteil! Deine Argumentation ist wenig schlüssig, denn auch wenn es nur wenige Vögel sind, die gerettet werden, lohnt sich der Einsatz. Deine Ansichten sind erstens nicht nur fachlich fragwürdig, sondern zweitens auch ethisch und moralisch auf unterstem Niveau. Ich für meine Person werde Deine Beiträge weiterhin gar nicht mehr lesen.8(
     
  12. #91 Paloma negra, 25. Februar 2008
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    Man sollte auch mal bedenken, dass die ganze Geschichte sowohl der Human- als auch der Tiermedizin ein Entwicklungsprozess ist!
    Bezogen auf das Reinigen verölter Vögel bedeutet das, die Methoden verfeinern sich kontinuierlich.

    Detlev sollte lieber bei den ERBSEN (:+klugsche) bleiben und Leute nicht weiter stören, die Leben retten wollen und KÄMPFEN!
     
  13. Detlev

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    Oh, ich unterstütze sehr gerne Leute können, nicht aber welche die nur wollen.

    Gruesse,
    Detlev
     
  14. #93 Seerosengurke, 25. Februar 2008
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  15. #94 mäusemädchen, 26. Februar 2008
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    Man kann zur Thematik durchaus unterschiedliche Meinungen haben. Es ist jedoch keinesfalls (wie hier von einem bestimmten User mit Vehemenz behauptet) zutreffend, daß eingängig und konsensual Reinigungsmaßnahmen abgelehnt werden und/oder abzulehnen sind. Das ist nachweislich nicht zutreffend. Randnotiz: Die pauschal ablehnende Haltung von Watten- und Mellumrat zur Reinigung ölkontaminierter Seevögel relativiert sich vor dem Hintergrund dessen, daß ausgerechnet der Landesjägerverband Niedersachsen sich in dieser Angelegenheit bemüht, ein wenig. Dazu sollte man wissen, daß (berechtigter Weise) mit/zu diesem Verband seitens insbesondere des Wattenrats aus völlig anderen Gründen erhebliche Differenzen bestanden/bestehen.

    Neumann, G. H. (2000): Rehabilitation von verölten Vögeln, Hamburg

    "Ein Arbeitsteam aus Biologen (Universität Münster), Chemikern (Universität Münster) und Veterinären (Universität Gießen) untersuchte unter meiner Leitung – teilweise mit finanzieller Unterstützung der "Deutschen Forschungsgemeinschaft" – vor allem auf der Insel Sylt 10 Jahre lang bis über den Pallasunfall hinaus, die langfristigen Überlebenschancen verölter Seevögel. Das Ergebnis unserer Untersuchungen, in dem gezeigt wird, dass verölte Eiderenten große, Trottellummen gute und nur Trauerenten nach der Gefiederreinigung geringe Überlebenschancen haben, ist jetzt in dem Forschungsbericht (Anmerkung von mir: s. o.) erschienen. Hier wird auch durch die Zusammenarbeit mit dem "Institut für Vogelkrankheiten" der Universität Gießen die Frage beantwortet, warum die verölten Trauerenten z.Zt kaum zu rehabilitieren sind. Umweltverantwortliche Verbände, Behörden aber auch Zeitungs- und Rundfunkredaktionen können sich an mich wenden und – solange ich noch Belegexemplare habe – ein Exemplar des Forschungsberichtes (Preis im Buchhandel Eur 50,10) kostenlos anfordern."

    Zum aktuellen Fall (Pressemitteilung vom 05.02.2008 ) u. a. mit dem Verweis auf ca. 1000 gesichtete Seevögel mit Ölverschmutzungen.

    Aus dem Text: "Maßnahmen zur Reinigung und Rehabilitation von verölten Vögeln werden weiter vorbereitet und haben zum Teil schon begonnen. (...) Das schleswig-holsteinische Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume hat daraufhin das Havariekommando gebeten die Gesamteinsatzleitung zu übernehmen."

    (Anm.: Hervorhebungen von mir)

    Gruß
    MMchen
     
  16. #95 tellingstedt, 3. März 2008
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    Moin, heute wurden 190 gewaschene Trauerenten wieder gesund frei gelassen.
    Gruss Christian:zustimm:
     
  17. südwind

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  18. Detlev

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    Moin, Moin,
    und das soll jetzt ein Erfolg sein? Nö, Nö, als Erfolg kann man das erst verbuchen wenn die Sterblichkeit der freigelassenen Tiere im normalen Bereich liegen würde. Warten wir ab. In dem Erfolgsbericht werden hübsch die Fakten so selektiert das es positiv wirkt, weder gibts eine Auflistung der gefundenen Arten, noch der Anzahl der jeweils getöteten oder nicht mehr zur Freilassung geeigneten Tiere. So kann man zwar "Erfolge" vermelden aber nicht das Verfahren auf seinen Sinn prüfen.

    Gruesse,
    Detlev
     
  19. eric

    eric Guest

    Soll ja auch Leute geben, die die Fakten so selektionieren, dass sie möglichst negativ wirken :D
    Das ist ja das Schöne an Statistiken, dass man sie je nach Bedarf nutzen kann.
    Dass nun 180 Trauerenten (oder wieviele auch immer )nicht direkt am Oel verreckt sind, mag statistisch auf den Bestand zwar keine Auswirkungen haben. Für die betroffenen Enten an sich, aber sicher ein zumindest vorläufiger Erfolg.
    Wie sieht denn dein Vorschlag in so einem Fall aus? Wie findest du sollte verfahren werden?
     
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  21. Detlev

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    Hab ich schon geschrieben und ob die Vögel überleben kann weder du noch sonst wer wissen, das bringt die Zukunft. Und erst dann kann man von Erflog sprechen. Schönen bedeutet z.B. das sogar die bisher bekannten Daten: Anzahl und Artzusammensetzung der Totfunde und der getöteten Tiere unterschlagen wird. Aber es geht ja um geschickte Selbstdarstellung und Spenden- bzw. Sponsorengelder. Wer will da schon so kleingeistig sein und genau hingucken.

    Gruesse,
    Detlev
     
  22. #100 tellingstedt, 8. März 2008
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    Wer sagt das hier Zahlen unterschlagen werden? Natürlich gibt es Zahlen. Soll ich die hier veröffentlichen um "Erpsenzählern" was zu tun zu geben?
    Unsere befreundeten Vogelschützer aus Holland haben 190 gesund gepflegte Trauerenten freigelassen.(beringt)
    Der Deutsche Tierschutzbund hängt sich ganz schön weit aus dem Fenster.
    Aber wer will schon die Wahrheit wissen. Egal-schönes Wochenende.
    Gruss Christian
     
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    Seevogel Neuseeland: Das Bild habe ich in Neuseland vor paar Wochen gemacht. Kann jemand Art bestimmen?
  5. Bitte um Hilfe bei Seevögel Bestimmung

    Bitte um Hilfe bei Seevögel Bestimmung: Hallo liebe Vogelfreunde, war ganz kurz in Ostfriesland und habe ein paar Seevögel. Da ich noch nie an der Nordsee zum Vogel-gucken war, bitte...