Goldstirnsittiche Chip & Chap

Diskutiere Goldstirnsittiche Chip & Chap im Südamerikanische Sittiche Forum im Bereich Sittiche; Hi Jon! Chap kommt bereits auf einen Stock und liesse sich vermutlich in die Voli tragen Das ist genau die Methode, mit der sich ein...

  1. Christian

    Christian Foren-Guru
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    Hi Jon!


    Das ist genau die Methode, mit der sich ein ähnliches Problem mit unseren Aymaras lösen lies. Wir hatten nämlich auch keinen Bock immer zu warten, bis der Hunger sie von allein reintrieb. Also nahm ich Maya, die Henne, auf einen Ast und trug sie rein ... Yupanka, der Hahn, flog ihr dann nach. Das klappte aber nur, wenn ich sie durch die Tür im Volierendach reintrug ... die Vordertür wurde gemieden, wie die Pest :(

    Mittlerweile ist da ein richtiges Ritual draus geworden ... abends halte ich den beiden den Ast hin und beide hopsen sofort drauf und lassen sich reintragen ... Null Problemo ... mittlerweile geht's auch durch die Vordertür, aber die Dachluke wird nachwievor bevorzugt.

    Anfangs war das aber ziemlich schwierig, sie reinzukriegen. Man brauchte meist drei, vier Anläufe. Eines abends haben sie sich allerdings dermaßen gesträubt, daß mir der Kragen platzte und ich habe sie mit dem Kescher zwei Runden durch den Raum gescheucht, so daß sie etwas ausser Atem waren ... ich weiß, sowas sollte man eigentlich nicht machen ... aber man braucht bei ihnen nur den Kescher in die Hand nehmen und schon fliegen sie los ... ich bin also nicht mit dem Kescher hinter ihnen her gerannt ... naja, jedenfalls war das äußerst heilsam ... seit dem brauchte ich nie wieder mehr als zwei Anläufe, sie reinzukriegen. Und jedes Mal, wenn sie auf Anhieb reingingen, gab's Sonnenblumenkerne zur Belohnung ... sowas wirkt Wunder ;)

    Trainiere mal mit ihnen mit einem Ast ... vielleicht sogar bewußt, wenn sie noch gar nicht rein sollen ... also reintragen und Voliere auflassen, daß sie wieder raus können ... das nimmt ihnen die Angst, drin bleiben zu müssen. Und belohne sie jedes Mal, wenn geklappt hat.

    Wenn das alles nicht klappt, wäre es vielleicht wirklich mal eine Idee, das Problem mit den Spezialisten im Clicker-Forum zu diskutieren.
     
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  3. #22 Jon October, 9. August 2005
    Jon October

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    Der Widerspenstigen Zähmung

    Hallo @all,

    nach langer Zeit mal wieder ein aktueller Lagebericht von der Goldstirnfront.

    Es fand in den letzten Wochen eine starke Annäherung statt und das in mehreren Bereichen.

    Der Freiflug der Beiden war lange Zeit echt ätzend. Wenn die Luft bei ihnen raus war und die Fütterungszeit kam, sollten sie wieder in die Voli. Chap, der Hahn war meistens sehr kooperativ, Chip, die Henne hat sich fast immer verweigert. Die Konstruktion einer "Falle", um die Tür aus grösserer Entfernung schliessen zu können, brachte einige Wochen lang eine deutliche Besserung. Dann fing Chip wieder an zu streiken und ging nicht mehr in die Voliere. Auch die Aussicht, mit Hungergefühl und getrennt von Chap schlafen zu müssen brachte keine Änderung. Sie stellte sich stur und musste mit dem Käscher gefangen werden. Das machte ich so ca. 5, 6 mal, dann hatte ich keinen Bock mehr. Es musste sich was ändern, oder ...................
    Soweit kam es zum Glück nicht. Am 23. April liess ich die Beiden mal deutlich früher raus aus der Voli, machte dann die Tür zu und sie liessen ihrem Bewegungsdrang freien Lauf. Erst nach gut 4 Stunden öffnete sich das Türchen wieder, Chap zack rein und an den Napf, Chip wie immer oben drauf und lautstark gezickt. Ja, und da kam er, der lange Ast und kam immer näher und näher. Chip floh auf den "Spielplatz", aber auch dahin kam der "böse" Ast, sie flog wieder auf die Voli, sie drehte Zimmerrunde um Zimmerrunde, sie landete auf dem Sofa, dem Aquarium, dem Schrank, den Bilderrahmen, sie flog in die Küche. Es nutzte alles nix, der Ast kam hinterher. Nach ca. 45 Minuten - ich hatte schmerzende Arme und bedachte sie innerlich mit allen Flüchen dieser Erde - stieg sie das 1. Mal auf den Ast. Uff, zu früh gefreut, die nächste Zimmerrunden standen an. Erst nach über einer Stunde - ich hatte schon Papageienrezepte aus der Zeit der römischen Imperatoren im Kopf - schaffte ich es, sie in die Voli zu setzen. Was für eine grenzenlose Erleichterung - auf beiden Seiten!!!! Chap sass die ganze Zeit pappsatt und still auf seinem Lieblingsast und sah unserem Treiben eher verständnislos zu.
    Wir waren beide ausgepumpt und ich liess 3 Tage vergehen, bis sie wieder rausdurften. Es kam wie gehabt zum Schluss, Chap drinnen, Chip draussen, der Ast kam und Chip flog und flog und flog, 25 Minuten lang, dann ging sie auf den Ast. Und beim 3. aufsitzen konnte ich sie in die Voli setzen, nach gut 30 Minuten war sie freudig drinnen. Der Tag drauf nach 20 Minuten, usw.!
    Heute setzt sie sich auf das offene Türchen und hebt schon das Füsschen, wenn ich mit dem Ast komme. Auch Chap hat den Ast sofort akzeptiert und damit sich und mir unnötige Aufregung erspart.
    Ihre liebste Beschäftigung ist in der Voli das Äste schreddern. Sie verlangen mind. jeden 3. Tag einen starken Laubast von gut 1,5 Mtr. Länge mit vielen Nebenzweigen. Wenn sie nix zu knabbern haben, werden sie laut und nervig, auch zicken sie sich dann oft an.
    Im Freiflug drehen sie immer erst einige Zimmerrunden und "brüllen" sich die Atemwege frei, dann zerraspeln sie den morschen, dicken Ast auf dem "Spielplatz", einer Babyschaukel aus Holz, mit Seilen an die Decke gedübelt und mit einem dicken morschen Eichenast von gut 2,5 Mtr. Länge, mehreren Zweigen, Spielzeug und Schaukeln vogelgerecht veredelt.
    Oder sie zerlegen mit Hingabe Kartons, fabrizieren Ein- und Ausstiegslöcher und schreddern lustvoll mit System. Die Schnipsel sind so gleichmässig, die könnte man als Füllmaterial verkaufen.

    Chap war von Anfang an sehr an mir interessiert, suchte meine Nähe und hat eine sehr geringe Fluchtdistanz. Durch`s Gitter spielte er schon längere Zeit mit mir tauziehen. Dazu bietet er mir entsprechende Ästchen regelrecht an. Auch beknabberte er nach einiger Zeit meine Finger, wenn ich sie durch`s Gitter steckte. Mittlerweile kommt seine Spielaufforderung auch im Freiflug und auch meine Finger findet er, wenn ich die Hand auf die Voli lege, sehr interessant.
    Chip hat das bis vor kurzem alles kaltgelassen. Sie steigt auf den Ast, um ihre Ruhe zu haben, weitere Vertraulichkeiten ...... iiiiiigiiiitttt!!!!
    Aber das Chap so viel Spass hat und auch noch leckere SB-Kerne abstaubt, kekst sie schon an. Seit ca. 2 Wochen entwickelt sie sich zu Chap`s Schatten. Wenn Chap tauziehen spielt, ist sie hinter ihm, wenn er meine Hand inspiziert, guckt sie direkt hinter ihm sitzend zu und wenn ich mit SB-Kernen locke, nimmt sie sie mir sogar aus der Hand!!!! Mit sehr langem Hals zwar und einige entfallen ihr auch, weil sie noch sehr nervös ist, aber sie traut sich. He He He He, auch dieses Tier ist bestechlich.
    In der Voli reitet Chap seit einigen Wochen "Attacken" gegen mich, immer wenn ich die Tür nach dem Freiflug schliesse und wenn ich morgens Obst reingebe. Dann kommt er angewetzt und wenn er mich nicht mehr erreicht, hackt er in`s Gitter. Anfangs dachte ich, dass er aggressiv ist, aber wenn ich dann "mutig" bin, beknabbert er "nur" meine Finger. Und auch bei diesen "Attacken" macht Chip seit kurzem mit, allerdings freiwillig in der 2. Reihe, immer hinter Chap.

    Ich habe mich nie wirklich um die Tiere bemüht, möchte sie eigentlich gar nicht handzahm machen, das kam alles aus eigenem Antrieb. Ich weiss gar nicht mehr, wer hier wen zähmt. Ich sie oder die mich???!! Auf jeden Fall eine schöne Sache und erstaunlich, was diese Tiere bei ausreichender Geduld von selbst anbieten. Ich denke, sie merken, dass ich es gut mit ihnen meine und sie nicht bedränge.
    Meine Frau ist an den Beiden nicht die Bohne interessiert, sie ignoriert sie völlig und Chip & Chap halten es mit ihr ganz genauso.

    Gruß

    Jon
     
  4. Christian

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    Hi Jon!


    Wurd' auch langsam Zeit :D


    Die Geschichte mit dem Ast kommt mir sehr bekannt vor, nur mit dem Unterschied, daß ich unsere Aymaras beide per Ast reinbringen mußte ;)
    Das Ganze wurde dann später ein regelrechtes Ritual ... abends warteten sie förmlich darauf, in die Voliere getragen zu werden, vorher gingen sie nicht rein.
    Seit wir umgezogen sind, hat sich das auf einmal geändert ... nun gehen sie freiwillig rein, sobald sie müde sind. In der alten Wohnung mußte ich sie sogar manchmal wecken, um sie reinzubringen :nene:


    Kann ich mir lebhaft vorstellen. Bei uns hat sich ein Blumenkasten mit Vogelerde und Futterpflanzen als Knüller erwiesen ... ich seh's kommen und wir haben demnächst eine riesen Gewächshauslampe und eine Pflanzenzucht im Keller :D


    Ich glaub' das machen fast alle Südamis, wenn Langeweile aufkommt ... die werden dann merklich aggressiv.


    Kommt mir sehr bekannt vor ... ist bei unseren Aymaras genauso ... er hat mittlerweile keinerlei Angst mehr und sie flitzt immer hinterher, wenn ich mit ihm spiele, bleibt aber immer "geschützt" hinter ihm ... aber manchmal traut sie sich dann auch.

    Ist schon ulkig, aber ich glaube es sind öfters die Hennen, die scheuer sind, oder?


    Auf jeden Fall, gar keine Frage.


    Themenwechsel: Was macht denn Moritz, der Weißstirnamazonen-Hahn? Vertragen sich die drei noch?
     
  5. #24 Jon October, 15. August 2005
    Jon October

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    Moritz

    Hallo Chris,
    Hallo @all,

    mit Moritz, dem Weißstirnamazonen-Hahn geben sich Chip & Chap nicht mehr ab. Aus dem einfachen Grund, weil er nicht mehr bei uns lebt!!
    Ich berichtete ja, dass Moritz sich trotz Vergesellschaftung mit einer Artgenossin das Gefieder zerfledderte, kaum aus eigenen Antrieb spielte und erst auflebte, wenn ich nach Hause kam. War ich verfügbar, belegte er mich sehr fordernd, flog mir ständig hinterher und wurde zunehmend lauter und auch aggressiver, wenn ich mal keine Zeit hatte für ihn.
    Lange Rede, kurzer Sinn. Die Situation war für ihn frustrierend und für mich nervend. Dazu kam dann mein permanentes schlechtes Gewissen, ihm beim besten Willen nicht das bieten zu können, was er eigentlich braucht. Nämlich 24 Std. täglich Befriedigung seiner artgemässen Bedürfnisse und Triebe.
    Ich habe dann seine Züchterin angerufen, die in der Nymphea/Esslingen (Nähe Stuttgart) u.a. eine grosse Gemeinschaftsvoliere mit sog. Notfall-/Abgabevögeln betreut. In dieser Voli (ca. 4 x 4 x 2,5 Mtr. Innenraum + ca. 9 x 4 x 3,5 Mtr. Aussenvoliere sitzen neben Gelbwangen-, Blaustirn-, Gelbscheitel und Mülleramazonen sowie einigen Mohrenköpfen auch eine einzelne weibliche Weißstirnamazone von 2001.
    Ich schlug vor, Moritz versuchsweise in der Voliere unterzubringen (weit weg von mir), damit er eine Chance hat, unter anderen Amazonen zu lernen, dass Art- und Gattungsgenossen viel besser sind wie Menschen. Und damit er seine extreme Abhängigkeit von mir überwindet.
    Das war keine einfache Entscheidung, ich habe einige Wochen gebraucht, mich dazu durchzuringen. Aber ich denke, dass wenn man sein Tier wirklich liebt, muss man auch loslassen können, wenn die Hoffnung besteht, dass es so besser für das betroffene Tier ist.
    Auf jeden Fall wurde mir die Möglichkeit gegeben, ihn dorthin zu geben und so begleitete er uns am 30.04.05 von NRW nach BW. Seine ehemalige menschliche Ziehmutter war begeistert, Moritz nach 6 Jahren in bester körperlicher Verfassung und mit glänzenden Gefieder wiederzusehen. Sie sieht aber auch so viel Tierelend, da hat sie einen ganz anderen Blickwinkel wie ich. Und bis Moritz evtl. ganz nackig gerupft oder sonstwie schwer gestört ist, wollte ich halt nicht warten!
    Er kam in einen grossen Eingewöhnungskäfig im Innenraum, damit er erst einmal vor den Anderen geschützt war. Meine Nachfrage einige Tage später ergab, dass er gut frisst und ansonsten sehr ruhig und unnahbar ist. Seit Anfang Juni sitzt er mit allen zusammen und wird in Ruhe gelassen, nur die weibliche Weißstirnama zickt ihn gelegentlich an. Anfangs hat er wohl ziemlich den Schnabel hängenlassen und war sehr in sich gekehrt. Zwischenzeitlich aber ist er aufgetaut, sehr lebhaft, interessiert sich sehr für die anderen Amazonen und ist vollkommen integriert. Er nimmt Leckerchen aus der Hand, interessiert sich aber ansonsten nicht weiter für Menschen. So habe ich mir das vorgestellt!!! Mit der weiblichen Weißstirn gibt er sich bisher nicht ab. Es könnte evtl. daran liegen, dass die mit einer Gelbwangen-Ama verbandelt ist.
    Diese Infos erhalte ich per Telefon, zum einen ist die Voli gut 500 km weit weg von meinem derzeitigen Wohnort und zum zweiten werde ich nicht vor Mitte nächsten Jahres in die Nähe der Voli kommen, um die Eingewöhnung nicht zu gefährden.
    Ich bin selbst sehr gespannt, wie es weitergeht und hoffe weiterhin das Beste für ihn.

    Gruß

    Jon
     
  6. Christian

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    Hi Jon!


    Freut mich, daß sich bestätigt hat, daß Du die richtige Entscheidung getroffen hast.



    Kann ja noch werden, aber wer weiß, vielleicht wird ja eine andere seine Herzdame.
     
Thema: Goldstirnsittiche Chip & Chap
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