Verölte Seevögel

Diskutiere Verölte Seevögel im Forum Artenschutz im Bereich Allgemeine Foren - Moin, heute Nacht wurden auf der Nordseeinsel Föhr 30 stark verölte Vögel am Strand gefunden!! Hunderte wurden gesichtet. Trauerenten...
Detlev, erklär mir bitte mit wenigen Worten, was Du uns hier eigentlich sagen willst, das kapier ich anscheinend nicht.
Ist die Hilfe für Dich grundsätzlich sinnlos, soll die aufgrund der ganzen Studien gleich ganz unterlassen werden oder was :? Weil es sich eh nicht lohnt :? Was wäre denn Deine "Lösung"? Gleich alle töten?

Christian, DANKE an Dich und die vielen Helfer, die vor Ort tun, was sie können!
 
Hallo.

Wenn ich es richtig verstanden habe, geht es Detlev darum, ob es sinnvoll ist, die Vögel zu reinigen und als vermeintlich gesund zu entlassen, oder ob es nicht doch nur ein Verlängern des Leidens ist.

Deshalb sind solche Langzeitstudien ja auch so wichtig. Denn wenn als geheilt entlassene Tiere doch bereits nach wenigen Tagen versterben, so ist es nach meiner Auffassung eine Verlängerung des Leidens und eine Tötung wäre in dem Falle sinnvoller.

Da ich aber nicht wirklich mit der Materie vertraut bin, möchte ich mir kein Urteil über Sinn oder Unsinn dieser Aktion erlauben.

LG, Olli
 
Ahso, also warten wir lieber mit der Hilfe, um abzuwarten, was denn zukünftige Studien hervorbringen werden und zählen erstmal weiter Erbsen.

Derweil kann man ja das Geld erstmal in ein neues Auto investieren. Das ist ja eine bessere Geldanlage.:+kotz:

Zumindest ich hoffe, daß noch mehr Menschen auf die Idee kommen werden mitzuhelfen.

Jedes Tier, daß man retten kann, ist jeden Cent und Mühe wert.
 
Ahso, also warten wir lieber mit der Hilfe, um abzuwarten, was denn zukünftige Studien hervorbringen werden und zählen erstmal weiter Erbsen.

Derweil kann man ja das Geld erstmal in ein neues Auto investieren. Das ist ja eine bessere Geldanlage.:+kotz:

Zumindest ich hoffe, daß noch mehr Menschen auf die Idee kommen werden mitzuhelfen.

Jedes Tier, daß man retten kann, ist jeden Cent und Mühe wert.

:zustimm::zustimm::zustimm:
 
Es mag ja durchaus sein. das ein sofortiges töten oft besser ist. Dieses stelle ich ja gar nicht in Abrede. Dennoch braucht es Leute und Material um jetzt etwas machen zu können.
Also ganz egal wie welche Statistik jetzt aussieht. Es braucht Unterstützung!
Wenn zwischendurch ein leichter betroffener Vogel ist , wesshalb nicht versuchen ihn zu retten?
Klar , gesehen auf die gesammt Anzahl spielt es biologisch gesehen keine Rolle.
So gesehen spielt es auch keine Rolle ob irgendwo bei einer Katastrophe 1000 Leute draufgehen , es hat ja noch genügend. Statistisch gesehen ist das egal.
Dennoch reagiert man das als Mensch einfach nicht so.
Biologisch gesehen ist es auch egal ob ich mal einen Seeadler schiesse oder 100 Rotkehlchen in die Pfanne haue. Die meisten hätte sowieso kein weiteres Jahr überlebt.
Statistik ist Papier . Ein Leben das dich verzweifelt anblickt ist was anderes.
Töten wos das kleinere Uebel ist oder sonst einen tieferen Grund hat ok. Ansonsten , machen was machbar ist.
Keiner sagt hier , dass man alles durchzubringen versucht.
Und ihr könnt mir glauben ich bin sicher nicht der Zimperlichste in dieser Hinsicht.
 
Moin,
bin eben zurück vom Meer. Wieder 102 verölte Vögel von Amrum jetzt bei Tierärztin Janine Bahr (Ölvogelhilfe Germany e.V.)auf Föhr. Sie leistet mit Ihren Helfer unglaubliches!!!
Es werden soviele Tiere das sie jetzt nach Holland ausgelagert werden. In Dänemark schon über 2500 tote verölte Seevögel.
Also-wenn Ihr Urlaub habt-fahrt doch nach Sylt, Amrum und Föhr. Lasst Euch vorher einweisen von Tierärztin Janine Bahr(0177 3300077). Sie zeigt Euch bzw werdet begleitet beim Einfangen usw.
Achtung: Nix für "Weicheier"!! Hier sterben viele Tiere.
Erwartet keine Orden-die bekommt keiner.
Die Landesregierung lässt uns mit dem Problem alleine.
Gruss Christian Erdmann
 
Moin, Moin,

Wenn ich es richtig verstanden habe, geht es Detlev darum, ob es sinnvoll ist, die Vögel zu reinigen und als vermeintlich gesund zu entlassen, oder ob es nicht doch nur ein Verlängern des Leidens ist.

Deshalb sind solche Langzeitstudien ja auch so wichtig. Denn wenn als geheilt entlassene Tiere doch bereits nach wenigen Tagen versterben, so ist es nach meiner Auffassung eine Verlängerung des Leidens und eine Tötung wäre in dem Falle sinnvoller.

Also war ich doch nicht unverständlich. Und das Ölvogelhelfer die das seid Jahren machen (*) im akuten Katastrophenfall nach trivialstem Zubehör betteln, das man gut über Jahre zusammenschnorren, zusammenkaufen und für den nächsten Ernstfall aufbewahren kann:

Wir brauchen:
- Rotlichtlampen
-Mundschutz
-Einmalhandschuhe
-Einmalschutzanzüge
- Tupfer
-Kescher
-Taschenlampen

finde ich genauso sonderbar, wie Webseiten die nicht laufen und Daten zur Erfolgskontrolle die nicht erhoben werden.

Im "German BirdNet - Mailingliste Vögel" gab es im Feb 2006 - Nach Anfrage um Hilfe von Christian Erdmann für verölte Vögel in Estland - eine Stellungnahme von Tilmann Disselhoff (ehemals Vogelschutzzivi auf Amrum): "Ich persönlich denke aufgrund des oben gesagten, dass den verölten Vögeln am besten damit gedient ist, wenn man sie von ihrem Leiden befreit, das heisst: tötet. Zweitens sollten wir unsere Energie, unser Geld und unsere Zeit aus Liebe zur Vogelwelt auf die Vermeidung derartiger Tanker"unfälle" richten." Widerspruch gab es nicht.

Gruesse,
Detlev

* Als Beleg für den Zeitraum: Mail von Christian Erdmann vom 14 Nov 2001 im Archiv der Mailingliste des GBN http://www.birdnet.de/histor/2001/bh_0111.htm
 
Moin, Moin,
Aber: Wie kommen die Zahlen zustande? Ich vermute ja zunächst folgendes: Die Untersuchungen normaler Überlebensraten waren sicherlich ein langfristiges Projekt, mit Sendern an Vogelkörpern, massenhaften Einfangaktionen etc., um dann letztlich zu einer Aussage zu kommen, die dann in die Lehrbücher Eingang findet.

Wie wird das aber bei den Ölvögeln gewesen sein? Das wird lange nicht so präzise gewesen sein können wie so eine Grundlagenforschung siehe oben. Wie kam man an die Zahlen, wie sicher sind sie?

Bevor du weiter spekulierst, wirf einen Blick in die Studie die ich verlinkt habe. Als Literatur ist dort z.B.: "CAMPHUYSEN, K., P. DUIVEN, M.P. HARRS & M.F. LEOPOLD (1997): Recoveries of Guillemots ringed in the Netherlands: The survival of rehabilitated oiled seabirds. - Sula 11 (3): 157 – 174." angegeben. Guillemots sind Trottellummen. Nach Überschrift ist die Methode Beringung.

Das Ergebnis hatte ich schon zitiert: "Etwa 78% der in den Niederlanden gereinigten und behandelten Trottellummen starben innerhalb des ersten
Jahres nach der Freilassung. Im Durchschnitt überlebten die Vögel nur 12 Tage (CAMPHUYSEN et al.1997). Die Überlebensrate der freigelassenen Vögel liegt hier bei etwa 22% im ersten Jahr, die langfristige Überlebenschance ist als gering anzusehen."

Da Ringe entweder bei Wiederfang oder bei Totfund erhoben werden sagt das schon was aus. Todesursachen von Trottellummen nach Ringfunden (Helgoland): 2% Jagd, 42% Fischereiopfer (=im Netz ersoffen), 24% Ölopfer. Auch bei Eiderenten ist ertrinken in Fischernetzen die häufigste belegte Todesursache.

Gruesse,
Detlev
 
Detlev, warum verwendest DU eigentlich so viel Zeit und Mühe mit Deinen Studien, Prozentrechnungen und wenig sinnmachenden Postings??? Du wirfst den Vogelhelfern vertane Zeit und sinnlose Mühe vor und hier setzt Du Deine Kraft dran, andere davon abzuhalten, verölten Vögeln zu helfen. Wenn irgendwas sinnlos und der Mühe nicht wert ist, dann sind es Deine Beiträge.
 
Moin,
Detlev, warum verwendest DU eigentlich so viel Zeit und Mühe mit Deinen Studien, Prozentrechnungen und wenig sinnmachenden Postings??? Du wirfst den Vogelhelfern vertane Zeit und sinnlose Mühe vor und hier setzt Du Deine Kraft dran, andere davon abzuhalten, verölten Vögeln zu helfen. Wenn irgendwas sinnlos und der Mühe nicht wert ist, dann sind es Deine Beiträge.

1.) Es sind nicht meine Studien, ich zitier die nur. Es handelt sich um zahlreiche Studien seriöser Wissenschaftler, die damit auch ihr Brot verdienen bzw. durch Sammlung der Daten, Beringung oder Ablesen und Melden von Ringablesungen ihrem Hobby nachgehen. Die Vergleichszahlen stammen gar nicht aus Ölvogelstudien.

2.) Aus solcher jahrelangen akribischen Arbeit ergeben sich z.B. Hinweise über Altersaufbau, Sterblichkeit etc und auf jene Todesurachen bei denen man Änderungen durchführen muss falls es Probleme mit der Art gibt.

3.) Wenn auch nur wenige Leser hier begreifen, dass die Rettung von verölten Vögeln Augenwischerei ist, dann ist schon was gewonnen. Oder hättest du vor meinen Beiträgen gewußt, das es diese Position gibt und das es gute Gründe gibt, warum die Position richtig ist?

4.) Bin ich auch der Meinung gerade im Artenschutz muss man kritisch fragen welche Projekte dauerhaft Sinn machen und welche nicht.

So, jetzt muss ich los. Lobbyarbeit für Vögel machen.

Gruesse,
Detlev
 
Wenn wir schon beim Erbsenzählen sind. In einer Studie sinds 1% Trotellummen die ein Jahr überleben in der nächsten sinds 22%.. Nun ich find, das ist schon ein wesentlicher Unterschied.
Wichtig wär zu wissen, sind die "Oelvögel" während dieses Jahres an den Folgen des Oels verstorben oder sind sie bei den 42% Fischereiopfer.
Müsste ja alles sauber differenziert werden.
Hab ich z.B. einen "Oelvogel " behandelt und beringt und er ertrinkt in einem Fischernetz, dann hat klar wieder einer dieses Jahr nicht überlebt. Nur hats in dem Fall dann gar nichts mir Oel und Behandlung zu tun.
Je nachdem was ich beweisen will, kann ich Daten so gebrauchen bis das Bild passt. Das ist ja das schöne an Statistiken :D

Mir ist völlig klar, das bei so einem Unglück viele Vögel nicht mehr zu retten sind. Wenn nach einer deiner erwähnten Studien aber dennoch 22% der wieder freigelassenen es länger als ein Jahr schaffen, find ich es doch schon eher bedenklich darauf keine Rücksicht zu nehmen und grundsätzlich alle zu töten.
Meine Frage ist aber immer noch: Werden von den beringten wirklich so viele (oder bei den Zahlen, fast alle)wieder gefunden? Bei Aussagen wie 99,4% überleben nicht, heisst das ja dass von 1000 freigelassenen 994 wieder gefunden wurden! Das wären ja spektakuläre Wiederfundraten! Ich lass mich gerne belehren, falls dies wirklich so ist.
Wenns umgekehrt gerechnet wird, also man hat von 1000 nur 6 wieder festgestellt, bleibt ja die grosse Frage offen, was ist mit den anderen nun wirklich passiert und hat das auch was mit dem Oelvorfall zu tun.

Rein Rechnerisch könnt man dann ja auch sagen: z.B. Bestand 1 Million. 1000 Oelvögel wieder freigelassen. Also wenn ich aus dem gesammten Bestand innert eines Jahres 1000 Vögel kontrolliere und auch nur einer dabei ist, hätten statistisch 100% überlebt :D
Die andere Aussage ist : bei dieser Aktion wurde nur einer wieder festgestellt , also haben es 99,9% nicht geschaft.:D
 
Moin,
herzlichen Dank für Euren Zuspruch und für die Anregungen.
Ich kümmere mich jetzt um die Tiere und werde hier nichts mehr dazu schrieben.
Gruss Christian
 
@Tellingstedt

Kann ich nur zu gut verstehen.
Ich hoffe von ganzem Herzen, daß Ihr so vielen Tieren wie Möglich das Leben retten könnt.
Ich bin den ganzen Tag in Gedanken bei Euch.

@All

Nur mal so zum Nachdenken.

In meinem Bekannten und Familiebkreis sind während meiner bisherigen Lebensspanne 10 Leute an Krebs erkrankt. Davon sind 5 innerhalb 3 Jahren trotz Behandlung verstorben. 4 sind seit 2 Jahren erkrankt und es sieht so aus, als wenn davon 3 dieses Jahr nicht überleben werden. 1er ist seit 8 Jahren in Behandlung und der Krebs kann in Grenzen gehalten werden.

Da könnte man doch auch drüber nachdenken, ob sich die extrem teuren Krebsbehandlungen überhaupt lohnen und ob es nicht auch eine menschenunwürdige Quälerei ist, die Leute 2-3 Jahre lang mit Chemotherapien vollzupumpen, wenn doch nicht mal 50% 3 Jahre überleben werden.

Das gesparte Geld könnte man dann ja anderweitig einsetzen. Z.B für eine Langzeitstudie, wie hoch denn die Überlebenswarscheinlichkeit wäre.
 
Lieber Detlev, ich hab nur ein paar Fragen gestellt und möchte ein paar Sachen erklärt haben.
Du hast ja mit den Statistiken angefangen :D
 
Hallo,
ich verstehe dein Problem nicht. Vielleicht könntest du mir das ja erklären?
Ich habe auch nicht nur Statistiken gebracht sondern z.B. die Einschätzung eines ehemaligen Vogelschutzzivis, der die Sache ja aus der Praxis kennt.

Grüße,
Detlev
 
@Bennamucki
kannst du mir bitte mal eine pn mit der kontonr. schicken?
danke
karin
 
Detlev - du würdest wahrscheinlich auch losgehen und sie alle mit dem Knüppel erschlagen, so wie die Zivis das da machen, die ja ach so kompetent sind?

In meiner Stadt gab es vor eineinhalb Jahren auch Ölalarm - geholfen haben die selben Leute. Nachdem ich Janine Bahr anrief, gab sie es sofort weiter an Project Blue Sea, die uns alle eingesammelten Vögel abnahmen und in die "Waschstraße" steckten. Das war eine so großartige Aktion, wir sind auf immer dankbar! Betreut wurde das Ganze von einem Vet. der Taubenklinik, der sicher genau so "blind" war wie die Tierschützer, was Detlev?

Jedenfalls unsere Enten, Schwäne und Gänse waren nach erfolgreicher Reinigung putzmunter und fröhlich wieder in ihren Arealen unterwegs. :freude:

Dass einige nicht alt geworden sind, haben wir den "Freunden" in Lodengrün zu verdanken! Auf unsere Hilferufe hat sich von denen natürlich KEINER gemeldet, aber immerhin Tierfreunde von Rostock bis Hannover, Hagen ... die zu uns anreisten, um die Vögel mit einfangen zu helfen. Die mit dem Finger am Abzug hatten es hinterher wie gewohnt leicht, einmal drauf halten, bumm und tot - während wir stunden-, tage-, WOCHENLANG um die Tiere gekämpft haben...
 
Dass einige nicht alt geworden sind, haben wir den "Freunden" in Lodengrün zu verdanken! Auf unsere Hilferufe hat sich von denen natürlich KEINER gemeldet, aber immerhin Tierfreunde von Rostock bis Hannover, Hagen ... die zu uns anreisten, um die Vögel mit einfangen zu helfen.

Irgendwie schwach von den Jägern...
Unverständlich so ein Verhalten; leider gibt es überall solche schwarze Schafe. :traurig:
 
Thema: Verölte Seevögel

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