Vergiftung von u.a. Greifvögeln durch Bleimunition

Diskutiere Vergiftung von u.a. Greifvögeln durch Bleimunition im Artenschutz Forum im Bereich Allgemeine Foren; Hallo, mir wäre kein Bundesland bekannt, in dem an Gewässern noch Bleischrot erlaubt wäre, und Gewässer sind am meisten betroffen. Insofern...

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  1. #61 Peregrinus, 14. Juli 2006
    Peregrinus

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    Hallo,

    mir wäre kein Bundesland bekannt, in dem an Gewässern noch Bleischrot erlaubt wäre, und Gewässer sind am meisten betroffen. Insofern erübrigt sich die Diskussion um Bleischrot an Gewässern. In Wald und Feld ist es meist noch zulässig, doch dürfte auch hier bald Schluß sein, da es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis Bleischrote ganz verboten sind.

    Es dürfte auch keiner ernsthaft bezweifeln, dass durch angeschossen verendetes Wild oder durch aktiv aufgenommene Schrotkügelchen Blei in Tiere gelangt. Daß dies nicht die einzige Bleiquelle ist, ist aber auch klar. Die Jägerschaft wird jedenfalls ihren Beitrag dazu leisten, Bleiemissionen durch Schrote zu minimieren bzw. mittelfristig zu vermeiden. Da nützen alle Diskussionen um die Vor- und Nachteile von Bleimunition nichts, das wird politisch entschieden werden.

    Viel mehr stehen die Büchsengeschosse zur Diskussion. Aufbrüche werden in der Regel so entsorgt, dass keine Greifvögel drankommen, der Fuchs ist normalerweise der Adressat. Angeschossenes Wild wird sich immer in Dickungen einschieben und dort ggf. verenden. Auch dieses ist nicht zugänglich für gefiederte Prädatoren. Außerdem verbleiben i. d. R. nur sehr geringe Restmengen im Wildkörper, der Löwenanteil fliegt auf der anderen Seite wieder raus.

    Aus meiner Sicht gehen von bleihaltiger Kugelmunition also keine Gefahren für die Vögel aus. Obwohl also aus meiner Sicht unbegründet, arbeitet man auch hier an bleifreier Munition. Und irgendwann einmal wird auch hier das Aus für´s Blei kommen.

    VG
    Pere ;)
     
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  3. südwind

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    von pere
    ist es denn nicht so, dass seit ausbruch der vogelgrippe, (was immer das auch heissen mag) jäger mit bleischrot auf krankes wassergeflügel schiessen dürfen? mir ist da nur schleierhaft, wie jäger infiziertes von nichtinfiziertem geflügel, oder krankes von gesundem, unterscheiden können.
     
  4. ghost38

    ghost38 Guest

    Hallo, ich muss jetzt auch was dazu loswerden, gehört vielleicht nicht direkt zum Thema aber als ich mir dies so durchgelesen habe ging mir mein Charly nicht aus dem Kopf.

    Vor knapp 20 Jahren bekam ich von Bekannten eine Amazone (Charly, Wildfang) sie wollten ihn nicht mehr haben war ihnen zu laut. Charly bekam dann mit der Zeit immer wieder Anfälle von Atemnot und ich suchte mir einen Vogelkundigen TA. Dieser checkte den Vogel dann komplett durch unter anderem auch ein Röntgenbild und was wir da sahen war ein Schock! Charly hatte zwei sich verkapselte Schrotkugeln!8o in der Brust nahe dem Herzen, nicht zu operieren. Charly hatte eine schleichende Bleivergiftung und die war schon ziemlich weit vorangeschritten. Mein TA erzählte dann, dass das eine gängige Praxis ist um Vögel für den Export zu fangen. Man schießt in einen Schwarm und die Vögel die überleben werden dann verkauft. Charly bekam Medikamente und musste wöchentlich gespritzt werden und regelmäßig beim TA unters Sauerstoffzelt vor allem wenn er einen Anfall hatte, in der Zeit bin ich regelmäßig geblitzt worden weil ich immer wie eine Irre zum TA, der 30 km entfernt war, gerast bin wenn er einen Anfall hatte. Er hat alles tapfer ertragen, sogar die Spritzen konnten wir ihm selber geben nachdem uns unser TA das gelernt hatte. Wir hatten ihn noch ein knappes Jahr und haben ihn dann, als es immer schlimmer wurden mit den Anfällen, einschläfern lassen :( . Mir tut das Herz heute noch weh wenn ich an ihn denke und das wir ihm nicht mehr helfen konnten.

    Blei hat auf Vögel eine verheerende Wirkung und Schrot sollte verboten werden, meine Meinung.

    Gwen
     
  5. Detlev

    Detlev -

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    Moin, Moin,
    So wird es wohl kommen. Partikularintressen wie Jagt stehen dann halt hinter höherwertigen Zielen zurück. So funktioniert Politik wenn es gut läuft nun mal.

    Gruesse,
    Detlev
     
  6. eric

    eric Guest

    @ st68
    Auch nicht fliegende Vögel haben da ihre Tücken. Eine Krähe auf einer Baumspitze, bietet mir keinen Kugelfang. Eine Kugelpatrone, selbst eine KK = kleinkalibrige 5,5mm kann bei einem Fehlschuss oder durchschlagen des Körpers das Umfeld gefährden. ( Herstellerangabe z.B. .22 Stinger Patrone = Kleinkaliber: Gefährdungsbereich 3 Km !). Klar gibt es auch schwächere Patronen, diese haben dann jedoch wieder andere Flug Eigenschaften .
    In der Praxis hat halt alles so seine Tücken.
    Schrot Vorschriften bei uns: Maximale Schusdistanz 35m. Bei Stahlschrot gleicher Grösse, weniger.
    Das heisst mit Stahlschrot muss ich auf ca 25 m an eine Krähe kommen um eine entsprechende Wirkung zu erzielen. Das reicht nicht einmal um auf eine Baumspitze zu schiessen.
    In Gewässernähe ist auch bei uns Stahlschrot Vorschrift.
    Ein Kugelschuss auf eine schwimmende Ente kann aber auch da verheerende Folgen haben. (Flacher Schusswinkel, Abpraller von der Wasseroberfläche , kein Kugelfang etc.)
    Um wieviel grösser der Anteil angeschossener Vögel bei der Verwendung von Stahlschrot ist entzieht sich meiner Kenntniss.
    Am wichtigsten ist einfach die sichere Schussabgabe.
    Das andere Problem ist Blei das mit der Munition in den Boden gelangt.
    Ich habe überhaupt nichts gegen bleifreie Munition das einzige Problem ist die bis jetzt schlechtere Wirkung.

    Der Vergleich Jägersprache mit der Computersprache finde ich sehr treffend. Beides Fachsprachen die ich Laien gegenüber dann halt manchmal nicht anwenden kann damit sie alles verstehen.
    Dass ein Nichtjäger heute verschiedene Ausdrücke aus der Jagdsprache ( die z. T.aus dem Altdeutschen stammen) nicht mehr versteht ist ja nicht schuld der Jäger.

    Eric
     
  7. #66 Peregrinus, 16. Juli 2006
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    Kleine Korrektur: es sind 5,6 mm. :+klugsche

    VG
    Pere ;)
     
  8. aday

    aday Foren-Guru

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    Also, wenn ihr beiden es so genau wissen wollt, es sind 5,56mm. Weitere nachkommastellen sind mir nicht bekannt.
     
  9. #68 Peregrinus, 16. Juli 2006
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    Ist das nun der Zugdurchmesser, der Felddurchmesser oder der Geschoßdurchmesser?

    Hast ja recht, völlig irrelevant. Wird aber üblicherweise als 5,6 mm angegeben.

    VG
    Pere ;)
     
  10. eric

    eric Guest

    sorry, hab vielleicht einen ein bisschen verbleiten Lauf, kommen nur 5,51425mm raus.;)
     
  11. aday

    aday Foren-Guru

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    Wo hast du das wieder geträumt?
    Bei uns muß ausserhalb der Jagdzeit ein Beamteter Veterinär die Erlegung anordnen. Das Blei anstelle von dem wirkungsgeringeren alternativschroten verwendet werden sollte in dem Fall klingt zwar einleuchtent, aber ist denke ich mal eh nur wieder ein ENTE. Wenn das Tier krank ist, kann man die paar Stündchen eh noch warten und dann lieber wieder die Feuerwehr in Vollschutz zum Bergen losschicken.

    Es kommt mir fast so vor, als ob zumindest ein Beitrag ohne Kommentar gelöscht wurde. Kann das sein oder ist das ein Wartungsproblem?
    Das kann ohne weiteres sein, da sich der Lauf meist verjüngt. Die ursprünglich größe des Projektiles ist aber gem. Fachliteratur 5,56mm. :zustimm:
     
  12. südwind

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    hallo aday,
    geträumt habe ich das sicher nicht. aber wo ich das gelesen habe, weiss ich leider auchnichtmehr, sonst hätte ich den link mit eingestellt.

    deswegen ja meine fragen. ich habe nichts behauptet.
     
  13. südwind

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  14. aday

    aday Foren-Guru

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    Die Begründung für die Verwendung von Bleischrot spricht für sich. Interessante Feststellung des Ministeriums, das durch die Verwendung von alternativschroten mehr verletzungen auftreten. Also doch nicht so ganz alternativ, bzw. eine Abwägung zugunsten geringeren Bleieintrag gegen schnellstmögliche tödung des Wildes.
     
  15. südwind

    südwind Foren-Guru

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    hmm, aber mir unterstellen, ich träume. :schimpf:

    ich finde es schon sehr merkwürdig, dass infiziertes wassergeflügel, (auch noch mit bleischrot) geschossen werden kann.

    immerhin stützt dieses argument die begründung(ausnahmegenehmigung) für bleischrot. doch es widerspricht den empfehlungen, oder den verboten, an gewässern kein bleischrot mehr einzusetzen.


    wie erkennen jäger aus dieser entfernung infiziertes geflügel?? gerade weil bekannt ist, dass wassergeflügel den h5n1 virus in sich tragen können, ohne dass sie daran erkranken, wohl kaum?
     
  16. DanielG

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    Vielleicht wollte da jemand das Risiko reduzieren, dass sich Seeadler oder andere seltene Greife mit dem Virus infizieren?

    idS Daniel
     
  17. DanielG

    DanielG Foren-Guru

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    Kein Wartungsproblem, nur ganz gewöhnliche Zensur. Kennen wir doch schon.
     
  18. Gert

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    Daniel, nenn es wie du willst, Dinge, die derart unter die Gürtellinie gehen, werden von mir kommentarlos gelöscht. Das wird auch weiterhin passieren.

    Im übrigen sehe ich alle Diskussionen hier sehr gelassen und greife höchst selten ein, warum auch, sind doch eigentlich alles erwachsene Leute hier (auch wenn's manchmal nicht danach aussieht). Mitunter sind da meine Moderatorenkollegen etwas schneller, manchmal vielleicht sogar übereifrig. Aber uns geht es eigentlich nur darum, Diskussionen sachlich zu halten und persönliche Beleidigungen und Angriffe soweit es geht zu verhindern. Punkt.

    Weitere diesbezügliche Anfragen bitte per PN, hier im Thread werde ich es löschen (und zwar kommentarlos :D )
     
  19. südwind

    südwind Foren-Guru

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    ich vergass dazuzuschreiben vermeintlich infiziertes wassergeflügel.
    nur ist es so, dass infizierte wasservögel keine kennung mit sich herumtragen und somit sehr gesund ausschauen können. was berechtigt dann so einen abschuss, dann auchnoch mit blei?

    hmm,was ist das jetzt für eine logik? wenn den wasservögeln nicht auf der stirn oder sonstwo geschrieben steht, dass sie eventuell infiziert sind, wie will der jäger dann beurteilen, dass er mit bleischrot schiessen darf?

    wenn die ente oder die gans bis zum abschuss doch nicht infiziert war, so ist sie es spätestens jetzt, verseucht mit blei und als aas für die seltenen greife(seeadler)aber auch für alle anderen aasfresser giftig.und sogar tötlich.

    und darum geht es ja hier in diesem thema.
     
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  21. st68

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    keine erkennbaren anzeichen einer infektion = kein abschuß
     
  22. DanielG

    DanielG Foren-Guru

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    Na, da beantworten sich doch einige Fragen von selbst,oder?

    Wenn es als AUSNAHME erlaubt wird, dann ist es in der REGEL doch verboten, oder?

    DAS IST LOGIK!

    Und wenn das Umweltministerium eine solche Ausnahmegenehmigung erteilt, dann wird das schon seine Gründe haben.

    idS Daniel
     
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