Clickertraining für Kanarien

Diskutiere Clickertraining für Kanarien im Clicker-Training Forum im Bereich Allgemeine Foren; Hallo liebe Vogelfreunde, bin vor kurzem stolze Besitzerin von zwei Kanaries (beides Männchen, gelb und rot) geworden und habe seit 3 Tagen...

  1. mld

    mld Neues Mitglied

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    Hallo liebe Vogelfreunde,

    bin vor kurzem stolze Besitzerin von zwei Kanaries (beides Männchen, gelb und rot) geworden und habe seit 3 Tagen einen Clicker und das Buch. Leider sind die Tips aus dem Buch nicht ganz so leicht zu übertragen, denn
    - die Kanaries springen die ganze Zeit umher, wie soll ich einen Trainingsplatz haben?
    - wie soll ich herausfinden, was ihr Leckerli ist? Ich kann schlecht einen Teller vor sie stellen, da sie noch wenig aus dem Käfig rauskommen und alles erst später anknabbern - ich habe aber ausprobiert und gekochtes Ei, die besonders großen Körner aus dem normalen Futter, und Basilikum feststellen können.
    - Trainingsschale hab ich, ist aber im Käfig, kann sie von außen befüllen - sie sollten inzwischen darauf konditioniert sein, aber sicher bin ich mir nicht - sie gehen immer erst nach einer Weile dran.

    - Was soll das erste sein, was sie lernen sollen? Auf die Hand geht schlecht, höchstes im Käfig - wenn sie draußen sind, flüchten sie noch zu sehr.

    - Targetstick ist auch fragwürdig, schließlich haben sie nicht diesen runden Schnabel mit Spitze nach unten, sodass sie sich festbeißen können.

    PS: Und wie gewöhnen ich ihnen an, das Schwimmbad zum Baden zu benutzen und nicht ihre Wasserschale? :)

    Freue mich über eure Tips.
     
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  3. Raven

    Raven De omnibus dubitandum

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    Hallo mid,

    willkommen hier im Forum!
    Vorab: Ich weiß nicht viel über Kanarien und ich bin zwar durchaus ein Freund von Verhaltenstraining (sofern man die Grundlagen, wie und warum es funktioniert, verinnerlicht hat), aber nicht unbedingt von Clickertraining "nach Buch" - denn bei Vögeln funktioniert nichts auf Knopfdruck!
    Ein paar Dinge in deinem Beitrag sind mir aufgefallen und geben mir sehr zu denken (nimm es bitte nicht persönlich):
    2 Männchen sind nicht gerade ideal, weißt du das? Lies mal bitte dieses Infoblatt. und schau hier ins Unterforum für Kanarien.

    Naja, dann hast du ja schon was. Es wäre gut, wenn du die "großen Körner" auch benennen könntest - man sollte etwas Bescheid wissen über das, was im Futter enthalten ist.

    Worauf sollten sie konditioniert sein? Du konditionierst den Clicker...

    Nicht vor dir zu flüchten! Vertrauen gewinnen, dass von deiner Hand nur Gutes kommt.

    Auch ein Papagei soll sich nicht am Targetstick festbeißen, sondern ihn nur kurz mit dem Schnabel anfassen oder leicht berühren! (Ich frage mich, was für ein Clicker-Buch du hast, oder ob du es von Anfang an gelesen hast ...)


    Indem du keine Wasserschale hinstellst, sondern ein Trinkröhrchen hinhängst ;-) Aus der Badeschale werden sie dennoch trinken.
     
  4. Axel

    Axel Foren-Guru

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    Wie Raven schon erwähnt hat ist die Konstellation von zwei Hähnen denkbar ungünstig. Wenn sie in Brutstimmung kommen (also bald!), solltest Du einen zweiten Käfig bereithalten um die Vögel, wenn nötig, zu trennen.
    Entschuldige meine Unwissenheit, aber mir war nicht bekannt das mit Kanarien geclickert wird. Wir sprechen hier ja nicht von Papageien.
    Abgesehen davon ist es, meiner unmaßgeblichen Ansicht nach, äußerst fragwürdig und völlig unnötig Kanarien durch Clickern auf bestimmte, dem Menschen genehme, Verhaltensweisen zu konditionieren...

    Das wundert mich nicht...
    Kennst Du das Verhalten des wilden Kanarengirlitz? Wäre es nicht besser gewesen, sich erstmal mit dem natürlichen Verhalten von Kanarien zu befassen?
    Natürlich sind die heutigen Kanarien domestiziert und nicht mehr ganz so wild wie ihre Vorfahren.
    Mir gefallen Kanarien (und Cardueliden), weil sie nicht zahm sind und es bei mir auch nicht werden sollen. Das gleiche gilt im übrigen für Papageien (für mich).

    Meine Kanarien singen direkt vor meiner Nase und manchmal auch in der Hand, wenn ich sie zu einem Weibchen setze ohne das ich je etwas in die Richtung unternommen hätte.

    Grüsse
     
  5. Raven

    Raven De omnibus dubitandum

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    Hallo norwicher,
    Und wie schön du sie trainiert hast! :0-
    Du trainierst sie jeden Tag, wenn du Futter gibst, den Käfig reinigst, in ihre Nähe kommst, usw...
    Lies mal bitte: Klick
     
  6. Axel

    Axel Foren-Guru

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    Gut.
    Aber den täglichen Umgang mit den Vögeln würde ich nicht als Training bezeichnen. Es versteht sich von selbst, dass sich die angeborene Scheu im täglichen Umgang im geringen Maße reduziert.
    Da ich aber an den meisten Tagen in der Woche die Vögel aus Zeitgründen maximal 10 Minuten am Tag versorge und sie ansonsten eher aus der Entfernung beobachte sollte sich das in Grenzen halten.
    Aber ich gebe Dir insofern recht, dass während des täglichen Hantierens ein Gewöhnungsprozess seitens der Vögel stattfindet.
     
  7. Raven

    Raven De omnibus dubitandum

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    Jain. Training hat im deutschen Sprachgebrauch sehr leicht etwas von Drill und Zwang an sich und das führt gerade im Zusammenhang mit Tieren sehr leicht zu Missverständnissen. Training sollte aber so verstanden werden:
    Für den Trainierenden (hier also der Vogel): Er lernt etwas, das aus seiner Sicht gut ist. Er lernt z. B., vor der Hand keine Angst zu haben (das geht auch bei den kleinen Vögeln) oder er lernt, auf seinen Namen zu reagieren, zu kommen, auf die Hand zu steigen, usw. Was ist daran gut für den Vogel - z. B. das leckere Futterstückchen, das er dafür bekommt, oder auch Lob, Spiel, Beachtung, je nach Situation und was ihm gerade gefällt.
    Für den Trainer: Er schafft die richtigen Voraussetzungen, damit der Vogel etwas lernen kann und honoriert jedes richtige Ausführen eines Lernschritts mit etwas, das der Vogel gut findet. Dazu gehört vor allem genaue Beobachtung des Vogels und sehr viel Geduld. Es gibt keinerlei Zwang! Wenn der Vogel etwas nicht freiwillig tut, dann ist es der Fehler des Trainers.

    Gewöhnung ist letztendlich auch nichts weiter als Lernen! Deine Kanarien haben gelernt, wenn er am/im Käfig hantiert - gibt es frisches Futter - prima!

    Guck dir mal die Kehrseite des "den täglichen Umgang mit den Vögeln würde ich nicht als Training bezeichnen" bei den Papageien an: Der Papagei schreit, der beißt, der macht sonstwas... Was denkst du, wodurch der solche Unarten gelernt hat?
     
  8. mld

    mld Neues Mitglied

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    Leute wenn ihr keinen Bock auf Clickertraining habt, solltet ihr dieses Forum schließen und garnicht erst anbieten! Ich will die Vögel nicht drillen oder so einen Quatsch, nur ihr Vertrauen in mich stärken und kleine Dinge, wie in Käfig rein oder raus, auf die Hand etc beibringen.

    Zu den zwei Männchen wurde uns im Zoohandel, wo wir sie gekauft haben geraten. Sonst gäbe es dauern Brut und Eier und Nachwuchs. Wenn es nötig wird, sie zu trennen, mach ich das, kein Problem.

    - Zu dem Futter: ich würde es gerne bennen können, aber auf der Packung steht nur Kanariensaat - Ich lese schon die ganze Zeit über Kanaries, entschuldige, dass ich noch nicht sooo weit gekommen bin, einzelne Körner zu googlen !

    - Natürlich sollten sie nicht auf die Schale trainiert werden, nur da ich ihnen nicht wie einem Papagei etwas direkt in den Schnabel schieben kann, schiebe ich es eben in die Extra Schale (steht auch im Buch).

    Ich habe das Clickerbuch von Ann Castro und sie selbst höchstpersönlich hat mir auf ihrer Facebookseite geantwortet, dass man auch Kanaries trainieren kann. Also ich wäre für eure Hilfe und Ratschläge dankbar, aber ganz ehrlich, eure Beiträge waren eher demotivierend !
     
  9. Moni

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    Vielleicht meldet sich ja noch jemand, der ebenfalls mit Kanarien clickert. Grundsätzlich denke ich auch, Kanaris sind da vielleicht etwas schwieriger, allein von ihrem natürlichen Verhalten her, da sie nicht so sozial sind wie z.B. Wellensittiche. Das mit den zwei Männchen ist absoluter Unsinn von der Zoohandlung, da kann man nur mit dem Kopf schütteln, aber dazu wurde ja schon alles gesagt.
     
  10. #9 IvanTheTerrible, 14. Januar 2013
    IvanTheTerrible

    IvanTheTerrible Guest

    Clickern mit Kanarien ist ja mehr als ungewöhnlich, daher findet man auch keine Beiträge dazu.
    Man muß sicher nicht diesen Teil des Forums schließen, weil keine Meinungsäußerungen dazu auftauchen, denn es gibt hier sicher schon eine Menge Leute die Kanarien halten, aber scheinbar Ann Castro in dieser Form nicht nacheifern wollen.
    Tatsächlich findet man hier viele Aussagen zur Haltung, die ja einen viel größeren Stellenwert als Clickern hat.
    Vielleicht wäre das auch ein Punkt, den man bei der Anschaffung vorher abgefragt hätte, denn dann wären die "Aussagen" in der "Zoohandlung" zum Kauf wohl garnicht erst ernst genommen worden.
    Ivan
     
  11. Divana

    Divana Foren-Guru

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    beim clickern kommt es natürlich auch auf den Vogel an. Ich persönlich würde nie clickern. Ich weis aber das Leute bei Papageien da schon Erfolge hatten. Aber bei Kanarien denke ich kann man das vergessen. deshalb diese Rubrik hier zu schliessen wäre ja falsch, da es mit einigen Papageien ja funktioniert. So ein Vogel muss doch Vertrauen zu dir haben oder nicht? Ich denke wenn er Angst hat wird er nicht lernen da nutzt auch so ein clicker nicht viel.
     
  12. Stephanie

    Stephanie Foren-Guru

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    Hallo mld,
    ein Targetstick muss nicht unbedingt "gebissen" werden.
    Ich hatte einen sehr zurückhaltenden Wellensittich, Twitch, der den Stick immer nur sanft mit dem geschlossenen Schnabel von der Seite antippte.
    Ohnedies war und ist auch mein TS für die kleinen Wellischnäbel etwas groß, aber (die) meist(en) bevorzugen (sie), den Stick IN den Schnabel zu nehmen.

    Bei Verunsicherung, ob Du mit Kanarien clickern kannst, lies mal von Karen Pryor "Die Seele der Tiere erreichen", da sind zahlreiche Beispiele für das Clickern mit allen möglichen zahmen und nicht zahmen Tieren aufgeführt.

    Ohnedies wurden "früher" Katzen und Vögel allg. nicht als Tiere betrachtet, denen Ottonormalhalter etwas beibringen könne.
    Papageien sind nur Paradebeispiel fürs Clickern mit Vögeln, weil es davon inzwischen genügend Beispiele auf Papier und in Videos gibt; gäbe es die nicht, würde vermutlich die Idee mit Papageien (Katzen, kleinen Nagern etc.) clickern zu können für die meisten Menschen absurd klingen (aber clickern kann man auch mit Fischen... also dann ja wohl auch mit Kanaren).

    Probier halt einfach mal, wie weit Du kommst und denke daran, dass Dir & Deinen Vögeln dabei keinerlei Zeitlimit gesetzt ist - ihr müsst nicht nächste Woche auftreten.;)

    Wenn ich nicht vom Clickern gehört hätte, wäre es für mich heute noch "völlig klar", dass ein einmal verängstiger Wellensittich nie wieder Vertrauen fasst, man Wellensittiche nicht anfassen kann undman ihr Vertrauen für immer verspielt hat, wenn man sie einmal gefangen oder mit der Hand gehalten hat.

    Ähm - meine lassen sich inzwischen freiwillig anfassen, d.h. sie kommen dafür von selbst an und bis auf einen genießen sie es - trotz Partner - hin und wieder von mir gekrault zu werden.

    Alles Dinge, von denen ich geglaubt hätte, dass sie mit Wellensittichen nicht möglich wären, die ich aber nicht erreicht hätte, wenn ich nicht zwischenzeitlich durch andere Beispiele mein Zutrauen in das Zutrauen der Vögel geändert/ verstärkt hätte.:)
     
  13. #12 IvanTheTerrible, 15. Januar 2013
    IvanTheTerrible

    IvanTheTerrible Guest

    Das ist aber seltsam, denn es gab schon vor Ann Castro Hunderttausende zahme oder handzahme Sittiche und Papageien.
    Wie haben die das bloß gemacht, da das Clickertraining ja noch nicht erfunden war?
    Mein erster WS 1955 war auch handzahm und stammte nicht aus einem Babyhandel und ich wußte damals schon, das bei richtigem Umgang fast jeder Vogel zahm wird....ohne Clickertraining zu kennen.
    Ergo waren die damaligen Vogelhalter wohl ihrer Zeit weit voraus, oder hatten sie einfach mehr Geduld?
    Ivan
     
  14. Raven

    Raven De omnibus dubitandum

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    Ja, mehr Geduld. Und mehr Bereitschaft, den Vogel genau zu beobachten und seine Signale, die er ständig mit seiner Körpersprache auch an uns Menschen zu übermitteln versucht, zu verstehen. Es ist immer der Vogel, der bestimmt, wann er was tun möchte.

    Aber dieses bei manchen verschütt gegangene Wissen lernt man ja wieder beim Clickertraining - sonst kann man es sowieso vergessen und damit mehr Schaden als Nutzen anrichten.
     
  15. mld

    mld Neues Mitglied

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    Also nur soviel dazu, ich habe mit Ann Castro auf ihrer Facebookseite geschrieben und sie hat mir persönlich zugesichert, dass es möglich ist.

    Und ich habe auch schon den ersten Lernerfolg erzielt! :)

    Natürlich muß man das Forum nicht schließen ich hatte nur den Eindruck, dass generell keine Lust auf Clickertraining besteht, egal zu welchem Vogel.

    Also wer Lust hat zu erfahren, wie ich dies und jenes zu übertragen versuche bei den Kanaries, kann ja kurz kommentieren.

    Leider war ich selbst beim Kauf nicht dabei - die Vögel waren ein Geschenk - zurückgeben geht leider auch nicht, wäre angeblich nicht üblich in der Zoobranche (ich bin mir sicher, ihr erzählt mir jetzt auch alle das Gegenteil - aber hinterher ist man immer schlauer - ich muß jetzt erstmal abwarten und kann nicht gleich wieder neue Entscheidungen bezgl neuen Vogel oder Haltung usw treffen, bin ja quasi auch überrumpelt worden, aber ich bemühe mich natürlich um die artgerechteste Haltung wie nur geht. Bin auch nicht tierunkundig, hatte früher Wellis, Gänse, Hühner und Hasen und lese mich so nach und nach über die Kanaries schlau).
     
  16. #15 Stephanie, 15. Januar 2013
    Zuletzt bearbeitet: 15. Januar 2013
    Stephanie

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    Wo kämen wir hin, wenn niemand ginge, um zu schauen...

    Na ja, dann..!:p

    Clickertraining bedeutet ja nur, dass bestimmte Verhaltensweisen (akustisch) markiert und dann mit einer Belohnung honoriert werden.
    Wer also die Belohnung mag und will und die Verbindung geknüpft hat zwischen seiner Handlung und der Belohnung, kann erfolgreich geclickert werden, das geht auch mit freilebenden Wildtieren (die man öfter sieht, so dass man mit ihnen clickern kann) oder Zootieren (die zu "gefährlich" sind, um ihnen persönlich nahe zu kommen).

    "... sie hat mir persönlich versichert..." klingt so nach Kristallkugel.

    Was, wenn sie gesagt hätte, nö, mit Kanarien geht das nicht...?

    Man braucht einfach viel Geduld, nicht nur im Training mit dem Tier, sondern auch mit sich selbst und seiner eigenen oder von anderen Menschen gefütterten Skepsis.
    Völlig egal, mit welcher Herangehensweise man sich mit dem Tier beschäftigt, ob mit Clickertraining, oder mit positiver Verstärkung ohne Clicker, oder einfach intuitiv, oder nach einer anderen Methode, oder ganz ohne Plan einfach so wies kommt.

    Das größte Hindernis ist der Glaube, dass es aus diesem oder jenem Grund nicht klappt - mit diesem Tier speziell, oder weil man selbst keine Erfahrung hat oder einem "das gewisse Etwas" fehlt, oder weil das Tier zu alt ist, zu lange allein oder zu lange ohne Menschen gelebt hat, oder ein Wildfang ist, oder sich schon mal sehr vor dem Menschen erschreckt hat, oder misshandelt wurde etc.

    Schlimm ist es, wenn dieser Glaube von "Experten" vermittelt wurde (daher musste ich bei dem Ausdruck "sie hat mir persönlich verischert" lachen - eben: was, wenn nicht?!).

    Mir ist das einmal passiert und nachdem der sehr zahme Vogel sich ein einziges Mal erschrocken hatte in seiner "Kindheit" - habe ich auch die restlichen 9 Jahre nicht mehr probiert, ihn groß zu zähmen, weil ich von einer "Expertin" gelesen hatte, dass das sinnlos sei, wenn man nicht besondere Fähikeiten besäße (die leider in dem Buch nicht genannt worden waren...:p).

    Später hat der Vogel, Racoby, ganz von alleine immer mal wieder etwas Zutrauen gezeigt, nur ich traute mich nicht, das versuchsweise auszubauen, weil ich gelesen hatte dass so ein Vogel gelernt hätte "dass der Mensch sein schlimmster Feind ist, vor dem er sich verstecken muss".:~

    Später hatte ich dann noch 2 Vögel mit ähnlichen Biografien, also langjähriger größerer Angst bis Skepsis gegen mich/ Menschen allg, und bei beiden konnte dies dann doch ziemlich gut "behoben" werden, so dass sie mir beide später in kritischen Situaitonen (wieder) vertrauten.
    Allerdings nur, weil ich bis dahin davon ausging, dass dies wieder möglich wäre, dass sich die Mühe auch lohnen würde, dass halt nur nicht sicher sei, wann.

    Ein anderer Mythos, den ich früher gelesen hatte und laaaange geglaubt habe, war, dass (speziell Wellensittiche) Zahmheit nur während der ersten 3 Monate erreicht werden kann, danach, Zitat, würden Wellensittiche "nur noch ausnahmsweise zahm", also würde sich ebenfalls ein Versuch seitens Ottonormalhalter nicht wirklich lohnen.

    Beide der o.e. ängstlichen Vögel waren deutlich älter, der eine 2 1/2 Jahre, der andere schon 8 Jahre alt.


    Übrigens gab es mit Racoby mal eine im Nachhinein lustige Situation:
    Meine Großmutter war zu Beusch und die hatte immer einen ganz besonderen Draht zu Tieren.
    Ich dagegen hatte eher Angst, nach allem, was ich gelesen hatte, die Vögel zu (v)erschrecken und machte daher nichts, das auch andeutungsweise dies herovrrufen könnte.
    Und dann erzählte mir meine Großmutter, Racoby könnte man "streicheln".
    Sie ließ dann ihre Hand immer näher an ihn auf dem Ast herankommen und er ließ sich tatsächlich berühren.
    Aus heutiger (und damaliger) Sicht weiß ich nicht, ob er nicht evtl. vor Angst eingefroren war.
    Ich hätte es auf jeden Fall nicht gewagt und habe auch später nichts weiter in der Richtung probiert.
    Sie hatte diese ganzen Bedenken aber gar nicht mitbekommen und es einfach mal so probiert und war danach überzeug, dass man diesen vogel streicheln könne.

    Was evtl. etwas mit Vorsicht zu genießen ist, da sie, bei aller Tierliebe leider auch glaubte, Wellensittiche würden es mögen, wenn man mit langem Fingernagel am Käfiggitter entlangschrabt...8o
     
  17. mld

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    Leute, ich hab doch schon gesagt, dass ich schon die ersten Erfolge habe!!! Eine Diskussion ob Clickertraining überhaupt finde ich in diesem Forum unangebracht, wenn man es anzweifelt oder nicht mag, kann man die anderen ja einfach in Ruhe lassen und ihr Ding machen lassen.
    Ich weiß auch, dass es Geduld braucht usw, ich wollte lediglich wissen, ob hier schon mal jemand mit Kanaries geklickert hat. Aber augenscheinlich nicht, sonst gäbs hier nicht so ellenlange Diskussionen, ob das überhaupt sinnvoll ist.

    Also wie gesagt, ich hab schon die erste Sache beigebracht (ich halte meine Hand ruhig in die Käfigtür mit Handrücken nach oben) und sie sollen ruhig sitzen bleiben und nicht wild umherflattern - ich möchte einfach Wasser und Futter austauschen können, ohne dass wild im Käfig rumflattern und am Ende sich selbst verletzten - muß ja nicht sein - also heißt es Angst vor der Hand abbauen.
    Das klappt jetzt wie gesagt bei der Tür ganz gut, der eine korrigiert sogar den anderen schon mit einem schnellen Blick. Jetzt heißt es ein kleines Stück näher kommen.
    Alles weitere ergibt sich dann.
     
  18. Moni

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    Meiner bescheidenen Meinung nach kann man sowas auch ohne Clickern erreichen... aber wie schon gesagt, Kanaris sind keine Sittiche, und ich denke, man sollte die Unterschiede berücksichtigen und nicht zu viel erwarten.

    P.S.: vielleicht hat genau aus dem Grund noch keiner Erfahrung damit, weil es nicht sinnvoll erscheint...
     
  19. Axel

    Axel Foren-Guru

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    Aber man darf es doch hinterfragen, oder? Eine Diskussion ist, meiner Ansicht nach, immer angebracht, egal um was es geht. Ansonsten gäbe es keinerlei Weiterentwicklung und würde zu Stillstand, nicht nur in den Köpfen, führen :).

    Entschuldige mal, aber das ist reine Interpretation Deinerseits...;)
     
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  21. Moni

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    Eben, und auch die "Erfolge" sind imho sehr subjektiv. Das "clickern" ist mit Sicherheit kein Geheimrezept, und dass Leute wie Ann Castro behaupten, klar geht es, ist logisch - ohne gegen Ann was zu sagen, aber sie möchte natürlich ihr Buch verkaufen, was auch ihr gutes Recht ist. Aber eine Tierart über deren Wesen man wenig weiß, mit einem "Wundermittel" zahm zu bekommen, das ist meiner Meinung nach zu einfach gedacht... Meine Kanaris fliegen auch nicht panisch umher wenn ich sie füttere, eben weil sie mich kennen und mich gewöhnt sind, dazu habe ich kein Buch und keinen Clicker gebraucht. Es sind nun mal Fluchttiere, und es sind keine so ausgeprägt sozialen Vögel wie Sittiche. Sicherlich kann man alles mit ihnen machen was man möchte, aber Wunder würde ich keine erwarten.
     
  22. #20 Stephanie, 16. Januar 2013
    Zuletzt bearbeitet: 16. Januar 2013
    Stephanie

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    Bzgl. Wasser und Futter austauschen habe ich meinen ganz simpel beigebracht, dass sie bei dem Wort "Achtung!" nach oben fliegen (oben ist der Käfig offen).
    Und zwar halt immer, wenn sie das taten (etwa, wenn ich den Käfig oben öffnete) habe ich halt Achtung gesagt.

    Da sie immer wieder sehr irritiert sind, wenn ich die Wasserschüssel oben raus nehme oder die Futterschalen vom Boden hochhebe 8o, sage ich jetzt vorher "Achtung", sie wissen, dass sie nach oben fliegen und bleiben da ganz entspannt, bis alles wieder an seinem Platz ist (oder inspizieren auch mal den Metallring, in dem der Wassernapf hängt, sehr genau - dazu hat vogel ja sonst keine Gelegenheit).

    Es ist einen Versuch wert, immer ein bestimmtes Wort/ einen besitmmten Satz zu sagen oder ein bestimmtes Geräusch zu machen, wenn man etwas macht und diese Anküdnugung dann immer weiter nach vorne zu verlegen.
    So kann der Vogel selbst entscheiden, was er nun machen will & weiß, was auf ihn zukommt.

    Das hat bei mir, auch ohne /vor dem Clickern ;) immer ganz gut funktioniert, etwa beim Lichtausmachen, Saugen, Lüften ( :+klugsche jetzt bitte alle in den Käfig ;)).



    Einfach durch die Regelmäßigkeit und Beständigkeit/ immer das gleiche Geräusch, so dass die Vögel wussten, was nun auf die zukommt.
    Gerade Wasserwechseln (aus den eingehängten Metallschalen) war für alle meine Vögel immer ein Überraschungsmoment, in dem sie sich erschrocken haben - das kann man über so eine verknüpftes Wort sehr gut vermeiden.

    PS
    Wer jetzt sagt, klar sind ja auch Wellensittiche - meine Mutter hat in ähnlicher Weise "ihren" Wildenten beigebracht, auf Handzeig in den Teich zu gehen, später nur auf den Satz "ab ins Wasser" hin.
    Einfach, indem sie immer mit der Hand zeigte, wenn die Enten in den Teich gingen und dann etwas Futter nur dort nachreichte (die Enten sollten bitte nicht auf der Terrasse "klecksen" ;)).

    PPS
    Meine "korrigieren" sich übrigens auch (mit Lauten).
    Aber nur bei Übungen, bei denen sie nur belohnt werden, wenn alle das gleiche machen, also etwa leise sein oder in den Käfig gehen.
    Wenn dann einer noch keckert oder draußen sitzt, kommt schon mal ein Laut wie qurx und der andere ist dann auch leise oder kommt in den Käfig.
    Das vermutlich, weil sie erfahren haben, dass es halt nur die Belohnung gibt, wenn alles diese Sache machen.
     
Thema: Clickertraining für Kanarien
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